Ilja Harjes, Luise Zieger / © Hans Jürgen Landes
Schauspiel

Gewölk

Paula Kläy
PREMIERE
16. Januar 2026
URAUFFÜHRUNG

AUFFÜHRUNGSDAUER
ca. 1 Stunde und 10 Minuten, ohne Pause

Eigentlich will Mavie von ihrem Liebeskummer erzählen. Ihre Freundin Lou ist nicht zum geplanten Motorrad-Roadtrip erschienen und überlässt Mavie ihrem Schicksal. Für sie ist vorgesehen, von einer wildgewordenen Hundemeute gefressen zu werden, doch Mavie reicht es mit diesem Stück, das ihr Leben ist. Sie hört auf dem Skript zu folgen und beginnt, sich einen neuen Text zu überlegen. Als der Theaterautor Peter bemerkt, dass sich seine Figur verselbständigt hat, tritt er in Aktion mit ihr. Figur und Autor begegnen sich auf der Theaterbühne und erforschen die Banalität der Vergänglichkeit. Todesmutig beginnen Mavie und Peter von ihren Verlusten zu berichten, die sich immer wieder in vermeintlich alltäglichen Beobachtungen von Tieren und Gegenständen manifestieren: Eine Eintagsfliege, die um den Essig kreist, das Ende der Spargelzeit, ein schmelzender Gletscher, Mavies Eltern, die nie gesprochen haben und Peters Vater, der vergessen hat, wie man lebt.

 

Paula Kläy (Hausuatorin 2024/25) verschiebt die Härte der realen Verluste auf die Theaterbühne, wo sie gleichzeitig wahr und erfunden sind. Wo der Bühnennebel das Vergessen von Peters dementem Vater ist, aber eben auch – Bühnennebel. Damit erhebt der Text die Traurigkeit zu einem absurd-humorvollen Experiment, in dem sich Mavie dem Verlust verweigern kann. Sie schreit nach dem Leben und der Liebe, von der Angst vor Verlusten nicht kleinzukriegen, und mit dem starken Willen, auch über den Tod selbst zu bestimmen.

  • Luise Zieger / © Hans Jürgen Landes
  • Ilja Harjes / © Hans Jürgen Landes
  • Ilja Harjes, Luise Zieger / © Hans Jürgen Landes
  • Christian Bo Salle, Ilja Harjes / © Hans Jürgen Landes
  • Luise Zieger, Ilja Harjes, Christian Bo Salle / © Hans Jürgen Landes
  • Luise Zieger / © Hans Jürgen Landes
  • Luise Zieger / © Hans Jürgen Landes
  • Christian Bo Salle, Ilja Harjes / © Hans Jürgen Landes
  • Luise Zieger, Ilja Harjes / © Hans Jürgen Landes

Trailer

Pressezitate

  • Helmut Jasny – Es geht um Verlust und Vergänglichkeit (in: Westfälische Nachrichten, 19.01.26)

    „Das [Stück]  klingt erstmal kompliziert. Ist es auch. Aber gleichzeitig auch sehr unterhaltsam, weil Kläy das Stück mit gut dosierte Komik ausstattet. Regisseurin Tamara Aijamathiesen beweist ebenfalls gutes Gespür dafür, wie lustig man werden kann, ohne albern zu sein.“

    „Als Peter vom Tod seines Vaters erzählt, schlurft dieser plötzlich in Form [...] über die Bühne – einfach so aus dem Nichts, und dann gleich wieder weg wie eine Erinnerung […]. Eine gelungene Szene, weil sie die Akteure ebenso überraschen scheint wie das Publikum und an das Absurde anklingt, das Camus unserem Dasein attestiert.“

    „Die Inszenierung überzeugt mit guten Einfällen. Hinzu kommen Luise Zieger als Mavie, Ilja Harjes als Peter und Christian Bo Salle als Regisseur, die allesamt leichtfüßig und charmant agieren. Ja, es macht schon Spaß, ihnen zuzuschauen, wie sie durch die komplexe Struktur des Stücks turnen.“

     

  • Andrea Kutzendörfer – Vom alltäglichen Umgang mit Vergänglichkeit (in: Die Glocke, 19.01.26)

    „Das Stück unter der Regie von Tamara Aijamathiesen springt genüsslich zwischen Fiktion und Wirklichkeit hin und her.“

    „Dabei sind die drei Protagonisten – glänzend gespielt – ihrer Rolle als Theaterfiguren bewusst, mal sind sie Teil des angedachten Schauspiels, dann finden sie sich in der Diskussion über das Stück wieder, dann versinken sie in Gedanken über private Verluste.“