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MISS SARA SAMPSON

Trauerspiel von Gotthold Ephraim Lessing

  • Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Gerhard Mohr <br />© Oliver Berg
    Gerhard Mohr
    © Oliver Berg
  • Johanna Heinrich <br />© Oliver Berg
    Johanna Heinrich
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes, Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Andreas Abegg, Gerhard Mohr <br />© Oliver Berg
    Andreas Abegg, Gerhard Mohr
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Andreas Abegg <br />© Oliver Berg
    Andreas Abegg
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann, Johanna Heinrich <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Johanna Heinrich
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • von oben nach unten: Gerhard Mohr, Ilja Harjes, Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    von oben nach unten: Gerhard Mohr, Ilja Harjes, Lilly Gropper
    © Oliver Berg

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Was für Bilder, was für schreckliche Bilder schwärmten um mich herum! Ich wollte sie gern für Träume halten. Vier Menschen in einem Hotel am Ende der Welt – alle auf der Suche nach dem Glück, an das sie schon gar nicht mehr glauben können. Die junge Sara, Tochter aus gutem bürgerlichen Haus, ist verliebt in den älteren Mellefont, einen unkonventionellen Lebemann und Freigeist. Oder will sie nur vor dem überfürsorglichen Vater fliehen und benutzt die Liebe als Weg in eine unbestimmte Freiheit? Seit neun Wochen sitzt sie nun in ihrem Hotelzimmer und träumt zunehmend verzagt von Heirat und Flucht, während Mellefont damit beschäftigt ist, Geld für die gemeinsame Zukunft zu beschaffen. Da holt ihn seine Vergangenheit ein: Marwood, Mellefonts ehemalige Geliebte und Mutter des gemeinsamen Kindes, ist ebenfalls im Ort abgestiegen. Sie fordert den Mann zurück, appelliert an sein Verantwortungsgefühl und beschwört gemeinsame Erinnerungen. In größter  Verzweiflung und mit aller Härte will sich die Betrogene gegen die jüngere Frau durchsetzen und verursacht eine Tragödie. Saras Vater hält am Ende zwei Tote im Arm, die Amokläuferin ist auf der Flucht, und ein Kind bleibt allein gelassen zurück.

Das erste bürgerliche Trauerspiel, vom 26-Jährigen Lessing 1755 verfasst, brachte das Publikum der Uraufführung zum Weinen. Es ist ein Melodrama über die Sehnsucht nach großem Gefühl und Veränderung, eine hoch dramatische Geschichte über Einsamkeit und die Fähigkeit zur Liebe. Eine Tragödie des Erwachsenwerdens.

Aufführungsdauer ca. 110 Minuten, keine Pause

 

AUS DER PRESSE:

Regisseurin Kathrin Mädler kann sich auf ihre Akteure verlassen, schafft es, Charaktere herauszuarbeiten und Lessings ‚Miss Sara Sampson’ nicht nur äußerlich aus der Zeitgebundenheit zu lösen, sondern die Konflikte, Freuden und Ängste als ganz aktuell zu entfalten.

Da ist Mellefont, ein mittelloser Macho, dessen Rolle durch permanente Selbstzweifel ad absurdum geführt wird. Ilja Harjes formt diesen gebrochenen Charakter konsequent: Das Mitleid mit Mellefont überwiegt schließlich. Gerhard Mohr als Vater Sampson ist ja so was von gütig. Da kann man Saras Wut und ihre Ohnmacht im Verhältnis der beiden sehr gut nachvollziehen. Und es hätte ja auch alles gut werden können, wäre da nämlich nicht die Marwood: Claudia Hübschmann ist Mellefonts Ex-Geliebte und gibt sie mit einer unnachahmlichen Mischung aus Frustration, Verzweiflung, Desillusionierung und einer gehörigen Portion verbliebener Restliebe. Das ist pures Dynamit und die Beruhigungstabletten ein Muss. Das gerade sie zum Affektmord beitragen, ist eigentlich nur logisch. Gropper und Hübschmann sind wahre und würdige Antipoden: unverbraucht und lebensgierig die Eine, vom Leben gezeichnet die Andere. Ihr Dialog sprüht und schlägt Funken. Ein Coup der Regie ist die Person des Barpianisten: gleichzeitig Souffleur und musikalischer Kommentator der Szene, der formidabel Chopin, Haydn und vieles mehr auf die Tasten legt. Andreas Abegg macht das ganz großartig – eine perfekte Klammer für die Handlung.

