Große Gestalt, grünlich-narbige Haut, kantiger Kopf, schwere Lider – so stellen wir uns Frankensteins Kreatur vor. Dieses Bild stammt jedoch nicht aus Mary Shelleys Roman Frankenstein oder Der moderne Prometheus (1818), sondern aus dem Universal-Horrorfilm von 1931. Kaum ein Stoff scheint für die dunkle Jahreszeit geeigneter als diese Geschichte über Körperlichkeit, Leben und Tod, Identität und die Abgründe der menschlichen Psyche.
In Frankenstein setzen sich Lillian Stillwell, Münsters Chefchoreografin, Bridget Breiner, Chefchoreografin des Ballett am Rhein, und Faizah Grootens, Artist-in-Residence am Theater Korzo in Den Haag, mit dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts auseinander. In drei ästhetisch miteinander verwobenen Teilen übersetzen sie den bekannten Mythos von Schöpfung und Zerstörung, umrahmt von einer neukomponierten Klangwelt, in Tanz. Während sich Stillwell der Vorgeschichte um Autorin Mary Shelley widmet, nimmt sich Breiner im zweiten Teil der Handlung des Romanes an. Am Schluss greift Grootens die Grundgedanken aus Frankenstein auf und rückt den Stoff in ein zukunftsgewandtes Licht.
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