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WILHELM TELL

Schauspiel von Friedrich Schiller

  • Jonas Riemer <br />© Marion Bührle
    Jonas Riemer
    © Marion Bührle
  • Ensemble <br />© Marion Bührle
    Ensemble
    © Marion Bührle
  • Ilja Harjes, Ulrike Knobloch <br />© Marion Bührle
    Ilja Harjes, Ulrike Knobloch
    © Marion Bührle
  • Louis Nitsche, Dominik Paul Weber, Regine Andratschke, Wilhelm Schlotterer, Frank-Peter Dettmann <br />© Marion Bührle
    Louis Nitsche, Dominik Paul Weber, Regine Andratschke, Wilhelm Schlotterer, Frank-Peter Dettmann
    © Marion Bührle
  • Dominik Paul Weber, Ilja Harjes, Frank-Peter Dettmann, Louis Nitsche, Wilhelm Schlotterer <br />© Marion Bührle
    Dominik Paul Weber, Ilja Harjes, Frank-Peter Dettmann, Louis Nitsche, Wilhelm Schlotterer
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  • Andrea Spicher, Paul Maximilian Schulze <br />© Marion Bührle
    Andrea Spicher, Paul Maximilian Schulze
    © Marion Bührle
  • Wilhelm Schlotterer, Ilja Harjes, Dominik Paul Weber, Paul Maximilian Schulze, Louis Nitsche <br />© Marion Bührle
    Wilhelm Schlotterer, Ilja Harjes, Dominik Paul Weber, Paul Maximilian Schulze, Louis Nitsche
    © Marion Bührle
  • Christoph Rinke <br />© Marion Bührle
    Christoph Rinke
    © Marion Bührle
  • Ensemble <br />© Marion Bührle
    Ensemble
    © Marion Bührle
  • Christoph Rinke <br />© Marion Bührle
    Christoph Rinke
    © Marion Bührle
  • Regine Andratschke <br />© Marion Bührle
    Regine Andratschke
    © Marion Bührle
  • Louis Nitsche, Dominik Paul Weber, Wilhelm Schlotterer <br />© Marion Bührle
    Louis Nitsche, Dominik Paul Weber, Wilhelm Schlotterer
    © Marion Bührle
  •  <br />© Marion Bührle

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  • Jonas Riemer <br />© Marion Bührle
    Jonas Riemer
    © Marion Bührle

»Die schnellen Herrscher sind´s, die kurz regieren.«

Fr, 12. Oktober 2018
19.30 Uhr · Großes Haus · Preise B
Freitag 2 Abo Gr. Haus , Kl. Freitag Abo Gr. Haus

19.00 Einführung im Foyer Gr. Haus

Wie kann eine friedliche Revolution glücken? Was kann ein Einzelner bewegen und wie stark ist eine Gemeinschaft? Friedrich Schiller ­erzählt in seinem Schauspiel von einem Land, das unter einem autoritären Herrscher leidet. Es sind Szenen von Willkür, Unterdrückung und Schikane, Szenen über feige Anpassung, Szenen des Widerstands und schließlich Szenen der Befreiung.

Der todesmutige Schütze Wilhelm Tell muss erst von seinen Landsleuten zum Handeln getrieben werden, spielt er doch viel lieber die Rolle des braven Familienvaters. Erst als er selbst Opfer der Willkür des mit eiserner Hand regierenden Landvogts Geßler wird, greift er zur Waffe. Der riskante Schuss des berüchtigten Apfels vom Kopf seines Sohnes und schließlich die Tötung des Landvogts befreien die Schweizer von der Fremdherrschaft und begründen Tells Heldenstatus. Doch ist Tell wirklich der strahlende Freiheitsheld? Hatte seine Tat überhaupt eine politische Dimension? Tell legt jedenfalls seine Armbrust ab und nimmt sie nie mehr zur Hand.

Ideologisch missbrauchtes Heldendrama? Naives politisches Märchen über eine geglückte Revolution? Schillers erfolgreichstes Stück, das in Münster nach 1945 niemals gespielt wurde, ist in Zeiten, in denen freiheitliche Rechte wieder bedroht sind, von neuer Brisanz.

 

Aufführungsdauer ca. 170 Minuten, eine Pause

Info

Wie kann eine friedliche Revolution glücken? Was kann ein Einzelner bewegen und wie stark ist eine Gemeinschaft? Friedrich Schiller ­erzählt in seinem Schauspiel von einem Land, das unter einem autoritären Herrscher leidet. Es sind Szenen von Willkür, Unterdrückung und Schikane, Szenen über feige Anpassung, Szenen des Widerstands und schließlich Szenen der Befreiung.