Christoph Schulte im Walde, theaterpur.net, 19. November 2013



In zwei Stunden, ohne einschneidende Zäsuren, wirbelt sie [Regisseurin Kathrin Mädler] den Fünfakter durchs Kleine Haus und verzichtet dabei nicht nur auf große Strecken des Lessing-Texts, sondern vor allem auf zeitgebundene Rührseligkeit. Tatsächlich wären die tödlichen Romeo-und-Julia-Reminiszenzen des Schlusses wohl nicht so leicht zu ertragen, hätte die Inszenierung nicht einen hoffnungsfrohen Ausweg hinzugefügt.

Ilja Harjes als dynamischer, aber wenig entschlusskräftiger Mellefont und Gerhard Mohr als »Vatter« Sampson (wie Sara ihn einmal kichernd nennt) sind fabelhafte schauspielerische Assistenten für die beiden Heldinnen der Aufführung: Als Sara und Marwood liefern sich Lilly Gropper und Claudia Hübschmann ein grandioses Duell zwischen Königinnendrama und Zickenkrieg. Groppers Sara, mit Söckchen zu Highheels ein Mädchen auf dem Weg des Erwachsenwerdens, kann kindlich-kokett auf die Männer einwirken, aber auch zu Beginn schon glaubhaft-panisch von jenem furchtbaren Traum erzählen, in dem sich Schmerz mit Erwachen verbindet. Hübschmanns Marwood hingegen kann zwar beherzt in die Trickkiste weiblicher Reize greifen, wird aber durch Erfolglosigkeit dann doch zur Raserei getrieben. Auf diese Weise gibt Hübschmann der mordenden Intrigantin menschliche Kontur, während Gropper eben auch viel mehr ist als ein klischeehafter Bühnen-Backfisch.

Es ist bewundernswert, wie die Schauspieler sich Lessings Sprache aneignen, um dann wieder zur Musik des Klavierspielers Andreas Abegg über die Bühne zu tänzeln – hier hat auch Tanztheater-Chef Hans Henning Paar die Hand im Spiel. Gewiss wirkt das Stück vor allem durch seine kunstvoll gewundene Prosa etwas fremd. Aber Gefühlskontraste etwa zwischen Liebe und Wollust, die es verhandelt, sind zeitlos aktuell.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 18. November 2013

 

Lilly Grooper belebt die Miss, die endlich Mrs. sein will, für unsere Zeit, in der junge Mädchen zwischen Engel, Zicke und Vamp ihre Performance wechseln. Aus der Identitätssuche macht Lilly Grooper aber einen Bewusstseinsprozess, in dem sich die unbeschwert Liebende mehr und mehr mit den Tatsachen des Lebens konfrontiert sieht. [...]

Vor allem Claudia Hüschmann als Mellefonts Ex-Geliebte zieht der Lovestory ein paar Korsettstangen ein. Hübschmann spielt Marwood mit einer Neigung zur Selbstaufgabe, ohne dabei ihr Ziel aus den Augen zu lassen: Mellefont. Sie hat das Leben auf ihrer Seite und informiert Miss Sara über Mellefonts Liebschaften und die uneheliche Arabella, ihre gemeinsame Tochter. Das wird in Münster ganz unprätentiös gespielt.

[...] Regisseurin Kathrin Mädler hat den Dialogen der Glücksuchenden eine Spannung gegeben, die mit dem Traummotiv korrespondiert, das vielleicht alles gar nicht so wahr ist. Am Ende finden die Figuren aus dem psychosozialen Hotelsaal (Bühne Mareike Porschka) noch irgendwie heraus. Während der selbstvergessene Mellefont nach seinem Selbstmord verschwindet, freut es einen für Miss Sara, die mit dem Fahrstuhl wohin auch immer fährt.

Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 19. November 2013

Info

Was für Bilder, was für schreckliche Bilder schwärmten um mich herum! Ich wollte sie gern für Träume halten. Vier Menschen in einem Hotel am Ende der Welt – alle auf der Suche nach dem Glück, an das sie schon gar nicht mehr glauben können. Die junge Sara, Tochter aus gutem bürgerlichen Haus, ist verliebt in den älteren Mellefont, einen unkonventionellen Lebemann und Freigeist. Oder will sie nur vor dem überfürsorglichen Vater fliehen und benutzt die Liebe als Weg in eine unbestimmte Freiheit? Seit neun Wochen sitzt sie nun in ihrem Hotelzimmer und träumt zunehmend verzagt von Heirat und Flucht, während Mellefont damit beschäftigt ist, Geld für die gemeinsame Zukunft zu beschaffen. Da holt ihn seine Vergangenheit ein: Marwood, Mellefonts ehemalige Geliebte und Mutter des gemeinsamen Kindes, ist ebenfalls im Ort abgestiegen. Sie fordert den Mann zurück, appelliert an sein Verantwortungsgefühl und beschwört gemeinsame Erinnerungen. In größter  Verzweiflung und mit aller Härte will sich die Betrogene gegen die jüngere Frau durchsetzen und verursacht eine Tragödie. Saras Vater hält am Ende zwei Tote im Arm, die Amokläuferin ist auf der Flucht, und ein Kind bleibt allein gelassen zurück.

Das erste bürgerliche Trauerspiel, vom 26-Jährigen Lessing 1755 verfasst, brachte das Publikum der Uraufführung zum Weinen. Es ist ein Melodrama über die Sehnsucht nach großem Gefühl und Veränderung, eine hoch dramatische Geschichte über Einsamkeit und die Fähigkeit zur Liebe. Eine Tragödie des Erwachsenwerdens.

Aufführungsdauer ca. 110 Minuten, keine Pause

 

AUS DER PRESSE:

Regisseurin Kathrin Mädler kann sich auf ihre Akteure verlassen, schafft es, Charaktere herauszuarbeiten und Lessings ‚Miss Sara Sampson’ nicht nur äußerlich aus der Zeitgebundenheit zu lösen, sondern die Konflikte, Freuden und Ängste als ganz aktuell zu entfalten.

Da ist Mellefont, ein mittelloser Macho, dessen Rolle durch permanente Selbstzweifel ad absurdum geführt wird. Ilja Harjes formt diesen gebrochenen Charakter konsequent: Das Mitleid mit Mellefont überwiegt schließlich. Gerhard Mohr als Vater Sampson ist ja so was von gütig. Da kann man Saras Wut und ihre Ohnmacht im Verhältnis der beiden sehr gut nachvollziehen. Und es hätte ja auch alles gut werden können, wäre da nämlich nicht die Marwood: Claudia Hübschmann ist Mellefonts Ex-Geliebte und gibt sie mit einer unnachahmlichen Mischung aus Frustration, Verzweiflung, Desillusionierung und einer gehörigen Portion verbliebener Restliebe. Das ist pures Dynamit und die Beruhigungstabletten ein Muss. Das gerade sie zum Affektmord beitragen, ist eigentlich nur logisch. Gropper und Hübschmann sind wahre und würdige Antipoden: unverbraucht und lebensgierig die Eine, vom Leben gezeichnet die Andere. Ihr Dialog sprüht und schlägt Funken. Ein Coup der Regie ist die Person des Barpianisten: gleichzeitig Souffleur und musikalischer Kommentator der Szene, der formidabel Chopin, Haydn und vieles mehr auf die Tasten legt. Andreas Abegg macht das ganz großartig – eine perfekte Klammer für die Handlung.

Christoph Schulte im Walde, theaterpur.net, 19. November 2013



In zwei Stunden, ohne einschneidende Zäsuren, wirbelt sie [Regisseurin Kathrin Mädler] den Fünfakter durchs Kleine Haus und verzichtet dabei nicht nur auf große Strecken des Lessing-Texts, sondern vor allem auf zeitgebundene Rührseligkeit. Tatsächlich wären die tödlichen Romeo-und-Julia-Reminiszenzen des Schlusses wohl nicht so leicht zu ertragen, hätte die Inszenierung nicht einen hoffnungsfrohen Ausweg hinzugefügt.

