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KASIMIR UND KAROLINE

Volksstück von Ödön von Horváth

  • Ronny Miersch, Isabelle Reißberg, Paul Maximilian Schulze, Regine Andratschke — © Marion Bührle
    Ronny Miersch, Isabelle Reißberg, Paul Maximilian Schulze, Regine Andratschke
    © Marion Bührle
  • Wilhelm Schlotterer, Regine Andratschke — © Marion Bührle
    Wilhelm Schlotterer, Regine Andratschke
    © Marion Bührle
  • Paul Maximilian Schulze, Jonas Riemer, Ronny Miersch, Sandra Bezler — © Marion Bührle
    Paul Maximilian Schulze, Jonas Riemer, Ronny Miersch, Sandra Bezler
    © Marion Bührle
  • Jonas Riemer, Sandra Bezler, Statisterie — © Marion Bührle
    Jonas Riemer, Sandra Bezler, Statisterie
    © Marion Bührle
  • Jonas Riemer, Sandra Bezler — © Marion Bührle
    Jonas Riemer, Sandra Bezler
    © Marion Bührle
  • Paul Maximilian Schulze, Ulrike Knobloch, Ronny Miersch — © Marion Bührle
    Paul Maximilian Schulze, Ulrike Knobloch, Ronny Miersch
    © Marion Bührle
  • Ronny Miersch, Statisterie — © Marion Bührle
    Ronny Miersch, Statisterie
    © Marion Bührle
  • Regine Andratschke, Gerhard Mohr — © Marion Bührle
    Regine Andratschke, Gerhard Mohr
    © Marion Bührle
  • Statisterie — © Marion Bührle
    Statisterie
    © Marion Bührle
  • Ulrike Knobloch, Paul Maximilian Schulze — © Marion Bührle
    Ulrike Knobloch, Paul Maximilian Schulze
    © Marion Bührle
  • Ensemble, Statisterie — © Marion Bührle
    Ensemble, Statisterie
    © Marion Bührle
  • Ensemble, Statisterie — © Marion Bührle
    Ensemble, Statisterie
    © Marion Bührle
  • Paul Maximilian Schulze, Ronny Miersch, Statisterie — © Marion Bührle
    Paul Maximilian Schulze, Ronny Miersch, Statisterie
    © Marion Bührle

»Jeder intelligente Mensch ist ein Pessimist.«

Sa, 01. Juni 2019
19.30 · Großes Haus
Mischabo

19.00 Einführung im Foyer Gr. Haus

Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

»Und die Liebe höret nimmer auf« ist das zynische Motto, das Ödön von Horváth diesem kleinen Totentanz über das Ende einer Liebe in Zeiten der Krise voranstellt. Schauplatz ist das Münchner Oktoberfest in unserer Zeit.

Kasimir ist Chauffeur und hat gerade seine Arbeit verloren, aber seine Freundin Karoline will unbedingt auf dem Oktoberfest ihren Spaß haben. Da Kasimir nicht in Stimmung ist und Karoline trotzig ­ihren Willen durchsetzt, trennen sich ihre Wege. Karoline stürzt sich ins Vergnügen. Erst trifft sie auf den Zuschneider Schürzinger und lässt sich in die Achterbahn einladen, dann zieht sie mit einem alten ­bierseligen Kommerzienrat weiter. Kasimir versucht derweil seinen Kummer zu vergessen und hängt sich an den Kleinkriminellen Merkl Franz. Nach einigen Maß Bier lässt sich ­Kasimir dazu überreden bei einem Diebstahl Schmiere zu stehen. Am Ende der Nacht treffen sich Kasimir und Karoline auf einem Parkplatz noch einmal wieder. Merkl Franz ist von der Polizei geschnappt worden und der Kommerzienrat hat einen Herzinfarkt erlitten. »Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wär man nie dabei gewesen.«

KASIMIR UND KAROLINE, 1932 entstanden, ist eine »Ballade von stiller Trauer gemildert durch Humor« schrieb Ödön von Horváth. Wie kaum ein anderer Autor entlarvt er das Abgründige und Monströse in seinen Figuren. Er zeichnet das Bild einer von Abstiegsängsten und Aufstiegsfantasien getriebenen Gesellschaft, die ebenso gierig ist wie innerlich leer.

