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DER EXTRAVAGANTE LIEBHABER (LA PLACE ROYALE)

Komödie von Pierre Corneille

Deutsch von Rainer Kohlmayer
Deutschsprachige Erstaufführung
  • Ensemble — © Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper, Florian Steffens — © Oliver Berg
    Lilly Gropper, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Maximilian Scheidt, Florian Steffens — © Oliver Berg
    Ilja Harjes, Maximilian Scheidt, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper, Johanna Marx, Dennis Laubenthal, Florian Steffens — © Oliver Berg
    Lilly Gropper, Johanna Marx, Dennis Laubenthal, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper — © Oliver Berg
    Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Lilly Gropper, Johanna Marx — © Oliver Berg
    Lilly Gropper, Johanna Marx
    © Oliver Berg
  • Johanna Marx, Dennis Laubenthal, Maximilian Scheidt — © Oliver Berg
    Johanna Marx, Dennis Laubenthal, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Maximilian Scheidt — © Oliver Berg
    Ilja Harjes, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Maximilian Scheidt, Florian Steffens — © Oliver Berg
    Maximilian Scheidt, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens, Lilly Gropper — © Oliver Berg
    Florian Steffens, Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Ensemble — © Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Ensemble — © Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg

Dass Liebe derart grausam macht, das ist mir neu!

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Angélique und Alidor sind ein Paar. Alidor möchte sich aber von seiner besitzergreifenden Freundin nicht ganz vereinnahmen lassen und lieber die Freiheit des Singledaseins zurückgewinnen. Angélique, darüber zutiefst verletzt, wirft sich gleich dem nächstbesten Verehrer an den Hals. Das passt Alidor gar nicht, denn er hatte eigentlich seinen besten Freund Cléandre als seinen potentiellen Nachfolger bei Angélique im Auge. Kurzerhand entschließt er sich, die Exfreundin zurückzuerobern, um sie anschließend in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von Cléandre entführen zu lassen … das Gefühlschaos nimmt seinen Lauf!

DER EXTRAVAGANTE LIEBHABER ist eine autobiografisch motivierte Komödie, die Pierre Corneille 1634 mit erst 28 Jahren verfasste und die lange unbeachtet blieb. Seit kurzem in Frankreich mit sensationellem Erfolg neu entdeckt, in Münster erstmals in deutscher Übersetzung zu sehen, überrascht dieses Stück durch seine moderne Direktheit. Corneille gelingt es, ganz verschiedene, extrem heutige Liebes- und Lebensentwürfe junger Menschen zu zeichnen. Wie schwer vereinbar diese miteinander sind und wie sehr Selbstlüge und Manipulation das menschliche Paarungsverhalten bestimmen, wird hierbei offensichtlich. Das lässt, trotz der betörenden Leichtigkeit der in geschliffenen Versen geschriebenen Komik, immer wieder auch Bitterkeit und Tragik des menschlichen Daseins aufscheinen.

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Info

Angélique und Alidor sind ein Paar. Alidor möchte sich aber von seiner besitzergreifenden Freundin nicht ganz vereinnahmen lassen und lieber die Freiheit des Singledaseins zurückgewinnen. Angélique, darüber zutiefst verletzt, wirft sich gleich dem nächstbesten Verehrer an den Hals. Das passt Alidor gar nicht, denn er hatte eigentlich seinen besten Freund Cléandre als seinen potentiellen Nachfolger bei Angélique im Auge. Kurzerhand entschließt er sich, die Exfreundin zurückzuerobern, um sie anschließend in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von Cléandre entführen zu lassen … das Gefühlschaos nimmt seinen Lauf!

DER EXTRAVAGANTE LIEBHABER ist eine autobiografisch motivierte Komödie, die Pierre Corneille 1634 mit erst 28 Jahren verfasste und die lange unbeachtet blieb. Seit kurzem in Frankreich mit sensationellem Erfolg neu entdeckt, in Münster erstmals in deutscher Übersetzung zu sehen, überrascht dieses Stück durch seine moderne Direktheit. Corneille gelingt es, ganz verschiedene, extrem heutige Liebes- und Lebensentwürfe junger Menschen zu zeichnen. Wie schwer vereinbar diese miteinander sind und wie sehr Selbstlüge und Manipulation das menschliche Paarungsverhalten bestimmen, wird hierbei offensichtlich. Das lässt, trotz der betörenden Leichtigkeit der in geschliffenen Versen geschriebenen Komik, immer wieder auch Bitterkeit und Tragik des menschlichen Daseins aufscheinen.

