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URFAUST

Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe

  • Florian Steffens, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Christoph Rinke, Florian Steffens <br />© Oliver Berg
    Christoph Rinke, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Christoph Rinke, Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Christoph Rinke, Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper, Florian Steffens <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens, Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens, Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Christoph Rinke, Florian Steffens, Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Christoph Rinke, Florian Steffens, Lilly Gropper
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  • Florian Steffens <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens
    © Oliver Berg

Hab nun, ach!

Weitere Termine

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Faust hat alles studiert, Wissen angehäuft und bis zum Wahnsinn reflektiert, ohne jedoch den erhofften absoluten Zugang zur Welt gewinnen zu können. Er ist am Ende. Was noch denken? Was tun? In Begleitung einer mysteriösen, aus dem Nichts auftauchenden Gestalt namens Mephisto begibt er sich auf einen Erkenntnis fördernden Egotrip ins echte Leben. Die wohlbehütete Bürgerstochter Margarethe, die Faust auf der Straße kennenlernt, wird das Opfer und der Preis dieser Selbsterfahrung sein.

URFAUST (1772) ist Goethes erste Bearbeitung des Stoffes, der ihn Zeit seines Lebens beschäftigte. Im Gegensatz zur später entstandenen zweiteiligen klassischen Tragödie, ist der URFAUST eine rohe Szenenfolge mit derber Sprache. Das Stück entstand zur Zeit des Sturm und Drang – es ist energiegeladen, wild, formal unbändig und bereit, Konventionen zu sprengen. Entgegen einer von der Aufklärung für übermächtig erklärten Vernunft geht es im URFAUST um die Suche nach einem leidenschaftlichen, gefühlsorientierten Zugang zu einer rationalen Welt. Es ist die bedingungslose Sinnsuche eines um sich selbst kreisenden jungen Mannes, der am Nachdenken über die Welt verzweifelt und einem radikalen Hedonismus anheimfällt – ein emotionaler Amoklauf.

Die Inszenierung verwendet zwei Textauszüge aus FAUST HAT HUNGER UND VERSCHLUCKT SICH AN EINER GRETE von Ewald Palmetshofer.
(Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)

 URFAUST-Teaser: Von der Bibo zum Egotrip!

Aufführungsdauer ca. 80 Minuten, keine Pause

Info

Faust hat alles studiert, Wissen angehäuft und bis zum Wahnsinn reflektiert, ohne jedoch den erhofften absoluten Zugang zur Welt gewinnen zu können. Er ist am Ende. Was noch denken? Was tun? In Begleitung einer mysteriösen, aus dem Nichts auftauchenden Gestalt namens Mephisto begibt er sich auf einen Erkenntnis fördernden Egotrip ins echte Leben. Die wohlbehütete Bürgerstochter Margarethe, die Faust auf der Straße kennenlernt, wird das Opfer und der Preis dieser Selbsterfahrung sein.

URFAUST (1772) ist Goethes erste Bearbeitung des Stoffes, der ihn Zeit seines Lebens beschäftigte. Im Gegensatz zur später entstandenen zweiteiligen klassischen Tragödie, ist der URFAUST eine rohe Szenenfolge mit derber Sprache. Das Stück entstand zur Zeit des Sturm und Drang – es ist energiegeladen, wild, formal unbändig und bereit, Konventionen zu sprengen. Entgegen einer von der Aufklärung für übermächtig erklärten Vernunft geht es im URFAUST um die Suche nach einem leidenschaftlichen, gefühlsorientierten Zugang zu einer rationalen Welt. Es ist die bedingungslose Sinnsuche eines um sich selbst kreisenden jungen Mannes, der am Nachdenken über die Welt verzweifelt und einem radikalen Hedonismus anheimfällt – ein emotionaler Amoklauf.

Die Inszenierung verwendet zwei Textauszüge aus FAUST HAT HUNGER UND VERSCHLUCKT SICH AN EINER GRETE von Ewald Palmetshofer.
(Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)

 URFAUST-Teaser: Von der Bibo zum Egotrip!

Aufführungsdauer ca. 80 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Robert Teufel

Bühne und Kostüme Sabine Mäder

Musik Martin Glos / Christian Ziegler

Dramaturgie Friederike Engel


Besetzung

Faust Florian Steffens

Mephisto Christoph Rinke

Margarethe Lilly Gropper

Marthe Carola von Seckendorff

Besetzung

Leitung

Inszenierung Robert Teufel

Bühne und Kostüme Sabine Mäder

Musik Martin Glos / Christian Ziegler

Dramaturgie Friederike Engel


Besetzung

Faust Florian Steffens

Mephisto Christoph Rinke

Margarethe Lilly Gropper

Marthe Carola von Seckendorff


Florian Steffens’ Auftritt ist Sturm und Drang pur. Er springt auf eine Art Laufsteg und hämmert mit den Fäusten auf der Konstruktion herum, dass die Verkleidung herunter kracht. Klar, er ist Faust und will erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.

