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NEUES VOM TAGE

Lustige Oper von Paul Hindemith

  • Gregor Dalal, Henrike Jacob, Opernchor, Extrachor — © Martin Kaufhold
    Gregor Dalal, Henrike Jacob, Opernchor, Extrachor
    © Martin Kaufhold
  • Lisa Wedekind, Gregor Dalal, Henrike Jacob, Fritz Steinbacher — © Martin Kaufhold
    Lisa Wedekind, Gregor Dalal, Henrike Jacob, Fritz Steinbacher
    © Martin Kaufhold
  • Henrike Jacob, Lukas Schmid, Gregor Dalal — © Martin Kaufhold
    Henrike Jacob, Lukas Schmid, Gregor Dalal
    © Martin Kaufhold
  • Tilmann Unger, Damenchor, Extrachor — © Martin Kaufhold
    Tilmann Unger, Damenchor, Extrachor
    © Martin Kaufhold
  • Henrike Jacob — © Martin Kaufhold
    Henrike Jacob
    © Martin Kaufhold
  • Tilmann Unger, Henrike Jacob — © Martin Kaufhold
    Tilmann Unger, Henrike Jacob
    © Martin Kaufhold
  • Gregor Dalal, Tilmann Unger, Henrike Jacob — © Martin Kaufhold
    Gregor Dalal, Tilmann Unger, Henrike Jacob
    © Martin Kaufhold
  •  Tilmann Unger, Henrike Jacob — © Martin Kaufhold
    Tilmann Unger, Henrike Jacob
    © Martin Kaufhold
  • Gregor Dalal (Mitte), Youn-Seong Shim, Plamen Hidjov, Juan Fernando Gutiérrez, Frank Göbel, Fritz Steinbacher, Lukas Schmid — © Martin Kaufhold
    Gregor Dalal (Mitte), Youn-Seong Shim, Plamen Hidjov, Juan Fernando Gutiérrez, Frank Göbel, Fritz Steinbacher, Lukas Schmid
    © Martin Kaufhold
  • Plamen Hidjov, Henrike Jacob, Gregor Dalal, Youn-Seong Shim — © Martin Kaufhold
    Plamen Hidjov, Henrike Jacob, Gregor Dalal, Youn-Seong Shim
    © Martin Kaufhold
  • Henrike Jacob, Gregor Dalal, Opernchor, Extrachor — © Martin Kaufhold
    Henrike Jacob, Gregor Dalal, Opernchor, Extrachor
    © Martin Kaufhold
  • Gregor Dalal, Henrike Jacob, Opernchor, Extrachor — © Martin Kaufhold
    Gregor Dalal, Henrike Jacob, Opernchor, Extrachor
    © Martin Kaufhold

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Das Leben ein Vermarktungsspiel? | Paul Hindemiths (1895–1963) Neues vom Tage spielt ausgesprochen unterhaltsam mit der – durch Boulevardblätter oder andere Medien gespeisten – Lust des Bürgers, Intimitäten anderer serviert zu bekommen.

Die Handlung dreht sich um das nach den Flitterwochen bereits schon wieder ehemüde Paar Laura und Eduard. Sie konsultieren daher das Büro für Familienangelegenheiten GmbH, das praktischerweise einen jungen Mann – den schönen Herrn Hermann – als Scheidungsgrund vermietet. Nach etlichen Liebes- und Eifersuchtsverwirrspielen wird ihr Fall effizient vermarktet. Beide finden sich schließlich im Alkazar wieder, wo sie jeden Abend einem sensationslüsternen Publikum die Geschichte von Laura und Eduard vorspielen. Als sie jedoch von der Öffentlichkeit endgültig genug haben und ihren Rückzug ins Privatleben planen, wehrt sich das Klatschspaltenpublikum vehement: Niemals… Ihr seid keine Menschen mehr. Ihr seid das »Neueste vom Tage!«

Hindemiths – 1929 in Berlin uraufgeführtes – Werk ist ein satirischer Seitenhieb auf die übermächtige Boulevardpresse. Die Oper bietet einen enormen Reichtum an Anspielungen und Parodien. Neben barockisierenden Elementen, finden sich Jazzeinflüsse, ausdrücklich gewünschter Duett-Kitsch, Kabarett-Einlagen und vieles mehr…

