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FLÜCHTLING

Ein Projekt des TheaterJugendOrchesters
Oper von Lucio Gregoretti (Musik) und Daniel Goldenberg (Libretto)

Öffentliche Probe: 11. April 2013
Deutschsprachige Erstaufführung
  • Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Juan Fernando Gutiérrez, Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Juan Fernando Gutiérrez, Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Christian-Kai Sander, Larissa Neudert <br />© Jochen Quast
    Christian-Kai Sander, Larissa Neudert
    © Jochen Quast
  • Juan Fernando Gutiérrez, Johanne Pfeiffer, Larissa Neudert, Regine Schneider <br />© Jochen Quast
    Juan Fernando Gutiérrez, Johanne Pfeiffer, Larissa Neudert, Regine Schneider
    © Jochen Quast
  • Juan Fernando Gutiérrez, Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Juan Fernando Gutiérrez, Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Johanne Pfeiffer, Vera Lorenz, Til Ormeloh, Greta Marie Hamidi, Naomi Schicht <br />© Jochen Quast
    Johanne Pfeiffer, Vera Lorenz, Til Ormeloh, Greta Marie Hamidi, Naomi Schicht
    © Jochen Quast
  • Johanne Pfeiffer, Larissa Neudert <br />© Jochen Quast
    Johanne Pfeiffer, Larissa Neudert
    © Jochen Quast
  • Larissa Neudert, Juan Fernando Gutiérrez, Chor der Westfälischen Schule für Musik <br />© Jochen Quast
    Larissa Neudert, Juan Fernando Gutiérrez, Chor der Westfälischen Schule für Musik
    © Jochen Quast
  • Naomi Schicht, Greta Marie Hamidi <br />© Jochen Quast
    Naomi Schicht, Greta Marie Hamidi
    © Jochen Quast
Fr, 03. Mai 2013
19.00 Uhr · Kleines Haus

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Oper für Kinder und Erwachsene von 9 bis 99 Jahren
Eine Kooperation des Theaters Münster mit der Westfälischen Schule für Musik und dem Sinfonieorchester Münster

Juliettes Mutter hat ihr früher viel von Deutschland vorgeschwärmt. Dem Land, in dem die Menschen so viel haben, dass sie mit jedem teilen und jeden dazu einladen, bei ihnen zu bleiben. Juliette ist nun schon länger in Deutschland, aber von einem herzlichen Willkommen hat sie nichts zu spüren gekriegt. So darf sie u.a. nicht in ihrem Beruf als Lehrerin arbeiten – denn sie ist als politischer Flüchtling ins Land gekommen und lediglich geduldet. Als ihre Tochter Noémie ihr von dem syrischen Flüchtlingsmädchen Djamila erzählt, das Noémies Freunde versteckt haben, um ihre sofortige Abschiebung zu verhindern, träumt Juliette sich in das Leben von Noémies Lehrerin und stellt sich vor, wie sie Djamila beschützen würde. Bald jedoch verschwimmen Traum und Wirklichkeit.

Das Stück des diesjährigen TheaterJugendOrchester-Projekts entstand 2009 in Frankreich, nach konkreten Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. Lucio Gregoretti, der Komponist, und Daniel Goldenberg, der Librettist, erzählen in ihrer Oper die Geschichte des Waisenkindes Djamila, die aus aktuellem Anlass ihrem politisch unruhigen Heimatland entfliehen muss, und bei uns Schutz sucht.

Um eine intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik zu ermöglichen, wurde für das TheaterJugendOrchester das Flüchtlingsthema noch weiter recherchiert. So kam die Ebene derer hinzu, die einst als Flüchtling kamen, mittlerweile seit langem hier Leben und jetzt nach Jahren wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden sollen.

Es entstand ein freches und zugleich zartes Stück über Solidarität und die Verantwortung des Einzelnen: Ein Plädoyer für Mitgefühl und Engagement, gegen Bürokratie und Gleichgültigkeit. – Wie schon die erfolgreichen TJO-Projekte der vergangenen Spielzeiten, »Das Traumfresserchen« (2011) und »Die Globolinks« (2012), richtet sich die Kooperation vom Theater Münster und der Westfälischen Schule für Musik auch in diesem Jahr an ein generationsübergreifendes Publikum. Neben professionellen Sängerinnen und Sängern agieren Kindersolisten sowie der Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik. Regie führt der junge Regisseur Jakob Seidl. Die Mitglieder des TheaterJugendOrchesters sind junge Musikerinnen und Musiker, die unter Anleitung von Mitgliedern des Sinfonieorchesters Münster sowie von Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg den Orchesterpart einstudieren und so Einblick in die professionelle Arbeit im Musiktheater erhalten.

