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ENRON

Schauspiel von Lucy Prebble

  • Aurel Bereuter, Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Aurel Bereuter, Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Ensemble <br />© Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Aurel Bereuter, Hanns Jörg Krumpholz, Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Aurel Bereuter, Hanns Jörg Krumpholz, Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Matthias Caspari, Hanns Jörg Krumpholz; im Hintergrund: Aurel Bereuter, Claudia Hübschmann, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Matthias Caspari, Hanns Jörg Krumpholz; im Hintergrund: Aurel Bereuter, Claudia Hübschmann, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Jonas Riemer, Christoph Rinke, Daniel Rothaug, Carola von Seckendorff, Natalja Joselewitsch, Matthias Caspari <br />© Oliver Berg
    Jonas Riemer, Christoph Rinke, Daniel Rothaug, Carola von Seckendorff, Natalja Joselewitsch, Matthias Caspari
    © Oliver Berg
  • Jonas Riemer, Daniel Rothaug, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Jonas Riemer, Daniel Rothaug, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Aurel Bereuter, Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Aurel Bereuter, Daniel Rothaug
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  • Daniel Rothaug, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Christoph Rinke
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  • Natalja Joselewitsch, Christoph Rinke, Claudia Hübschmann, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Christoph Rinke, Claudia Hübschmann, Jonas Riemer
    © Oliver Berg
  • Aurel Bereuter, Matthias Caspari, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Aurel Bereuter, Matthias Caspari, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann, Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Daniel Rothaug
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  • Aurel Bereuter, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Aurel Bereuter, Christoph Rinke
    © Oliver Berg

In der Vergangenheit dachten die Leute, die Grundeinheit der Gesellschaft seien der Staat, oder die Kirche, oder, Gott helfe uns, die politischen Parteien. Aber, wir wissen jetzt, es ist das Unternehmen.

Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.


 Erfahren sie alles rund um die Proben zum Stück – jetzt auf unserem ENRON-Blog!

 

Gier und märchenhafter Erfolg waren grenzenlos: Der texanische Energie-Konzern Enron wurde mehrfach als Amerikas innovativste Firma ausgezeichnet, ihr Gründer erhielt von George W. Bush den zärtlichen Spitznamen Kenny Boy und US-Kongressabgeordnete freuten sich über großzügige Zuwendungen des Multis. Wie kreativ die Firma tatsächlich war, zeigte sich im Sündenfall: Enron produzierte 2001 mit unerhörten Bilanzfälschungen den größten Unternehmensskandal, den die Wirtschaftswelt bis dahin erlebt hatte. Es sollten noch einige folgen …

ENRON, Theaterspektakel und modellhafte Parabel, führt unsere gegenwärtige Krise an ihren Ausgangspunkt zurück – als sich der Kapitalismus entfesselte und Geld und Zahlen irreal wurden. Lucy Prebble lässt einen heute fast harmlos wirkenden Finanzskandal in messerscharfen Dialogen und dramatischen Szenen um Machtgewinn und -verlust aufleben. Doch neben den pointiert gezeichneten Manager-Figuren erscheinen auch schuldenvertilgende Dinosaurier, tanzende Börsenmakler, weiße Mäuse und wildgewordene Aktienkurse auf der Bühne: Eine kühne Analyse von Hybris, Habgier und Wahnsinn, die an Shakespeares Königsdramen erinnert – und an die absurde Komödie. ENRON war ein großer Erfolg in London und am Broadway, sowie an deutschen Bühnen die Sensation der Saison 2010 (FAZ).

Aufführungsdauer ca. 140 Minuten, eine Pause

Info


 Erfahren sie alles rund um die Proben zum Stück – jetzt auf unserem ENRON-Blog!

