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FLIEGEN LERNEN

von Anne Rabe

im Rahmen des internationalen Theaterfestivals HALBSTARK
ab 10 Jahren / 5. Klasse
  • Sandro Šutalo, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Sandro Šutalo, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
  • Manuel Herwig, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Manuel Herwig, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
  • Sandro Šutalo, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Sandro Šutalo, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
  • Janna Lena Koch, Manuel Herwig — © Oliver Berg
    Janna Lena Koch, Manuel Herwig
    © Oliver Berg
  • Helge Tramsen, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Helge Tramsen, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
  • Janna Lena Koch, Helge Tramsen — © Oliver Berg
    Janna Lena Koch, Helge Tramsen
    © Oliver Berg
  • Janna Lena Koch, Manuel Herwig — © Oliver Berg
    Janna Lena Koch, Manuel Herwig
    © Oliver Berg
  • Helge Tramsen, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Helge Tramsen, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
  • Sandro Šutalo, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Sandro Šutalo, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
  • Sandro Šutalo, Maike Wehmeier, Janna Lena Koch — © Oliver Berg
    Sandro Šutalo, Maike Wehmeier, Janna Lena Koch
    © Oliver Berg
So, 02. November 2014
15.00 · Kleines Haus

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Martas Mutter ist vom Baum gefallen, kurz vor Martas 10. Geburtstag. Jetzt sitzt sie auf einer Wolke im Himmel. – So ein Blödsinn, meint nicht nur ihr vorlauter Kater Mo, der eifersüchtige Beschützer des Mädchens und kluge Geschichtenerfinder. Auch Martas bester Freund Jojo glaubt nicht an einen Unfall. Er weiß längst, dass Erwachsene aus Angst nicht die Wahrheit sagen, besonders Eltern, wenn sie sich scheiden lassen oder andere Probleme haben. Doch Marta hat keine Zeit, in ihrem Zimmer zu sitzen, zu grübeln und zu heulen. Sie arbeitet an einem Experiment: Wie viele gasbefüllte Luftballons sind nötig, um sie vom Boden abheben zu lassen? Als erfahrener Pilot teilt ihr Vater zwar diese Leidenschaft für’s Fliegen, aber manchmal ist er auch ganz ratlos, so allein mit seiner eigensinnigen Tochter. Marta will kein Mitleid. Und sie will den Dingen von nun an selbst auf den Grund gehen, ganz ohne Hilfe von Erwachsenen …

In poetischen Bildern erzählt Anne Rabe von der Suche eines Mädchens nach Wahrheit und Selbstbestimmung. Marta macht die Erfahrung, dass Scheitern zum Leben gehört und dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden muss, mit Verlust umzugehen. Gleichzeitig erlebt sie, dass Schmerz und Enttäuschung leichter auszuhalten sind, wenn man sie mit einem Freund teilen kann.

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 5.8 MB)

Aufführungsdauer ca. 60 Minuten, keine Pause

Info

Martas Mutter ist vom Baum gefallen, kurz vor Martas 10. Geburtstag. Jetzt sitzt sie auf einer Wolke im Himmel. – So ein Blödsinn, meint nicht nur ihr vorlauter Kater Mo, der eifersüchtige Beschützer des Mädchens und kluge Geschichtenerfinder. Auch Martas bester Freund Jojo glaubt nicht an einen Unfall. Er weiß längst, dass Erwachsene aus Angst nicht die Wahrheit sagen, besonders Eltern, wenn sie sich scheiden lassen oder andere Probleme haben. Doch Marta hat keine Zeit, in ihrem Zimmer zu sitzen, zu grübeln und zu heulen. Sie arbeitet an einem Experiment: Wie viele gasbefüllte Luftballons sind nötig, um sie vom Boden abheben zu lassen? Als erfahrener Pilot teilt ihr Vater zwar diese Leidenschaft für’s Fliegen, aber manchmal ist er auch ganz ratlos, so allein mit seiner eigensinnigen Tochter. Marta will kein Mitleid. Und sie will den Dingen von nun an selbst auf den Grund gehen, ganz ohne Hilfe von Erwachsenen …

In poetischen Bildern erzählt Anne Rabe von der Suche eines Mädchens nach Wahrheit und Selbstbestimmung. Marta macht die Erfahrung, dass Scheitern zum Leben gehört und dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden muss, mit Verlust umzugehen. Gleichzeitig erlebt sie, dass Schmerz und Enttäuschung leichter auszuhalten sind, wenn man sie mit einem Freund teilen kann.