Der todesmutige Schütze Wilhelm Tell muss erst von seinen Landsleuten zum Handeln getrieben werden, spielt er doch viel lieber die Rolle des braven Familienvaters. Erst als er selbst Opfer der Willkür des mit eiserner Hand regierenden Landvogts Geßler wird, greift er zur Waffe. Der riskante Schuss des berüchtigten Apfels vom Kopf seines Sohnes und schließlich die Tötung des Landvogts befreien die Schweizer von der Fremdherrschaft und begründen Tells Heldenstatus. Doch ist Tell wirklich der strahlende Freiheitsheld? Hatte seine Tat überhaupt eine politische Dimension? Tell legt jedenfalls seine Armbrust ab und nimmt sie nie mehr zur Hand.

Ideologisch missbrauchtes Heldendrama? Naives politisches Märchen über eine geglückte Revolution? Schillers erfolgreichstes Stück, das in Münster nach 1945 niemals gespielt wurde, ist in Zeiten, in denen freiheitliche Rechte wieder bedroht sind, von neuer Brisanz.

 

Aufführungsdauer ca. 170 Minuten, eine Pause

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühnenbild Peter Scior

Kostüme Cornelia Kraske

Video Sven Stratmann

Musik Malte Preuß

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Herrmann Gessler / Johannes Parricida Christoph Rinke

Freifrau von Attinghausen Regine Andratschke

Berta von Bruneck Andrea Spicher

Ulrich von Rudenz Paul Maximilian Schulze

Werner Stauffacher Ilja Harjes

Walter Fürst Wilhelm Schlotterer

Wilhelm Tell Jonas Riemer

Arnold von Melchthal Louis Nitsche

Gertrud / Hedwig Ulrike Knobloch

Konrad Baumgarten Dominik Paul Weber

Rösselmann Frank-Peter Dettmann

Besetzung

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühnenbild Peter Scior

Kostüme Cornelia Kraske

Video Sven Stratmann

Musik Malte Preuß

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Herrmann Gessler / Johannes Parricida Christoph Rinke

Freifrau von Attinghausen Regine Andratschke

Berta von Bruneck Andrea Spicher

Ulrich von Rudenz Paul Maximilian Schulze

Werner Stauffacher Ilja Harjes

Walter Fürst Wilhelm Schlotterer

Wilhelm Tell Jonas Riemer

Arnold von Melchthal Louis Nitsche

Gertrud / Hedwig Ulrike Knobloch

Konrad Baumgarten Dominik Paul Weber

Rösselmann Frank-Peter Dettmann


Starkes Ensemble und kluge Regie

Das philosophische und politische Dilemma, ob […] ein Tyrannen-Mord zu rechtfertigen sei, wird bei Schiller und in Behnkes Interpretation nicht abschließend, sondern differenzierend aufgelöst: Dem sadistischen Vogt Gessler, vom bezwingenden Christoph Rinke gespielt, hat jedenfalls das letzte Stündlein geschlagen. Die Belohnung fürs starke Ensemble und die kluge Inszenierung war lang anhaltender Applaus.

Alexander Reuter, Die Glocke, 1. Oktober 2018

 

Viele diskussionswürdige Fragen

Frank Behnke inszeniert Schillers »Wilhelm Tell« so witzig wie nachdenklich. (...) Behnke schafft so entschlossen ironische Distanz zum Schweizer Befreiungsmythos, auch zu seinem Helden Wilhelm Tell. Jonas Riemer gibt ihn als stillen, unpolitischen Softie. Das Holzhacken überlässt er seiner zupackenden Frau und strickt lieber.

Doch dann hebt die Regie die Distanz zu Tell völlig auf. Der sitzt mitten im Parkett und fordert erfolgreich vom ganzen Publikum, seinen jetzt erwarteten Satz »Durch diese hohle Gasse muss er kommen« selber auszusprechen. Da werden die Zuschauer zu Mitspielern, als Tip-Geber werden sie bedenklich mitverantwortlich am Mord, den Tell dann an Gessler begeht.
Die nachdenkliche Inszenierung Behnkes zeigt, wie schmal der Grat ist, auf dem Revolutionäre wandeln, und wie rasch der Kampf gegen die alte Gewalt-Herrschaft in neue umschlägt. Tell ist nicht mehr daran beteiligt; er hat die Armbrust für immer niedergelegt.

Nach gut zweieinhalb Stunden entlässt die Aufführung in Münster ein begeistertes Premierenpublikum mit vielen diskussionswürdigen Fragen.

Hannes Butterhof, Recklinghäuser Zeitung

 

Standing Ovations für Inszenierung und die schauspielerische Leistung

Frank Behnke gelingt das Kunststück, Schillers Tell als zeitlos gültiges Stück über den Freiheitskampf zu zeigen und gleichzeitig vor falscher Vereinnahmung zu warnen. Die szenischen Pendelschwünge zwischen Ironie und dosiertem Pathos sichern dem Text große Aufmerksamkeit: Der keine drei Stunden dauernde Abend ist staunenswert kurzweilig – auch dank eines starken Ensembles, aus dem Carlo Steinhaus als Tell-Sohn Walter den größten Happen des Premierenbeifalls ergatterte.