Spieldauer ca. 85 Minuten, keine Pause

 

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 2.4 MB)

 

AUS DER PRESSE:

So politisch und so dicht dran an existenziellen menschlichen Schicksalen wie jetzt in Flüchtling war das münstersche TJO seit Jahren nicht mehr. [...]
Um diese beiden Kosovo-Flüchtlinge Noémie und Juliette hat Lucio Gregoretti seine 2009 in Italien uraufgeführte Oper erweitert, hat neue Dialoge eingefügt, die dem Ganzen eine schlüssige und zwingende Dramaturgie geben. Regisseur Jakob Seidl macht daraus neunzig Minuten Bühnengeschehen, das unter die Haut geht. Weil man buchstäblich mitleidet und mithofft. Mit Noémie, in der Schule als Streberin abgestempelt und gemobbt; mit Mutter Juliette, die gern wieder als Pädagogin arbeiten würde; auch mit Maxime, dem sympathischen Physiklehrer, der sich in Juliette verliebt hat. Erst recht mit Djamila, spürbar traumatisiert von ihren Erlebnissen auf der Flucht aus Syrien, bei der sie Augenzeugin des Todes ihres Vaters wurde. [...]
Ganz ausgezeichnet wird gesungen und gespielt. Da ist das TheaterJugendOrchester, einstudiert von Thorsten Schmid-Kapfenburg (Zweiter Kapellmeister am Theater Münster). Es bringt Gregorettis durchaus anspruchsvolle, sehr farbig angelegte Partitur zum Leuchten, umschifft grandios deren rhythmische Klippen, ist ganz konzentriert und wachsam mit dabei. Naomi Schicht schlüpft in die Rolle der »illegalen« Djamila, die Rolle der Freundin Noémie übernimmt Johanne Pfeiffer; Louisa Roddey, Vera Lorenz und Til Ormeloh sind die echt coolen Freunde aus der Clique. Was da an Bühnenpräsenz erfahrbar wird, an Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit, ist schlichtweg umwerfend und mindestens ebenso professionell wie die Partien der Profis Larissa Neudert (als Juliette), Christian-Kai Sander (als Lehrer Maxime) und Juan Fernando Gutiérrez (in der Doppelrolle als Schuldirektor und Beamter der Ausländerbehörde). Der Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik (Einstudierung Rita Stork-Herbst) ist stimmlich gut drauf und beweist wunderbares schauspielerisches Talent.
Nach der umjubelten Premiere (Komponist Lucio Gregoretti zeigt sich höchst zufrieden) kommt nun wie in jedem Jahr der ganz gewöhnliche Alltag auf die Macher des TJO zu: die Repertoire-Vorstellungen bis zum Ende der laufenden Spielzeit. Auch das gehört von Anfang an zum Konzept des TJO!
Christoph Schulte im Walde, theaterpur.net, 16. April 2013

Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil dort Krieg und Elend herrschen, sind Flüchtlinge. Flüchtlinge, die nicht als Asylanten anerkannt werden, können in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. Dies passiert meist mithilfe der Polizei. Die Oper »Flüchtling«, am Samstag bei der Premiere im Kleinen Haus mit viel Jubel gefeiert, behandelt dieses brisante Thema, von den jungen Akteuren des Theaterjugendorchesters (TJO) auf die Bühne gebracht.
Lucio Gregoretti hat die Musik geschrieben, Daniel Goldenberg das Libretto. Die Oper, 2009 in Frankreich entstanden, basiert auf tatsächlichen Gegebenheiten und bezieht in dieser Inszenierung Position – wenn die Schüler Flugblätter gegen Abschiebungen verteilen und die Leser darin auffordern: »Nehmen Sie an Protestaktionen teil. Beschweren Sie sich bei der Ausländerbehörde per Telefon, Fax, Mail oder persönlich und fordern Sie den Stopp der Abschiebungen.« [...]
Unter der Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg zeigte sich das TJO sehr gut vorbereitet, und die jungen Musiker, überwiegend Schüler der Westfälischen Schule für Musik, musizierten überaus sicher alle Teile der Partitur. Rita Stork-Herbst hatte die Kindersolisten und den Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik einstudiert. Dank sauberer Stimmbildungsarbeit kam alles klangvoll und sicher.
Heike Eickhoff, Westfälische Nachrichten, 15. April 2013

