Schauspiel

Langes Wochenende der Neuen Dramatik 2026 – Werkschau

dass unsere Herzen wieder anfangen zu brennen

Das Lange Wochenende der Neuen Dramatik 2026 vereint vier Theatertexte von Nachwuchsautor*innen der Universität der Künste Berlin, die unserer Gegenwart unerschrocken entgegentreten. Sie lachen der rechten Gefahr ins Gesicht, erforschen revolutionäres Potenzial in Freundschaften, fordern Platz für queere Körper und träumen von guter Versorgung. Ob als Gedankenstrom oder im Spiel mit Figuren – die jungen Künstler*innen finden für ihre brennenden Anliegen ihre originäre literarische Form.

 

In Laura Bernhardts Deutschland erwacht, bleibt aber liegen hat Gerhard einen Dachboden voller Nazi-Devotionalien. Man munkelt, sogar Hitlers Hoden sei hier eingeweckt. Kommentiert von Seitenscheitel und Zweifingerbart haben Gerhard und der Alleinunterhalter Manfred in ihrem Spielzimmer ihren braunen Spaß. „Was soll das sein, dieses Deutsche? Nicht im Takt klatschen können und doch der Hang zur rhythmisch-debilen Begeisterung von Massen, die fatal enden muss?“

Regie: Felix Römer

 

Gegenfeuer von Julie Guigonis schaut in die Vergangenheit einer Freund*innengruppe. Damals, als Bremse noch da war, waren sie durch Zuneigung und den Kampf gegen die ungerechten Verhältnisse vereint. Bremse und Kette, die Punker, waren ein Teil ihrer Jugend, bis Bremse gegen die neoliberalen Härten nicht mehr ankommt. „Der Feind bist nicht du / Der Feind sind die Verhältnisse“.

Regie: Donnie Gonzalez

 

Mein Star  von Nika Matteo Hauger bringt queere Körper und Beziehungen aufs Fußballfeld. Dort finden Eri, nichtbinär, und Stern, trans*weiblich, zueinander. „Lieber schalte ich mein Hirn aus, als keine Tore mehr zu machen“, sagt Stern und wird eine Utopie verwirklichen: Sie wird Profispielerin. Auch wenn Eris Karriere durch einen Kreuzbandriss verunmöglicht wird, bleibt die Liebe zwischen den beiden – und Stern spielt für Eri.

Regie: Malte Buchloh

 

Oskar Luiz Bonns Krankenhausstück wagt ein Experiment: die Putzkraft wird zum Krankenpfleger, die Nachtschwester zur Patientin. Durch ihr lustiges Spiel fällt schnell auf, dass die Verhältnisse im Krankenhaus kaum richtige Fürsorge und Behandlung erlauben. „Whatever it takes und so weiter. […] Das Problem ist einfach, dass ich all das mache, all das aushalte und dafür belohnt werde mit ein paar Schlägen ins Gesicht“, sagt Arzt Peter und träumt mit seinen Kolleg*innen von einem besseren System.

Regie: Sasha Kait

 

In der Werkschau werden Ausschnitte dieser Texte von Regie-Studierenden der Folkwang Universität der Künste Bochum/Essen sowie von Talenten des Theater Münster auf die Bühne gebracht. Es spielt das Schauspielensemble.  

 

Entsteht in Kooperation mit:

Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem KULTURsekretariat