Viele der Spruchweisheiten, zu denen Schillers Texte in der bürgerlichen Gesellschaft geronnen sind („Früh übt sich, was ein Meister werden will“), erscheinen als Projektionen auf der Bühnenwand. Aber natürlich hat Münsters Schauspieldirektor weit mehr im Sinn, als den Klassiker mit schöner Ironie auszustatten.

Der Kampf um die Freiheit nämlich, das thematisiert Schiller und das zeigt Behnke, ist auch eine moralisch schwierige Sache. […] Den Mann, den Tell erschießt, stellt Christoph Rinke als kühlen Zyniker dar, der auch mit Sprachgewalt sein Unterdrückerregime festigt. Wenn er dann aber nach Tells Schuss zusammenbricht, bleibt die beklemmende Erkenntnis: Ein Mensch wurde ermordet.

Standing Ovations für die Inszenierung, insbesondere auch für die schauspielerische Leistung von Christoph Rinke [Gessler] und Jonas Riemer [Tell].

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 30. September 2018

Presse

Starkes Ensemble und kluge Regie

Das philosophische und politische Dilemma, ob […] ein Tyrannen-Mord zu rechtfertigen sei, wird bei Schiller und in Behnkes Interpretation nicht abschließend, sondern differenzierend aufgelöst: Dem sadistischen Vogt Gessler, vom bezwingenden Christoph Rinke gespielt, hat jedenfalls das letzte Stündlein geschlagen. Die Belohnung fürs starke Ensemble und die kluge Inszenierung war lang anhaltender Applaus.

Alexander Reuter, Die Glocke, 1. Oktober 2018

 

Viele diskussionswürdige Fragen

Frank Behnke inszeniert Schillers »Wilhelm Tell« so witzig wie nachdenklich. (...) Behnke schafft so entschlossen ironische Distanz zum Schweizer Befreiungsmythos, auch zu seinem Helden Wilhelm Tell. Jonas Riemer gibt ihn als stillen, unpolitischen Softie. Das Holzhacken überlässt er seiner zupackenden Frau und strickt lieber.

Doch dann hebt die Regie die Distanz zu Tell völlig auf. Der sitzt mitten im Parkett und fordert erfolgreich vom ganzen Publikum, seinen jetzt erwarteten Satz »Durch diese hohle Gasse muss er kommen« selber auszusprechen. Da werden die Zuschauer zu Mitspielern, als Tip-Geber werden sie bedenklich mitverantwortlich am Mord, den Tell dann an Gessler begeht.
Die nachdenkliche Inszenierung Behnkes zeigt, wie schmal der Grat ist, auf dem Revolutionäre wandeln, und wie rasch der Kampf gegen die alte Gewalt-Herrschaft in neue umschlägt. Tell ist nicht mehr daran beteiligt; er hat die Armbrust für immer niedergelegt.

Nach gut zweieinhalb Stunden entlässt die Aufführung in Münster ein begeistertes Premierenpublikum mit vielen diskussionswürdigen Fragen.

Hannes Butterhof, Recklinghäuser Zeitung

 

Standing Ovations für Inszenierung und die schauspielerische Leistung

Frank Behnke gelingt das Kunststück, Schillers Tell als zeitlos gültiges Stück über den Freiheitskampf zu zeigen und gleichzeitig vor falscher Vereinnahmung zu warnen. Die szenischen Pendelschwünge zwischen Ironie und dosiertem Pathos sichern dem Text große Aufmerksamkeit: Der keine drei Stunden dauernde Abend ist staunenswert kurzweilig – auch dank eines starken Ensembles, aus dem Carlo Steinhaus als Tell-Sohn Walter den größten Happen des Premierenbeifalls ergatterte.

Viele der Spruchweisheiten, zu denen Schillers Texte in der bürgerlichen Gesellschaft geronnen sind („Früh übt sich, was ein Meister werden will“), erscheinen als Projektionen auf der Bühnenwand. Aber natürlich hat Münsters Schauspieldirektor weit mehr im Sinn, als den Klassiker mit schöner Ironie auszustatten.

Der Kampf um die Freiheit nämlich, das thematisiert Schiller und das zeigt Behnke, ist auch eine moralisch schwierige Sache. […] Den Mann, den Tell erschießt, stellt Christoph Rinke als kühlen Zyniker dar, der auch mit Sprachgewalt sein Unterdrückerregime festigt. Wenn er dann aber nach Tells Schuss zusammenbricht, bleibt die beklemmende Erkenntnis: Ein Mensch wurde ermordet.

Standing Ovations für die Inszenierung, insbesondere auch für die schauspielerische Leistung von Christoph Rinke [Gessler] und Jonas Riemer [Tell].

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 30. September 2018


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