Musiktheater

Il Giasone

Dramma musicale von Francesco Cavalli
PREMIERE
31. Mai 2025
Dramma musicale in einem Prolog und drei Akten
von Francesco Cavalli
Libretto von Giacinto Andrea Cicognini


Il Giasone

 

 

Il Giasone ist eine Oper.

Francesco Cavalli hat die Oper komponiert.

Man spricht seinen Namen so aus: Fran-tsches-ko Ka-walli.

Francesco Cavalli war Italiener.

Deshalb hat der Held einen italienischen Namen: Giasone.

Man spricht den Namen so aus: Dscha-so-ne.

Auf Deutsch ist der Name Jason.

 

Das ist die Vor·geschichte

König Pelias schickt Jason auf eine gefährliche Reise.

Jason soll das Goldene Vlies stehlen.

Das Goldene Vlies ist das Fell von einem besonderen Widder:

            Das Fell ist sehr wertvoll.

            Es ist golden.

            Der Besitzer wird mächtig und reich.

Mit dem Goldenen Vlies kann auch Jason König werden.

 

Jason und seine Freunde machen sich auf die Reise

Sie fahren mit einem Schiff.

Sie landen auf einer Insel.

Die Herrscherin der Insel verliebt sich in Jason.

Doch Jason verlässt die Herrscherin.

Sie fahren zu einer neuen Insel.

Auch die Königin dieser Insel verliebt sich in Jason.

 

Jason denkt nur noch an die Liebe.

Er denkt nicht mehr an das Goldene Vlies.

 

Il Giasone ist eine besondere Oper

Francesco Cavalli hat die Oper vor 400 Jahren komponiert.

Das war 1649.

So alt ist die Oper schon.

Die Zuschauer damals liebten die Oper.

 

Die Oper ist immer noch modern.

Sie ist lustig.

Und sie ist dramatisch.

Die Oper fragt:

            Was ist wichtiger:

            Liebe oder Pflicht?

 

 

 

Übersetzung in Leichte Sprache: Büro für Leichte Sprache – Niederrhein

Prüferinnen: Michaela Kleutges, Claudia Möller, Claudia Schürmann, Sabine Vogt

leichte-sprache@lebenshilfe-krefeld.de

Inszenierungsfotos

  • Benjamin Lyko / (c) Thilo Beu
  • Benjamin Lyko, Robyn Allegra Parton / (c) Thilo Beu
  • Kihoon Yoo, Dora Pavlikova / (c) Thilo Beu
  • Wioletta Hebrowaska, Benjamin Lyko / (c) Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu
  • c Thilo Beu

Trailer

INTERVIEW: (PF)UI, SPINNE

Dr. Elisabeth Johanna Leehr, psychologische Psychotherapeutin und Wissenschaftlerin am Institut für Translationale Psychiatrie an der Universität Münster, im Gespräch mit der Dramaturgin Ana Edroso Stroebe

 

AES: Was ist der Unterschied zwischen dem Ekel, der Angst vor Spinnen und einer Spinnenphobie?

 

EJL: Angst und Ekel sind evolutionär gesehen wichtige Emotionen, die eine Warnfunktion innehaben. Das Gefühl der Angst zeigt mir, dass ich aufpassen muss. Diese Reaktionsbereitschaft spüren wir körperlich, denn im Körper wird alles in Alarmbereitschaft versetzt: das Herz klopft schneller, sodass der Sauerstofftransport und Energietransport in alle Körperbereiche angekurbelt wird. Der ist wiederum notwendig um z.B. wegrennen zu können. Bei einer Spinnenphobie – aber auch bei allen anderen Angsterkrankungen – ist die Angst übermäßig.

 

Nicht alle Menschen, die Angst vor Spinnen haben, erfüllen die Kriterien einer Phobie. Wie wird eine Spinnenphobie klinisch definiert?

 

Zur Abklärung, ob und in welcher Ausprägung eine Spinnenphobie vorliegt, kann man ein klinisches Interview, Fragbögen oder einen Verhaltenstest durchführen. Für das Vorliegen einer klinischen Diagnose nach einem Klassifikationssystem wie dem DSM-5 oder dem ICD-11 müssen mehrere Kriterien erfüllt sein: Erstens muss eine ausgeprägte und übermäßige Furcht oder Angst vorliegen, die immer dann auftritt, wenn man mit Spinnen in Kontakt kommt oder, wenn man ebendas erwartet. Diese Angst darf in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr stehen. Zweitens muss ein Vermeidungsverhalten vorliegen, das heißt, dass Spinnen oder Orte wie ein Keller, in dem einem Spinnen begegnen könnten, gemieden oder mit intensiver Angst ertragen werden.

 

Welche Kriterien sind noch Voraussetzung für die Diagnose?

 

Es bedarf drittens überdauernder Symptome, um von einer Phobie zu sprechen. Das heißt, dass die Angstsymptome über mehrere Monate lang auftreten. Und viertens müssen die Angstsymptome so schwerwiegend sein, dass sie zu bedeutsamem Leidensdruck oder signifikanten Beeinträchtigungen im Leben der Betroffenen führen.

