(c) Hans Jürgen Landes
Schauspiel

Der Idiot

Milena Michalek nach Fjodor Michailowitsch Dostojewski und einem Text von Clara Kroneck
PREMIERE
11. Oktober 2025
ERSTAUFFÜHRUNG

AUFFÜHRUNGSDAUER
3 Stunden 40 Minuten, eine Pause nach 1 Stunde 45 Minuten

Die Inszenierung Der Idiot  ist zum renommierten Radikal jung Festival 2026 am Münchner Volkstheater eingeladen. Mit der Einladung gehört es zu den bemerkenswerten Inszenierungen junger Regiepositionen im deutschsprachigen Theater. Karten für die Vorstellung am 30. April können hier erworben werden.

Der Idiot

 

Fürst Myschkin stammt aus Petersburg in Russland.

Der junge Fürst leidet an Krampf·anfällen.

Deshalb war er lange in einer Klinik in der Schweiz.

Nun kehrt der Fürst zurück.

 

Im Zug nach Petersburg lernt Myschkin einen Mann kennen.

Der Mann heißt Rogoschin.

Rogoschin liebt eine schöne Frau.

Die schöne Frau heißt Nas·tassja.

Myschkin verliebt sich auch in Nas·tassja.

 

Nas·tassja spielt mit Rogoschin.

Mal sagt sie zu Rogoschin:

          Ich heirate dich.

Dann sagt sie zu Rogoschin:

          Ich heirate dich nicht.

 

Nas·tassja flirtet auch mit Myschkin.

Dann verliebt sich eine andere Frau in Myschkin.

Das bringt Myschkin ganz durcheinander.

Er weiß nicht:

          Was soll ich tun?

          Welche Frau ist die Richtige?

 

Myschkin ist ein freundlicher Mensch.

Er ist ehrlich und zu jedem Menschen gut.

Und er vertraut jedem Menschen.

Myschkin glaubt:

          Alle Menschen sind wie er.

          Alle Menschen sind gut.

          Und alle Menschen sagen die Wahrheit.

 

Aber die Menschen in Petersburg lachen über Myschkin.

Sie lachen, weil Myschkin anders ist als sie.

Sie sagen:

          Myschkin ist ein Idiot.

 

 

Roman von Fjodor M. Dosto·jewski

Fjodor M. Dosto·jewski hat den Roman Der Idiot

vor langer Zeit geschrieben.

Dosto·jewski zeigt:

                    Ein guter Mensch ist oft ein Außen·seiter.

                    Viele Menschen denken nur an sich selbst.

 

Milena Michalek hat aus dem Roman ein Theater·stück gemacht.

Das Theater·stück ist modern und bunt.

Es zeigt:

          Viele Menschen denken und handeln

          auch heute noch wie im Roman Der Idiot.

 

 

 

Übersetzung in Leichte Sprache: Büro für Leichte Sprache – Niederrhein

Prüferinnen: Claudia Möller, Claudia Schürmann, Sabine Vogt

leichte-sprache@lebenshilfe-krefeld.de

Trailer

Inszenierungsfotos

  • Clara Kroneck, Ansgar Sauren / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Christian Bo Salle, Clara Kroneck, Katharina Brenner, Julius Janosch Schulte / © Hans Jürgen Landes
  • Clara Kroneck / (c) Hans Jürgen Landes
  • Katharina Brenner, Clara Kroneck / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Alaaeldin Dyab, Julius Janosch Schulte, Ansgar Sauren, Katharina Brenner / © Hans Jürgen Landes
  • Pascal Riedel / © Hans Jürgen Landes
  • Clara Kroneck, Carola von Seckendorff / © Hans Jürgen Landes
  • Elzemarieke des Vos / © Hans Jürgen Landes
  • Elzemarieke de Vos / © Hans Jürgen Landes
  • Alaaeldin Dyab, Clara Kroneck, Julius Janosch Schult / © Hans Jürgen Landes
  • Ensemble / © Hans Jürgen Landes
  • Clara Kroneck / © Hans Jürgen Landes
  • Christian Bo Salle, Pascal Riedel, Carola von Seckendorff, Ansgar Sauren / © Hans Jürgen Landes

Audioeinführung

Pressezitate

  • Achim Lettmann – Leichtes Spiel um Menschenliebe, in: Westfälischer Anzeiger (14.10.25)

    Clara Kroneck stellt die Figur auf die weite Bühne des Großen Hauses: wach, aufrichtig, klar und nachdenklich. So schlicht wie sie auftritt, so gewissenhaft gibt sie Antworten, bringt sich ein und bleibt doch immer ein bisschen „allein auf der Welt".

