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UTE LEMPER

Song for eternity – Lieder für die Ewigkeit

Songs for Eternity - Lieder für die Ewigkeit
So, 17. Oktober 2021
20.00 · Großes Haus Großes Haus

Tickets 68,00 € | ​— | ​— | ​— | ​— | ​—

Mit der Interpretation von Kurt-Weill-Songs wurde Ute Lemper 1986 von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Ein Jahr später war sie an dem Album ENTARTETE MUSIK beteiligt, das Werke von jüdischen Komponisten enthält. Einige von ihnen, etwa Erich Wolfgang Korngold oder Mischa Spoliansky, gingen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil. Andere, wie Viktor Ullmann, wurden vom Regime interniert und schließlich ermordet.

Doch auch in den Konzentrationslagern entstand Musik. »Meine gute Freundin Orly Beigel schenkte mir vor 15 Jahren ein Buch, das mich sehr berührt hat«, erinnert sich Ute Lemper. »Der Musikwissenschaftler Velvel Pasternak stellt unter dem Titel SONGS NEVER SILENCED Lieder vor, die jüdische Menschen während ihrer Internierung schrieben und sangen.« 2015 trat Ute Lemper bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz auf. Im gleichen Jahr lernte die in New York lebende Sängerin den Pianisten, Komponisten und Musikwissenschaftler Francesco Lotoro kennen. Der Italiener mit ungarischen Wurzeln forscht seit mehr als 25 Jahren zu Musik, die in Konzentrationslagern und Ghettos entstand. Einige tausend Musikstücke und Lieder hat er wiederentdeckt, archiviert und in der auf CD veröffentlichten Reihe KZ MUSIK eingespielt.

So entstand für Ute Lemper die Dringlichkeit, aus dem gesammelten Liedgut ein Programm zu erstellen. »Für mich als Nachkriegsdeutsche ist es wichtiges Anliegen – ich fühle mich in der Verantwortung, das Material dem Publikum zugänglich zu machen, so dass die Lieder und die damit verbundenen Schicksale nicht in Vergessen geraten.« Ute Lemper singt auf Deutsch und Jiddisch. »Natürlich enthalten die Sammlungen auch andere Sprachen, aber in diesen zu singen – davor habe ich großen Respekt.«

Die Deutschlandpremiere des Programms SONGS FOR ETERNITY im Rahmen der 30. Jüdischen Kulturtage enthält Stücke, die zwischen 1941 und 1944 von jüdischen Gefangenen in den Konzentrationslagern und Ghettos entstanden. Unter ihnen befanden sich renommierte Komponisten wie Viktor Ullman und Willy Rosen. Ilse Weber hingegen war eine bekannte Autorin, die in Theresienstadt als Kinderkrankenschwester arbeitete und ihre eigenen Gedichte vertonte. Ihr Song WANDERING THROUGH THERESIENSTADT beschreibt die beklemmenden Eindrücke der Internierung. Bei einem Großteil der Songs handelt es sich um Wiegen- und Kinderlieder, die Trost spenden sollten. »Andere Stücke wurden gesungen, während die Häftlinge ewig in der Schlange bei der Essensausgabe warteten oder in den Zügen, wenn die Menschen erneut deportiert wurden«, erklärt Ute Lemper den Hintergrund. »Andere hielten traumatische Erlebnisse fest, beispielsweise den systematischen Mord an Kindern in den Ghettos.« Die Grausamkeit und alltägliche Präsenz der Gewalt in einem vermeintlich zivilisierten Land ist für Lemper ein Gräuel. »Es ist unbegreiflich, wie eine komplette Nation die Barbarei unterstützte. Die Rechtfertigung, man habe nichts mitbekommen, ist für mich nicht akzeptabel. Es hatte zuvor brutale antisemitische Aktionen auf den Straßen gegeben – oft unter dem Jubel der nichtjüdischen Bevölkerung.« Umso wichtiger erscheint es Ute Lemper, Menschen zu sensibilisieren, ihre Empathiefähigkeit zu stärken. Dies könne und müsse Kunst leisten, gerade vor dem Wiedererstarken von reaktionärem und völkischem Gedankengut.