Spieldauer ca. 90 Minuten, keine Pause

 

AUS DER PRESSE:

In der Oper wird normalerweise viel geschmachtet, noch mehr gelitten und meist stundenlang gestorben. Bei Paul Hindemith jubiliert das Traumpaar Laura und Eduard: »Wir lassen uns scheiden!« Und Herr und Frau M. fallen jauchzend ein: »Wir können uns nicht leiden!« Man tanzt vergnügt, das Konfetti fliegt. Willkommen bei der Anti-Oper – und knapp eineinhalb Stunden geistreichem Vergnügen.
Leider gilt der Name Hindemith heute als Synonym für schwer verständliche Musik. Ein Jammer. So viele leere Plätze gab es bei einer Premiere in dieser Spielzeit am Theater Münster noch nie. Doch es lohnt sich, die Vorurteile über Bord zu werfen. Was der Komponist und sein Librettist Marcellus Schiffer im Jahr 1929 mit »Neues vom Tage« geschaffen haben, ist schlichtweg eine glänzende Parodie. Und die funktioniert, obwohl sie eine Zeitoper ist, also Phänomene ihrer Zeit und Alltäglichkeiten darstellt, heute noch genauso gut. Themen wie die Gier der Presse nach Schlagzeilen und die gnadenlose Vermarktung von Privatem werden hier schrill vorgeführt.
Regisseur Ansgar Weigner lenkt die Absurditäten dieser Scheidungsfarce geschickt, kostet auch mal beim Klamauk, winkt vergnügt Loriot und der Klimbim-Familie zu, schießt aber auch Giftpfeile ab [...].
Henrike Jacob, die ihrem Sopran burleske Farben gibt, und Gregor Dalal mit seinem voluminösen Bariton sind nicht nur stimmlich in diesen schwierigen Partien voll auf der Höhe, sie bringen auch die nötige Spielfreude mit. Der Tenorglanz fällt dem schönen Herrn Hermann zu: dem Scheidungsgrund. Tilmann Unger singt ihn wie ein Gentleman. Der große »Duett-Kitsch« (so nennt es Hindemith!) mit Henrike Jakob ist einer der Höhepunkte der Inszenierung. Sie schmelzen, schmachten, himmeln sich an, im Graben schwillt die Musik zum einzig großen Gefühl. Ein Traum. Eine Satire.
Das zweite Paar ist mit Fritz Steinbacher und Lisa Wedekind besetzt: Sie fliegen nicht nur behände durch ihre Partien, sie fegen auch durchs Publikum. Ein großes Lob verdienen die Chöre, die Inna Batyuk sehr präzise auf diese äußerst komplexen Sätze vorbereitet hat. Die Schlussfuge mit einer Zeitungschoreografie, abgestimmt auf die vertrackte Musik, gelingt auf den Punkt genau.
Hendrik Vestmann liefert mit »Neues vom Tage« seine letzte Vorstellung ab, danach verabschiedet er sich nach Bonn. Ein würdiger Abschluss. Die Musik ist zuweilen zwar wirklich schräg und tönern, keine Frage, doch er lässt es auch jazzen und glitzern. Und in Verbindung mit dem kabarettistischen Libretto über die banalsten Dinge entsteht auch musikalisch große Komik, von der sich das Premierenpublikum am Samstagabend mitreißen ließ. Der Applaus wollte gar nicht enden.
Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 4. März 2013