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Stefan Otteni

Bühne und Kostüme Anne Neuser

Dramaturgie Friederike Engel


Besetzung

Alidor Florian Steffens

Cléandre Maximilian Scheidt

Doraste Dennis Laubenthal

Lysis Ilja Harjes

Angélique Lilly Gropper

Phylis Johanna Marx

Besetzung

Leitung

Inszenierung Stefan Otteni

Bühne und Kostüme Anne Neuser

Dramaturgie Friederike Engel


Besetzung

Alidor Florian Steffens

Cléandre Maximilian Scheidt

Doraste Dennis Laubenthal

Lysis Ilja Harjes

Angélique Lilly Gropper

Phylis Johanna Marx


Es ist erstaunlich wenig von Ständischem die Rede oder von Standesgemäßem in diesen neunzig Minuten. Kaum einmal kommt die Familie ins Spiel oder das Geld, wenn es um die Partnerwahl (oder auch -abwahl) geht. Für einen Text von 1634 sind die Figuren überraschend bei sich in Liebesdingen.

[...] Genießerisch nimmt Regisseur Stefan Otteni die Liebesblödigkeiten zur Hand, die Pierre Corneilles frühes (und bis heute in deutscher Sprache nicht aufgeführte) Stück vom "extravaganten Liebhaber" bereithält. Manchmal schaut das aus, als hätte man eine Telenovela zu heiß gebadet. Da zwängen sich auf der viereckigen, von Zuschauertribünen umstellten Bühne Menschen allein, zu zweit oder zu vielen in ziemlich kleine Zelte. Deuten Sex an oder Techno oder beides. Stimmlich. Da werden Messer gezückt mit großer (aber in jeder Hinsicht unbeherrschter) Geste. Da wird unelegante Unterwäsche zu Markte getragen als wär sie für drunter das Feinste. Und die größten Freunde besiegeln ihre Damenschacherei mit jungenhaft bekloppten Abklatschritualen. Klar müssen einmal auch die Arme abgewinkelt werden à la "Titanic". Mit viel Vergnügen macht sich das Ensemble zum Affen bei der Einübung amouröser Grundrechenarten. Dass Rainer Kohlmayers Übertragung (wohl durchaus in Corneilles Sinn) mit allerlei grob bis gröbst geklöppelten Reimpaaren aufwartet, hilft komödiantisch enorm – Jeanette reimt sich hier auf im Bett, Andschelihk auf Augenblick.

[...] Johanna Marx spielt ihre Figur am Deutlichsten an die schmonzige Klischeehaftigkeit von Boulevard bis Daily Soap heran. Jedes augenzwinkernde Nicken ins Publikum, jede überzogene Geste, jedes Innehalten im Satz, bis das Publikum fertig gelacht hat, erfüllt hier einen Zweck: Phylis als eine Frauenfigur zu zeichnen (besser: souverän zu pinseln), die sich ihrer inneren wie äußeren Erscheinung sehr bewusst ist. Und der Notwendigkeit, diese zu kontrollieren.

[...] Ottenis Inszenierung kitzelt in Corneilles Kreuzkonstellation weniger die Wahlverwandtschaft als gewissermaßen die Wahlunverträglichkeit hervor. Und schlägt einen langen, aber kurzweiligen Bogen von Corneilles Prä-Romantik zur postromantischen Gegenwart.