 

Aufführungsdauer ca. 120 Minuten, keine Pause

Info

»Und die Liebe höret nimmer auf« ist das zynische Motto, das Ödön von Horváth diesem kleinen Totentanz über das Ende einer Liebe in Zeiten der Krise voranstellt. Schauplatz ist das Münchner Oktoberfest in unserer Zeit.

Kasimir ist Chauffeur und hat gerade seine Arbeit verloren, aber seine Freundin Karoline will unbedingt auf dem Oktoberfest ihren Spaß haben. Da Kasimir nicht in Stimmung ist und Karoline trotzig ­ihren Willen durchsetzt, trennen sich ihre Wege. Karoline stürzt sich ins Vergnügen. Erst trifft sie auf den Zuschneider Schürzinger und lässt sich in die Achterbahn einladen, dann zieht sie mit einem alten ­bierseligen Kommerzienrat weiter. Kasimir versucht derweil seinen Kummer zu vergessen und hängt sich an den Kleinkriminellen Merkl Franz. Nach einigen Maß Bier lässt sich ­Kasimir dazu überreden bei einem Diebstahl Schmiere zu stehen. Am Ende der Nacht treffen sich Kasimir und Karoline auf einem Parkplatz noch einmal wieder. Merkl Franz ist von der Polizei geschnappt worden und der Kommerzienrat hat einen Herzinfarkt erlitten. »Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wär man nie dabei gewesen.«

KASIMIR UND KAROLINE, 1932 entstanden, ist eine »Ballade von stiller Trauer gemildert durch Humor« schrieb Ödön von Horváth. Wie kaum ein anderer Autor entlarvt er das Abgründige und Monströse in seinen Figuren. Er zeichnet das Bild einer von Abstiegsängsten und Aufstiegsfantasien getriebenen Gesellschaft, die ebenso gierig ist wie innerlich leer.

 

Aufführungsdauer ca. 120 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne & Kostüme Martin Miotk

Sound & Musikal. Einstudierung Leonardo Mockridge

Chormitarbeit Sandra Bezler

Dramaturgie Barbara Bily


Besetzung

Kasimir Paul Maximilian Schulze

Karoline Sandra Bezler

Rauch Wilhelm Schlotterer

Speer Gerhard Mohr

Schürzinger Jonas Riemer

Der Merkl Franz Ronny Miersch

Dem Merkl Franz seine Erna Ulrike Knobloch

Maria Regine Andratschke

Elli Isabelle Reißberg

Besetzung

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne & Kostüme Martin Miotk

Sound & Musikal. Einstudierung Leonardo Mockridge

Chormitarbeit Sandra Bezler

Dramaturgie Barbara Bily


Besetzung

Kasimir Paul Maximilian Schulze

Karoline Sandra Bezler

Rauch Wilhelm Schlotterer

Speer Gerhard Mohr

Schürzinger Jonas Riemer

Der Merkl Franz Ronny Miersch

Dem Merkl Franz seine Erna Ulrike Knobloch

Maria Regine Andratschke

Elli Isabelle Reißberg


Jeder sucht für sich allein

Die schäbigen Klischees, die sämtlich in Erfüllung gehen werden, sind in der Inszenierung von Frank Behnke gleich vorhersehbar. Gerade deshalb berühren die Einsamkeiten, die Benke am Theater Münster feinfühlig entfaltet: Das Glück sucht jeder für sich allein, und vermutlich vergeblich.

Elisabeth Elling, Westfälischer Anzeiger, 29. April 2019

 

Horror-Volksfest von frappierender Aktualität mit bemerkenswertem Ensemble

(…) Für Schauspieldirektor Frank Behnke ist das Oktoberfest ein Totentanz. Und genau so sieht das Festgelände aus, das Martin Miotk auf die Bühne stellt: eine trostlose Fläche von auseinandergenommenen Pappkartons - öde, aber passend, um überflüssig gewordenes Menschenmaterial zu entsorgen. (…)

Hässlich wie die Fratzen der Oktoberfestgäste sind die Dialoge Horváths gerade im Enthüllen völliger Unmenschlichkeit, lassen schaudern, wenn man bedenkt, wie kurz nach der Entstehung von Kasimir und Karoline der Faschismus gesellschaftliche Realität wurde. Noch mehr schaudern lassen sie, denkt man an den heute aktuellen Rechtspopulismus mit seiner menschenverachtenden Sprache und völliger Dialogunfähigheit. Doch dann schimmert immer wieder die Sehnsucht nach Liebe durch, der Wille danach, durch sie »besser« zu sein. Das unterscheidet Horváths Figuren von bloßen Bestien. Und Frank Behnke zeigt auch diese Seite in seiner Inszenierung und befreit so seine Zuschauer*innen vom Verharren in bloßem Grauen, gibt ihnen Momente der Hoffnung. Und die kann man wirklich gut gebrauchen bei Behnkes ansonsten trist-wahrhaftigem Horror-Volksfest, das schonungslos offen in öd-gemeine menschliche Seelen blicken lässt. (…)