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 5.8 MB)

Aufführungsdauer ca. 60 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Thomas Hollaender

Bühne und Kostüme Janina Mendroch

Musik Markus Reyhani

Dramaturgie Julia Dina Heße

Theaterpädagogik Angelika Schlaghecken


Besetzung

Marta Janna Lena Koch

Jojo Manuel Herwig

Die Katze Mo Sandro Šutalo

Die Lehrerin Maike Wehmeier

Martas Vater Helge Tramsen

Besetzung

Leitung

Inszenierung Thomas Hollaender

Bühne und Kostüme Janina Mendroch

Musik Markus Reyhani

Dramaturgie Julia Dina Heße

Theaterpädagogik Angelika Schlaghecken


Besetzung

Marta Janna Lena Koch

Jojo Manuel Herwig

Die Katze Mo Sandro Šutalo

Die Lehrerin Maike Wehmeier

Martas Vater Helge Tramsen


Es sind diese seltenen Theaterstücke, die einen zum Lachen und zum Weinen bringen, und die man nie in seinem Leben vergisst. Bei denen passiert es, dass man im Theater sitzt und gar nicht mehr weiß, dass man im Theater sitzt. „Fliegen lernen“ ist solch ein Stück.

Anne Rabe hat es geschrieben, für Kinder ab zehn Jahren, aber eigentlich ist das mit dem Alter total schnurz. Bei der Eröffnung des Kindertheaterfestivals „Halbstark“ am Donnerstagabend im Kleinen Haus waren nur eine Handvoll Kinder und eine ganze Horde Erwachsener da, und alle haben gemeinsam laut gelacht – und wahrscheinlich ganz leise geweint. So ist das bei diesem Stück.

Man lacht über den frechen Kater Mo, seine dreisten Sprüche, seinen wunderbar beleidigten Blick. Und man weint, wenn Marta sagt, dass sie ihre Mutter vermisst. Sie braucht fast das ganze Stück, um sich zu diesem Satz durchzuringen. Denn Marthas Mutter ist von einem Baum gesprungen, hat sich das Leben genommen, kurz vor Martas zehntem Geburtstag.

Das Stück, eine Produktion des Jungen Theaters Münster, offenbart sehr schön, dass im Grunde niemand so richtig mit dem Tod und dem, was er auslöst, umgehen kann. Weder der Vater (Helge Tramsen), der unbeholfen mit seinen Händen über einen Stuhl streicht, als sitze seine Frau noch dort, als könne er sie mit dieser Geste noch fassen. Auch nicht Martas Lehrerin (Maike Wehmeier), die dem Kind Zeit und Ruhe geben will. Doch Marta weiß gar nicht, was sie damit soll.

Martas Freund Jojo geht einigermaßen normal mit ihr um. Die beiden albern, reden, äffen köstlich den Streit seiner Eltern nach, den Jojo heimlich mit dem Handy aufgenommen hat. Doch beim Thema Tod werden auch sie sprachlos. Und erst recht wird es komisch, wenn Marta Jojo küssen will. So ein Gefühlskuddelmuddel im Innern – wie soll das alles raus?

Janna Lena Koch und Manuel Herwig meistern die Darstellung dieser kindlichen Innenräume mit all ihren Ängsten, Fragen, all den neuen Gefühlen zwischen Kindheit und Pubertät ungemein überzeugend. Das nicht immer einfache Unterfangen, als Erwachsener ein Kind zu spielen, läuft bei den beiden völlig unproblematisch.

Das Bühnenbild von Janina Mendroch gibt mit einem riesigen, schrägen Tisch bestes Futter für die Fantasie der Zuschauer. Und Regisseur Thomas Hollaender findet dazu zurückhaltende, poetische Bilder, ergänzt um einen gefühlvollen Song von Markus Reyhani. Das reicht völlig. Der präzise, kluge Text von Anne Rabe trägt spielend und braucht keine großen Effekte. Hollaender verlässt sich auf die kleinen Dinge, auch bei der Komik, und bewahrt die besondere Struktur des Stückes, das nicht immer klar zwischen Fiktion und Realität unterscheidet. Die Stunde vergeht im Fluge.