 

Gier und märchenhafter Erfolg waren grenzenlos: Der texanische Energie-Konzern Enron wurde mehrfach als Amerikas innovativste Firma ausgezeichnet, ihr Gründer erhielt von George W. Bush den zärtlichen Spitznamen Kenny Boy und US-Kongressabgeordnete freuten sich über großzügige Zuwendungen des Multis. Wie kreativ die Firma tatsächlich war, zeigte sich im Sündenfall: Enron produzierte 2001 mit unerhörten Bilanzfälschungen den größten Unternehmensskandal, den die Wirtschaftswelt bis dahin erlebt hatte. Es sollten noch einige folgen …

ENRON, Theaterspektakel und modellhafte Parabel, führt unsere gegenwärtige Krise an ihren Ausgangspunkt zurück – als sich der Kapitalismus entfesselte und Geld und Zahlen irreal wurden. Lucy Prebble lässt einen heute fast harmlos wirkenden Finanzskandal in messerscharfen Dialogen und dramatischen Szenen um Machtgewinn und -verlust aufleben. Doch neben den pointiert gezeichneten Manager-Figuren erscheinen auch schuldenvertilgende Dinosaurier, tanzende Börsenmakler, weiße Mäuse und wildgewordene Aktienkurse auf der Bühne: Eine kühne Analyse von Hybris, Habgier und Wahnsinn, die an Shakespeares Königsdramen erinnert – und an die absurde Komödie. ENRON war ein großer Erfolg in London und am Broadway, sowie an deutschen Bühnen die Sensation der Saison 2010 (FAZ).

Aufführungsdauer ca. 140 Minuten, eine Pause

Leitung

Inszenierung Dominique Schnizer

Bühne & Kostüme Christin Treunert

Musik & Sound Jimi Siebels

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Ken Lay, Enron-Vorstandsvorsitzender Hanns Jörg Krumpholz

Jeffrey Skilling, Enron-Präsident Aurel Bereuter

Andy Fastow, Enron-Finanzchef Daniel Rothaug

Claudia Roe, Enron-Managerin Claudia Hübschmann

Gayle / Händlerin Carola von Seckendorff

Elise / Händlerin Natalja Joselewitsch

Anwalt / Händler Jonas Riemer

Senator / Händler Matthias Caspari

Alan Greespan / Händler Christoph Rinke

Besetzung

Leitung

Inszenierung Dominique Schnizer

Bühne & Kostüme Christin Treunert

Musik & Sound Jimi Siebels

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Ken Lay, Enron-Vorstandsvorsitzender Hanns Jörg Krumpholz

Jeffrey Skilling, Enron-Präsident Aurel Bereuter

Andy Fastow, Enron-Finanzchef Daniel Rothaug

Claudia Roe, Enron-Managerin Claudia Hübschmann

Gayle / Händlerin Carola von Seckendorff

Elise / Händlerin Natalja Joselewitsch

Anwalt / Händler Jonas Riemer

Senator / Händler Matthias Caspari

Alan Greespan / Händler Christoph Rinke


Die englische Autorin Lucy Prebble schafft eine geistvolle Mischung aus Fiktion, Dokumentation und Satire. [...] Regisseur Dominique Schnizer erweitert diese Vorgaben einfallsreich. [...] Das Stück ist hochaktuell.

 Den gesamten Radiobeitrag hier anhören ...

Martin Burkert, WDR5, 26. April 2016

 

In der Regie von Dominique Schnizer [gelingt es] der münsterschen Aufführung, das Publikum nicht nur mit Fakten zu füttern, sondern es zu unterhalten und staunen zu lassen - durch die bissige Analyse von Größenwahn, Selbstliebe und Skrupellosigkeit. [...] Lucy Prebbles investigatives Stück verdichtet den Aufstieg und jähen Fall des Konzerns und seiner Führungskräfte mittels einer Abfolge von erklärenden Schlüssel-Szenen, die auf drei Ebenen in der modernen Unternehmenszentrale spielen (Bühne und Kostüme: Christin Treunert).

Während ihrer intensiven, von Machthunger und Eigennutz geprägten Dialoge gewähren Hanns Jörg Krumpholz als Unternehmensgründer Kenneth Lay, Aurel Bereuter als maßgeblicher Vorstandsvorsitzender Jeffrey Skilling und Daniel Rothaug als Finanzvorstand Andy Fastow tiefschürfende Einblicke ins zwanghafte Innenleben von Top-Managern. Von solchen Geschäftsmännern, die einen Realitätsverlust erlitten haben und auch von verantwortungsbewussten Kollegen wie Claudia Roe (Claudia Hübschmann) nicht aufgehalten werden können: eine aufschlussreiche Inszenierung über wirtschaftliche Fehlentwicklungen, deren Wiederholung nicht ausgeschlossen werden kann.

