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DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI

nach einem Film von Katharina Held und Hans Weingartner

ab 14 Jahren / 8. Klasse
  • © Oliver Berg

    © Oliver Berg
  • Maike Jüttendonk und Daniel Rothaug — © Oliver Berg
    Maike Jüttendonk und Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Manuel Herwig — © Oliver Berg
    Manuel Herwig
    © Oliver Berg
  • Maike Jüttendonk — © Oliver Berg
    Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Manuel Herwig und Maike Jüttendonk — © Oliver Berg
    Manuel Herwig und Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Manuel Herwig und Maike Jüttendonk — © Oliver Berg
    Manuel Herwig und Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug und Maike Jüttendonk — © Oliver Berg
    Daniel Rothaug und Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug — © Oliver Berg
    Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Jochen Kuhl, Manuel Herwig, Maike Jüttendonk, Daniel Rothaug — © Oliver Berg
    Jochen Kuhl, Manuel Herwig, Maike Jüttendonk, Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Jochen Kuhl, Manuel Herwig — © Oliver Berg
    Jochen Kuhl, Manuel Herwig
    © Oliver Berg
  • Maike Jüttendonk und Daniel Rothaug — © Oliver Berg
    Maike Jüttendonk und Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Manuel Herwig und Maike Jüttendonk — © Oliver Berg
    Manuel Herwig und Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg

Was früher subversiv war, gibt’s heute im Laden zu kaufen!

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Peter, Jan und Jule brechen nachts in die Villen wohlhabender Menschen ein. Deren wohlbehütete Ordnung bringen sie durcheinander, indem sie ein paar Möbel verrücken, Botschaften hinterlassen wie Sie haben zuviel Geld! und irritierenderweise nichts entwenden. Die drei wollen sich nicht bereichern, sondern sie wollen die Menschen zum Nachdenken über Haben oder Sein zwingen. Als sie eines Nachts bei einem Einbruch vom Hausbesitzer überrascht werden, kippt das idealistische Spiel in eine reale Entführung. Wie weit können sie mit ihren Erziehungsmaßnahmen gehen?

Die Thematik von DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI hat seit dem Erfolgsfilm vor zehn Jahren noch an Bedeutung gewonnen. Wo soll man hin mit seiner Wut gegen Banken, Broker und Großkonzerne? Wie kann Revolte noch aussehen in einer Zeit, in der alles sofort als massenkompatibler Trend vermarktet wird? Die gut situierte Wohlfühloase Münster wird mit einem politischen Poesierausch aus der Reserve gelockt – denn wer möchte nicht wild und frei leben?

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 0.4 MB)

Aufführungsdauer ca. 90 Minuten, keine Pause

Info

Peter, Jan und Jule brechen nachts in die Villen wohlhabender Menschen ein. Deren wohlbehütete Ordnung bringen sie durcheinander, indem sie ein paar Möbel verrücken, Botschaften hinterlassen wie Sie haben zuviel Geld! und irritierenderweise nichts entwenden. Die drei wollen sich nicht bereichern, sondern sie wollen die Menschen zum Nachdenken über Haben oder Sein zwingen. Als sie eines Nachts bei einem Einbruch vom Hausbesitzer überrascht werden, kippt das idealistische Spiel in eine reale Entführung. Wie weit können sie mit ihren Erziehungsmaßnahmen gehen?

Die Thematik von DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI hat seit dem Erfolgsfilm vor zehn Jahren noch an Bedeutung gewonnen. Wo soll man hin mit seiner Wut gegen Banken, Broker und Großkonzerne? Wie kann Revolte noch aussehen in einer Zeit, in der alles sofort als massenkompatibler Trend vermarktet wird? Die gut situierte Wohlfühloase Münster wird mit einem politischen Poesierausch aus der Reserve gelockt – denn wer möchte nicht wild und frei leben?

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 0.4 MB)

Aufführungsdauer ca. 90 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Max Claessen

Bühne und Kostüme Ilka Meier

Musik Rewert Lindeburg

Dramaturgie Anne Verena Freybott

Theaterpädagogik Angelika Schlaghecken


Besetzung

Peter Daniel Rothaug

Jule Maike Jüttendonk

Jan Manuel Herwig

Hardenberg Jochen Kuhl

Besetzung

Leitung

Inszenierung Max Claessen

Bühne und Kostüme Ilka Meier

Musik Rewert Lindeburg

Dramaturgie Anne Verena Freybott

Theaterpädagogik Angelika Schlaghecken


Besetzung

Peter Daniel Rothaug

Jule Maike Jüttendonk

Jan Manuel Herwig

Hardenberg Jochen Kuhl


2004 war diese coole Rebellenromanze von Katharina Held und Hans Weingartner ein internationaler Kinoerfolg. In Münster wirkt die Revolte und Lebenssuche noch unruhiger und fiebriger als in der Filmversion. Regisseur Max Claessen zielt auf ein junges Publikum, das in der globalisierten Leistungsgesellschaft sinnliche Qualitäten und humane Verantwortung vermisst. Wie lässt sich die eigene Zukunft verbessern?

