Schauspielensemble / (c) Sandra Then
Schauspiel

Der zerbrochne Krug

Heinrich von Kleist
Wiederaufnahme
31. Oktober 2025





Der zerbrochne Krug

 

Dorf·richter Adam ist nervös.

Heute kommt der Gerichts·rat in sein Gericht.

Der Gerichts·rat soll Adam be·urteilen.

Der Gerichts·rat soll sagen:

            Adam ist ein guter Richter.

            Adam darf weiter Richter sein.

Oder:

            Adam ist ein schlechter Richter.

            Adam darf nicht mehr Richter sein.

 

Dem Dorf·richter geht es nicht gut

Er hat sich nämlich am Kopf und am Bein verletzt.

Und er kann seine Perücke nicht finden.

Nun muss Adam ohne Perücke ins Gericht.

Das findet der Gerichts·rat gar nicht gut.

 

Witwe Marthe kommt ins Gericht

Marthe ist wütend:

            Eine Person hat ihren teuren Krug zerbrochen.

Sie glaubt:

            Ruprecht hat den Krug kaputt gemacht.

Ruprecht ist der Verlobte von Marthes Tochter Eve.

 

Ruprecht sagt:

            Eve betrügt ihn mit einem anderen Mann.

            Der andere Mann musste aus Eves Zimmer fliehen.

            Dabei hat er den Krug zerbrochen.

 

Dorf·richter Adam wird immer nervöser

Adam will Ruprecht verurteilen.

Aber Eve will nicht gegen Ruprecht aus·sagen.

Da bedroht der Dorf·richter Eve.

Der Gerichts·rat findet das Verhalten des Dorf·richters komisch.

Warum ist der Dorf·richter so nervös?

 

 

Der zerbrochne Krug ist von Heinrich von Kleist

Der zerbrochne Krug ist eine Komödie.

Heinrich von Kleist hat die Komödie

vor über 200 Jahren geschrieben.

Die Komödie ist alt.

Aber die Komödie ist immer noch wichtig.

In der Komödie geht es um Gerechtigkeit.

Die Komödie fragt:

            Sind Menschen mit Macht immer gerecht?

Diese Fragen muss man auch heute noch stellen.

 

 

 

Übersetzung in Leichte Sprache: Büro für Leichte Sprache – Niederrhein

Prüferinnen: Michaela Kleutges, Claudia Möller, Claudia Schürmann, Sabine Vogt

leichte-sprache@lebenshilfe-krefeld.de

Inszenierungsfotos

  • Raphael Rubino, Artur Spannagel, Alaaeldin Dyab / (c) Sandra Then
  • Clara Kroneck / (c) Sandra Then
  • Raphael Rubino, Carola von Seckendorff / (c) Sandra Then
  • Julius Janosch Schulte, Alaaeldin Dyab / (c) Sandra Then
  • Carola von Seckendorff, Ilja Harjes / (c) Sandra Then
  • Raphael Rubino / (c) Sandra Then
  • Schauspielensemble / (c) Sandra Then
  • Alaaeldin Dyab, Julius Janosch Schulte / (c) Sandra Then
  • Raphael Rubino / (c) Sandra Then
  • Caroloa von Seckendorff, Raphael Rubino / (c) Sandra Then
  • Julius Janosch Schulte, Clara Kroneck, Ilja Harjes, Alaaeldin Dyab / (c) Sandra Then
  • Ilja Harjes, Raphael Rubino, Alaaeldin Dyab, Julius Janosch Schulte / (c) Sandra Then
  • Artur Spannagel, Ilja Harjes, Julius Janosch Schulte, Raphael Rubino / (c) Sandra Then
  • Schauspielensemble / (c) Sandra Then
  • Clara Kroneck, Artur Spannagel / (c) Sandra Then
  • Raphael Rubino_Arthur Spannagel / (c) Sandra Then

Trailer

Pressezitate

  • Gerhard Preußer – „Korruption ist das System“, in: nachtkritik.de, 31.05.2025

    Synthese braucht der Mensch in der Gegenwart – zusammenbringen, was da alles an Diversitäten kreucht und fleucht. Also heterogene Geschichten erzählen. Das tut Wilke Weermann.

    Die Inszenierung huscht auch nicht über Kleists sperrige Sätze hinweg, sondern isoliert sie, dreht sie, leuchtet sie aus in einem ziemlich schaurig-lustigen Licht. Adams Satz „Ihr wisst, wie sich zwei Hände waschen können“, der Wahlspruch der Bestechung, wandert von Adam zu Walter. Korruption ist das System.

  • Andrea Kutzendörfer – „Ein eisiger Horrortrip – bitter und gewalttätig“, in: Die Glocke, 02.06.2025

    Als wäre die Geschichte nicht schon 200 Jahre alt, kommt Heinrich von Kleists „Zerbrochner Krug“ in Münster in einer Bearbeitung von Wilke Weermann als Horrorttrip daher – bitter und gewalttätig.

    Der Regisseur lässt keine Möglichkeit aus, um den Finger so richtig in die Wunde zu legen. […] Für schwache Nerven ist das alles nichts. […] Es geht um Macht, um das ewige Patriarchat, um Lüge und Deutungshoheit. Raphael Rubino ist als überlegter, selbstherrlicher Richter, der weiß, was er tut, sehr überzeugend.

     

  • Harald Suerland – „Die gebrochene Eve“, in: Westfälische Nachrichten, 31.05.2025

    Überwachter Raum, Versuchslabor? Was das coole Bühnenbild Nina Pellers in der vollen Portalbreite des Kleinen Hauses auf jeden Fall nicht bietet, ist die dörfliche Gerichtsstube.

    Das analytische Drama nach antikem Vorbild, bei dem Vorgeschichte allmählich enthüllt wird, hat nur noch musealen Wert. Stattdessen wendet sich der Blick vom Täter auf das Opfer: Eve, dargestellt von Clara Kroneck, ist durchgehend präsent. Als gebrochene junge Frau bringt sie aber auch einen wunderbaren Trotz mit.

    Wenn Dorfrichter Adam im blauledrigen Anzug (stylische Kostüme von Teresa Vergho) die Perücke des Gerichtsrats Walter trägt, kommt er wie ein korrupter US-Präsident daher, und Darsteller Raphael Rubino zeigt gerade in leisen Szenen, welche Abgründe hinter der jovialen Erscheinung lauern.

  • Thomas Hilgemeier – „Strukturell männlich dominiert“, in: theaterpur.net, 05.06.2025

    Ein typischer Macho ist es, den Julius Janosch Schulte überzeugend gibt und der halt in allen gesellschaftlichen Schichten existiert. […] Das tolle Ensemble vervollständigt Alaaeldin Dyab […].

    Lange musste sie darauf warten, auszusagen, doch dann gerät Eves Auftritt zur Sternstunde. Clara Kroneck kann allen Schmerz, alle Kränkungen, die ihr wiederfahren sind, leise und still vorbringen. Und dennoch sind ihre Worte Stachel, die ins Fleisch der Täter stechen. Ein Kampf ist gewonnen, aber so viele werden noch folgen. Das Publikum feiert alle Beteiligten einer sehr differenzierten Produktion.

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