zum Sinfonieorchester zum Online-Ticket-Shop
Juli 2021

Mo

Di

Mi

Do

Fr

Sa

So

1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

LA BOHÈME

Oper lirica in vier Bildern von Giacomo Puccini

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
  • Adrian Xhema, Sara Rossi Daldoss, Opernchor, Extrachor, Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik  — © Oliver Berg
    Adrian Xhema, Sara Rossi Daldoss, Opernchor, Extrachor, Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik
    © Oliver Berg
  • Ensemble — © Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Henrike Jacob — © Oliver Berg
    Gregor Dalal, Henrike Jacob
    © Oliver Berg
  • Juan Fernando Gutiérrez, Adrian Xhema, Gregor Dalal — © Oliver Berg
    Juan Fernando Gutiérrez, Adrian Xhema, Gregor Dalal
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Juan Fernando Gutiérrez, Plamen Hidjov, Lukas Schmid, Adrian Xhema — © Oliver Berg
    Gregor Dalal, Juan Fernando Gutiérrez, Plamen Hidjov, Lukas Schmid, Adrian Xhema
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Henrike Jacob, Lukas Schmid, Plamen Hidjov, Opernchor — © Oliver Berg
    Gregor Dalal, Henrike Jacob, Lukas Schmid, Plamen Hidjov, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Sara Rossi Daldoss, Gregor Dalal, Adrian Xhema — © Oliver Berg
    Sara Rossi Daldoss, Gregor Dalal, Adrian Xhema
    © Oliver Berg
  • Lukas Schmid, Adrian Xhema, Juan Fernando Gutiérrez, Sara Rossi Daldoss, Henrike Jacob — © Oliver Berg
    Lukas Schmid, Adrian Xhema, Juan Fernando Gutiérrez, Sara Rossi Daldoss, Henrike Jacob
    © Oliver Berg
  • Sara Rossi Daldoss, Adrian Xhema — © Oliver Berg
    Sara Rossi Daldoss, Adrian Xhema
    © Oliver Berg
  • Adrian Xhema, Sara Rossi Daldoss — © Oliver Berg
    Adrian Xhema, Sara Rossi Daldoss
    © Oliver Berg
  • Juan Fernando Gutiérrez, Lukas Schmid, Sara Rossi Daldoss, Adrian Xhema, Gregor Dalal, Opernchor, Extrachor, Statisterie — © Oliver Berg
    Juan Fernando Gutiérrez, Lukas Schmid, Sara Rossi Daldoss, Adrian Xhema, Gregor Dalal, Opernchor, Extrachor, Statisterie
    © Oliver Berg
  • Sara Rossi Daldoss, Gregor Dalal — © Oliver Berg
    Sara Rossi Daldoss, Gregor Dalal
    © Oliver Berg

Zwei schöne Augen, geraubt aus dem Geldschrank meiner Poesie …

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Für seine vierte Oper wählte Puccini als literarische Vorlage Henri Murgers Roman LA VIE DE BOHÈME, der in locker verbundenen Szenen vom Glanz und Elend des Lebens gesellschaftlich erfolgloser Künstler in Paris erzählt: von ihren hochfliegenden Träumen und harten Abstürzen, von Überschwang und Lebenshunger, Liebe, Krankheit und Tod. In den Mittelpunkt seiner Oper stellt Puccini die Beziehung des Dichters Rodolfo zu seiner Nachbarin, der Näherin Lucia, genannt Mimi, die am Weihnachtsabend an seine Tür klopft, weil ihre Kerze erloschen ist und sie kein Feuer hat, diese wieder anzuzünden. Eine leidenschaftliche Liebe entwickelt sich zwischen ihnen, doch nach wenigen Wochen des Zusammenlebens meint Rodolfo, Mimi verlassen zu müssen, da sie schwer lungenkrank ist und er ihr keine Bleibe bieten kann, in der sie genesen könnte. Auch nach der Trennung wird Mimi nicht wieder gesund. Im Moment ihres Sterbens muss Rodolfo erkennen, dass jeder nicht gelebte Moment ihrer Liebe unwiederbringlich verloren ist …

Puccinis Genie der Sentimentalität ist in La Bohème vollkommen der dramatischen Substanz angepasst und so prächtig entfaltet, schrieb Igor Strawinsky, dass sogar ich, wenn es mir gelingt, eine Karte zu bekommen, das Theater mit dem Lied meiner verlorenen Unschuld auf den Lippen verlasse.