Frech, anarchisch und temporeich kommt das rüber. Regisseur Claessen setzt auf kurze, intensive Szenen mit Clip-Charakter. Seine Bildsprache ist hipp, wenn Jan und Jule Farbpigmente schmeißen und aus einer Renovierung ein indisches Holi-Fest machen. Neben dieser Alltagspoesie tönt es rau aus dem Mikro: „94 500 Euro“ hat Jule Schulden bei einem „Bonzen“, dem sie den Mercedes verunfallt hatte. Ohne eigene Versicherung. Ein Riesenjoint vernebelt alles auf der Bühne. Jule will „wild und frei leben“, aber wie das in Münster inszeniert ist, gilt diese Losung doch irgendwie für alle. Oder?

Regisseur Claessen rückt uns ganz nah an seine Helden, wenn Jan und Jule auf einer Klappleiter sitzen, die als Dachterrasse ausgegeben wird, oder ein Herzschlag durchs Theater dröhnt, als beide in eine Villa einsteigen. Eigentlich erschrecken Peter und Jan reiche Kapitalisten mit ihren Einbrüchen, verschieben Möbel und lassen Botschaften zurück: „Die fetten Jahre sind vorbei“. Geklaut wird nichts.

Diese Strategie wackelt, weil Jan in das Haus einsteigt, wo Jules Schuldenpeiniger wohnt. Sie will noch „was krasses machen“ und denkt an den Webergrill, der in den Pool soll. Das ist nett, weil die Inszenierung in Münster immer wieder aktuelle Bezüge sucht. Solche Amüsements sind vorbei, als alle drei nochmal in die Villa müssen, da Jule ihr Smartphone vergessen hat. Der Hausherr taucht plötzlich auf und wird niedergeschlagen. Die Entführung beginnt.

Die Bühne von Ilka Meier ist ein Ort fürs mobile Szenenspiel. Plexiglas wird als Raumteiler verschoben. Auf dem Rasenstück unterm Baum liegt Manager Hardenberg gefesselt, die drei Darsteller rollen ihn nach vorne. Ihre Präsenz formt und beatmet das Spiel mal als intensives Duett, mal als fahrige Versuchsanordnung. Das fordert einen heraus, da der Erzählstoff nicht perfekt serviert wird, sondern das Augenblickliche der Lebenssuche zeigt. Es gelingt ein Wechselspiel voller Improvisationen.

Und das Ensemble funktioniert. Maike Jüttendonk gibt Jule viel Lebensgier, moralische Konsequenz und ein aufrichtiges Herz. Manuel Herwig (Jan) lässt sich als naiv gefühliger Idealist mitreißen, und Daniel Rothaug zeigt den überdrehten Macher, dem am Ende die Freiheitslosung doch wichtiger ist als Eifersüchteleien. Jochen Kuhl senkt mit sonorer Stimme den Erregungszustand und spielt Hardenberg als gewieften Kapitalisten. Nebenbei zeigt er, dass Selbsttäuschung der Anfang von Ignoranz und Verachtung sein kann. Wie aber alle zusammen das Partisanenlied „Bella Ciao“ singen ist ein süffisanter Höhepunkt dieser souveränen Schauspiel- und Regieleistung.

Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 22. März 2015



Regisseur Max Claessen legt ein hohes Tempo vor und widersteht dabei der Versuchung, Kino auf die Bühne zu bringen. Seine Inszenierung arbeitet mir kurzen collageartigen Szenen, die auch Fremdtexte zum Thema Kapitalismus und Globalisierung einbeziehen. So treten in bewusst überzogen gespielten Dialogen linke Ikonen wie Karl Marx, Che Guevara und Ulrike Meinhof auf. Das abstrahiert den Realismus der Vorlage und sorgt zudem für Komik, die eine allzu schnelle Identifikation mit den Figuren verhindert. Ähnlich wirken auch die mit Slapstick, Musik (Rewert Lindeburg) und Video angereicherten Szenen, in denen sich Jule, die eigentlich mit Peter zusammen ist, allmählich in Jan verliebt.

Als Jan und Jule bei einem Einbruch vom Hausbesitzer erwischt werden, entführen sie ihn kurzerhand. Jochen Kuhl spielt den „Ausbeuter“, der sich selbst als Opfer des Kapitalismus bezeichnet, so herrlich undurchschaubar, dass die Entführer selbst nicht mehr wissen, was sie glauben sollen. Diese Wende kommt rechtzeitig, denn von da an entwickelt die Inszenierung ihre wahre Qualität. Thematisch ist das durchaus folgerichtig. War zu Beginn der Handlung nur eine Weltanschauung vorherrschend, entsteht jetzt ein ernsthafter Dialog zwischen den beiden Lagern.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 22. März 2015

Presse

2004 war diese coole Rebellenromanze von Katharina Held und Hans Weingartner ein internationaler Kinoerfolg. In Münster wirkt die Revolte und Lebenssuche noch unruhiger und fiebriger als in der Filmversion. Regisseur Max Claessen zielt auf ein junges Publikum, das in der globalisierten Leistungsgesellschaft sinnliche Qualitäten und humane Verantwortung vermisst. Wie lässt sich die eigene Zukunft verbessern?