Alexander Reuter, Die Glocke, 25. April 2016

 

Aurel Bereuter verkörpert mit heilsgewissem Gestus eines amerikanischen Sektenpriesters den Blender und Enron-Chef Jeffrey Skilling, der mit seinen betrügerischen Bilanztricks Enron zum siebtgrößten Konzern der Welt aufblies, bis die Blase platzte. Hans-Jörg Krummpholz spielt den Enron-Gründer Kenneth Lay als den gottesfürchtigen Biedermann, der die Käuflichkeit der amerikanischen Politik in großem Stil betrieb. Und Daniel Rothaug gibt überdreht den ungeliebten Enron-Finanzchef Andrew Fastow. Im Firmenkeller wird er zum einsamen, halb irren Erfinder der bilanzschönenden Masche, Einnahmen aus künftigen Geschäften als Gewinne zu verbuchen, Ausgaben und Schulden aber auf Briefkastenfirmen zu verlagern. Claudia Hübschmann überzeugt als skrupellose Karrieristin Claudia Roe, die für ihren Aufstieg auch den vollen Einsatz ihrer Weiblichkeit nicht scheut [...].

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 27. April 2016


Enron war eine amerikanische Energiefirma mit exzellenten Verbindungen zur Politik, die in den 90er Jahren expandierte, zum siebtgrößten Unternehmen der USA wuchs, 2001 aber zusammenbrach, weil sich herausgestellt hatte, dass das Unternehmen 30 Milliarden Dollar Schulden in solchen "special purpose entities" versteckt hatte. Der Fall hat sich bis heute in verschiedenen Abwandlungen immerzu wiederholt und bleibt auch deshalb interessant weil er gut dokumentiert ist und profilierte Protagonisten hatte. Man kann die komplizierten ökonomischen Vorgänge an Personen deutlich machen. Es geht nicht um die Aufklärung eines Einzelfalles, es geht um die Darstellung eines Paradigmas.

Prebble macht das mit einer ziemlich dreisten Mischung von Theatermitteln: ein ironisch unzuverlässiger Erzähler, tanzende Börsenhändler, etwas Sex, Verfremdung von Figuren durch Tiermasken oder Bauchrednerpuppen, reichlicher Gebrauch von Metaphern, nicht nur verbal, sondern auch szenisch.

[...] Auf der Bühne des Großen Hauses in Münster steht ein dreistöckiges Gebäude (Bühne und Kostüme: Christin Treunert). In der Mitte die Vorstandsetage, oben der Fitnessraum und unten der niedrige Unterbau des besonders bösen Finanzchefs Fastow, voll von chaotisch zerstreuten Papieren. Hier verbirgt sich der witzigste Einfall der Inszenierung: plötzlich werden diese Zettelhaufen lebendig (papierbeklebte Statisten) und sind Fastows "special purpose entities", die er liebevoll "Raptoren" nennt, schuldenfressende Offshore-Firmen, mit Hilfe derer Enron sich selbst die Schulden abnimmt und dafür Kapital von den Banken erhält.

[...] Prebbles Stück gibt keine besserwisserischen Erklärungen über die Ursachen der Finanzkrisen. Aber es verbreitet auch nicht die billige Theorie von der ewig sich gleich bleibenden Gier der Menschen. Ihre Figuren sind Getriebene in einem System.

Gerhard Preußer, nachtkritik.de, 24. April 2016

Presse

Die englische Autorin Lucy Prebble schafft eine geistvolle Mischung aus Fiktion, Dokumentation und Satire. [...] Regisseur Dominique Schnizer erweitert diese Vorgaben einfallsreich. [...] Das Stück ist hochaktuell.

 Den gesamten Radiobeitrag hier anhören ...

Martin Burkert, WDR5, 26. April 2016

 

In der Regie von Dominique Schnizer [gelingt es] der münsterschen Aufführung, das Publikum nicht nur mit Fakten zu füttern, sondern es zu unterhalten und staunen zu lassen - durch die bissige Analyse von Größenwahn, Selbstliebe und Skrupellosigkeit. [...] Lucy Prebbles investigatives Stück verdichtet den Aufstieg und jähen Fall des Konzerns und seiner Führungskräfte mittels einer Abfolge von erklärenden Schlüssel-Szenen, die auf drei Ebenen in der modernen Unternehmenszentrale spielen (Bühne und Kostüme: Christin Treunert).