Aufführungsdauer ca. 150 Minuten, eine Pause

Info

Für seine vierte Oper wählte Puccini als literarische Vorlage Henri Murgers Roman LA VIE DE BOHÈME, der in locker verbundenen Szenen vom Glanz und Elend des Lebens gesellschaftlich erfolgloser Künstler in Paris erzählt: von ihren hochfliegenden Träumen und harten Abstürzen, von Überschwang und Lebenshunger, Liebe, Krankheit und Tod. In den Mittelpunkt seiner Oper stellt Puccini die Beziehung des Dichters Rodolfo zu seiner Nachbarin, der Näherin Lucia, genannt Mimi, die am Weihnachtsabend an seine Tür klopft, weil ihre Kerze erloschen ist und sie kein Feuer hat, diese wieder anzuzünden. Eine leidenschaftliche Liebe entwickelt sich zwischen ihnen, doch nach wenigen Wochen des Zusammenlebens meint Rodolfo, Mimi verlassen zu müssen, da sie schwer lungenkrank ist und er ihr keine Bleibe bieten kann, in der sie genesen könnte. Auch nach der Trennung wird Mimi nicht wieder gesund. Im Moment ihres Sterbens muss Rodolfo erkennen, dass jeder nicht gelebte Moment ihrer Liebe unwiederbringlich verloren ist …

Puccinis Genie der Sentimentalität ist in La Bohème vollkommen der dramatischen Substanz angepasst und so prächtig entfaltet, schrieb Igor Strawinsky, dass sogar ich, wenn es mir gelingt, eine Karte zu bekommen, das Theater mit dem Lied meiner verlorenen Unschuld auf den Lippen verlasse.

Aufführungsdauer ca. 150 Minuten, eine Pause

Leitung

Musikalische Leitung Fabrizio Ventura

Inszenierung Pavel Fieber

Bühne und Kostüme Christian Floeren

Choreinstudierung Inna Batyuk

Kinderchoreinstudierung Rita Stork-Herbst

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Mimí Sara Rossi Daldoss

Musette Henrike Jacob

Rodolfo, Dichter Adrian Xhema

Marcello, Maler Gregor Dalal

Schaunard, Musiker Juan Fernando Gutiérrez

Colline, Philosoph Lukas Schmid

Parpignol, ein Händler Jaean Koo

Alcindoro / Benoît Plamen Hidjov

Ein Zöllner Frank Göbel

Sergeant der Zollwache Hee-Sung Yoon

Opernchor des Theaters Münster

Extrachor des Theaters Münster

Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik

Sinfonieorchester Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Fabrizio Ventura