    Es zählt der Moment und der ist schon kompliziert genug. Regisseurin Milena Michalek beatmet Dostojewskis viel schichtiges Figurentableau. Die skurrilen Typen erfreuen mit ihrer starken Bühnenpräsenz.

    In Münster weiß Grigory Shklyar, wie die Bildtechnik das Theaterspiel bereichert.

    Milena Michalek, die auch die Spielfassung für Münster schrieb und sprachlich aktualisierte, liefert keine Textflächen, sondern inszeniert Begegnungen.

    „Der Idiot" wird von einem spielfreudigen Ensemble und einem Pop- Soundtrack getragen, […].

    In Münster setzen Regisseurin Milena Michalek und ihr queeres Bühnenpersonal vor allem ein humanes Statement für Toleranz. „Alle sind erlaubt" resümiert Alaaeldin Dyab, […], und „was für eine Herrlichkeit". Das Premierenpublikum jubelt und applaudiert.

  • Robin Gerke – Dostojewski mit Witz und Wucht, in: Westfälische Nachrichten (13.10.25)

    Der Humor rangiert in Facetten des Slapstickshaften und Absurden zwischen Monty Python und Loriot [...]

    Die Filmsequenzen öffnen nicht nur neue Räume, sie führen auch nah heran an die Gesichter, was die Schrauben von Intensität und Intimität noch ein paar Umdrehungen anzieht. Insbesondere das tragische Liebespaar Nastassja (Elzemarieke des Vos) und Rogoschin (Pascal Riedel) sticht in dieser Hinsicht heraus.

    Trotz Witz, visueller Kniffen und großzügiger Aussparungen verwandelt Michalek den „Idioten" nicht in leichtbekömmliche Abendunterhaltung. […] ein Stück dieser Größe ist und bleibt ein Kraftakt. Einer, den das Ensemble bravourös meistert. Und so verlassen die meisten das Große Haus in Münster nicht nur erschöpft, sondern auch bereichert. Auch als bessere Menschen? Zumindest haben alle in den Spiegel geblickt.

  • Andrea Kutzendörfer – Dostojewskis „Der Idiot" ins Heute gehoben, in: Die Glocke (14.10.25)

    Regisseurin Milena Michalek hebt den opulenten Roman Dostojewksis (1821–1881) als schwungvolles Schauspiel ins Heute.

    Dabei gibt es aber auch amüsante Momente: etwa wenn General Jepantschin für Myschkin die Verwandtschaftsverhältnisse seiner neuen Freunde aufdröselt. Drollig auch die „Jugendbande“ in ihrem Versuch, den Lauten zu machen – allen voran Carola von Seckendorff als aufmüpfige Anführerin. Eine tolle Ensembleleistung [...].

     

  • Günter Moseler – Im Ego-Taumel, in: ULTIMO Nr.23-24/25

    Die Premiere im Großen Haus präsentierte eine Theaterversion als furiose Inszenierungsgroteske (Fassung und Regie: Milena Michalek) aktuellster Art. 

    Literatur-Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überlagerten sich, als würden sie im nächsten Augenblick zur Hölle fahren - oder in ein besseres Dasein abheben.                                 

    Das Publikum konnte sich so selbstvergessen durch multiple Gefühlsuniversen zappen. Eine Tour de Force absoluter Schauspielkunst und -lust! Jede Figur spielte und lebte selbstreferentiell, ironisch, introvertiert  und auffahrend, irgendwann fiel dann der Satz: "Ich habe das Gefühl, dass früher alles erster genommen wurde". Grandioses Chaos-Spektakeltheater!