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TRANS* EINE IDENTITÄTSERWEITERUNG

Rechercheprojekt von Carola von Seckendorff

Uraufführung
  • Viola <br />© Oliver Berg
    Viola
    © Oliver Berg
  • Christoph Rinke, Angelika, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Christoph Rinke, Angelika, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Ensemble <br />© Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Dagmar, Felix <br />© Oliver Berg
    Dagmar, Felix
    © Oliver Berg
  • Ensemble <br />© Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Viola, Renate, Felix, Stephanie <br />© Oliver Berg
    Viola, Renate, Felix, Stephanie
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Angelika <br />© Oliver Berg
    Angelika
    © Oliver Berg
  • Stephanie <br />© Oliver Berg
    Stephanie
    © Oliver Berg
  • Renate <br />© Oliver Berg
    Renate
    © Oliver Berg
  • Nena Carola <br />© Oliver Berg
    Nena Carola
    © Oliver Berg
Premiere
So, 25. Mai 2014
19.00 Uhr · U2 · Preise G

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Beim Besuch von öffentlichen Toiletten, beim Ausfüllen von Formularen, in Umkleidekabinen und beim Flirt muss ich mich definitiv entscheiden: Bin ich ein Mann oder eine Frau? Oder, nein: Das haben andere bereits bei meiner Geburt bestimmt, denn das Kind muss ja einen Namen haben. Was aber, wenn sich jemand nicht entscheiden will? Was, wenn er sich seinem biologischen Körper nicht zugehörig fühlt? Sprengt das unsere gesellschaftlichen Strukturen oder befreit es uns alle von einengenden Geschlechternormen? Und was ist denn überhaupt Identität, was ist Geschlecht, was ist biologisch, was sozial?

Carola von Seckendorff, Schauspielerin und Regisseurin, arbeitet seit einem Jahr mit einer Gruppe transidenter Menschen aus Münster und mit Schauspielern aus dem Ensemble. Aus Interviews, Recherchen und Improvisationen, aus persönlichen Geschichten und den bekannten Erzählungen über X und Y entsteht ein Theaterabend über die Grenzen von Geschlecht – und deren Erweiterung und Überschreitung.

Spieldauer ca. 105 Minuten, keine Pause

mehr zum Stück erfahren

 zum trans-blog ...

Einführung in das Thema Transidentität

 Interview mit dem Psychiater Dr. Szukaj

Info

Beim Besuch von öffentlichen Toiletten, beim Ausfüllen von Formularen, in Umkleidekabinen und beim Flirt muss ich mich definitiv entscheiden: Bin ich ein Mann oder eine Frau? Oder, nein: Das haben andere bereits bei meiner Geburt bestimmt, denn das Kind muss ja einen Namen haben. Was aber, wenn sich jemand nicht entscheiden will? Was, wenn er sich seinem biologischen Körper nicht zugehörig fühlt? Sprengt das unsere gesellschaftlichen Strukturen oder befreit es uns alle von einengenden Geschlechternormen? Und was ist denn überhaupt Identität, was ist Geschlecht, was ist biologisch, was sozial?

Carola von Seckendorff, Schauspielerin und Regisseurin, arbeitet seit einem Jahr mit einer Gruppe transidenter Menschen aus Münster und mit Schauspielern aus dem Ensemble. Aus Interviews, Recherchen und Improvisationen, aus persönlichen Geschichten und den bekannten Erzählungen über X und Y entsteht ein Theaterabend über die Grenzen von Geschlecht – und deren Erweiterung und Überschreitung.

Spieldauer ca. 105 Minuten, keine Pause

mehr zum Stück erfahren

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Einführung in das Thema Transidentität

 Interview mit dem Psychiater Dr. Szukaj

Leitung

Inszenierung Carola von Seckendorff

Bühne und Kostüme Kerstin Bayer

Video Jens Krause

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Mit Regine Andratschke

Christoph Rinke

Und transidente Expert_innen
Nena Carola
Stephanie
Viola
Angelika
Felix
Dagmar
Renate

Musik
Nena Carola

Besetzung

Leitung

Inszenierung Carola von Seckendorff

Bühne und Kostüme Kerstin Bayer

Video Jens Krause

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Mit Regine Andratschke

Christoph Rinke


Und transidente Expert_innen
Nena Carola
Stephanie
Viola
Angelika
Felix
Dagmar
Renate

Musik
Nena Carola

Die Eröffnungsszene riecht nach Party. Animierte Damen schenken Sekt aus, stoßen mit dem Publikum an und tanzen zu laut aufgedrehter Musik. Doch der erste Eindruck täuscht. Was Carola von Seckendorff mit ihrem Ensemble aus professionellen Schauspielern und „transidenten Expert_innen“ hier aufführt, ist das Ergebnis eines zweijährigen Rechercheprojekts über Menschen, die sich in ihrem Geschlecht nicht zuhause fühlen und deshalb in ein anders wechseln.

