zum Sinfonieorchester zum Online-Ticket-Shop

WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT

nach dem Roman von Édouard Louis

  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg
  • Joachim Foerster — ©  Oliver Berg
    Joachim Foerster
    © Oliver Berg

Die Geschichte seines Lebens erzählen heißt, die Geschichte meiner Abwesenheit schreiben.

Fr, 02. Oktober 2020
20.00 · Kleines Haus

Tickets 15,00 €

Mit seinem dritten Roman WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT setzt Édouard Louis das autobiographische Schreiben fort und schließt eine Klammer um die Familienerzählung seines Erstlingswerks Das Ende von Eddy. Aufgewachsen in der nordfranzösischen Provinz, berichtet er von einem Leben gefangen in brutalen Verhältnissen, der Entdeckung seiner Homosexualität und dem Wunsch, das enge, ihn umgebende Milieu zu verlassen – was schließlich zum Bruch mit der eigenen Familie führt. In WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT kehrt der mittlerweile in Paris lebende Autor zu seinen Wurzeln zurück und versucht das eigene Verhältnis zum Vater aufzuarbeiten. Dessen Gesundheitszustand ist erschreckend desolat ebenso wie das politische System Frankreichs, was Louis zum Anlass nimmt, beides miteinander in Bezug zu setzen und zu dem Schluss zu kommen, dass die regierenden Eliten der letzten Jahrzehnte seinem Vater mit ihren neoliberalen Politiken und dem damit einhergehenden Sozialabbau buchstäblich das Rückgrat gebrochen hätten. Louis’ Abrechnung mit den französischen Präsidenten und die gleichzeitige Aussöhnung mit seiner Familie ist eine provozierende Attacke gegen das politische System und ein aufwühlendes Vater-Sohn Drama.

Aufführungsdauer ca. 75 Minuten, keine Pause

Info

Mit seinem dritten Roman WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT setzt Édouard Louis das autobiographische Schreiben fort und schließt eine Klammer um die Familienerzählung seines Erstlingswerks Das Ende von Eddy. Aufgewachsen in der nordfranzösischen Provinz, berichtet er von einem Leben gefangen in brutalen Verhältnissen, der Entdeckung seiner Homosexualität und dem Wunsch, das enge, ihn umgebende Milieu zu verlassen – was schließlich zum Bruch mit der eigenen Familie führt. In WER HAT MEINEN VATER UMGEBRACHT kehrt der mittlerweile in Paris lebende Autor zu seinen Wurzeln zurück und versucht das eigene Verhältnis zum Vater aufzuarbeiten. Dessen Gesundheitszustand ist erschreckend desolat ebenso wie das politische System Frankreichs, was Louis zum Anlass nimmt, beides miteinander in Bezug zu setzen und zu dem Schluss zu kommen, dass die regierenden Eliten der letzten Jahrzehnte seinem Vater mit ihren neoliberalen Politiken und dem damit einhergehenden Sozialabbau buchstäblich das Rückgrat gebrochen hätten. Louis’ Abrechnung mit den französischen Präsidenten und die gleichzeitige Aussöhnung mit seiner Familie ist eine provozierende Attacke gegen das politische System und ein aufwühlendes Vater-Sohn Drama.

Aufführungsdauer ca. 75 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Michael Letmathe

Video Daniel Ortega Macke

Musik Fabian Kuss

Dramaturgie Sabrina Toyen


Besetzung

Joachim Foerster

Besetzung

Leitung

Inszenierung Michael Letmathe

Video Daniel Ortega Macke

Musik Fabian Kuss

Dramaturgie Sabrina Toyen


Besetzung

Joachim Foerster


Die Regie setzt ganz auf das schauspielerische Können des Darstellers Joachim Foerster. Der gibt eine bravouröse Partie. Er startet langsam überlegend, sucht nach Worten und Sätzen, steigert sich emotional in die Anklage gegen die Politik. […] Mit einem gefühlvollen Ausdruckstanz bekennt er sich zu seiner Homosexualität und mildert ästhetisch die holzschnittartigen Attacken auf die Politiker ab. Die wirken beim Lesen des Romans platt, im differenzierten Spiel des Schauspielers hingegen als emotionaler Ausbruch. Münster bietet eine beeindruckende Aufführung.

Martin Burkert, WDR 5 Scala, 23. Dezember 2019

 

In einer packenden darstellerischen Tour de force illustriert Joachim Foerster zahlreiche bedeutsame Erinnerungsfragmente des Sohnes, zwischen Euphorie, Trauer und Wut. Dichte, lebhafte Bilder der schwierigen familiären Beziehung entstehen in der bis auf einen Stuhl, ein Klavier und zwei Projektionsflächen leeren Bühne des U2. […] Während Louis‘ Text den Leidensweg des Vaters plakativ der Sozialpolitik der letzten vier französischen Präsidenten Chirac, Sakozy, Hollande und Macron anlastet, greift die außerordentlich gelungene Inszenierung die minutenlangen Applaus erntete, geschickt und subtil Bilder von unterschiedlichen Metamorphosen auf.

