(c) Bettina Stöß
Musiktheater

La Traviata

Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
PREMIERE
13. Juni 2026
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel La Dame aux camélias von Alexandre Dumas d. J.
mit zusätzlichen Sprechtexten von Angelika Reitzer

AUFFÜHRUNGSDAUER
ca. 2 Stunden und 45 Minuten, eine Pause

La Traviata

Oper von Giuseppe Verdi

 

Erika ist Friedhofs·gärtnerin.

Sie erinnert sich am Grab von Violetta an die junge Frau.

 

Das ist Violettas Geschichte

Violetta ist jung, klug und schön.

Sie genießt ihr freies Leben.

Und lädt viele Leute auf ein Fest.

Feste gehören zu ihrem Beruf.

Sie ist Partygirl.

Die Gäste amüsieren sich.

Auch Alfredo ist unter ihnen.

Alfredo sagt zu Violetta:

            Ich liebe dich.

            Ich will mit dir zusammen·leben.

Violetta hat Angst vor der Liebe.

Aber sie liebt Alfredo auch.

Alfredo und Violetta werden ein Paar.

Violetta baut den beiden ein Zuhause auf dem Land.

Violetta und Alfredo leben glücklich auf dem Land.

Violetta bezahlt für alles mit ihrem Geld.

Aber dann kommt Alfredos Vater zu Violetta.

Er sagt zu ihr:

            Du bist nicht gut für meine Familie.   

            Denn du hat einen schlechten Ruf.

            Du warst die Geliebte von vielen Männern.

            Keiner wird meine Tochter heiraten.

 

Violetta opfert sich für Alfredo

Violetta liebt Alfredo über alles.

Aber der Druck des Vaters ist zu groß.

Violetta schreibt Alfredo einen Abschieds·brief und verlässt ihn.

Sie schreibt aber nicht die wahren Gründe in den Brief.

Alfredo glaubt:

            Violetta hat ihn nie geliebt.

            Sie hat nur mit ihm gespielt.

Wütend fährt er zu Violetta.

Er beleidigt sie auf einem Masken·ball

und wirft ihr Geld vor die Füße.

 

Alfredo erfährt die Wahrheit

Einige Monate später sagt sein Vater zu Alfredo:

            Violetta liebt dich.

            Sie hat dich nur verlassen,

            weil ich das wollte.

Sofort eilt Alfredo zu Violetta.

Aber Violetta ist schwer krank.

 

Oper von Giuseppe Verdi

Die Oper ist von dem Italiener Giuseppe Verdi.

Man spricht seinen Namen so aus: Dschu – seppe  Wär-die.

Verdi hat aus dem Roman Die Kamelien·dame

die Oper La Traviata gemacht.

 

Eine Kamelie ist eine Blume.

Die Blume kann rot oder weiß sein.

Violettas Kamelien·blume ist weiß.

Die weiße Kamelien·blume bedeutet:

            Violetta ist nicht gesund.

            Sie ist blass wie die weiße Blume.

Eine Kamelien·blume verblüht schnell.

Auch Violetta wird bald sterben.

 

La Traviata bedeutet:

            Eine Frau lebt nicht so,

            wie die Menschen das richtig finden.

 

Die Menschen sagen zum Beispiel:

            Eine Frau soll sich gut benehmen.

            Sie soll keine Parties feiern.

            Und sie soll nur einen Mann heiraten.

Violetta kann nicht so leben,

wie die Menschen das wollen.

Aber ihr geliebter Mann soll nicht darunter leiden.

Violetta opfert sich für Alfredo.

Inszenierungsfotos

  • Ensemble / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble / (c) Bettina Stöß
  • Garrie Davislim, Yixuan Zhu, Enrique Bernardo / (c) Bettina Stöß
  • Robyn Allegra Parton, Johan Hyunbong / (c) Bettina Stöß
  • Enrique Bernardo / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble, Irene Kugler / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble / (c) Bettina Stöß
  • Johan Hyunbong, Garrie Davislim, Kihoon Yoo / (c) Bettina Stöß
  • Robyn Allegra Parton, Garrie Davislim / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble / (c) Bettina Stöß

Trailer

Pressezitate

  • Christoph Schulte im Walde – Tuberkulose und Patriarchat, in: neue musikzeitung (15.06.26)

    Regisseur Georg Schütky inszeniert die Geschichte der Edelkurtisane Violetta Valéry als Rückblick auf die letzten Monate ihres Lebens. Eines Lebens im Patriarchat, das (auch) von Gewalt und Unterdrückung geprägt ist und so viele Frauen betroffen hat und noch betrifft.

    Auf dem Altar wartet ein leerer Sarg auf Violetta, die sich – nun als Außenseiterin der Gesellschaft – bereitwillig dort hineinlegt. Hier gelingt Schütky die mit Abstand stärkste Szene. Das Ambiente überrascht, aber Inhalt, Musik und Szene bilden eine komplette Einheit, obwohl der morbide Charme schon etwas fremd anmutet.

    Henning Ehlert am Pult des Sinfonieorchesters Münster entwickelt einen mal filigranen, mal süffigen, schließlich auch knalligen Verdi-Klang, ohne jedoch plakativ zu werden.

    Als Höhepunkt gelingt Robyn Allegra Parton ein wunderbar berückendes „Addio del passato“ – ein echter Ohrenschmeichler.

    Johan Hyunbong Choi als Giorgio Germont mobilisiert seinen satten Bassbariton, der sich bei Violetta einschmeicheln, aber auch wirkliche Reue und Zerknirschung ausdrücken kann. Wioletta Hebrowska kann als Flora Bervoix mit in allen Lagen intaktem Mezzo punkten. Sie hat sich in den letzten Jahren auch darstellerisch zur großen Stütze des münsterschen Opernensembles entwickelt.

  • Robin Gerke – Starke Stimmen und Störgefühle, in: Westfälische Nachrichten (15.06.26)

    Robyn Allegra Parton zementiert ihren Status als Münsters Publikumsliebling. Zweieinhalb Stunden unangestrengte Spitzenleistung, die die Zuhörerschaft nicht erst am Schluss (da auch), sondern auch mit ausgedehntem Applaus nach so ziemlich jeder Nummer würdigt.

    Auch das granitartig-solide Bariton-Fundament von Johan Hyunbong Choi als Giorgio trägt zu einem Eindruck bei, der sich in Münster schon länger erhärtet: Hier ist ein Ensemble am Werk, das sich zu jedweder Zeit aufeinander verlassen kann. Und dann dieser Chor! Wer auf starke Stimmen steht, sollte sich das nicht entgehen lassen.

    Das opulente Bühnenbild (Christina Schmitt) sticht aber heraus. Da sind mampfende Riesenzähne und Lungenflügel, die in bedrohlichem Neon-Rot flackern, aber auch deutlich subtilere Formen visuellen Storytellings, die die besondere Erzählperspektive aufgreifen