Mit großem Getöse skandieren die jungen Leute Schlachtrufe. Am lautesten tönt das »Bleiberecht für alle!« Die Schüler schlängeln sich durch die Reihen im Kleinen Haus des Theaters und drücken den verdutzten Zuschauern Zettel in die Hand. Zu lesen ist ein Text über Familien aus Münster, die frühmorgens von der Polizei aus dem Bett geklingelt werden, nur kurz ihre Sachen packen dürfen und sofort abgeschoben werden. Die gleiche Geschichte, die bis dahin nur auf der Bühne erzählt, gesungen und musiziert wurde, erhält ihr reales Gesicht. Und nicht nur das. Es ergeht ein Appell: »Nehmen Sie an Protestaktionen teil. Beschweren Sie sich bei der Ausländerbehörde per Telefon, Fax, Mail oder persönlich und fordern Sie den Stop der Abschiebungen.«
Regisseur Jakob Matthias Seidl lässt damit nicht nur die Wirklichkeit ins Theater, er ruft zur politischen Aktion auf. Ein Fanal. Es ist der spannendste, weil brüchigste Moment der Oper »Flüchtling« aus dem Jahr 2009, das neue Projekt des münsterschen Theaterjugendorchesters (TJO). Hier stehen Laien und Profis gemeinsam auf der Bühne, Kinder und Erwachsene spielen für Kinder und Erwachsene.
In Münster war die deutschsprachige Erstaufführung zu sehen, zu der am Samstag auch der italienische Komponist Lucio Gregoretti und der französische Librettist Daniel Goldenberg ins Theater kamen – und die sich beim großen Schlussapplaus mit verbeugten. Ihre Oper für Kinder wagt sich an ein aktuelles, brennendes Thema [...].
Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg führt das TJO sicher durch die Partitur. Der Chor mit Schülern der Westfälischen Schule für Musik überzeugt mit schönem Tutti-Wohlklang, einstudiert von Rita Stork-Herbst.
Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 15. April 2013

Info

Oper für Kinder und Erwachsene von 9 bis 99 Jahren
Eine Kooperation des Theaters Münster mit der Westfälischen Schule für Musik und dem Sinfonieorchester Münster

Juliettes Mutter hat ihr früher viel von Deutschland vorgeschwärmt. Dem Land, in dem die Menschen so viel haben, dass sie mit jedem teilen und jeden dazu einladen, bei ihnen zu bleiben. Juliette ist nun schon länger in Deutschland, aber von einem herzlichen Willkommen hat sie nichts zu spüren gekriegt. So darf sie u.a. nicht in ihrem Beruf als Lehrerin arbeiten – denn sie ist als politischer Flüchtling ins Land gekommen und lediglich geduldet. Als ihre Tochter Noémie ihr von dem syrischen Flüchtlingsmädchen Djamila erzählt, das Noémies Freunde versteckt haben, um ihre sofortige Abschiebung zu verhindern, träumt Juliette sich in das Leben von Noémies Lehrerin und stellt sich vor, wie sie Djamila beschützen würde. Bald jedoch verschwimmen Traum und Wirklichkeit.

Das Stück des diesjährigen TheaterJugendOrchester-Projekts entstand 2009 in Frankreich, nach konkreten Erfahrungen im Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. Lucio Gregoretti, der Komponist, und Daniel Goldenberg, der Librettist, erzählen in ihrer Oper die Geschichte des Waisenkindes Djamila, die aus aktuellem Anlass ihrem politisch unruhigen Heimatland entfliehen muss, und bei uns Schutz sucht.

Um eine intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik zu ermöglichen, wurde für das TheaterJugendOrchester das Flüchtlingsthema noch weiter recherchiert. So kam die Ebene derer hinzu, die einst als Flüchtling kamen, mittlerweile seit langem hier Leben und jetzt nach Jahren wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden sollen.

