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TOT SIND WIR NICHT

Schauspiel von Svenja Viola Bungarten

Uraufführung
  • Regine Andratschke, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Carola von Seckendorff, Jonas Riemer, Wilhelm Schlotterer <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Carola von Seckendorff, Jonas Riemer, Wilhelm Schlotterer
    © Oliver Berg
  • Sandra Bezler, Carola von Seckendorff, Regine Andratschke, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Sandra Bezler, Carola von Seckendorff, Regine Andratschke, Jonas Riemer
    © Oliver Berg
  • Sandra Bezler, Carola von Seckendorff, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Sandra Bezler, Carola von Seckendorff, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Sandra Bezler <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Sandra Bezler
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Jonas Riemer, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Jonas Riemer, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Sandra Bezler, Regine Andratschke, Wilhelm Schlotterer <br />© Oliver Berg
    Sandra Bezler, Regine Andratschke, Wilhelm Schlotterer
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Carola von Seckendorff, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Carola von Seckendorff, Jonas Riemer
    © Oliver Berg

»Wir fliegen nach Okinawa und setzen uns unter die hochhängende, dicke Sonne, um die Falten in unserer Haut zu vertiefen und uralt zu werden.«

Sa, 01. Dezember 2018
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D

Tot sind wir nicht ist das bemerkenswerte Debütstück der ­jungen Autorin Svenja Viola Bungarten. Sie erzählt fantasievoll und mit maka­brem Humor von Liebe und Tod und der Sehnsucht zweier ­älterer Frauen nach einem gemeinsamen Glück.

Ute K. und Beate stehen auf der Straße und rauchen, als hätten sie in ihrem Leben mehr geraucht als geatmet. Sie wollen weg. In ein neues Leben. Einfach woanders hin. Vielleicht nach Okinawa, um den Rest ihres Lebens gemeinsam endlich glücklich zu verbringen. Das Geld für die Reise verdienen sie mit dem Verkauf von Medikamenten, die eigentlich Ute K.s Ehemann Willi verschrieben wurden. Doch Willi stirbt, bevor der Plan für den Lebensabend finanziert ist. Aber wie bezahlt man eine Beerdigung, ohne die Reisekasse unnötig zu belasten? Auf ihrer Suche nach dem billigsten Bestattungsinstitut geraten die beiden Frauen an Piotr und Jason Nagel von Death Death and Sons. Es braucht viel Fantasie, um ohne Geld eine würdige Zeremonie zu erfinden, doch bei Vanilletee und Bienenstich kommt Jason Nagel auf eine innovative und zukunftsweisende Idee…

Svenja Viola Bungarten, 1992 in Koblenz geboren, studierte Szeni­sches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin. Mit ihrem ­Libretto POST NUCLEAR LOVE gewann sie 2016 den Berliner Opernpreis und war 2017 für den Retzhofer-Drama-Preis nominiert; außerdem ist sie Herausgeberin der Buchreihe Still Drama.

 

Aufführungsdauer ca. 90 Minuten, keine Pause

Info

Tot sind wir nicht ist das bemerkenswerte Debütstück der ­jungen Autorin Svenja Viola Bungarten. Sie erzählt fantasievoll und mit maka­brem Humor von Liebe und Tod und der Sehnsucht zweier ­älterer Frauen nach einem gemeinsamen Glück.

Ute K. und Beate stehen auf der Straße und rauchen, als hätten sie in ihrem Leben mehr geraucht als geatmet. Sie wollen weg. In ein neues Leben. Einfach woanders hin. Vielleicht nach Okinawa, um den Rest ihres Lebens gemeinsam endlich glücklich zu verbringen. Das Geld für die Reise verdienen sie mit dem Verkauf von Medikamenten, die eigentlich Ute K.s Ehemann Willi verschrieben wurden. Doch Willi stirbt, bevor der Plan für den Lebensabend finanziert ist. Aber wie bezahlt man eine Beerdigung, ohne die Reisekasse unnötig zu belasten? Auf ihrer Suche nach dem billigsten Bestattungsinstitut geraten die beiden Frauen an Piotr und Jason Nagel von Death Death and Sons. Es braucht viel Fantasie, um ohne Geld eine würdige Zeremonie zu erfinden, doch bei Vanilletee und Bienenstich kommt Jason Nagel auf eine innovative und zukunftsweisende Idee…