„Trans* Eine Identitätserweiterung“ heißt das ebenso aufschlussreiche wie unterhaltsame Stück, das am Sonntag im U2 des Theaters Münster Premiere feierte. Ausgehend von einer „feministischen Evolutionstheorie“, bei der Regine Andratschke als Wissenschaftlerin und Christoph Rinke als Demonstrationsobjekt auftreten, erzählen die Protagonisten ihre Geschichten. Meist beginnt es damit, dass sich Männer nicht als Mann fühlen und anfangen sich zu schminken und Frauenkleider zu tragen – zunächst heimlich, dann immer offener.

Wie Familie und soziales Umfeld darauf reagieren, wird in aussagekräftigen und zum Teil herrlich amüsanten Spielszenen verdeutlicht – etwa wenn zwei transsexuelle Männer auf der Bühne in die Rollen ihrer Ehefrauen schlüpfen und sich darüber unterhalten, wie diese mit ihren „neuen“ Gatten zurechtkommen. Oder wenn ein Vater seinen Sohn in die Funktionsweise von Büstenhaltern einführt.

Überhaupt zeichnet sich das Stück durch starke Präsenz der Akteure und eine originelle Inszenierung aus. Es gibt keine strikte Trennung zwischen Bühne und Publikum und keine festen Rollen. Auch erkennt man nicht sofort, wer Zuschauer und wer Darsteller ist. So mischt sich plötzlich ein gestandener Mann in das Bühnengeschehen und lässt Jugendfotos rumgehen, die ihn als feingliedriges Mädchen zeigen. Später werden in einem nachgespielten Interview geschlechtsverändernde Operationen mit einem Besuch beim Friseur verglichen.

Vor allem aber räumt das Stück mit Vorurteilen über transidente Menschen auf. Keiner der Beteiligten will als Opfer gesehen oder mit Mitleid bedacht werden. Zwar habe jeder einen schweren Weg hinter sich, so der Tenor, aber jetzt sei er eindeutig glücklicher als vorher. Wie dieses Glück aussieht? Ein Häuschen mit Garten, eine funktionierende Ehe und nette Kinder. Also alles genau so normal und ein bisschen spießig wie bei jedem anderen auch.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 27. Mai 2014

 

Regisseurin und Schauspielerin Carola von Seckendorff wurde bei Auftritten in einer Weinstube auf diese Menschen aufmerksam und entwickelte die Idee zu einem ambitionierten Rechercheprojekt: Aus Interviews mit transidenten Expertinnen, Transmännern und Angehörigen entstand ein Stück, das auf sympathisch-persönliche, mitunter witzige Weise wahre Lebensgeschichten nahe bringt.

Schnell wird klar: Hier geht es nicht um Glamour wie in Travestie-Shows à la „Mary und Gordy“, sondern um Menschen, die nach Authentizität suchen.

Unterstützt wurden die acht transidenten Darsteller von zwei Schauspiel-Profis: Regine Andratschke und Christoph Rinke, die das Leben der „Expert_innen“ in vielen kleinen Szenen spiegelten; gemeinsam vermittelten sie eine derart positive Lebenseinstellung, dass deutlich wurde: Wer zu sich selbst steht, kommt irgendwann bei sich selbst an.

Da ist zum Beispiel Nena-Carola, die ihre Identität in prägnanten Texten singend zu Gehör bringt. Am Tag geht sie als Mann zur Arbeit, abends wird sie heimlich zur Frau. Ähnlich ging es anfangs vielen der transidenten Persönlichkeiten, etwa Viola. Als ihr Sohn eine ihrer Handtaschen fand, wollte sie nicht länger lügen und offenbarte sich. Die Erleichterung darüber, dass der Junge die Doppel-Identität „cool“ fand, steht ihr noch immer ins Gesicht geschrieben.

Dagmar hatte weniger Glück und wurde als Mann mit lackierten Fingernägeln in der Firma gemobbt. Den nächsten Job trat sie ohne Probleme als Frau an. Bemerkenswert auch die Szene, in der zwei transidente Darstellerinnen ihre eigenen Ehefrauen so überzeugend auf die Bühne bringen, dass man beinahe den Überblick verliert.

Ein einfühlsames, unterhaltsam inszeniertes Stück, das mit Vorurteilen aufräumt und den Menschen an sich nahe bringt, frei nach Leslie Feinberg: „We are all works in progress“.

Isabell Steinböck, Westfälische Nachrichten, 27. Mai 2014

Presse

Die Eröffnungsszene riecht nach Party. Animierte Damen schenken Sekt aus, stoßen mit dem Publikum an und tanzen zu laut aufgedrehter Musik. Doch der erste Eindruck täuscht. Was Carola von Seckendorff mit ihrem Ensemble aus professionellen Schauspielern und „transidenten Expert_innen“ hier aufführt, ist das Ergebnis eines zweijährigen Rechercheprojekts über Menschen, die sich in ihrem Geschlecht nicht zuhause fühlen und deshalb in ein anders wechseln.