Christoph Rinke als Mephisto beobachtet die Szene amüsiert. Er weiß um das Geheimnis. Nicht Tugend und hehre Ideale sind es, die den Menschen antreiben, sondern die Gier nach Leben. Und die steht im Mittelpunkt bei Robert Teufels „Urfaust“-Inszenierung, die am Freitag im Kleinen Haus des Theaters Münster eine grandiose Premiere feierte.

[...] Teufel hat die Textvorlage gründlich ausgemistet. Auerbachs Keller wurde ganz gestrichen, und Passagen aus der Schülerszene hat er gesampelt und an anderer Stelle wiederverwertet. Das funktioniert bestens und gibt der Inszenierung gewaltigen Drive. Hinzu kommen Auszüge aus dem Stück „Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete“ des österreichischen Dramatikers Ewald Palmetshofer. Diese mit diffiziler Komik angereicherten Texte dienen einerseits als ironische Brechung, andererseits als Mittel, die Affäre zwischen Faust und Gretchen unter feministischen Gesichtspunkten zu reflektieren.

Dass die knapp 80-minütige Inszenierung zu einem Theatererlebnis wird, liegt auch – und nicht zuletzt – am hervorragend aufspielenden Ensemble. Steffens’ Faust ist ein gieriger, mitunter zorniger junger Mann, der die Versprechungen des Lebens kompromisslos einfordert. Rinke als Mephisto hält sich eher im Hintergrund, wo er freilich die Fäden zieht. Richtig auftrumpfen kann er, wenn Faust in seinem verzweifelten Glücksbestreben auf die Nase gefallen ist. Carola von Seckendorff, im Outfit der 1980er-Jahre, gibt eine Marthe Schwertlein, die forsch auftritt, dann aber auf Mephistos Avancen nur zu bereitwillig eingeht.

Für den darstellerischen Höhepunkt des Abends sorgt aber eindeutig Lilly Gropper als Gretchen, wenn sie in einem Schwall aus giftgrüner Limonade ihr Kind zur Welt bringt und dann gleichzeitig das schreiende Baby und die überforderte Mutter spielt. Eine rundum gelungene, moderne und mitreißende Inszenierung.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 22. September 2014



Gott und die Welt, die ewige Erkenntnis und die Suche nach dem Sinn spielen in dieser 80-minütigen Inszenierung eine sehr besondere Rolle: Sie sind radikal zugespitzt auf das menschliche Miteinander. Was man als konsequentes Weiterdenken der gewählten Fassung deuten kann: Regisseur Robert Teufel hat sich nicht den ersten Teil der Tragödie, sondern den „Urfaust“ vorgenommen, der noch die Gretchen-Handlung ins Zentrum stellt. Also reißt Teufel all die Texte und Figuren, die nicht unmittelbar zu diesem Punkt führen, aus dem Text heraus und stopft sie ins Altpapier. Übrig bleiben allein die unglücklich Liebenden und ihre gefährlichen Vertrauten Mephisto und Marthe. Dafür hat der Regisseur den beiden Protagonisten je einen Monolog des österreichischen Autors Ewald Palmetshofer hinzugegeben – inszeniert jeweils als virtuos dargebotene moderne Selbstbefragungs-Arie in grellem Licht.

Die Schauspieler lösen diese Aufgabe wunderbar. Florian Steffens als jugendlich-jähzorniger Schlaks mit Bart holt die Faust-Figur mühelos ins Heute und liefert kurz vor Schluss, wenn er in die Alltagssprache abdriftet, ein komödiantisches Häppchen. Seiner „Margarethe“ Lilly Gropper gelingt das Kunststück, Gretchens Unwissenheit nicht dämlich, sondern glaubhaft naiv klingen zu lassen. Ihre Nachbarin Marthe ist dank Carola von Seckendorff keine „Alte“, sondern eine Zynikerin, die ihrer Jugend nachhängt. Christoph Rinke als Irokesen-Mephisto schließlich agiert kaum teuflischer als sein Regisseur und kommt als eleganter und charmanter Verführer daher, dem es am Ende vor seinem jüngeren Gefährten graut: Nicht Gretchen, sondern er spricht den berühmten Satz.

Regisseur Teufel lässt es in Sabine Mäders schwarzem Bühnenrahmen nicht an Deftigkeit fehlen, Geburtsszene und Kindstötung sind durchaus starker Tobak (und kaum für Besucher geeignet, die nur auf Goethes Sprachkunst aus sind). Ein bisschen Schrei- und Spritztheater bietet der Abend schon. Aber er ist dramaturgisch perfekt gerundet und zeigt, dass Faust und Gretchen kein Stück älter sind als irgendwelche „Tatort“-Figuren.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 22. September 2014

Presse

Florian Steffens’ Auftritt ist Sturm und Drang pur. Er springt auf eine Art Laufsteg und hämmert mit den Fäusten auf der Konstruktion herum, dass die Verkleidung herunter kracht. Klar, er ist Faust und will erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.