In perfekter Zusammenarbeit mit seinen Darstellern gelingt es ihm, die »Seele« des Horváthschen Stücks freizulegen und zu entblättern. Das ist vor allem Sandra Bezler zu verdanken. Ihre Karoline ist so brutal, so offen, riskiert den Bruch ihrer Liebesbeziehung wegen eines Ritts im Hippodrom. Zugleich ist sie so verlangend nach Liebe, offen und gierig auf das Leben und die Zukunft. Bezler ist ambivalent wie die Zeit, die Gesellschaft. Das gilt ähnlich für Paul Maximilian Schulze als Kasimir. Er hat seinen Job verloren, befindet sich auf der Verliererstraße. Schulze schwankt gekonnt zwischen Aufbegehren und Resignation. Und fügt sich letztendlich. Er »schickt sich halt drein«. Dabei wird er getröstet von Erna. Sie ist die Freundin des Kleinkriminellen Merkl Franz. Und sie kennt die Folgen des gesellschaftlichen Abstiegs gut. Wird sie doch stets erniedrigt von ihrem Geliebten. Ulrike Knobloch gibt Erna fast die Züge eines tieftraurigen, tröstenden Engels.

Zur Seite steht diesen drei Darstellern ein bemerkenswertes Ensemble. (…)

Frank Behnke gelingt eine in sich stimmige Interpretation von Ödön von Horvaths Stück. Die bietet nichts aufregend Neues, breitet aber sehr sorgfältig die frappierende Aktualität von Kasimir und Karoline aus, die schlicht erschreckend ist.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 29. April 2019

 

Eine gelungene Inszenierung

Sandra Bezlers Karoline ist ein fesches Mädchen. Mit Bubikopf und kurzem Rock zieht sie schnell die Aufmerksamkeit der Männer auf sich und hangelt sich so vom kleinen Angestellten Schürzinger zu dessen Chef, dem Kommerzienrat Rauch. Gesellschaftlich ist das ein Aufstieg, emotional eher ein Abstieg. Gibt Jonas Riemer seinem Schürzinger noch sympathische Komik mit, dominiert bei Wilhelm Schlotterers Kommerzienrat ganz das Eklige, das Alles-kaufen-Können.

Parallel zu Karolines Aufstiegsbestrebungen betreibt Kasimir seinen Niedergang. Paul Maximilian Schulze wechselt dabei gekonnt zwischen Aufbegehren und Resignation – angestachelt vom Merkl Franz, einem Kleinganoven, dem Ronny Miersch eine passende Portion Großspurigkeit mitgibt. Seelischen Halt findet Kasimir schließlich in Merkls Freundin Erna. Ulrike Knobloch stattet sie mit geringem Verstand, dafür aber mit großem Herz aus und macht sie so zur Sympathieträgerin des ganzen Dramas.

Gut herausgearbeitet ist auch der Widerstreit zwischen rationalem und emotionalem Handeln, der sich bei allen Figuren, besonders aber bei Karoline findet. »Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich«, wie sie am Ende sagt.

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten, 28. April 2019

Presse

Jeder sucht für sich allein

Die schäbigen Klischees, die sämtlich in Erfüllung gehen werden, sind in der Inszenierung von Frank Behnke gleich vorhersehbar. Gerade deshalb berühren die Einsamkeiten, die Benke am Theater Münster feinfühlig entfaltet: Das Glück sucht jeder für sich allein, und vermutlich vergeblich.

