Gewölk
AUFFÜHRUNGSDAUER
ca. 1 Stunde und 10 Minuten, ohne Pause
Eigentlich will Mavie von ihrem Liebeskummer erzählen. Ihre Freundin Lou ist nicht zum geplanten Motorrad-Roadtrip erschienen und überlässt Mavie ihrem Schicksal. Für sie ist vorgesehen, von einer wildgewordenen Hundemeute gefressen zu werden, doch Mavie reicht es mit diesem Stück, das ihr Leben ist. Sie hört auf dem Skript zu folgen und beginnt, sich einen neuen Text zu überlegen. Als der Theaterautor Peter bemerkt, dass sich seine Figur verselbständigt hat, tritt er in Aktion mit ihr. Figur und Autor begegnen sich auf der Theaterbühne und erforschen die Banalität der Vergänglichkeit. Todesmutig beginnen Mavie und Peter von ihren Verlusten zu berichten, die sich immer wieder in vermeintlich alltäglichen Beobachtungen von Tieren und Gegenständen manifestieren: Eine Eintagsfliege, die um den Essig kreist, das Ende der Spargelzeit, ein schmelzender Gletscher, Mavies Eltern, die nie gesprochen haben und Peters Vater, der vergessen hat, wie man lebt.
Paula Kläy (Hausuatorin 2024/25) verschiebt die Härte der realen Verluste auf die Theaterbühne, wo sie gleichzeitig wahr und erfunden sind. Wo der Bühnennebel das Vergessen von Peters dementem Vater ist, aber eben auch – Bühnennebel. Damit erhebt der Text die Traurigkeit zu einem absurd-humorvollen Experiment, in dem sich Mavie dem Verlust verweigern kann. Sie schreit nach dem Leben und der Liebe, von der Angst vor Verlusten nicht kleinzukriegen, und mit dem starken Willen, auch über den Tod selbst zu bestimmen.
Programmheft
Ton
● Lautstärke der Musik
● Lautstärke der Aufnahme einer Stimme und ihre Stimmfarbe
Beleuchtung
● wiederkehrende Dunkelheit
● wechselnde, bunte Lichter
Interaktives, Überraschendes
● Ensemble betritt den Publikumsbereich, Publikumsinteraktion wird nicht erwartet
● plötzliches Knallen gegen Vorhänge (einmalig)
● plötzliches Türknallen (einmalig)
Die Inszenierung zu “Gewölk” behandelt das Thema Tod.
Dies betrifft insbesondere die sprachliche Thematisierung vom…
● Sterben von Familienmitgliedern
● eigenen Tod (Selbstverletzung, Suizid, Sterben)
Es werden außerdem Familienkonflikte thematisiert, wie
● Mobbing durch Bezugspersonen
● demenzielle Erkrankung von Familienmitglied
Des Weiteren kommt es zur Darstellung von
● einem realistisch aussehendem Puppenkopf (durchgehend)
● einer Zigarette (wiederkehrend)
● einer Schusswaffe (einmalig)