„Trans* Eine Identitätserweiterung“ heißt das ebenso aufschlussreiche wie unterhaltsame Stück, das am Sonntag im U2 des Theaters Münster Premiere feierte. Ausgehend von einer „feministischen Evolutionstheorie“, bei der Regine Andratschke als Wissenschaftlerin und Christoph Rinke als Demonstrationsobjekt auftreten, erzählen die Protagonisten ihre Geschichten. Meist beginnt es damit, dass sich Männer nicht als Mann fühlen und anfangen sich zu schminken und Frauenkleider zu tragen – zunächst heimlich, dann immer offener.

Wie Familie und soziales Umfeld darauf reagieren, wird in aussagekräftigen und zum Teil herrlich amüsanten Spielszenen verdeutlicht – etwa wenn zwei transsexuelle Männer auf der Bühne in die Rollen ihrer Ehefrauen schlüpfen und sich darüber unterhalten, wie diese mit ihren „neuen“ Gatten zurechtkommen. Oder wenn ein Vater seinen Sohn in die Funktionsweise von Büstenhaltern einführt.

Überhaupt zeichnet sich das Stück durch starke Präsenz der Akteure und eine originelle Inszenierung aus. Es gibt keine strikte Trennung zwischen Bühne und Publikum und keine festen Rollen. Auch erkennt man nicht sofort, wer Zuschauer und wer Darsteller ist. So mischt sich plötzlich ein gestandener Mann in das Bühnengeschehen und lässt Jugendfotos rumgehen, die ihn als feingliedriges Mädchen zeigen. Später werden in einem nachgespielten Interview geschlechtsverändernde Operationen mit einem Besuch beim Friseur verglichen.

Vor allem aber räumt das Stück mit Vorurteilen über transidente Menschen auf. Keiner der Beteiligten will als Opfer gesehen oder mit Mitleid bedacht werden. Zwar habe jeder einen schweren Weg hinter sich, so der Tenor, aber jetzt sei er eindeutig glücklicher als vorher. Wie dieses Glück aussieht? Ein Häuschen mit Garten, eine funktionierende Ehe und nette Kinder. Also alles genau so normal und ein bisschen spießig wie bei jedem anderen auch.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 27. Mai 2014

 

Regisseurin und Schauspielerin Carola von Seckendorff wurde bei Auftritten in einer Weinstube auf diese Menschen aufmerksam und entwickelte die Idee zu einem ambitionierten Rechercheprojekt: Aus Interviews mit transidenten Expertinnen, Transmännern und Angehörigen entstand ein Stück, das auf sympathisch-persönliche, mitunter witzige Weise wahre Lebensgeschichten nahe bringt.

Schnell wird klar: Hier geht es nicht um Glamour wie in Travestie-Shows à la „Mary und Gordy“, sondern um Menschen, die nach Authentizität suchen.

Unterstützt wurden die acht transidenten Darsteller von zwei Schauspiel-Profis: Regine Andratschke und Christoph Rinke, die das Leben der „Expert_innen“ in vielen kleinen Szenen spiegelten; gemeinsam vermittelten sie eine derart positive Lebenseinstellung, dass deutlich wurde: Wer zu sich selbst steht, kommt irgendwann bei sich selbst an.

Da ist zum Beispiel Nena-Carola, die ihre Identität in prägnanten Texten singend zu Gehör bringt. Am Tag geht sie als Mann zur Arbeit, abends wird sie heimlich zur Frau. Ähnlich ging es anfangs vielen der transidenten Persönlichkeiten, etwa Viola. Als ihr Sohn eine ihrer Handtaschen fand, wollte sie nicht länger lügen und offenbarte sich. Die Erleichterung darüber, dass der Junge die Doppel-Identität „cool“ fand, steht ihr noch immer ins Gesicht geschrieben.

Dagmar hatte weniger Glück und wurde als Mann mit lackierten Fingernägeln in der Firma gemobbt. Den nächsten Job trat sie ohne Probleme als Frau an. Bemerkenswert auch die Szene, in der zwei transidente Darstellerinnen ihre eigenen Ehefrauen so überzeugend auf die Bühne bringen, dass man beinahe den Überblick verliert.

Ein einfühlsames, unterhaltsam inszeniertes Stück, das mit Vorurteilen aufräumt und den Menschen an sich nahe bringt, frei nach Leslie Feinberg: „We are all works in progress“.

Isabell Steinböck, Westfälische Nachrichten, 27. Mai 2014


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Premiere
So, 25. Mai 2014
19.00 Uhr · U2 · Preise G

Leider keine weiteren Termine geplant.

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