Bruckner-Zyklus V

ANTON BRUCKNER (1824–1896)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur WAB 105 (1873–1878)


Franz Schalk, Dirigent der Uraufführung von Bruckners 5. Sinfonie im Jahr 1894 und späterer Wiener Staatsopern- direktor schrieb voller Begeisterung an Bruckner: »Von der niederschmetternden Gewalt des Finales kann niemand sich eine Vorstellung machen, der es nicht gehört.« Zu denen zählte leider auch Bruckner selbst, da er (zwei Jahre vor seinem Tod) zu krank war, um die Reise zur Uraufführung nach Graz zu wagen: »Kaum darf ich einige Stunden außer Bett zubringen, drängt es mich mit Sturmesgewalt, Ihnen mein Herz zu öffnen, jenes Herz, welches mir so schwer zu schaffen macht«, schilderte er in einem Brief an Schalk. Bruckner hat seine 5. Sinfonie (die er übrigens nicht mit dem ersten, sondern mit dem sehr langsamen zweiten Satz begonnen hatte) nie von einem Orchester gespielt gehört; er kannte nur eine Darbietung an zwei Klavieren, die 1887 (und damit etwa zehn Jahre nach den letzten Korrekturen an der Partitur) im Wiener Bösendorfer-Saal stattfand. 

Im September 2024 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag Anton Bruckners!