Christoph Rinke als Mephisto beobachtet die Szene amüsiert. Er weiß um das Geheimnis. Nicht Tugend und hehre Ideale sind es, die den Menschen antreiben, sondern die Gier nach Leben. Und die steht im Mittelpunkt bei Robert Teufels „Urfaust“-Inszenierung, die am Freitag im Kleinen Haus des Theaters Münster eine grandiose Premiere feierte.

[...] Teufel hat die Textvorlage gründlich ausgemistet. Auerbachs Keller wurde ganz gestrichen, und Passagen aus der Schülerszene hat er gesampelt und an anderer Stelle wiederverwertet. Das funktioniert bestens und gibt der Inszenierung gewaltigen Drive. Hinzu kommen Auszüge aus dem Stück „Faust hat Hunger und verschluckt sich an einer Grete“ des österreichischen Dramatikers Ewald Palmetshofer. Diese mit diffiziler Komik angereicherten Texte dienen einerseits als ironische Brechung, andererseits als Mittel, die Affäre zwischen Faust und Gretchen unter feministischen Gesichtspunkten zu reflektieren.

Dass die knapp 80-minütige Inszenierung zu einem Theatererlebnis wird, liegt auch – und nicht zuletzt – am hervorragend aufspielenden Ensemble. Steffens’ Faust ist ein gieriger, mitunter zorniger junger Mann, der die Versprechungen des Lebens kompromisslos einfordert. Rinke als Mephisto hält sich eher im Hintergrund, wo er freilich die Fäden zieht. Richtig auftrumpfen kann er, wenn Faust in seinem verzweifelten Glücksbestreben auf die Nase gefallen ist. Carola von Seckendorff, im Outfit der 1980er-Jahre, gibt eine Marthe Schwertlein, die forsch auftritt, dann aber auf Mephistos Avancen nur zu bereitwillig eingeht.

Für den darstellerischen Höhepunkt des Abends sorgt aber eindeutig Lilly Gropper als Gretchen, wenn sie in einem Schwall aus giftgrüner Limonade ihr Kind zur Welt bringt und dann gleichzeitig das schreiende Baby und die überforderte Mutter spielt. Eine rundum gelungene, moderne und mitreißende Inszenierung.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 22. September 2014



Gott und die Welt, die ewige Erkenntnis und die Suche nach dem Sinn spielen in dieser 80-minütigen Inszenierung eine sehr besondere Rolle: Sie sind radikal zugespitzt auf das menschliche Miteinander. Was man als konsequentes Weiterdenken der gewählten Fassung deuten kann: Regisseur Robert Teufel hat sich nicht den ersten Teil der Tragödie, sondern den „Urfaust“ vorgenommen, der noch die Gretchen-Handlung ins Zentrum stellt. Also reißt Teufel all die Texte und Figuren, die nicht unmittelbar zu diesem Punkt führen, aus dem Text heraus und stopft sie ins Altpapier. Übrig bleiben allein die unglücklich Liebenden und ihre gefährlichen Vertrauten Mephisto und Marthe. Dafür hat der Regisseur den beiden Protagonisten je einen Monolog des österreichischen Autors Ewald Palmetshofer hinzugegeben – inszeniert jeweils als virtuos dargebotene moderne Selbstbefragungs-Arie in grellem Licht.

Die Schauspieler lösen diese Aufgabe wunderbar. Florian Steffens als jugendlich-jähzorniger Schlaks mit Bart holt die Faust-Figur mühelos ins Heute und liefert kurz vor Schluss, wenn er in die Alltagssprache abdriftet, ein komödiantisches Häppchen. Seiner „Margarethe“ Lilly Gropper gelingt das Kunststück, Gretchens Unwissenheit nicht dämlich, sondern glaubhaft naiv klingen zu lassen. Ihre Nachbarin Marthe ist dank Carola von Seckendorff keine „Alte“, sondern eine Zynikerin, die ihrer Jugend nachhängt. Christoph Rinke als Irokesen-Mephisto schließlich agiert kaum teuflischer als sein Regisseur und kommt als eleganter und charmanter Verführer daher, dem es am Ende vor seinem jüngeren Gefährten graut: Nicht Gretchen, sondern er spricht den berühmten Satz.

Regisseur Teufel lässt es in Sabine Mäders schwarzem Bühnenrahmen nicht an Deftigkeit fehlen, Geburtsszene und Kindstötung sind durchaus starker Tobak (und kaum für Besucher geeignet, die nur auf Goethes Sprachkunst aus sind). Ein bisschen Schrei- und Spritztheater bietet der Abend schon. Aber er ist dramaturgisch perfekt gerundet und zeigt, dass Faust und Gretchen kein Stück älter sind als irgendwelche „Tatort“-Figuren.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 22. September 2014


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