Inszenierung Pavel Fieber

Bühne und Kostüme Christian Floeren

Choreinstudierung Inna Batyuk

Kinderchoreinstudierung Rita Stork-Herbst

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Mimí Sara Rossi Daldoss

Musette Henrike Jacob

Rodolfo, Dichter Adrian Xhema

Marcello, Maler Gregor Dalal

Schaunard, Musiker Juan Fernando Gutiérrez

Colline, Philosoph Lukas Schmid

Parpignol, ein Händler Jaean Koo

Alcindoro / Benoît Plamen Hidjov

Ein Zöllner Frank Göbel

Sergeant der Zollwache Hee-Sung Yoon

Opernchor des Theaters Münster

Extrachor des Theaters Münster

Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik

Sinfonieorchester Münster


Einen Dank vorweg: Regisseur Pavel Fieber erspart uns flammende Kohlebecken, rieselnde Schneeflocken inklusive Weihnachtsidyll und blutige Taschentücher – sonst vielfach Bestandteile von Inszenierungen von La Bohème. Nein, im Untergrund von Paris leben seine Bohèmiens. Christian Floeren baut dafür eine Metro-Station mitsamt ausgemustertem Zug. Und folgerichtig malt Marcello auch nicht mehr mit Pinsel und Farbe, sondern sprüht seine Tags auf die kahlen Wände. Die Damen sehen wir in kurzen Röcken; die „sündige“ Musetta gar in Leder mit rotem Oberteil. Ansonsten fühlen sich alle, die Puccinis Bohème schon mal gesehen haben, wie zuhause. Die Herren tragen abgerissene Klamotten, fähnchenschwingende Kinder bevölkern die Bühne und in der Schlussszene wird Mimis Sterbebett effektvoll in den Vordergrund gerückt. Hinzu kommen ein paar Gags wie die in Anzüge der „Abfallwirtschaftsbetriebe Münster“ gewandeten Straßenkehrer. Pavel Fiebers Regiekonzept [...] geht auf - vor allem in den intimeren Szenen. Dort kann er mit wenigen Gesten gut Gefühle konstituieren.

[...] Was das Publikum am Ende von den Sitzen getrieben haben dürfte, ist die großartige musikalische Umsetzung. Da gibt es wirklich keine Schwachstellen. Inna Batyuks Chöre und auch der Kinderchor von Rita Storck-Herbst sind mitten im Geschehen. Jaean Koo, Frank Göbel und Hee-Sung Yoon sekundieren in den kleinen Rollen ebenso perfekt wie Plamen Hidjov, der in einer Doppelrolle als Hausbesitzer und Musettas Liebhaber seine komische Seite zeigen kann. Doppelt wird er auf’s Kreuz gelegt.

Lukas Schmid – ein Bär von einem Mann – wirkt so zart, so hilflos, wenn er sich als Colline von seinem Mantel trennen will, um ihn für Mimi ins Leihhaus zu bringen – eine Geste, die berührt. Juan Fernando Gutiérrez spielt herrlich überspitzt als Schaunard die Episode mit dem ermordeten Papapei. Gregor Dalal ist ein starker Marcello: wütend eifersüchtig und bedingungslos liebend. Henrike Jacob bereichert diese Bohème um wunderbare Momente. Allein Musettas Lachen, silberhell, ironisch und doch so selbstbewusst und stark, wäre ein Grund, das Theater Münster zu besuchen.

Das gilt auch für Adrian Xhemas Rodolfo - hier ist kein weinerlicher Klagegeist am Werk, sondern jemand, der seine Gefühle straight herauslässt. Damit korrespondiert Sara Rossi Daldoss als Mimi, die als selbstbewusste junge Frau überzeugt. Sie ist kein Opferlamm, kein Objekt der Begierde. Daldoss Rossi hat eine Vielzahl an Zwischentönen zu bieten.

Fabrizio Ventura und das Sinfonieorchester Münster fluten das Große Haus mit Puccini-Klängen. In sanften Wellen tragen sie die Sänger. Das hat Klasse.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 18. Mai 2015



In Münsters Großem Haus beherbergt ein U-Bahn-Schacht das stimmprächtige Künstlervölkchen, selbst am Stadtrand von Paris, wo man von fern den Eiffelturm erblickt, findet Sprayer Marcello seine Bleibe in einer Metro-Baustelle. Christian Floeren hat ein Einheits-Bühnenbild geschaffen, das sich in Windeseile den Situationen der vier Bilder anpassen lässt und zudem sehr sängerfreundlich ist: Solisten und Chöre kommen effektvoll zur Geltung, zumal der Regisseur sie stets passend, nah am Graben platziert.

[...] Dass Mimì kein herziges Naivchen ist, sondern den Fremden Rodolfo mit kleinen Tricks wie dem Ausblasen der Kerze um den Finger wickelt, ist nicht ganz neu – eher schon, wie sie sogar mit ihren Krankheitssymptomen kokettiert. Dadurch wirken ihr tatsächlicher Zusammenbruch und das Sterben am Ende um so bitterer. Stimmig auch Fiebers Personenführung im dritten Akt, die zeigt, dass Rodolfo und Mimì nicht miteinander, aber eben auch nicht ohneeinander können.