Svenja Viola Bungarten, 1992 in Koblenz geboren, studierte Szeni­sches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin. Mit ihrem ­Libretto POST NUCLEAR LOVE gewann sie 2016 den Berliner Opernpreis und war 2017 für den Retzhofer-Drama-Preis nominiert; außerdem ist sie Herausgeberin der Buchreihe Still Drama.

 

Aufführungsdauer ca. 90 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Maik Priebe

Bühne & Kostüme Susanne Maier-Staufen

Musik Ole Schmidt

Dramaturgie Barbara Bily


Besetzung

Ute K. Carola von Seckendorff

Beate Regine Andratschke

Piotr Nagel Wilhelm Schlotterer

Jason Nagel Jonas Riemer

Franka Sandra Bezler

Besetzung

Leitung

Inszenierung Maik Priebe

Bühne & Kostüme Susanne Maier-Staufen

Musik Ole Schmidt

Dramaturgie Barbara Bily


Besetzung

Ute K. Carola von Seckendorff

Beate Regine Andratschke

Piotr Nagel Wilhelm Schlotterer

Jason Nagel Jonas Riemer

Franka Sandra Bezler


Skurriler Plot mit schrulligem Damen-Pärchen

Es ist ein skurriler Plot, den die Autorin Svenja Viola Bungarten für ihr Theaterdebüt »Tot sind wir nicht« ersonnen hat. Denn so vielfältig Gevatter Tod allen fünf Figuren des Stückes im Nacken sitz, so witzig wirkt ihr Umgang mit ihm.

Wilhelm Schlotterer und Jonas Riemer sind das miteinander hadernde Bestatter-Familienduo, nah an der Karikatur, wenn der junge Schnösel das Binnen-I von BestatterkollegInnen betont. Carola von Seckendorff und Regine Andratschke wiederum bleiben durch alle skurrilen Handlungen und Dialoge hindurch ein liebenswert-schrulliges Damen-Pärchen, das rührend über die Abgründe balanciert […]

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 19. November 2018

 

Pointiert formuliert mit schwarzem Humor

Nein, ganz tot sind wir nicht, nur halb. Eine alternde Gesellschaft sind wir. Da geschieht es uns Recht, dass uns eine junge Autorin ein lustiges Stück über das Sterben liefert. Warum verrennt sie sich in ein so morbides Thema? Weil es zwei Glanzrollen für ältere Schauspielerinnen ergibt. Von solchen Schauspielerinnen gibt es viele (von solchen Zuschauerinnen noch mehr), von solchen Rollen wenige. Deshalb hat Svenja Viola Bungarten, die gerade erst den Berliner Studiengang »Szenisches Schreiben« abgeschlossen hat, ein Stück über zwei alte Frauen und eine Leiche geschrieben.

Der Soziologe Andreas Reckwitz beklagt in Die Gesellschaft der Singularitäten den Mangel an Trost für »existenzielle Unverfügbarkeiten« in unserer Gesellschaft. Das Theater kann auch keinen Trost bieten, höchstens Schmunzeltherapie. Was sie schon immer nicht wissen wollten, hier erfahren sie es. Die krebskranke Beate analysiert ihre Zukunftsaussichten: Sie muss »sich einreden, dass dieser Rest ein Leben ist und nicht der Rest eines Lebens.« Was eigentlich zum Heulen ist, wird so pointiert formuliert, dass man lachen muss.