Info

Mit der Interpretation von Kurt-Weill-Songs wurde Ute Lemper 1986 von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert. Ein Jahr später war sie an dem Album ENTARTETE MUSIK beteiligt, das Werke von jüdischen Komponisten enthält. Einige von ihnen, etwa Erich Wolfgang Korngold oder Mischa Spoliansky, gingen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil. Andere, wie Viktor Ullmann, wurden vom Regime interniert und schließlich ermordet.

Doch auch in den Konzentrationslagern entstand Musik. »Meine gute Freundin Orly Beigel schenkte mir vor 15 Jahren ein Buch, das mich sehr berührt hat«, erinnert sich Ute Lemper. »Der Musikwissenschaftler Velvel Pasternak stellt unter dem Titel SONGS NEVER SILENCED Lieder vor, die jüdische Menschen während ihrer Internierung schrieben und sangen.« 2015 trat Ute Lemper bei einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz auf. Im gleichen Jahr lernte die in New York lebende Sängerin den Pianisten, Komponisten und Musikwissenschaftler Francesco Lotoro kennen. Der Italiener mit ungarischen Wurzeln forscht seit mehr als 25 Jahren zu Musik, die in Konzentrationslagern und Ghettos entstand. Einige tausend Musikstücke und Lieder hat er wiederentdeckt, archiviert und in der auf CD veröffentlichten Reihe KZ MUSIK eingespielt.

So entstand für Ute Lemper die Dringlichkeit, aus dem gesammelten Liedgut ein Programm zu erstellen. »Für mich als Nachkriegsdeutsche ist es wichtiges Anliegen – ich fühle mich in der Verantwortung, das Material dem Publikum zugänglich zu machen, so dass die Lieder und die damit verbundenen Schicksale nicht in Vergessen geraten.« Ute Lemper singt auf Deutsch und Jiddisch. »Natürlich enthalten die Sammlungen auch andere Sprachen, aber in diesen zu singen – davor habe ich großen Respekt.«

Die Deutschlandpremiere des Programms SONGS FOR ETERNITY im Rahmen der 30. Jüdischen Kulturtage enthält Stücke, die zwischen 1941 und 1944 von jüdischen Gefangenen in den Konzentrationslagern und Ghettos entstanden. Unter ihnen befanden sich renommierte Komponisten wie Viktor Ullman und Willy Rosen. Ilse Weber hingegen war eine bekannte Autorin, die in Theresienstadt als Kinderkrankenschwester arbeitete und ihre eigenen Gedichte vertonte. Ihr Song WANDERING THROUGH THERESIENSTADT beschreibt die beklemmenden Eindrücke der Internierung. Bei einem Großteil der Songs handelt es sich um Wiegen- und Kinderlieder, die Trost spenden sollten. »Andere Stücke wurden gesungen, während die Häftlinge ewig in der Schlange bei der Essensausgabe warteten oder in den Zügen, wenn die Menschen erneut deportiert wurden«, erklärt Ute Lemper den Hintergrund. »Andere hielten traumatische Erlebnisse fest, beispielsweise den systematischen Mord an Kindern in den Ghettos.« Die Grausamkeit und alltägliche Präsenz der Gewalt in einem vermeintlich zivilisierten Land ist für Lemper ein Gräuel. »Es ist unbegreiflich, wie eine komplette Nation die Barbarei unterstützte. Die Rechtfertigung, man habe nichts mitbekommen, ist für mich nicht akzeptabel. Es hatte zuvor brutale antisemitische Aktionen auf den Straßen gegeben – oft unter dem Jubel der nichtjüdischen Bevölkerung.« Umso wichtiger erscheint es Ute Lemper, Menschen zu sensibilisieren, ihre Empathiefähigkeit zu stärken. Dies könne und müsse Kunst leisten, gerade vor dem Wiedererstarken von reaktionärem und völkischem Gedankengut.

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So, 17. Oktober 2021
20.00 Uhr · Großes Haus Großes Haus

Tickets 68,00 € | ​— | ​— | ​— | ​— | ​—

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