[...] Für den Dirigenten ist eine solche Inszenierung die wahre Freude: Da gibt es keine Kontaktprobleme zwischen Bühne und Orchestergraben. Fabrizio Ventura nutzt diese Vorgabe, um mit dem Sinfonieorchester Münster in Puccinis Melos zu schwelgen. Manchmal, etwa in Mimìs großer Arie, klingt das wie eine Opern-Sinfonie mit der Singstimme als Sahnehäubchen. Es funktioniert, weil Puccini nicht mehr, wie seine Belcanto-Vorfahren, allein vom Text und seiner vokalen Ausgestaltung her denkt. [...]

Aber auch [die Sänger] präsentieren sich bei der Premiere in bester Verfassung. Vor allem Sara Rossi Daldoss als Mimì, deren Sopran-Leuchten sich zu großer Strahlkraft steigert. Hoffentlich bleibt diese fabelhafte Sängerin in Münster weiterhin vor zu großen Belastungen verschont. Ihrem Tenor-Partner Adrian Xhema liegt die Rolle des Rodolfo offenbar noch besser als der Cavaradossi in „Tosca“, er erklimmt genüsslich das hohe C und erspart den Zuhörern beim tragischen Ende lautes Schluchzen. Gregor Dalal und Juan Fernando Gutiérrez sind Edel-Bariton-Bohémiens, Lukas Schmid singt den Abschied des Philosophen Colline wunderbar schlicht. Der Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik (Einstudierung: Rita Stork-Herbst) hält im zweiten Bild neben den Theaterchören bestens mit. Und ideal besetzt als keckes Gegenstück zu Mimì ist Henrike Jacob als Musette.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 18. Mai 2015

Presse

Einen Dank vorweg: Regisseur Pavel Fieber erspart uns flammende Kohlebecken, rieselnde Schneeflocken inklusive Weihnachtsidyll und blutige Taschentücher – sonst vielfach Bestandteile von Inszenierungen von La Bohème. Nein, im Untergrund von Paris leben seine Bohèmiens. Christian Floeren baut dafür eine Metro-Station mitsamt ausgemustertem Zug. Und folgerichtig malt Marcello auch nicht mehr mit Pinsel und Farbe, sondern sprüht seine Tags auf die kahlen Wände. Die Damen sehen wir in kurzen Röcken; die „sündige“ Musetta gar in Leder mit rotem Oberteil. Ansonsten fühlen sich alle, die Puccinis Bohème schon mal gesehen haben, wie zuhause. Die Herren tragen abgerissene Klamotten, fähnchenschwingende Kinder bevölkern die Bühne und in der Schlussszene wird Mimis Sterbebett effektvoll in den Vordergrund gerückt. Hinzu kommen ein paar Gags wie die in Anzüge der „Abfallwirtschaftsbetriebe Münster“ gewandeten Straßenkehrer. Pavel Fiebers Regiekonzept [...] geht auf - vor allem in den intimeren Szenen. Dort kann er mit wenigen Gesten gut Gefühle konstituieren.

[...] Was das Publikum am Ende von den Sitzen getrieben haben dürfte, ist die großartige musikalische Umsetzung. Da gibt es wirklich keine Schwachstellen. Inna Batyuks Chöre und auch der Kinderchor von Rita Storck-Herbst sind mitten im Geschehen. Jaean Koo, Frank Göbel und Hee-Sung Yoon sekundieren in den kleinen Rollen ebenso perfekt wie Plamen Hidjov, der in einer Doppelrolle als Hausbesitzer und Musettas Liebhaber seine komische Seite zeigen kann. Doppelt wird er auf’s Kreuz gelegt.