Es entstand ein freches und zugleich zartes Stück über Solidarität und die Verantwortung des Einzelnen: Ein Plädoyer für Mitgefühl und Engagement, gegen Bürokratie und Gleichgültigkeit. – Wie schon die erfolgreichen TJO-Projekte der vergangenen Spielzeiten, »Das Traumfresserchen« (2011) und »Die Globolinks« (2012), richtet sich die Kooperation vom Theater Münster und der Westfälischen Schule für Musik auch in diesem Jahr an ein generationsübergreifendes Publikum. Neben professionellen Sängerinnen und Sängern agieren Kindersolisten sowie der Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik. Regie führt der junge Regisseur Jakob Seidl. Die Mitglieder des TheaterJugendOrchesters sind junge Musikerinnen und Musiker, die unter Anleitung von Mitgliedern des Sinfonieorchesters Münster sowie von Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg den Orchesterpart einstudieren und so Einblick in die professionelle Arbeit im Musiktheater erhalten.

Spieldauer ca. 85 Minuten, keine Pause

 

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 2.4 MB)

 

AUS DER PRESSE:

So politisch und so dicht dran an existenziellen menschlichen Schicksalen wie jetzt in Flüchtling war das münstersche TJO seit Jahren nicht mehr. [...]
Um diese beiden Kosovo-Flüchtlinge Noémie und Juliette hat Lucio Gregoretti seine 2009 in Italien uraufgeführte Oper erweitert, hat neue Dialoge eingefügt, die dem Ganzen eine schlüssige und zwingende Dramaturgie geben. Regisseur Jakob Seidl macht daraus neunzig Minuten Bühnengeschehen, das unter die Haut geht. Weil man buchstäblich mitleidet und mithofft. Mit Noémie, in der Schule als Streberin abgestempelt und gemobbt; mit Mutter Juliette, die gern wieder als Pädagogin arbeiten würde; auch mit Maxime, dem sympathischen Physiklehrer, der sich in Juliette verliebt hat. Erst recht mit Djamila, spürbar traumatisiert von ihren Erlebnissen auf der Flucht aus Syrien, bei der sie Augenzeugin des Todes ihres Vaters wurde. [...]
Ganz ausgezeichnet wird gesungen und gespielt. Da ist das TheaterJugendOrchester, einstudiert von Thorsten Schmid-Kapfenburg (Zweiter Kapellmeister am Theater Münster). Es bringt Gregorettis durchaus anspruchsvolle, sehr farbig angelegte Partitur zum Leuchten, umschifft grandios deren rhythmische Klippen, ist ganz konzentriert und wachsam mit dabei. Naomi Schicht schlüpft in die Rolle der »illegalen« Djamila, die Rolle der Freundin Noémie übernimmt Johanne Pfeiffer; Louisa Roddey, Vera Lorenz und Til Ormeloh sind die echt coolen Freunde aus der Clique. Was da an Bühnenpräsenz erfahrbar wird, an Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit, ist schlichtweg umwerfend und mindestens ebenso professionell wie die Partien der Profis Larissa Neudert (als Juliette), Christian-Kai Sander (als Lehrer Maxime) und Juan Fernando Gutiérrez (in der Doppelrolle als Schuldirektor und Beamter der Ausländerbehörde). Der Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik (Einstudierung Rita Stork-Herbst) ist stimmlich gut drauf und beweist wunderbares schauspielerisches Talent.
Nach der umjubelten Premiere (Komponist Lucio Gregoretti zeigt sich höchst zufrieden) kommt nun wie in jedem Jahr der ganz gewöhnliche Alltag auf die Macher des TJO zu: die Repertoire-Vorstellungen bis zum Ende der laufenden Spielzeit. Auch das gehört von Anfang an zum Konzept des TJO!
Christoph Schulte im Walde, theaterpur.net, 16. April 2013

Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, weil dort Krieg und Elend herrschen, sind Flüchtlinge. Flüchtlinge, die nicht als Asylanten anerkannt werden, können in ihr Herkunftsland abgeschoben werden. Dies passiert meist mithilfe der Polizei. Die Oper »Flüchtling«, am Samstag bei der Premiere im Kleinen Haus mit viel Jubel gefeiert, behandelt dieses brisante Thema, von den jungen Akteuren des Theaterjugendorchesters (TJO) auf die Bühne gebracht.
Lucio Gregoretti hat die Musik geschrieben, Daniel Goldenberg das Libretto. Die Oper, 2009 in Frankreich entstanden, basiert auf tatsächlichen Gegebenheiten und bezieht in dieser Inszenierung Position – wenn die Schüler Flugblätter gegen Abschiebungen verteilen und die Leser darin auffordern: »Nehmen Sie an Protestaktionen teil. Beschweren Sie sich bei der Ausländerbehörde per Telefon, Fax, Mail oder persönlich und fordern Sie den Stopp der Abschiebungen.« [...]
Unter der Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg zeigte sich das TJO sehr gut vorbereitet, und die jungen Musiker, überwiegend Schüler der Westfälischen Schule für Musik, musizierten überaus sicher alle Teile der Partitur. Rita Stork-Herbst hatte die Kindersolisten und den Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik einstudiert. Dank sauberer Stimmbildungsarbeit kam alles klangvoll und sicher.
Heike Eickhoff, Westfälische Nachrichten, 15. April 2013