Die Inszenierung baut immer wieder zusätzliche kleine Scherze ein: Franka (Sandra Bezler) kommt als schwarzes Sackmonster hereingekrochen, die rechtmäßig stumme Leiche Willi (Bernward Bitter) lacht plötzlich laut, wenn es um die Höhe von Ute K.s Rente geht; Jason (Jonas Riemer) kommentiert die Kindheitsgeschichten seines Onkels (Wilhelm Schlotterer) mit komischen Geräuschen. Dennoch bleibt das Gelächter im Publikum gedämpft. Es wird ja der Schmerz nur überlacht.

»Der Tod ist eine Entscheidung - wie das Leben«, heißt es am Schluss des Abends. Das wusste schon Albert Camus’ Sisyphos. Also rollen wir weiter den schweren Stein, zu dem wir uns entschieden haben, - nur jetzt leicht erheitert.

Gerhard Preußer, nachtkritik.de, 17. November 2018

Presse

Skurriler Plot mit schrulligem Damen-Pärchen

Es ist ein skurriler Plot, den die Autorin Svenja Viola Bungarten für ihr Theaterdebüt »Tot sind wir nicht« ersonnen hat. Denn so vielfältig Gevatter Tod allen fünf Figuren des Stückes im Nacken sitz, so witzig wirkt ihr Umgang mit ihm.

Wilhelm Schlotterer und Jonas Riemer sind das miteinander hadernde Bestatter-Familienduo, nah an der Karikatur, wenn der junge Schnösel das Binnen-I von BestatterkollegInnen betont. Carola von Seckendorff und Regine Andratschke wiederum bleiben durch alle skurrilen Handlungen und Dialoge hindurch ein liebenswert-schrulliges Damen-Pärchen, das rührend über die Abgründe balanciert […]

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 19. November 2018

 

Pointiert formuliert mit schwarzem Humor

Nein, ganz tot sind wir nicht, nur halb. Eine alternde Gesellschaft sind wir. Da geschieht es uns Recht, dass uns eine junge Autorin ein lustiges Stück über das Sterben liefert. Warum verrennt sie sich in ein so morbides Thema? Weil es zwei Glanzrollen für ältere Schauspielerinnen ergibt. Von solchen Schauspielerinnen gibt es viele (von solchen Zuschauerinnen noch mehr), von solchen Rollen wenige. Deshalb hat Svenja Viola Bungarten, die gerade erst den Berliner Studiengang »Szenisches Schreiben« abgeschlossen hat, ein Stück über zwei alte Frauen und eine Leiche geschrieben.

Der Soziologe Andreas Reckwitz beklagt in Die Gesellschaft der Singularitäten den Mangel an Trost für »existenzielle Unverfügbarkeiten« in unserer Gesellschaft. Das Theater kann auch keinen Trost bieten, höchstens Schmunzeltherapie. Was sie schon immer nicht wissen wollten, hier erfahren sie es. Die krebskranke Beate analysiert ihre Zukunftsaussichten: Sie muss »sich einreden, dass dieser Rest ein Leben ist und nicht der Rest eines Lebens.« Was eigentlich zum Heulen ist, wird so pointiert formuliert, dass man lachen muss.

Die Inszenierung baut immer wieder zusätzliche kleine Scherze ein: Franka (Sandra Bezler) kommt als schwarzes Sackmonster hereingekrochen, die rechtmäßig stumme Leiche Willi (Bernward Bitter) lacht plötzlich laut, wenn es um die Höhe von Ute K.s Rente geht; Jason (Jonas Riemer) kommentiert die Kindheitsgeschichten seines Onkels (Wilhelm Schlotterer) mit komischen Geräuschen. Dennoch bleibt das Gelächter im Publikum gedämpft. Es wird ja der Schmerz nur überlacht.

»Der Tod ist eine Entscheidung - wie das Leben«, heißt es am Schluss des Abends. Das wusste schon Albert Camus’ Sisyphos. Also rollen wir weiter den schweren Stein, zu dem wir uns entschieden haben, - nur jetzt leicht erheitert.

Gerhard Preußer, nachtkritik.de, 17. November 2018


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