Während ihrer intensiven, von Machthunger und Eigennutz geprägten Dialoge gewähren Hanns Jörg Krumpholz als Unternehmensgründer Kenneth Lay, Aurel Bereuter als maßgeblicher Vorstandsvorsitzender Jeffrey Skilling und Daniel Rothaug als Finanzvorstand Andy Fastow tiefschürfende Einblicke ins zwanghafte Innenleben von Top-Managern. Von solchen Geschäftsmännern, die einen Realitätsverlust erlitten haben und auch von verantwortungsbewussten Kollegen wie Claudia Roe (Claudia Hübschmann) nicht aufgehalten werden können: eine aufschlussreiche Inszenierung über wirtschaftliche Fehlentwicklungen, deren Wiederholung nicht ausgeschlossen werden kann.

Alexander Reuter, Die Glocke, 25. April 2016

 

Aurel Bereuter verkörpert mit heilsgewissem Gestus eines amerikanischen Sektenpriesters den Blender und Enron-Chef Jeffrey Skilling, der mit seinen betrügerischen Bilanztricks Enron zum siebtgrößten Konzern der Welt aufblies, bis die Blase platzte. Hans-Jörg Krummpholz spielt den Enron-Gründer Kenneth Lay als den gottesfürchtigen Biedermann, der die Käuflichkeit der amerikanischen Politik in großem Stil betrieb. Und Daniel Rothaug gibt überdreht den ungeliebten Enron-Finanzchef Andrew Fastow. Im Firmenkeller wird er zum einsamen, halb irren Erfinder der bilanzschönenden Masche, Einnahmen aus künftigen Geschäften als Gewinne zu verbuchen, Ausgaben und Schulden aber auf Briefkastenfirmen zu verlagern. Claudia Hübschmann überzeugt als skrupellose Karrieristin Claudia Roe, die für ihren Aufstieg auch den vollen Einsatz ihrer Weiblichkeit nicht scheut [...].

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 27. April 2016


Enron war eine amerikanische Energiefirma mit exzellenten Verbindungen zur Politik, die in den 90er Jahren expandierte, zum siebtgrößten Unternehmen der USA wuchs, 2001 aber zusammenbrach, weil sich herausgestellt hatte, dass das Unternehmen 30 Milliarden Dollar Schulden in solchen "special purpose entities" versteckt hatte. Der Fall hat sich bis heute in verschiedenen Abwandlungen immerzu wiederholt und bleibt auch deshalb interessant weil er gut dokumentiert ist und profilierte Protagonisten hatte. Man kann die komplizierten ökonomischen Vorgänge an Personen deutlich machen. Es geht nicht um die Aufklärung eines Einzelfalles, es geht um die Darstellung eines Paradigmas.

Prebble macht das mit einer ziemlich dreisten Mischung von Theatermitteln: ein ironisch unzuverlässiger Erzähler, tanzende Börsenhändler, etwas Sex, Verfremdung von Figuren durch Tiermasken oder Bauchrednerpuppen, reichlicher Gebrauch von Metaphern, nicht nur verbal, sondern auch szenisch.

[...] Auf der Bühne des Großen Hauses in Münster steht ein dreistöckiges Gebäude (Bühne und Kostüme: Christin Treunert). In der Mitte die Vorstandsetage, oben der Fitnessraum und unten der niedrige Unterbau des besonders bösen Finanzchefs Fastow, voll von chaotisch zerstreuten Papieren. Hier verbirgt sich der witzigste Einfall der Inszenierung: plötzlich werden diese Zettelhaufen lebendig (papierbeklebte Statisten) und sind Fastows "special purpose entities", die er liebevoll "Raptoren" nennt, schuldenfressende Offshore-Firmen, mit Hilfe derer Enron sich selbst die Schulden abnimmt und dafür Kapital von den Banken erhält.

[...] Prebbles Stück gibt keine besserwisserischen Erklärungen über die Ursachen der Finanzkrisen. Aber es verbreitet auch nicht die billige Theorie von der ewig sich gleich bleibenden Gier der Menschen. Ihre Figuren sind Getriebene in einem System.

Gerhard Preußer, nachtkritik.de, 24. April 2016


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