Mit großem Getöse skandieren die jungen Leute Schlachtrufe. Am lautesten tönt das »Bleiberecht für alle!« Die Schüler schlängeln sich durch die Reihen im Kleinen Haus des Theaters und drücken den verdutzten Zuschauern Zettel in die Hand. Zu lesen ist ein Text über Familien aus Münster, die frühmorgens von der Polizei aus dem Bett geklingelt werden, nur kurz ihre Sachen packen dürfen und sofort abgeschoben werden. Die gleiche Geschichte, die bis dahin nur auf der Bühne erzählt, gesungen und musiziert wurde, erhält ihr reales Gesicht. Und nicht nur das. Es ergeht ein Appell: »Nehmen Sie an Protestaktionen teil. Beschweren Sie sich bei der Ausländerbehörde per Telefon, Fax, Mail oder persönlich und fordern Sie den Stop der Abschiebungen.«
Regisseur Jakob Matthias Seidl lässt damit nicht nur die Wirklichkeit ins Theater, er ruft zur politischen Aktion auf. Ein Fanal. Es ist der spannendste, weil brüchigste Moment der Oper »Flüchtling« aus dem Jahr 2009, das neue Projekt des münsterschen Theaterjugendorchesters (TJO). Hier stehen Laien und Profis gemeinsam auf der Bühne, Kinder und Erwachsene spielen für Kinder und Erwachsene.
In Münster war die deutschsprachige Erstaufführung zu sehen, zu der am Samstag auch der italienische Komponist Lucio Gregoretti und der französische Librettist Daniel Goldenberg ins Theater kamen – und die sich beim großen Schlussapplaus mit verbeugten. Ihre Oper für Kinder wagt sich an ein aktuelles, brennendes Thema [...].
Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg führt das TJO sicher durch die Partitur. Der Chor mit Schülern der Westfälischen Schule für Musik überzeugt mit schönem Tutti-Wohlklang, einstudiert von Rita Stork-Herbst.
Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 15. April 2013

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Jakob Seidl

Bühne & Kostüme Kerstin Bayer

Kinderchoreinstudierung & Leitung Rita Stork-Herbst

Dramaturgie Anne Verena Freybott / Jens Ponath


Besetzung

Juliette Larissa Neudert

Maxime Christian-Kai Sander

Direktor / Beamter Juan Fernando Gutiérrez

Noémie Vanessa David / Johanne Pfeiffer

Djamila Marie Luise Reuther / Naomi Schicht

Camille Greta Marie Hamidi / Louisa Roddey

Hannah Vera Lorenz

Sebastian Til Ormeloh

Referendarin Lucia Regenbrecht

Polizisten Regine Schneider / Momo Fernholz / Meike Grüter

Dirndl-Mädchen Merit Dirkman / Juliane Joch / Hannah Köchling / Raja Lücke

Juliette als junge Frau Annette Walbaum

Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik
Sinfonieorchester Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Jakob Seidl

Bühne & Kostüme Kerstin Bayer

Kinderchoreinstudierung & Leitung Rita Stork-Herbst

Dramaturgie Anne Verena Freybott / Jens Ponath


Besetzung

Juliette Larissa Neudert

Maxime Christian-Kai Sander

Direktor / Beamter Juan Fernando Gutiérrez

Noémie Vanessa David / Johanne Pfeiffer

Djamila Marie Luise Reuther / Naomi Schicht

Camille Greta Marie Hamidi / Louisa Roddey

Hannah Vera Lorenz

Sebastian Til Ormeloh

Referendarin Lucia Regenbrecht

Polizisten Regine Schneider / Momo Fernholz / Meike Grüter

Dirndl-Mädchen Merit Dirkman / Juliane Joch / Hannah Köchling / Raja Lücke

Juliette als junge Frau Annette Walbaum


Kinderchor der Westfälischen Schule für Musik
Sinfonieorchester Münster


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Fr, 03. Mai 2013
19.00 Uhr · Kleines Haus

Leider keine weiteren Termine geplant.

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