Der Name Paul Hindemiths scheint immer noch wie Kassengift zu wirken: Es gab viele freie Plätze bei dieser Premiere im Großen Haus. Wer indes dabei war, wird alle Vorurteile über Bord werfen: Diese knapp eineinhalb Stunden Oper sind ein großes Vergnügen. Zumal Regisseur Ansgar Weigner und Bühnenbildner Christian Floeren den Zuschauern sogar die Arbeit der Vorbereitung abnehmen: Im glitzerbunten Revue-Rahmen wechseln die Bilder in munterer Folge, und Texteinblendungen weisen nicht nur auf die Schauplätze der Handlung hin, sondern auch auf die Zeitläufte – etwa, dass im Uraufführungsjahr 1929 Thomas Mann den Nobelpreis erhielt oder dass ein Beamten-Zölibat (!) aufgehoben wurde. Die schönen Kostüme von Anke Drewes vermitteln anschaulich den Geist dieser Zeit.
Zu dem gehört auch, dass unerhörte Begebenheiten sofort als »Neues vom Tage« Schlagzeilen in der Zeitung machen: Hindemiths Oper wirkt hier überraschend aktuell. Laura und Eduard, die mit ihrem chaotischen Scheidungs-Bestreben Aufsehen erregen, landen in der Wochenschau und in der Revue – das Fernsehen gab es ja noch nicht.
So quirlig-perfekt wie die Inszenierung ist auch die musikalische Seite der Aufführung: Wie der scheidende Erste Kapellmeister Hendrik Vestmann es im Orchestergraben hüpfen und swingen lässt, ist eine wahre Wonne. Bisweilen wünschte man sich fast, diesen Orchesterpart mal ohne Gesangstimmen zu hören – wären Sänger und Chor nicht so fabelhaft. Henrike Jacob gibt sich mit Genuss für die Zuhörer den Sopranhöhen der kecken Laura hin, Gregor Dalal stellt sich ihr mit kultiviertem Wucht-Bariton entgegen. Virtuos fegen Fritz Steinbacher und Lisa Wedekind als buffoneskes Paar Herr und Frau M. durch ihre Parlando-Passagen, und Tilmann Unger legt allen Tenorschmelz dieser Opernwelt in die sängerischen Aufschwünge des schönen Herrn Hermann. Schlichtweg großartig sind die von Inna Batyuk einstudierten Chöre, die nicht nur wuchtige Finalszenen gestalten, sondern auch ihre subtileren Einsätze brillant hinlegen.
Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 4. März 2013

Laura und Eduard sind mit Henrike Jacob und Gregor Dalal stimmlich gut besetzt. Vor allem Jacobs strahlende, kräftige Höhe lässt sie mit Leichtigkeit ein wenig übertreiben.  Und dann wird jeder Ton zum Hörgenuss. Beide intonieren sauber, singen die Phrasen schön aus und sind immer textverständlich. So wird die Einblendung der Texte oberhalb der Bühne über weite Strecken überflüssig. Außerdem scheinen beide den entsprechenden Humor für eine solche Produktion mitzubringen. Tilmann Unger als »schöner Herr Hermann« spielt mit seinen sicheren Höhen, sieht gut aus und verliebt sich jedes Mal ganz unprofessionell in seine Kundinnen. Herr M., Fritz Steinbacher, und Frau M., Lisa Wedekind, singen und spielen fabelhaft und lassen ein bisschen jugendhaften Charme einfließen. Die Manager Juan Fernando Gutiérrez, Lukas Schmid, Plamen Hidjov, Youn-Seong Shim und der klangstarke, elegante Bariton Frank Göbel gefallen als Ensemble. Auch Fritz Steinbacher, als Manager doppelt besetzt, gefällt. Das Zimmermädchen Barbara Bräckelmann fügt ein paar schöne Töne als Nebenrolle hinzu.
Chor und Extrachor, von Inna Batyuk einstudiert, ergänzen sicher und musikalisch lebendig das bunte Treiben. Die Choreografie Hans Henning Paars sorgt für gute, stimmige Bewegungsabläufe. Das Sinfonieorchester Münster zeigt sich hervorragend aufgelegt, swingt und marschiert gleichermaßen, und glänzt mit vielen sehr gelungenen Soli in Solooboe und Solovioline.
In Sachen Scheidung zeigen sich die Geschlechter unterschiedlicher Auffassung: Während die Herren sich ein Schmunzeln nicht verkneifen wollen, bleiben die Lippen der Damen eher schmal. Am Ende aber gibt es vor allem eins von beiden Seiten: Viel Beifall. Münster scheint erfolgreich den Weg zum niveauvollen Theater für alle einzuschlagen.
Neues vom Tage ist in dieser Inszenierung geeignet, ganz neue Opernfreunde anzusprechen.
Heike Eickhoff, opernnetz.de, 4. März 2013