Elisabeth Elling, Westfälischer Anzeiger, 29. April 2019

 

Horror-Volksfest von frappierender Aktualität mit bemerkenswertem Ensemble

(…) Für Schauspieldirektor Frank Behnke ist das Oktoberfest ein Totentanz. Und genau so sieht das Festgelände aus, das Martin Miotk auf die Bühne stellt: eine trostlose Fläche von auseinandergenommenen Pappkartons - öde, aber passend, um überflüssig gewordenes Menschenmaterial zu entsorgen. (…)

Hässlich wie die Fratzen der Oktoberfestgäste sind die Dialoge Horváths gerade im Enthüllen völliger Unmenschlichkeit, lassen schaudern, wenn man bedenkt, wie kurz nach der Entstehung von Kasimir und Karoline der Faschismus gesellschaftliche Realität wurde. Noch mehr schaudern lassen sie, denkt man an den heute aktuellen Rechtspopulismus mit seiner menschenverachtenden Sprache und völliger Dialogunfähigheit. Doch dann schimmert immer wieder die Sehnsucht nach Liebe durch, der Wille danach, durch sie »besser« zu sein. Das unterscheidet Horváths Figuren von bloßen Bestien. Und Frank Behnke zeigt auch diese Seite in seiner Inszenierung und befreit so seine Zuschauer*innen vom Verharren in bloßem Grauen, gibt ihnen Momente der Hoffnung. Und die kann man wirklich gut gebrauchen bei Behnkes ansonsten trist-wahrhaftigem Horror-Volksfest, das schonungslos offen in öd-gemeine menschliche Seelen blicken lässt. (…)

In perfekter Zusammenarbeit mit seinen Darstellern gelingt es ihm, die »Seele« des Horváthschen Stücks freizulegen und zu entblättern. Das ist vor allem Sandra Bezler zu verdanken. Ihre Karoline ist so brutal, so offen, riskiert den Bruch ihrer Liebesbeziehung wegen eines Ritts im Hippodrom. Zugleich ist sie so verlangend nach Liebe, offen und gierig auf das Leben und die Zukunft. Bezler ist ambivalent wie die Zeit, die Gesellschaft. Das gilt ähnlich für Paul Maximilian Schulze als Kasimir. Er hat seinen Job verloren, befindet sich auf der Verliererstraße. Schulze schwankt gekonnt zwischen Aufbegehren und Resignation. Und fügt sich letztendlich. Er »schickt sich halt drein«. Dabei wird er getröstet von Erna. Sie ist die Freundin des Kleinkriminellen Merkl Franz. Und sie kennt die Folgen des gesellschaftlichen Abstiegs gut. Wird sie doch stets erniedrigt von ihrem Geliebten. Ulrike Knobloch gibt Erna fast die Züge eines tieftraurigen, tröstenden Engels.

Zur Seite steht diesen drei Darstellern ein bemerkenswertes Ensemble. (…)

Frank Behnke gelingt eine in sich stimmige Interpretation von Ödön von Horvaths Stück. Die bietet nichts aufregend Neues, breitet aber sehr sorgfältig die frappierende Aktualität von Kasimir und Karoline aus, die schlicht erschreckend ist.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 29. April 2019

 

Eine gelungene Inszenierung

Sandra Bezlers Karoline ist ein fesches Mädchen. Mit Bubikopf und kurzem Rock zieht sie schnell die Aufmerksamkeit der Männer auf sich und hangelt sich so vom kleinen Angestellten Schürzinger zu dessen Chef, dem Kommerzienrat Rauch. Gesellschaftlich ist das ein Aufstieg, emotional eher ein Abstieg. Gibt Jonas Riemer seinem Schürzinger noch sympathische Komik mit, dominiert bei Wilhelm Schlotterers Kommerzienrat ganz das Eklige, das Alles-kaufen-Können.

Parallel zu Karolines Aufstiegsbestrebungen betreibt Kasimir seinen Niedergang. Paul Maximilian Schulze wechselt dabei gekonnt zwischen Aufbegehren und Resignation – angestachelt vom Merkl Franz, einem Kleinganoven, dem Ronny Miersch eine passende Portion Großspurigkeit mitgibt. Seelischen Halt findet Kasimir schließlich in Merkls Freundin Erna. Ulrike Knobloch stattet sie mit geringem Verstand, dafür aber mit großem Herz aus und macht sie so zur Sympathieträgerin des ganzen Dramas.

Gut herausgearbeitet ist auch der Widerstreit zwischen rationalem und emotionalem Handeln, der sich bei allen Figuren, besonders aber bei Karoline findet. »Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich«, wie sie am Ende sagt.

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten, 28. April 2019


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Sa, 01. Juni 2019
19.30 Uhr · Großes Haus
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19.00 Einführung im Foyer Gr. Haus

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