Ilja Harjes als dynamischer, aber wenig entschlusskräftiger Mellefont und Gerhard Mohr als »Vatter« Sampson (wie Sara ihn einmal kichernd nennt) sind fabelhafte schauspielerische Assistenten für die beiden Heldinnen der Aufführung: Als Sara und Marwood liefern sich Lilly Gropper und Claudia Hübschmann ein grandioses Duell zwischen Königinnendrama und Zickenkrieg. Groppers Sara, mit Söckchen zu Highheels ein Mädchen auf dem Weg des Erwachsenwerdens, kann kindlich-kokett auf die Männer einwirken, aber auch zu Beginn schon glaubhaft-panisch von jenem furchtbaren Traum erzählen, in dem sich Schmerz mit Erwachen verbindet. Hübschmanns Marwood hingegen kann zwar beherzt in die Trickkiste weiblicher Reize greifen, wird aber durch Erfolglosigkeit dann doch zur Raserei getrieben. Auf diese Weise gibt Hübschmann der mordenden Intrigantin menschliche Kontur, während Gropper eben auch viel mehr ist als ein klischeehafter Bühnen-Backfisch.

Es ist bewundernswert, wie die Schauspieler sich Lessings Sprache aneignen, um dann wieder zur Musik des Klavierspielers Andreas Abegg über die Bühne zu tänzeln – hier hat auch Tanztheater-Chef Hans Henning Paar die Hand im Spiel. Gewiss wirkt das Stück vor allem durch seine kunstvoll gewundene Prosa etwas fremd. Aber Gefühlskontraste etwa zwischen Liebe und Wollust, die es verhandelt, sind zeitlos aktuell.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 18. November 2013

 

Lilly Grooper belebt die Miss, die endlich Mrs. sein will, für unsere Zeit, in der junge Mädchen zwischen Engel, Zicke und Vamp ihre Performance wechseln. Aus der Identitätssuche macht Lilly Grooper aber einen Bewusstseinsprozess, in dem sich die unbeschwert Liebende mehr und mehr mit den Tatsachen des Lebens konfrontiert sieht. [...]

Vor allem Claudia Hüschmann als Mellefonts Ex-Geliebte zieht der Lovestory ein paar Korsettstangen ein. Hübschmann spielt Marwood mit einer Neigung zur Selbstaufgabe, ohne dabei ihr Ziel aus den Augen zu lassen: Mellefont. Sie hat das Leben auf ihrer Seite und informiert Miss Sara über Mellefonts Liebschaften und die uneheliche Arabella, ihre gemeinsame Tochter. Das wird in Münster ganz unprätentiös gespielt.

[...] Regisseurin Kathrin Mädler hat den Dialogen der Glücksuchenden eine Spannung gegeben, die mit dem Traummotiv korrespondiert, das vielleicht alles gar nicht so wahr ist. Am Ende finden die Figuren aus dem psychosozialen Hotelsaal (Bühne Mareike Porschka) noch irgendwie heraus. Während der selbstvergessene Mellefont nach seinem Selbstmord verschwindet, freut es einen für Miss Sara, die mit dem Fahrstuhl wohin auch immer fährt.

Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 19. November 2013

Leitung

Inszenierung Kathrin Mädler

Bühne und Kostüme Mareike Porschka

Dramaturgie Wolfgang Türk


Besetzung

Sir William Sampson Gerhard Mohr

Miss Sara Sampson Lilly Gropper

Mellefont Ilja Harjes

Marwood, Mellefonts alte Geliebte Claudia Hübschmann

Arabella, ein junges Kind, der Marwood Tochter Johanna Heinrich / Josefine Wucherpfennig

Besetzung

Leitung

Inszenierung Kathrin Mädler

Bühne und Kostüme Mareike Porschka

Dramaturgie Wolfgang Türk


Besetzung

Sir William Sampson Gerhard Mohr

Miss Sara Sampson Lilly Gropper

Mellefont Ilja Harjes

Marwood, Mellefonts alte Geliebte Claudia Hübschmann

Arabella, ein junges Kind, der Marwood Tochter Johanna Heinrich / Josefine Wucherpfennig



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