Welch ein herrliches Stück! Mögen heute auch die Medien andere sein: Die Paparazzi und Voyeure sind die gleichen. Und so ist Neues vom Tage immer noch eine wunderbare Satire über die Boulevardpresse und das Radio, ein Stück, dass seine Wirkung vor allem natürlich dann entfaltet, wenn es auf so hohem Niveau gegeben wird wie es Ansgar Weigner und sein Team an den Tag legen - witzig und geistvoll. [...]
Ansgar Weigner unterstreicht den revueartigen Charakter der Oper. Auf der Drehbühne erfolgen schnelle Szenenwechsel, die viele verschiedene einzelne Sequenzen zur einem farbigen Kaleidoskop verbinden. Und immer wieder zwischendurch komische, ja lustige und hintersinnige Regie-Einfälle wie die drei Manager, die Eduard mit Gold, Weihrauch und Myrrhe anbeten, als sei er der neugeborene Messias. Ansgar Weigners Inszenierung korrespondiert ganz eng mit Hindemiths so unglaublich faszinierend vielfältiger und funkelnder Musik. Diese strotzt nur so von Einfallsreichtum, aber auch von Anspielungen auf Stile. Wagner und Strauss werden zitiert, wenn es um »große Gefühle« geht. Das Ganze ist ein äußerst komplexes Werk, das absolut kompetenter Interpreten bedarf. Und die sind in Münster vorhanden.
Star dieser Inszenierung ist ganz eindeutig Dirigent Hendrik Vestmann. Wie er die Musiker des Sinfonieorchesters zu Höchstleistungen anstachelt und zugleich ein perfektes Miteinander zwischen Graben und Bühne hinbekommt, ist schlichtweg phänomenal. Dirigent und Orchester schultern die erheblichen Schwierigkeiten der Partitur mit bemerkenswerter Präzision und Spiellust, Vestmann lotet dabei alle Feinheiten aus und macht sie dem Publikum nachvollziehbar. [...]
Neues vom Tage in Münster: was für eine Entdeckung - und welch eine Sternstunde für die Musiktheater-Sparte an diesem Haus.
Thomas Hilgemeier, Theater Pur, 4. März 2013

Info

Das Leben ein Vermarktungsspiel? | Paul Hindemiths (1895–1963) Neues vom Tage spielt ausgesprochen unterhaltsam mit der – durch Boulevardblätter oder andere Medien gespeisten – Lust des Bürgers, Intimitäten anderer serviert zu bekommen.

Die Handlung dreht sich um das nach den Flitterwochen bereits schon wieder ehemüde Paar Laura und Eduard. Sie konsultieren daher das Büro für Familienangelegenheiten GmbH, das praktischerweise einen jungen Mann – den schönen Herrn Hermann – als Scheidungsgrund vermietet. Nach etlichen Liebes- und Eifersuchtsverwirrspielen wird ihr Fall effizient vermarktet. Beide finden sich schließlich im Alkazar wieder, wo sie jeden Abend einem sensationslüsternen Publikum die Geschichte von Laura und Eduard vorspielen. Als sie jedoch von der Öffentlichkeit endgültig genug haben und ihren Rückzug ins Privatleben planen, wehrt sich das Klatschspaltenpublikum vehement: Niemals… Ihr seid keine Menschen mehr. Ihr seid das »Neueste vom Tage!«

Hindemiths – 1929 in Berlin uraufgeführtes – Werk ist ein satirischer Seitenhieb auf die übermächtige Boulevardpresse. Die Oper bietet einen enormen Reichtum an Anspielungen und Parodien. Neben barockisierenden Elementen, finden sich Jazzeinflüsse, ausdrücklich gewünschter Duett-Kitsch, Kabarett-Einlagen und vieles mehr…

Spieldauer ca. 90 Minuten, keine Pause

 