Wolfgang A. Müller, Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2019

 

Michael Letmathe inszenierte das Stück für das U2 des Theater Münster als spannenden Monolog, in dem Joachim Foerster die Gefühle widerspiegelt, die Louis mit seinem Erzeuger erleben musste.
Schüchtern, fast linkisch steht Foerster auf der leeren Bühne und spürt der Verzweiflung nach, die Louis alleine schon packte, wenn er beim Nachhausekommen nach dem Auto des Vaters spähte. […] Foerster, der seiner Figur große Sensibilität verleiht, tanzt nun im rückenfreien schwarzen Kleid über die Bühne – womit er ebenfalls einen Bogen zum Vater schlägt, der ein guter Tänzer war.

Andrea Kutzendörfer, Die Glocke, 23. Dezember 2019

 

Von dem Moment an, in dem Foerster die Bühne in Besitz nimmt, erfüllt eine faszinierende Doppeldeutigkeit und Widersprüchlichkeit den Raum. Louis‘ Sätze sind klar, direkt und konfrontativ. […] Er lässt hinter den klaren Positionen einen jungen Mann aufscheinen, der seine Worte zu Waffen macht, weil alles andere keine Alternative wäre. So legen Foerster und Letmathe eine Zärtlichkeit frei, über die man beim Lesen von Louis‘ Büchern leicht hinweggeht. […] »Ich glaube was es bräuchte, das ist eine ordentliche Revolution«, mit diesen Worten des Vaters endet Louis‘ Roman und Letmathes Inszenierung. In Münster hat diese Revolution begonnen, aber nicht mit einem Akt der Gewalt, sondern mit einem Bekenntnis zur Ambivalenz, die subversiver sein kann als jeder wütende Protest.

Sascha Westphal, Theater der Zeit, 02/2020

Presse

Die Regie setzt ganz auf das schauspielerische Können des Darstellers Joachim Foerster. Der gibt eine bravouröse Partie. Er startet langsam überlegend, sucht nach Worten und Sätzen, steigert sich emotional in die Anklage gegen die Politik. […] Mit einem gefühlvollen Ausdruckstanz bekennt er sich zu seiner Homosexualität und mildert ästhetisch die holzschnittartigen Attacken auf die Politiker ab. Die wirken beim Lesen des Romans platt, im differenzierten Spiel des Schauspielers hingegen als emotionaler Ausbruch. Münster bietet eine beeindruckende Aufführung.

Martin Burkert, WDR 5 Scala, 23. Dezember 2019

 

In einer packenden darstellerischen Tour de force illustriert Joachim Foerster zahlreiche bedeutsame Erinnerungsfragmente des Sohnes, zwischen Euphorie, Trauer und Wut. Dichte, lebhafte Bilder der schwierigen familiären Beziehung entstehen in der bis auf einen Stuhl, ein Klavier und zwei Projektionsflächen leeren Bühne des U2. […] Während Louis‘ Text den Leidensweg des Vaters plakativ der Sozialpolitik der letzten vier französischen Präsidenten Chirac, Sakozy, Hollande und Macron anlastet, greift die außerordentlich gelungene Inszenierung die minutenlangen Applaus erntete, geschickt und subtil Bilder von unterschiedlichen Metamorphosen auf.

Wolfgang A. Müller, Westfälische Nachrichten, 23. Dezember 2019

 

Michael Letmathe inszenierte das Stück für das U2 des Theater Münster als spannenden Monolog, in dem Joachim Foerster die Gefühle widerspiegelt, die Louis mit seinem Erzeuger erleben musste.
Schüchtern, fast linkisch steht Foerster auf der leeren Bühne und spürt der Verzweiflung nach, die Louis alleine schon packte, wenn er beim Nachhausekommen nach dem Auto des Vaters spähte. […] Foerster, der seiner Figur große Sensibilität verleiht, tanzt nun im rückenfreien schwarzen Kleid über die Bühne – womit er ebenfalls einen Bogen zum Vater schlägt, der ein guter Tänzer war.

Andrea Kutzendörfer, Die Glocke, 23. Dezember 2019

 

Von dem Moment an, in dem Foerster die Bühne in Besitz nimmt, erfüllt eine faszinierende Doppeldeutigkeit und Widersprüchlichkeit den Raum. Louis‘ Sätze sind klar, direkt und konfrontativ. […] Er lässt hinter den klaren Positionen einen jungen Mann aufscheinen, der seine Worte zu Waffen macht, weil alles andere keine Alternative wäre. So legen Foerster und Letmathe eine Zärtlichkeit frei, über die man beim Lesen von Louis‘ Büchern leicht hinweggeht. […] »Ich glaube was es bräuchte, das ist eine ordentliche Revolution«, mit diesen Worten des Vaters endet Louis‘ Roman und Letmathes Inszenierung. In Münster hat diese Revolution begonnen, aber nicht mit einem Akt der Gewalt, sondern mit einem Bekenntnis zur Ambivalenz, die subversiver sein kann als jeder wütende Protest.

Sascha Westphal, Theater der Zeit, 02/2020


Video

nach oben
nach oben