Lukas Schmid – ein Bär von einem Mann – wirkt so zart, so hilflos, wenn er sich als Colline von seinem Mantel trennen will, um ihn für Mimi ins Leihhaus zu bringen – eine Geste, die berührt. Juan Fernando Gutiérrez spielt herrlich überspitzt als Schaunard die Episode mit dem ermordeten Papapei. Gregor Dalal ist ein starker Marcello: wütend eifersüchtig und bedingungslos liebend. Henrike Jacob bereichert diese Bohème um wunderbare Momente. Allein Musettas Lachen, silberhell, ironisch und doch so selbstbewusst und stark, wäre ein Grund, das Theater Münster zu besuchen.

Das gilt auch für Adrian Xhemas Rodolfo - hier ist kein weinerlicher Klagegeist am Werk, sondern jemand, der seine Gefühle straight herauslässt. Damit korrespondiert Sara Rossi Daldoss als Mimi, die als selbstbewusste junge Frau überzeugt. Sie ist kein Opferlamm, kein Objekt der Begierde. Daldoss Rossi hat eine Vielzahl an Zwischentönen zu bieten.

Fabrizio Ventura und das Sinfonieorchester Münster fluten das Große Haus mit Puccini-Klängen. In sanften Wellen tragen sie die Sänger. Das hat Klasse.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 18. Mai 2015



In Münsters Großem Haus beherbergt ein U-Bahn-Schacht das stimmprächtige Künstlervölkchen, selbst am Stadtrand von Paris, wo man von fern den Eiffelturm erblickt, findet Sprayer Marcello seine Bleibe in einer Metro-Baustelle. Christian Floeren hat ein Einheits-Bühnenbild geschaffen, das sich in Windeseile den Situationen der vier Bilder anpassen lässt und zudem sehr sängerfreundlich ist: Solisten und Chöre kommen effektvoll zur Geltung, zumal der Regisseur sie stets passend, nah am Graben platziert.

[...] Dass Mimì kein herziges Naivchen ist, sondern den Fremden Rodolfo mit kleinen Tricks wie dem Ausblasen der Kerze um den Finger wickelt, ist nicht ganz neu – eher schon, wie sie sogar mit ihren Krankheitssymptomen kokettiert. Dadurch wirken ihr tatsächlicher Zusammenbruch und das Sterben am Ende um so bitterer. Stimmig auch Fiebers Personenführung im dritten Akt, die zeigt, dass Rodolfo und Mimì nicht miteinander, aber eben auch nicht ohneeinander können.

[...] Für den Dirigenten ist eine solche Inszenierung die wahre Freude: Da gibt es keine Kontaktprobleme zwischen Bühne und Orchestergraben. Fabrizio Ventura nutzt diese Vorgabe, um mit dem Sinfonieorchester Münster in Puccinis Melos zu schwelgen. Manchmal, etwa in Mimìs großer Arie, klingt das wie eine Opern-Sinfonie mit der Singstimme als Sahnehäubchen. Es funktioniert, weil Puccini nicht mehr, wie seine Belcanto-Vorfahren, allein vom Text und seiner vokalen Ausgestaltung her denkt. [...]

Aber auch [die Sänger] präsentieren sich bei der Premiere in bester Verfassung. Vor allem Sara Rossi Daldoss als Mimì, deren Sopran-Leuchten sich zu großer Strahlkraft steigert. Hoffentlich bleibt diese fabelhafte Sängerin in Münster weiterhin vor zu großen Belastungen verschont. Ihrem Tenor-Partner Adrian Xhema liegt die Rolle des Rodolfo offenbar noch besser als der Cavaradossi in „Tosca“, er erklimmt genüsslich das hohe C und erspart den Zuhörern beim tragischen Ende lautes Schluchzen. Gregor Dalal und Juan Fernando Gutiérrez sind Edel-Bariton-Bohémiens, Lukas Schmid singt den Abschied des Philosophen Colline wunderbar schlicht. Der Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik (Einstudierung: Rita Stork-Herbst) hält im zweiten Bild neben den Theaterchören bestens mit. Und ideal besetzt als keckes Gegenstück zu Mimì ist Henrike Jacob als Musette.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 18. Mai 2015


Video

nach oben

Leider keine weiteren Termine geplant.

nach oben