Tim Schomacker, nachtkritik.de, 28. Februar 2015



Es ist grandios, wie gut es am Theater Münster gelingt, Corneilles Jugendstück dank der modernen Übersetzung von Rainer Kohlmayer in die Jetztzeit zu holen. Die deutsche Erstaufführung von „Der extravagante Liebhaber“ erntet am Freitagabend im Kleinen Haus viel Applaus und immer wieder belustigtes Gekicher. Dies ist Stefan Ottenis Esprit-reicher Inszenierung geschuldet. Und der Versform, die Kohlmayer übernommen hat. Sie wird vom spielfreudigen Ensemble frech verulkt, wenn sich auf „prüfen“ nur „verblüfen“ reimt.

„Der extravagante Liebhaber“ ist ein munteres Ensemblestück. Die sechs Protagonisten tanzen schon den Büro-Step (Einstudierung: Eric Constantin), wenn das Publikum den Raum rund um die Spielfläche betritt. Anne Neuser hat sie karg mit Hockern möbliert. Die Darsteller laufen herum, telefonieren. „Work hard play hard“ lautet die Maxime. Und dann geht es auch schon um das Wer mit Wem.

[...] Johanna Marx spielt die rationale Phylis, die sich bei Männern nicht festlegen will. Ganz anders Angélique, die an die wahre Liebe glaubt und Alidor, den Narziss, liebt. Als ihr Phylis eine SMS zuspielt, die Alidors Untreue verrät, flippt sie aus. Wie sich Lilly Gropper in dieser Szene hysterisch wimmernd auf dem Boden windet („Ist das peinlich!“), ist so grotesk, dass es den ersten Höhepunkt dieses turbulenten Stücks markiert.

Es folgt das Betriebsfest, bei dem Hemmungen und Hüllen fallen. Erst schnappt sich Doraste (Daniel Rothaug, eingesprungen für den erkrankten Dennis Laubenthal) mit Hilfe seiner Schwester Phylis Angélique. Die demütigt damit Cléandre (schön schüchtern: Maximilian Scheidt), bringt aber Alidor (Florian Steffens) in lächerlicher Titanic-Film-Pose zurück auf Kuschelkurs. Der daraufhin zu seiner Rettung („Ich werd’ immer der Herr meines Herzens sein“) den T-Shirt-Trick ersinnt.

Inszenatorisch stimmt einfach alles. Putzige Zelte dienen als Party- und Rückzugsraum. Die T-Shirts, verteilt von Lysis, dem Chef (Ilja Harjes), ermöglichen schlüssig die Verwechselung. Und richtig drollig wird es, wenn Maximilian Scheidt „Ne me quitte pas“ singend um Phylis wirbt. Sie muss – auch dies ein treffendes Bild – die Münze nicht mehr werfen, um sich für den vermögenden Mann zu entscheiden.

Petra Noppeney, Westfälische Nachrichten, 2. März 2015

Presse

Es ist erstaunlich wenig von Ständischem die Rede oder von Standesgemäßem in diesen neunzig Minuten. Kaum einmal kommt die Familie ins Spiel oder das Geld, wenn es um die Partnerwahl (oder auch -abwahl) geht. Für einen Text von 1634 sind die Figuren überraschend bei sich in Liebesdingen.

[...] Genießerisch nimmt Regisseur Stefan Otteni die Liebesblödigkeiten zur Hand, die Pierre Corneilles frühes (und bis heute in deutscher Sprache nicht aufgeführte) Stück vom "extravaganten Liebhaber" bereithält. Manchmal schaut das aus, als hätte man eine Telenovela zu heiß gebadet. Da zwängen sich auf der viereckigen, von Zuschauertribünen umstellten Bühne Menschen allein, zu zweit oder zu vielen in ziemlich kleine Zelte. Deuten Sex an oder Techno oder beides. Stimmlich. Da werden Messer gezückt mit großer (aber in jeder Hinsicht unbeherrschter) Geste. Da wird unelegante Unterwäsche zu Markte getragen als wär sie für drunter das Feinste. Und die größten Freunde besiegeln ihre Damenschacherei mit jungenhaft bekloppten Abklatschritualen. Klar müssen einmal auch die Arme abgewinkelt werden à la "Titanic". Mit viel Vergnügen macht sich das Ensemble zum Affen bei der Einübung amouröser Grundrechenarten. Dass Rainer Kohlmayers Übertragung (wohl durchaus in Corneilles Sinn) mit allerlei grob bis gröbst geklöppelten Reimpaaren aufwartet, hilft komödiantisch enorm – Jeanette reimt sich hier auf im Bett, Andschelihk auf Augenblick.