Frech, anarchisch und temporeich kommt das rüber. Regisseur Claessen setzt auf kurze, intensive Szenen mit Clip-Charakter. Seine Bildsprache ist hipp, wenn Jan und Jule Farbpigmente schmeißen und aus einer Renovierung ein indisches Holi-Fest machen. Neben dieser Alltagspoesie tönt es rau aus dem Mikro: „94 500 Euro“ hat Jule Schulden bei einem „Bonzen“, dem sie den Mercedes verunfallt hatte. Ohne eigene Versicherung. Ein Riesenjoint vernebelt alles auf der Bühne. Jule will „wild und frei leben“, aber wie das in Münster inszeniert ist, gilt diese Losung doch irgendwie für alle. Oder?

Regisseur Claessen rückt uns ganz nah an seine Helden, wenn Jan und Jule auf einer Klappleiter sitzen, die als Dachterrasse ausgegeben wird, oder ein Herzschlag durchs Theater dröhnt, als beide in eine Villa einsteigen. Eigentlich erschrecken Peter und Jan reiche Kapitalisten mit ihren Einbrüchen, verschieben Möbel und lassen Botschaften zurück: „Die fetten Jahre sind vorbei“. Geklaut wird nichts.

Diese Strategie wackelt, weil Jan in das Haus einsteigt, wo Jules Schuldenpeiniger wohnt. Sie will noch „was krasses machen“ und denkt an den Webergrill, der in den Pool soll. Das ist nett, weil die Inszenierung in Münster immer wieder aktuelle Bezüge sucht. Solche Amüsements sind vorbei, als alle drei nochmal in die Villa müssen, da Jule ihr Smartphone vergessen hat. Der Hausherr taucht plötzlich auf und wird niedergeschlagen. Die Entführung beginnt.

Die Bühne von Ilka Meier ist ein Ort fürs mobile Szenenspiel. Plexiglas wird als Raumteiler verschoben. Auf dem Rasenstück unterm Baum liegt Manager Hardenberg gefesselt, die drei Darsteller rollen ihn nach vorne. Ihre Präsenz formt und beatmet das Spiel mal als intensives Duett, mal als fahrige Versuchsanordnung. Das fordert einen heraus, da der Erzählstoff nicht perfekt serviert wird, sondern das Augenblickliche der Lebenssuche zeigt. Es gelingt ein Wechselspiel voller Improvisationen.

Und das Ensemble funktioniert. Maike Jüttendonk gibt Jule viel Lebensgier, moralische Konsequenz und ein aufrichtiges Herz. Manuel Herwig (Jan) lässt sich als naiv gefühliger Idealist mitreißen, und Daniel Rothaug zeigt den überdrehten Macher, dem am Ende die Freiheitslosung doch wichtiger ist als Eifersüchteleien. Jochen Kuhl senkt mit sonorer Stimme den Erregungszustand und spielt Hardenberg als gewieften Kapitalisten. Nebenbei zeigt er, dass Selbsttäuschung der Anfang von Ignoranz und Verachtung sein kann. Wie aber alle zusammen das Partisanenlied „Bella Ciao“ singen ist ein süffisanter Höhepunkt dieser souveränen Schauspiel- und Regieleistung.

Achim Lettmann, Westfälischer Anzeiger, 22. März 2015



Regisseur Max Claessen legt ein hohes Tempo vor und widersteht dabei der Versuchung, Kino auf die Bühne zu bringen. Seine Inszenierung arbeitet mir kurzen collageartigen Szenen, die auch Fremdtexte zum Thema Kapitalismus und Globalisierung einbeziehen. So treten in bewusst überzogen gespielten Dialogen linke Ikonen wie Karl Marx, Che Guevara und Ulrike Meinhof auf. Das abstrahiert den Realismus der Vorlage und sorgt zudem für Komik, die eine allzu schnelle Identifikation mit den Figuren verhindert. Ähnlich wirken auch die mit Slapstick, Musik (Rewert Lindeburg) und Video angereicherten Szenen, in denen sich Jule, die eigentlich mit Peter zusammen ist, allmählich in Jan verliebt.

Als Jan und Jule bei einem Einbruch vom Hausbesitzer erwischt werden, entführen sie ihn kurzerhand. Jochen Kuhl spielt den „Ausbeuter“, der sich selbst als Opfer des Kapitalismus bezeichnet, so herrlich undurchschaubar, dass die Entführer selbst nicht mehr wissen, was sie glauben sollen. Diese Wende kommt rechtzeitig, denn von da an entwickelt die Inszenierung ihre wahre Qualität. Thematisch ist das durchaus folgerichtig. War zu Beginn der Handlung nur eine Weltanschauung vorherrschend, entsteht jetzt ein ernsthafter Dialog zwischen den beiden Lagern.

Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 22. März 2015


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