 

Was passiert bei einer Spinnenphobie im Gehirn?

 

Für Angstreize gibt es zwei Verarbeitungswege im Gehirn: einen schnellen, automatischen und einen langsamen. Der Thalamus empfängt die Reize und leitet sie an die anderen Gehirnregionen weiter. Über den schnellen Weg reagiert das Gehirn blitzartig auf mögliche Gefahren und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Deswegen spüren wir z.B. den beschleunigten Herzschlag. Über den langsamen Weg werden die Reize mit Vorerfahrungen (z.B. „Spinnen krabbeln weg“) und Wissen abgeglichen. Darauf basierend wird eine Entscheidung für das Verhalten getroffen. Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass Menschen mit Spinnenphobie sehr schnell Spinnen oder spinnenähnliche Objekte entdecken. Die limbischen Gehirnareale bilden das sogenannte Angstzentrum, und sind deutlich stärker aktiviert bei der Konfrontation mit einer Spinne. Gleiches trifft auf die Insula zu, die unter anderem für das Ekelgefühl mitverantwortlich ist. Auf der anderen Seite scheinen Areale, die mit der Regulation von Emotionen assoziiert sind, in ihrer Funktion im Kontext von Spinnen beeinträchtigt.

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich an einer Spinnenphobie erkranke?

 

Die Lebenszeitprävalenz, also die Wahrscheinlichkeit, im Leben an einer spezifischen Phobie vom Subtyp Tier zu erkranken, beträgt ungefähr 3,8%. Das schließt jedoch auch andere Tierarten mit ein. Es gibt mehrere Faktoren, die an der Entstehung der Spinnenphobie beteiligt sein können: Evolutionär gesehen ist es sinnvoll, potenzielle Gefahren zu meiden. Das Aussehen und Verhalten der Spinnen trägt wohl auch dazu bei, dass Menschen sich vor ihnen fürchten.

 

Kann eine Phobie vererbt werden?

 

Die Genetik spielt keine besonders große Rolle, die Erblichkeit der Spinnenphobie liegt bei ca. 40%. In einer Studie haben wir Hinweise gefunden, dass bestimmte Risikogene mit einer veränderten neuronalen Verarbeitung von Spinnenreizen einhergehen – das Gehirn reagiert also messbar anders, wenn diese genetische Veranlagung vorliegt. Daneben scheint Lernen eine wichtige Rolle zu spielen. Wenn die Eltern z.B. in Panik verfallen, wenn das Kind Interesse an einer Spinne zeigt, lernt das Kind, dass Spinnen etwas Gefährliches sind.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

 

Die Behandlung erster Wahl ist die Expositionstherapie, also die Konfrontation mit dem angstauslösenden Reiz. Diese Behandlung kann von psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeut*innen durchgeführt werden und wirkt oft schon nach wenigen Sitzungen. Die Konfrontation erfolgt nur auf freiwilliger Basis und nachdem ein geeignetes Vorgehen besprochen wurde.

 

Wo setzt die Konfrontationstherapie an?

 

Es gibt verschiedene Mechanismen, die dabei wirken. Wichtig ist z.B. die Gewöhnung. Wir können nicht gut über lange Zeit in Alarmbereitschaft sein, unser Herzschlag normalisiert sich nach einiger Zeit. Wenn es Betroffenen gelingt, in der Situation zu bleiben, kann der Mechanismus des Neulernens eintreten. Ich kann also die Erfahrung machen, dass ich Spinnen zwar als unangenehm empfinde, zugleich aber erkennen, dass meine Befürchtungen nicht eintreten.

 

Was untersuchen Sie mit Ihrer Forschung an der Universität Münster?

 

Wir interessieren uns für die Prozesse und Mechanismen bei pathologischer Angst, also der übermäßigen Angst. Die Spinnenphobie dient uns als gut zu untersuchende Modellerkrankung für andere Angsterkrankungen. Aktuell erforschen wir, durch welche Faktoren sich die Effektivität der Konfrontationstherapie weiter erhöhen lässt und welcher Ansatz individuell am besten wirkt. Ziel ist es, therapeutische Ressourcen effizient einzusetzen, den Leidensweg der Patient*innen zu verkürzen und die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Therapie zu maximieren.

 

Können sich unsere Zuschauer*innen auf die Szene mit der Spinne vorbereiten?

 

Mit diesem Programmheft ist schon der erste Schritt für eine gute Vorbereitung getan: Das Publikum wird nicht unwissend in die Situation gebracht, sondern vorher informiert. Ein großer Teil der Zuschauer*innen, wird gar keine weitere Vorbereitung brauchen und diejenigen, die eine ausgeprägte Angst vor Spinnen haben, können die Szene als eine erste Chance im Sinne des Neulernens wie in einer Expositionstherapie sehen.

 

Mehr zu der Forschung von Fr. Dr. Leehr finden Sie hier: https://www.medizin.uni-muenster.de/translap/forschung/psychological-processes-and-targeted-clinical-interventions.html