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BENVENUTO CELLINI

Oper von Hector Berlioz

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
  • Adrian Xhema, Sara Daldoss Rossi — © Oliver Berg
    Adrian Xhema, Sara Daldoss Rossi
    © Oliver Berg
  • Juan Fernando Gutiérrez, Adrian Xhema, Sara Daldoss Rossi — © Oliver Berg
    Juan Fernando Gutiérrez, Adrian Xhema, Sara Daldoss Rossi
    © Oliver Berg
  • Juan Fernando Gutiérrez, Plamen Hidjov, Sara Daldoss Rossi — © Oliver Berg
    Juan Fernando Gutiérrez, Plamen Hidjov, Sara Daldoss Rossi
    © Oliver Berg
  • Sara Daldoss Rossi, Juan Fernando Gutiérrez — © Oliver Berg
    Sara Daldoss Rossi, Juan Fernando Gutiérrez
    © Oliver Berg
  • Christian Kai Sander & Frank Göbel im Vorhang, Ensemble, Chor — © Oliver Berg
    Christian Kai Sander & Frank Göbel im Vorhang, Ensemble, Chor
    © Oliver Berg
  • Lisa Wedekind, Lukas Schmid, Herrenchor — © Oliver Berg
    Lisa Wedekind, Lukas Schmid, Herrenchor
    © Oliver Berg
  • Juan Fernando Gutiérrez, Lukas Schmid — © Oliver Berg
    Juan Fernando Gutiérrez, Lukas Schmid
    © Oliver Berg
  • Juan Fernando Gutiérrez — © Oliver Berg
    Juan Fernando Gutiérrez
    © Oliver Berg
  • Peter Paul, Christian Kai Sander — © Oliver Berg
    Peter Paul, Christian Kai Sander
    © Oliver Berg
  • Lukas Schmid, Ensemble — © Oliver Berg
    Lukas Schmid, Ensemble
    © Oliver Berg
  • Lukas Schmid, Lisa Wedekind, Adrian Xhema, Sara Daldoss Rossi, Plamen Hidjov, Juan Fernando Gutiérrez — © Oliver Berg
    Lukas Schmid, Lisa Wedekind, Adrian Xhema, Sara Daldoss Rossi, Plamen Hidjov, Juan Fernando Gutiérrez
    © Oliver Berg
  • Frank Göbel, Sara Daldoss Rossi, Adrian Xhema — © Oliver Berg
    Frank Göbel, Sara Daldoss Rossi, Adrian Xhema
    © Oliver Berg

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Ein Spiel um die Kunst – eine Berührung mit dem Leben. Eingebettet in eine mit Neid, Eifersucht, tödlich endendem Streit wie auch vielen komödiantischen Turbulenzen angereicherte Liebesgeschichte, stellt der französische Komponist Hector Berlioz (1803–1869) in BENVENUTO CELLINI die Frage nach der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Berlioz hat das Porträt des bedeutenden italienischen Goldschmieds und Bildhauers der Renaissance, Benvenuto Cellini (1500–1571), einzelnen Episoden aus dessen Autobiografie entnommen. Reflektiert wird in seiner Oper der Zusammenhang zwischen Gesellschaft und Freiheit der künstlerischen Produktion. Deshalb geht Berlioz mit BENVENUTO CELLINI über seine früheren Gestaltungen romantischer Künstlerfiguren hinaus. Nicht der unverstandene, gesellschaftlich isolierte Künstler und seine esoterische Kunstproduktion stehen im Mittelpunkt, sondern das seiner Kraft gewisse Genie sowie der bedingungslose Einsatz für die Vollendung seines Werkes, einer Perseus-Statue, die zugleich auch das Ergebnis einer von der Gemeinschaft getragenen Arbeit ist; zur Freude und Bereicherung aller. Die Partitur der 1838 in Paris und – in einer zweiten Fassung – 1852 in Weimar uraufgeführten Oper zeigt eine höchst wirkungsvolle musiktheatralische Mixtur, in der sich Weihevolles neben Burleskem, Dramatisches neben zarten Duetten findet.

Aufführungsdauer ca. 160 Minuten, eine Pause

 

Regisseur Aron Stiehl spricht im Theatertalk auf Antenne Münster über seine Inszenierung der Oper BENVENUTO CELLINI von Hector Berlioz:

 

AUS DER PRESSE:

Als Opéra comique hat Berlioz seine Oper über den Renaissance-Künstler Benvenuto Cellini deklariert, die man in Deutschland kaum im Theater erleben kann – auch weil die stimmlichen und szenischen Anforderungen an ein Haus wie das Theater Münster nicht gerade gering sind. Aber wurde in der Ära Humburg erfolgreich Wagners Ring gestemmt, dann muss für die Intendanz Peters auch ein ähnliches Erfolgserlebnis her. Da kommt die Münstersche Erstaufführung von Benvenuto Cellini gerade recht, und den Ring bringen Dirigent Stefan Veselka und Regisseur Aron Stiehl noch als Zitat mit rein. [...]