Nicht zuletzt, nein, natürlich vor allem durch Kater Mo. Sandro Šutalo ist ein herrlich verschrobenes Vieh. Er ist zum Piepen komisch. Aber er macht einen auch traurig. Genauso ist das oft, mit dem Leben.

Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 25. Oktober 2014

 

„Fliegen lernen“, Anne Rabes Kinderstück, das unter der Regie von Thomas Hollaender Münsters Internationales Theaterfestival „Halbstark“ im Kleinen Haus eröffnete, thematisiert Sichtweisen und Probleme von „Lücke-Kindern“, wie Festivalleiterin Silvia Andringa die Zielgruppe der 9- bis 13-Jährigen nennt. Sie sind nicht mehr richtig klein, aber auch noch nicht groß, so wie Marta, der man die Wahrheit nicht zumuten will. Dabei hat das Mädchen längst erkannt, dass die Erwachsenen ebenfalls schwindeln, wenn es mal schwierig wird im Leben.

Auf Janine Mendrochs schlichter Bühne – einer schrägen Ebene, die mal wirkt wie ein überdimensionaler Sarg, mal wie ein Esstisch, verkörpert die überzeugende Janna Lena Koch ein Mädchen, das mit Beerdigungsritualen ebenso wenig anfangen kann, wie mit der Anweisung, vorerst nicht in die Schule zu gehen. Was Marta tun möchte, wie sie sich fühlt, was sie denkt, fragt weder der überforderte Vater, noch die sich um Verständnis bemühende, hilflose Lehrerin (Maike Wehmeier). Kein Wunder, dass sich das clevere Mädchen in die fixe Idee verrennt, mit Luftballons gen Himmel zu steigen.

Das Thema Tod kommt vergleichsweise harmlos daher, wie ein Beispiel von vielen für Trennung und Veränderung. In melancholischen Bildern (schön: Markus Reyhanis Lied über fliegende Riesen) und lebensfrohen, witzigen Szenen scheint es doch vor allem darum zu gehen, wie leicht Erwachsene Kinder unterschätzen. An der Seite des liebenswert-eifersüchtigen Katers Mo (herrlich arrogant: Sandro Šutalo) und ihres Freundes Jojo (Manuel Herwig) ist Martas Leben am Ende zwar nicht leichter geworden, aber es geht weiter. Ein Stück, das Kindern Mut macht, indem es sie ernst nimmt.

Isabell Steinböck, Westfälische Nachrichten, 25. Oktober 2014

Presse

Es sind diese seltenen Theaterstücke, die einen zum Lachen und zum Weinen bringen, und die man nie in seinem Leben vergisst. Bei denen passiert es, dass man im Theater sitzt und gar nicht mehr weiß, dass man im Theater sitzt. „Fliegen lernen“ ist solch ein Stück.

Anne Rabe hat es geschrieben, für Kinder ab zehn Jahren, aber eigentlich ist das mit dem Alter total schnurz. Bei der Eröffnung des Kindertheaterfestivals „Halbstark“ am Donnerstagabend im Kleinen Haus waren nur eine Handvoll Kinder und eine ganze Horde Erwachsener da, und alle haben gemeinsam laut gelacht – und wahrscheinlich ganz leise geweint. So ist das bei diesem Stück.

Man lacht über den frechen Kater Mo, seine dreisten Sprüche, seinen wunderbar beleidigten Blick. Und man weint, wenn Marta sagt, dass sie ihre Mutter vermisst. Sie braucht fast das ganze Stück, um sich zu diesem Satz durchzuringen. Denn Marthas Mutter ist von einem Baum gesprungen, hat sich das Leben genommen, kurz vor Martas zehntem Geburtstag.

Das Stück, eine Produktion des Jungen Theaters Münster, offenbart sehr schön, dass im Grunde niemand so richtig mit dem Tod und dem, was er auslöst, umgehen kann. Weder der Vater (Helge Tramsen), der unbeholfen mit seinen Händen über einen Stuhl streicht, als sitze seine Frau noch dort, als könne er sie mit dieser Geste noch fassen. Auch nicht Martas Lehrerin (Maike Wehmeier), die dem Kind Zeit und Ruhe geben will. Doch Marta weiß gar nicht, was sie damit soll.

