zum Theater-Blog zum Sinfonieorchester zum Online-Ticket-Shop

EIN KURZER AUSSETZER

Carlos Eugenio López

Eine Produktion des Schauspiels Frankfurt
  •  <br />© Oliver Berg

    © Oliver Berg

Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

Ensemblemitglied Daniel Rothaug hat vom Schauspiel Frankfurt einen fulminanten Bar-Monolog mitgebracht: Wenn man keine Kohle hat und nichts so wirklich kann, dann muss man eben im Bahnhofsviertel den Callboy spielen. Und dann kommt dieser gut gekleidete, elegante Typ für ein paar gemütliche Stunden zu mir und vergisst seinen Aktenkoffer. In dem find ich dann nicht mal Kohle, sondern Nato-Unterlagen, die der jetzt bestimmt schon mehr vermisst als mich. Und die Polizei wird deswegen bestimmt schon informiert sein. Dabei hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt. Aber was soll man machen, wenn das Leben einen bei den Eiern hat ... Oder? 

Spielort: Eine Bar in Münster!
Treffpunkt: 19.30 Uhr, Kassenfoyer des Theaters Münster, von dort aus gemeinsamer Start in die Bar

Info

Ensemblemitglied Daniel Rothaug hat vom Schauspiel Frankfurt einen fulminanten Bar-Monolog mitgebracht: Wenn man keine Kohle hat und nichts so wirklich kann, dann muss man eben im Bahnhofsviertel den Callboy spielen. Und dann kommt dieser gut gekleidete, elegante Typ für ein paar gemütliche Stunden zu mir und vergisst seinen Aktenkoffer. In dem find ich dann nicht mal Kohle, sondern Nato-Unterlagen, die der jetzt bestimmt schon mehr vermisst als mich. Und die Polizei wird deswegen bestimmt schon informiert sein. Dabei hatte ich mir alles ganz anders vorgestellt. Aber was soll man machen, wenn das Leben einen bei den Eiern hat ... Oder? 

Spielort: Eine Bar in Münster!
Treffpunkt: 19.30 Uhr, Kassenfoyer des Theaters Münster, von dort aus gemeinsamer Start in die Bar


Besetzung

Daniel Rothaug

Besetzung


Besetzung

Daniel Rothaug


Er macht einen gehetzten Eindruck, wie er so an seinem Tisch in der Bar sitzt. Ein Tier, das in die Enge gedrängt wurde. Unruhig huschen die geschminkten Augen hin und her, über die anderen Gäste hinweg und immer wieder zur Tür hin. Ob sie schon kommen, um ihn zu holen? Dann klingelt das Handy. Ärgerlich drückt er den Anruf weg, schmeißt das Gerät auf den Tisch, dass die Gläser klirren. Er hat sich in was ganz Übles hineingeritten, das ist klar. Etwas, das eindeutig eine Nummer zu groß ist für einen kleinen Strichjungen wie ihn.

„Ein kurzer Aussetzer“ heißt das Ein-Personen-Stück von Carlos Eugenio López, das Daniel Rothaug vom Theater Münster am Freitagabend in einer schummrigen Bar in der Innenstadt aufführte. Es ist die Geschichte eines jungen Strichers, der einem Freier den Koffer klaut, in dem sich geheime Nato-Dokumente befinden. Offenbar handelte es sich bei dem Freier um ein hohes Tier aus der Politik oder noch was Schlimmerem. Jetzt kriegt es der Junge mit der Angst zu tun.

Und Rothaug spielt ihn so, dass man diese Angst in jeder seiner Bewegungen sehen kann. Auch wenn er anfangs noch auf starker Mann macht, die anderen Gäste (sprich: das Publikum) anherrscht und ihnen seine Sicht der Dinge um die Ohren haut.

Neben Rothaugs intensivem Spiel ist es die unmittelbare Nähe zum Geschehen, die hier Wirkung erzeugt. Die Zuschauer sind mittendrin im Stück und können sich der Geschichte nicht entziehen, zumal sie auch mehrmals direkt angespielt werden. Hinzu kommt, dass sich die anfängliche Räuberpistole immer mehr zum subtilen Psychogramm eines Menschen entwickelt, der auf der sozialen Leiter ganz unten angekommen ist und trotzdem nicht aufgehört hat, von einem besseren Leben zu träumen.

Das verortet er irgendwo auf dem Land, fernab von der Kriminalität der Großstadt und seinem tristem Dasein als Strichjunge. Dort will er mit seiner Freundin „selbstgemachten“ Honig verkaufen. Regelrecht hineinsteigern kann er sich in diese unschuldige Fantasie – bis ein Geräusch von der Straße ihn wieder in die Wirklichkeit zurückholt und er erkennen muss, dass er sein Leben verpfuscht hat. Nicht nur wegen des einen „kurzen Aussetzers“ mit dem Koffer. Ein starkes Solo, das vor allem auch durch seine leisen Untertöne überzeugt

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten, 27. April 2015

Presse

Er macht einen gehetzten Eindruck, wie er so an seinem Tisch in der Bar sitzt. Ein Tier, das in die Enge gedrängt wurde. Unruhig huschen die geschminkten Augen hin und her, über die anderen Gäste hinweg und immer wieder zur Tür hin. Ob sie schon kommen, um ihn zu holen? Dann klingelt das Handy. Ärgerlich drückt er den Anruf weg, schmeißt das Gerät auf den Tisch, dass die Gläser klirren. Er hat sich in was ganz Übles hineingeritten, das ist klar. Etwas, das eindeutig eine Nummer zu groß ist für einen kleinen Strichjungen wie ihn.

„Ein kurzer Aussetzer“ heißt das Ein-Personen-Stück von Carlos Eugenio López, das Daniel Rothaug vom Theater Münster am Freitagabend in einer schummrigen Bar in der Innenstadt aufführte. Es ist die Geschichte eines jungen Strichers, der einem Freier den Koffer klaut, in dem sich geheime Nato-Dokumente befinden. Offenbar handelte es sich bei dem Freier um ein hohes Tier aus der Politik oder noch was Schlimmerem. Jetzt kriegt es der Junge mit der Angst zu tun.

Und Rothaug spielt ihn so, dass man diese Angst in jeder seiner Bewegungen sehen kann. Auch wenn er anfangs noch auf starker Mann macht, die anderen Gäste (sprich: das Publikum) anherrscht und ihnen seine Sicht der Dinge um die Ohren haut.

Neben Rothaugs intensivem Spiel ist es die unmittelbare Nähe zum Geschehen, die hier Wirkung erzeugt. Die Zuschauer sind mittendrin im Stück und können sich der Geschichte nicht entziehen, zumal sie auch mehrmals direkt angespielt werden. Hinzu kommt, dass sich die anfängliche Räuberpistole immer mehr zum subtilen Psychogramm eines Menschen entwickelt, der auf der sozialen Leiter ganz unten angekommen ist und trotzdem nicht aufgehört hat, von einem besseren Leben zu träumen.

Das verortet er irgendwo auf dem Land, fernab von der Kriminalität der Großstadt und seinem tristem Dasein als Strichjunge. Dort will er mit seiner Freundin „selbstgemachten“ Honig verkaufen. Regelrecht hineinsteigern kann er sich in diese unschuldige Fantasie – bis ein Geräusch von der Straße ihn wieder in die Wirklichkeit zurückholt und er erkennen muss, dass er sein Leben verpfuscht hat. Nicht nur wegen des einen „kurzen Aussetzers“ mit dem Koffer. Ein starkes Solo, das vor allem auch durch seine leisen Untertöne überzeugt

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten, 27. April 2015

nach oben

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

nach oben