AUS DER PRESSE:

In der Oper wird normalerweise viel geschmachtet, noch mehr gelitten und meist stundenlang gestorben. Bei Paul Hindemith jubiliert das Traumpaar Laura und Eduard: »Wir lassen uns scheiden!« Und Herr und Frau M. fallen jauchzend ein: »Wir können uns nicht leiden!« Man tanzt vergnügt, das Konfetti fliegt. Willkommen bei der Anti-Oper – und knapp eineinhalb Stunden geistreichem Vergnügen.
Leider gilt der Name Hindemith heute als Synonym für schwer verständliche Musik. Ein Jammer. So viele leere Plätze gab es bei einer Premiere in dieser Spielzeit am Theater Münster noch nie. Doch es lohnt sich, die Vorurteile über Bord zu werfen. Was der Komponist und sein Librettist Marcellus Schiffer im Jahr 1929 mit »Neues vom Tage« geschaffen haben, ist schlichtweg eine glänzende Parodie. Und die funktioniert, obwohl sie eine Zeitoper ist, also Phänomene ihrer Zeit und Alltäglichkeiten darstellt, heute noch genauso gut. Themen wie die Gier der Presse nach Schlagzeilen und die gnadenlose Vermarktung von Privatem werden hier schrill vorgeführt.
Regisseur Ansgar Weigner lenkt die Absurditäten dieser Scheidungsfarce geschickt, kostet auch mal beim Klamauk, winkt vergnügt Loriot und der Klimbim-Familie zu, schießt aber auch Giftpfeile ab [...].
Henrike Jacob, die ihrem Sopran burleske Farben gibt, und Gregor Dalal mit seinem voluminösen Bariton sind nicht nur stimmlich in diesen schwierigen Partien voll auf der Höhe, sie bringen auch die nötige Spielfreude mit. Der Tenorglanz fällt dem schönen Herrn Hermann zu: dem Scheidungsgrund. Tilmann Unger singt ihn wie ein Gentleman. Der große »Duett-Kitsch« (so nennt es Hindemith!) mit Henrike Jakob ist einer der Höhepunkte der Inszenierung. Sie schmelzen, schmachten, himmeln sich an, im Graben schwillt die Musik zum einzig großen Gefühl. Ein Traum. Eine Satire.
Das zweite Paar ist mit Fritz Steinbacher und Lisa Wedekind besetzt: Sie fliegen nicht nur behände durch ihre Partien, sie fegen auch durchs Publikum. Ein großes Lob verdienen die Chöre, die Inna Batyuk sehr präzise auf diese äußerst komplexen Sätze vorbereitet hat. Die Schlussfuge mit einer Zeitungschoreografie, abgestimmt auf die vertrackte Musik, gelingt auf den Punkt genau.
Hendrik Vestmann liefert mit »Neues vom Tage« seine letzte Vorstellung ab, danach verabschiedet er sich nach Bonn. Ein würdiger Abschluss. Die Musik ist zuweilen zwar wirklich schräg und tönern, keine Frage, doch er lässt es auch jazzen und glitzern. Und in Verbindung mit dem kabarettistischen Libretto über die banalsten Dinge entsteht auch musikalisch große Komik, von der sich das Premierenpublikum am Samstagabend mitreißen ließ. Der Applaus wollte gar nicht enden.
Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 4. März 2013