[...] Johanna Marx spielt ihre Figur am Deutlichsten an die schmonzige Klischeehaftigkeit von Boulevard bis Daily Soap heran. Jedes augenzwinkernde Nicken ins Publikum, jede überzogene Geste, jedes Innehalten im Satz, bis das Publikum fertig gelacht hat, erfüllt hier einen Zweck: Phylis als eine Frauenfigur zu zeichnen (besser: souverän zu pinseln), die sich ihrer inneren wie äußeren Erscheinung sehr bewusst ist. Und der Notwendigkeit, diese zu kontrollieren.

[...] Ottenis Inszenierung kitzelt in Corneilles Kreuzkonstellation weniger die Wahlverwandtschaft als gewissermaßen die Wahlunverträglichkeit hervor. Und schlägt einen langen, aber kurzweiligen Bogen von Corneilles Prä-Romantik zur postromantischen Gegenwart.

Tim Schomacker, nachtkritik.de, 28. Februar 2015



Es ist grandios, wie gut es am Theater Münster gelingt, Corneilles Jugendstück dank der modernen Übersetzung von Rainer Kohlmayer in die Jetztzeit zu holen. Die deutsche Erstaufführung von „Der extravagante Liebhaber“ erntet am Freitagabend im Kleinen Haus viel Applaus und immer wieder belustigtes Gekicher. Dies ist Stefan Ottenis Esprit-reicher Inszenierung geschuldet. Und der Versform, die Kohlmayer übernommen hat. Sie wird vom spielfreudigen Ensemble frech verulkt, wenn sich auf „prüfen“ nur „verblüfen“ reimt.

„Der extravagante Liebhaber“ ist ein munteres Ensemblestück. Die sechs Protagonisten tanzen schon den Büro-Step (Einstudierung: Eric Constantin), wenn das Publikum den Raum rund um die Spielfläche betritt. Anne Neuser hat sie karg mit Hockern möbliert. Die Darsteller laufen herum, telefonieren. „Work hard play hard“ lautet die Maxime. Und dann geht es auch schon um das Wer mit Wem.

[...] Johanna Marx spielt die rationale Phylis, die sich bei Männern nicht festlegen will. Ganz anders Angélique, die an die wahre Liebe glaubt und Alidor, den Narziss, liebt. Als ihr Phylis eine SMS zuspielt, die Alidors Untreue verrät, flippt sie aus. Wie sich Lilly Gropper in dieser Szene hysterisch wimmernd auf dem Boden windet („Ist das peinlich!“), ist so grotesk, dass es den ersten Höhepunkt dieses turbulenten Stücks markiert.

Es folgt das Betriebsfest, bei dem Hemmungen und Hüllen fallen. Erst schnappt sich Doraste (Daniel Rothaug, eingesprungen für den erkrankten Dennis Laubenthal) mit Hilfe seiner Schwester Phylis Angélique. Die demütigt damit Cléandre (schön schüchtern: Maximilian Scheidt), bringt aber Alidor (Florian Steffens) in lächerlicher Titanic-Film-Pose zurück auf Kuschelkurs. Der daraufhin zu seiner Rettung („Ich werd’ immer der Herr meines Herzens sein“) den T-Shirt-Trick ersinnt.

Inszenatorisch stimmt einfach alles. Putzige Zelte dienen als Party- und Rückzugsraum. Die T-Shirts, verteilt von Lysis, dem Chef (Ilja Harjes), ermöglichen schlüssig die Verwechselung. Und richtig drollig wird es, wenn Maximilian Scheidt „Ne me quitte pas“ singend um Phylis wirbt. Sie muss – auch dies ein treffendes Bild – die Münze nicht mehr werfen, um sich für den vermögenden Mann zu entscheiden.

Petra Noppeney, Westfälische Nachrichten, 2. März 2015


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