(c) Bettina Stöß
Musiktheater

La Traviata

Oper in drei Akten von Giuseppe Verdi
PREMIERE
13. Juni 2026
Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Schauspiel La Dame aux camélias von Alexandre Dumas d. J.
mit zusätzlichen Sprechtexten von Angelika Reitzer

AUFFÜHRUNGSDAUER
ca. 2 Stunden und 45 Minuten, eine Pause

Erschöpft vom Pariser Partyleben zieht sich die tuberkulosekranke Kurtisane Violetta mit ihrem Liebhaber Alfredo aufs Land zurück. Dort finanziert sie ein abgeschiedenes Idyll, das jedoch nur von kurzer Dauer ist. Alfredos Vater zwingt Violetta, ihn zu verlassen, um den Ruf der Familie nicht zu gefährden. Violetta bleibt isoliert und gedemütigt zurück – dem Tod geweiht. 

Giuseppe Verdi verwandelte Alexandre Dumas' Erfolgsroman Die Kameliendame in eine Oper, in der beispiellose romantische Opulenz auf intimen Realismus trifft. La Traviata ist als „gefallene Frau“ mit ihrer Aufrichtigkeit und Fragilität ein Mahnmal für die Grausamkeit gesellschaftlicher Normen und eine der berühmtesten Opern überhaupt. Die Inszenierung stellt der einsamen Violetta die Friedhofsgärtnerin Erika zur Seite, die die Erinnerung an Violetta lebendig hält und sich nicht kampflos ergeben wird. 

Inszenierungsfotos

  • Ensemble / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble / (c) Bettina Stöß
  • Garrie Davislim, Yixuan Zhu, Enrique Bernardo / (c) Bettina Stöß
  • Robyn Allegra Parton, Johan Hyunbong / (c) Bettina Stöß
  • Enrique Bernardo / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble, Irene Kugler / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble / (c) Bettina Stöß
  • Johan Hyunbong, Garrie Davislim, Kihoon Yoo / (c) Bettina Stöß
  • Robyn Allegra Parton, Garrie Davislim / (c) Bettina Stöß
  • Ensemble / (c) Bettina Stöß

Trailer

Pressezitate

  • Christoph Schulte im Walde – Tuberkulose und Patriarchat, in: neue musikzeitung (15.06.26)

    Regisseur Georg Schütky inszeniert die Geschichte der Edelkurtisane Violetta Valéry als Rückblick auf die letzten Monate ihres Lebens. Eines Lebens im Patriarchat, das (auch) von Gewalt und Unterdrückung geprägt ist und so viele Frauen betroffen hat und noch betrifft.

    Auf dem Altar wartet ein leerer Sarg auf Violetta, die sich – nun als Außenseiterin der Gesellschaft – bereitwillig dort hineinlegt. Hier gelingt Schütky die mit Abstand stärkste Szene. Das Ambiente überrascht, aber Inhalt, Musik und Szene bilden eine komplette Einheit, obwohl der morbide Charme schon etwas fremd anmutet.

    Henning Ehlert am Pult des Sinfonieorchesters Münster entwickelt einen mal filigranen, mal süffigen, schließlich auch knalligen Verdi-Klang, ohne jedoch plakativ zu werden.

    Als Höhepunkt gelingt Robyn Allegra Parton ein wunderbar berückendes „Addio del passato“ – ein echter Ohrenschmeichler.

    Johan Hyunbong Choi als Giorgio Germont mobilisiert seinen satten Bassbariton, der sich bei Violetta einschmeicheln, aber auch wirkliche Reue und Zerknirschung ausdrücken kann. Wioletta Hebrowska kann als Flora Bervoix mit in allen Lagen intaktem Mezzo punkten. Sie hat sich in den letzten Jahren auch darstellerisch zur großen Stütze des münsterschen Opernensembles entwickelt.

  • Robin Gerke – Starke Stimmen und Störgefühle, in: Westfälische Nachrichten (15.06.26)

    Robyn Allegra Parton zementiert ihren Status als Münsters Publikumsliebling. Zweieinhalb Stunden unangestrengte Spitzenleistung, die die Zuhörerschaft nicht erst am Schluss (da auch), sondern auch mit ausgedehntem Applaus nach so ziemlich jeder Nummer würdigt.

    Auch das granitartig-solide Bariton-Fundament von Johan Hyunbong Choi als Giorgio trägt zu einem Eindruck bei, der sich in Münster schon länger erhärtet: Hier ist ein Ensemble am Werk, das sich zu jedweder Zeit aufeinander verlassen kann. Und dann dieser Chor! Wer auf starke Stimmen steht, sollte sich das nicht entgehen lassen.

    Das opulente Bühnenbild (Christina Schmitt) sticht aber heraus. Da sind mampfende Riesenzähne und Lungenflügel, die in bedrohlichem Neon-Rot flackern, aber auch deutlich subtilere Formen visuellen Storytellings, die die besondere Erzählperspektive aufgreifen