Der Name Paul Hindemiths scheint immer noch wie Kassengift zu wirken: Es gab viele freie Plätze bei dieser Premiere im Großen Haus. Wer indes dabei war, wird alle Vorurteile über Bord werfen: Diese knapp eineinhalb Stunden Oper sind ein großes Vergnügen. Zumal Regisseur Ansgar Weigner und Bühnenbildner Christian Floeren den Zuschauern sogar die Arbeit der Vorbereitung abnehmen: Im glitzerbunten Revue-Rahmen wechseln die Bilder in munterer Folge, und Texteinblendungen weisen nicht nur auf die Schauplätze der Handlung hin, sondern auch auf die Zeitläufte – etwa, dass im Uraufführungsjahr 1929 Thomas Mann den Nobelpreis erhielt oder dass ein Beamten-Zölibat (!) aufgehoben wurde. Die schönen Kostüme von Anke Drewes vermitteln anschaulich den Geist dieser Zeit.
Zu dem gehört auch, dass unerhörte Begebenheiten sofort als »Neues vom Tage« Schlagzeilen in der Zeitung machen: Hindemiths Oper wirkt hier überraschend aktuell. Laura und Eduard, die mit ihrem chaotischen Scheidungs-Bestreben Aufsehen erregen, landen in der Wochenschau und in der Revue – das Fernsehen gab es ja noch nicht.
So quirlig-perfekt wie die Inszenierung ist auch die musikalische Seite der Aufführung: Wie der scheidende Erste Kapellmeister Hendrik Vestmann es im Orchestergraben hüpfen und swingen lässt, ist eine wahre Wonne. Bisweilen wünschte man sich fast, diesen Orchesterpart mal ohne Gesangstimmen zu hören – wären Sänger und Chor nicht so fabelhaft. Henrike Jacob gibt sich mit Genuss für die Zuhörer den Sopranhöhen der kecken Laura hin, Gregor Dalal stellt sich ihr mit kultiviertem Wucht-Bariton entgegen. Virtuos fegen Fritz Steinbacher und Lisa Wedekind als buffoneskes Paar Herr und Frau M. durch ihre Parlando-Passagen, und Tilmann Unger legt allen Tenorschmelz dieser Opernwelt in die sängerischen Aufschwünge des schönen Herrn Hermann. Schlichtweg großartig sind die von Inna Batyuk einstudierten Chöre, die nicht nur wuchtige Finalszenen gestalten, sondern auch ihre subtileren Einsätze brillant hinlegen.
Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 4. März 2013

Laura und Eduard sind mit Henrike Jacob und Gregor Dalal stimmlich gut besetzt. Vor allem Jacobs strahlende, kräftige Höhe lässt sie mit Leichtigkeit ein wenig übertreiben.  Und dann wird jeder Ton zum Hörgenuss. Beide intonieren sauber, singen die Phrasen schön aus und sind immer textverständlich. So wird die Einblendung der Texte oberhalb der Bühne über weite Strecken überflüssig. Außerdem scheinen beide den entsprechenden Humor für eine solche Produktion mitzubringen. Tilmann Unger als »schöner Herr Hermann« spielt mit seinen sicheren Höhen, sieht gut aus und verliebt sich jedes Mal ganz unprofessionell in seine Kundinnen. Herr M., Fritz Steinbacher, und Frau M., Lisa Wedekind, singen und spielen fabelhaft und lassen ein bisschen jugendhaften Charme einfließen. Die Manager Juan Fernando Gutiérrez, Lukas Schmid, Plamen Hidjov, Youn-Seong Shim und der klangstarke, elegante Bariton Frank Göbel gefallen als Ensemble. Auch Fritz Steinbacher, als Manager doppelt besetzt, gefällt. Das Zimmermädchen Barbara Bräckelmann fügt ein paar schöne Töne als Nebenrolle hinzu.
Chor und Extrachor, von Inna Batyuk einstudiert, ergänzen sicher und musikalisch lebendig das bunte Treiben. Die Choreografie Hans Henning Paars sorgt für gute, stimmige Bewegungsabläufe. Das Sinfonieorchester Münster zeigt sich hervorragend aufgelegt, swingt und marschiert gleichermaßen, und glänzt mit vielen sehr gelungenen Soli in Solooboe und Solovioline.
In Sachen Scheidung zeigen sich die Geschlechter unterschiedlicher Auffassung: Während die Herren sich ein Schmunzeln nicht verkneifen wollen, bleiben die Lippen der Damen eher schmal. Am Ende aber gibt es vor allem eins von beiden Seiten: Viel Beifall. Münster scheint erfolgreich den Weg zum niveauvollen Theater für alle einzuschlagen.
Neues vom Tage ist in dieser Inszenierung geeignet, ganz neue Opernfreunde anzusprechen.
Heike Eickhoff, opernnetz.de, 4. März 2013