Martas Freund Jojo geht einigermaßen normal mit ihr um. Die beiden albern, reden, äffen köstlich den Streit seiner Eltern nach, den Jojo heimlich mit dem Handy aufgenommen hat. Doch beim Thema Tod werden auch sie sprachlos. Und erst recht wird es komisch, wenn Marta Jojo küssen will. So ein Gefühlskuddelmuddel im Innern – wie soll das alles raus?

Janna Lena Koch und Manuel Herwig meistern die Darstellung dieser kindlichen Innenräume mit all ihren Ängsten, Fragen, all den neuen Gefühlen zwischen Kindheit und Pubertät ungemein überzeugend. Das nicht immer einfache Unterfangen, als Erwachsener ein Kind zu spielen, läuft bei den beiden völlig unproblematisch.

Das Bühnenbild von Janina Mendroch gibt mit einem riesigen, schrägen Tisch bestes Futter für die Fantasie der Zuschauer. Und Regisseur Thomas Hollaender findet dazu zurückhaltende, poetische Bilder, ergänzt um einen gefühlvollen Song von Markus Reyhani. Das reicht völlig. Der präzise, kluge Text von Anne Rabe trägt spielend und braucht keine großen Effekte. Hollaender verlässt sich auf die kleinen Dinge, auch bei der Komik, und bewahrt die besondere Struktur des Stückes, das nicht immer klar zwischen Fiktion und Realität unterscheidet. Die Stunde vergeht im Fluge.

Nicht zuletzt, nein, natürlich vor allem durch Kater Mo. Sandro Šutalo ist ein herrlich verschrobenes Vieh. Er ist zum Piepen komisch. Aber er macht einen auch traurig. Genauso ist das oft, mit dem Leben.

Sabine Müller, Münstersche Zeitung, 25. Oktober 2014

 

„Fliegen lernen“, Anne Rabes Kinderstück, das unter der Regie von Thomas Hollaender Münsters Internationales Theaterfestival „Halbstark“ im Kleinen Haus eröffnete, thematisiert Sichtweisen und Probleme von „Lücke-Kindern“, wie Festivalleiterin Silvia Andringa die Zielgruppe der 9- bis 13-Jährigen nennt. Sie sind nicht mehr richtig klein, aber auch noch nicht groß, so wie Marta, der man die Wahrheit nicht zumuten will. Dabei hat das Mädchen längst erkannt, dass die Erwachsenen ebenfalls schwindeln, wenn es mal schwierig wird im Leben.

Auf Janine Mendrochs schlichter Bühne – einer schrägen Ebene, die mal wirkt wie ein überdimensionaler Sarg, mal wie ein Esstisch, verkörpert die überzeugende Janna Lena Koch ein Mädchen, das mit Beerdigungsritualen ebenso wenig anfangen kann, wie mit der Anweisung, vorerst nicht in die Schule zu gehen. Was Marta tun möchte, wie sie sich fühlt, was sie denkt, fragt weder der überforderte Vater, noch die sich um Verständnis bemühende, hilflose Lehrerin (Maike Wehmeier). Kein Wunder, dass sich das clevere Mädchen in die fixe Idee verrennt, mit Luftballons gen Himmel zu steigen.

Das Thema Tod kommt vergleichsweise harmlos daher, wie ein Beispiel von vielen für Trennung und Veränderung. In melancholischen Bildern (schön: Markus Reyhanis Lied über fliegende Riesen) und lebensfrohen, witzigen Szenen scheint es doch vor allem darum zu gehen, wie leicht Erwachsene Kinder unterschätzen. An der Seite des liebenswert-eifersüchtigen Katers Mo (herrlich arrogant: Sandro Šutalo) und ihres Freundes Jojo (Manuel Herwig) ist Martas Leben am Ende zwar nicht leichter geworden, aber es geht weiter. Ein Stück, das Kindern Mut macht, indem es sie ernst nimmt.

Isabell Steinböck, Westfälische Nachrichten, 25. Oktober 2014


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15.00 Uhr · Kleines Haus

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