Welch ein herrliches Stück! Mögen heute auch die Medien andere sein: Die Paparazzi und Voyeure sind die gleichen. Und so ist Neues vom Tage immer noch eine wunderbare Satire über die Boulevardpresse und das Radio, ein Stück, dass seine Wirkung vor allem natürlich dann entfaltet, wenn es auf so hohem Niveau gegeben wird wie es Ansgar Weigner und sein Team an den Tag legen - witzig und geistvoll. [...]
Ansgar Weigner unterstreicht den revueartigen Charakter der Oper. Auf der Drehbühne erfolgen schnelle Szenenwechsel, die viele verschiedene einzelne Sequenzen zur einem farbigen Kaleidoskop verbinden. Und immer wieder zwischendurch komische, ja lustige und hintersinnige Regie-Einfälle wie die drei Manager, die Eduard mit Gold, Weihrauch und Myrrhe anbeten, als sei er der neugeborene Messias. Ansgar Weigners Inszenierung korrespondiert ganz eng mit Hindemiths so unglaublich faszinierend vielfältiger und funkelnder Musik. Diese strotzt nur so von Einfallsreichtum, aber auch von Anspielungen auf Stile. Wagner und Strauss werden zitiert, wenn es um »große Gefühle« geht. Das Ganze ist ein äußerst komplexes Werk, das absolut kompetenter Interpreten bedarf. Und die sind in Münster vorhanden.
Star dieser Inszenierung ist ganz eindeutig Dirigent Hendrik Vestmann. Wie er die Musiker des Sinfonieorchesters zu Höchstleistungen anstachelt und zugleich ein perfektes Miteinander zwischen Graben und Bühne hinbekommt, ist schlichtweg phänomenal. Dirigent und Orchester schultern die erheblichen Schwierigkeiten der Partitur mit bemerkenswerter Präzision und Spiellust, Vestmann lotet dabei alle Feinheiten aus und macht sie dem Publikum nachvollziehbar. [...]
Neues vom Tage in Münster: was für eine Entdeckung - und welch eine Sternstunde für die Musiktheater-Sparte an diesem Haus.
Thomas Hilgemeier, Theater Pur, 4. März 2013

Leitung

Musikalische Leitung Hendrik Vestmann

Inszenierung Ansgar Weigner

Bühne Christian Floeren

Kostüme Anke Drewes

Choreinstudierung Inna Batyuk

Choreografische Mitarbeit Hans Henning Paar

Dramaturgie Margrit Poremba (†)


Besetzung

Laura Henrike Jacob

Eduard Gregor Dalal

Der schöne Herr Hermann Tilmann Unger

Herr M. / 2. Manager Fritz Steinbacher

Frau M. Lisa Wedekind

Hoteldirektor / 3. Manager Juan Fernando Gutiérrez

Standesbeamter / 6. Manager Lukas Schmid

Fremdenführer / 5. Manager Plamen Hidjov

Zimmermädchen Barbara Bräckelmann / Christina Holzinger

Oberkellner / 1. Manager Youn-Seong Shim

4. Manager Frank Göbel

Opernchor / Extrachor
Sinfonieorchester Münster

Statisterie

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Hendrik Vestmann

Inszenierung Ansgar Weigner

Bühne Christian Floeren

Kostüme Anke Drewes

Choreinstudierung Inna Batyuk

Choreografische Mitarbeit Hans Henning Paar

Dramaturgie Margrit Poremba (†)


Besetzung

Laura Henrike Jacob

Eduard Gregor Dalal

Der schöne Herr Hermann Tilmann Unger

Herr M. / 2. Manager Fritz Steinbacher

Frau M. Lisa Wedekind

Hoteldirektor / 3. Manager Juan Fernando Gutiérrez

Standesbeamter / 6. Manager Lukas Schmid

Fremdenführer / 5. Manager Plamen Hidjov

Zimmermädchen Barbara Bräckelmann / Christina Holzinger

Oberkellner / 1. Manager Youn-Seong Shim

4. Manager Frank Göbel


Opernchor / Extrachor
Sinfonieorchester Münster

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