Von der fast dreistündigen Spieldauer merkt man bei der Premiere so gut wie nichts. Es ist extrem kurzweilig, was Aron Stiehl und Simon Holdsworth auf die Bühne stellen. Vor allem fährt Holdsworth in Sachen Bühne und Kostüme einige optische Geschütze auf. So groß ausgestattet hat man in Münster schon lange keine Oper mehr erlebt. [...] Der neue Erste Kapellmeister Stefan Veselka hat es da eine Spur leichter, denn Berlioz hat in seiner Partitur ja auch dunkle Ecken hineinkomponiert. Veselka schöpft aus dem Farbenreichtum der Musik und geht auch rasante Risiken ein. Das Sinfonieorchester zieht mit üppigem Klang mit, darf einerseits in voller Fahrt die Glissandi hochziehen und im nächsten Augenblick auch abgedunkelt grummeln. Da hört man den Schwung, mit dem Luftschlangen durch den Raum geworden werden, aber auch den Typus Mensch/Schlange, der diese Luftschlangen wirft. [...]

Erfreulich auch, wie locker und frisch das umfangreiche Solistenensemble die keinesfalls leichte Musik interpretiert, als sei das neben dem schauspielerischen Einsatz das Einfachste auf der Welt. Christian-Kai Sander und Frank Göbel führen mit Elan die kleinen Comprimari an. Lukas Schmid vollbringt einen tollen Rollenwechsel vom Schläger Pompeo zur kalkulierenden Heiligkeit. Seine Stimme hat aber großen Wiedererkennungswert. Plamen Hidjov kann als Schatzmeister Balducci einen achtbaren Erfolg verbuchen. Körperlich und stimmlich sehr agil, zudem auch mit einer köstlichen Mimik ausgestattet, gibt Bariton Juan Fernando Gutiérrez einen hervorragenden Fieramosca. Sara Daldoss Rossi vollbringt als Teresa wohl ihre beste Leistung am Theater Münster. Ihr Sopran kann manche Schärfe zwar nicht vermeiden, doch liegt ihr die Partie in jeder Hinsicht sehr gut. Ebenfalls voll angekommen im Theater Münster ist Lisa Wedekind. Ihre lebendige Interpretation der Hosenrolle des Ascanio ist ausgestattet mit burschikosen Zügen und einer attraktiven Stimme. Der Star der Aufführung ist natürlich Adrian Xhema. Der Tenor hat dem Theater schon einige Sternstunden beschert: Als Cavaradossi, als Herodes, als Manrico. Und auch für den Benvenuto Cellini hat er ein schönes Legato parat, das nötige Stilgefühl und auch die zupackende Höhe. Zudem ist sein selbstbewusster Cellini wohl auch darstellerisch seine bisher beste Partie am Theater.

Die Premiere wird zum Erfolg. Hier wird nicht nur erfolgreich die Lanze für ein recht unbekanntes Werk gebrochen, sondern das Publikum auch sehr gut unterhalten. Natürlich wird in der Pause schon diskutiert, ob es nicht ein bisschen zu albern auf der Bühne zugeht. Doch am Ende werden Aron Stiehl und Simon Holdsworth mit in den freudigen Applaus einbezogen. Die Musiker werden freilich fast mit Ovationen überschüttet, jeder Künstler hat seine Fürsprecher im Publikum. Bei Adrian Xhema trifft sich die größte Schnittmenge. Täuscht der Eindruck oder wirkt das Publikum im Theater jünger als sonst? Auf jeden Fall hat sich diese Saison in Münsters Musiktheater einiges getan. Die Zauberflöte und Benvenuto Cellini zeigen, dass sich das Theater auf einem frischen Weg befindet.

Christoph Boermann, opernnetz.de, 18. Februar 2014

 

Die musikalische Seite gelingt spektakulär. Der neue erste Kapellmeister Stefan Veselka hat die Massen im Graben und auf der Bühne sicher im Griff, holt satte Bläser- und seidige Streicherfarben aus dem Orchester und deckt die Sänger nie zu. Die von Inna Batyuk einstudierten Chöre spielen und singen mitreißend.

Das Schönste ist jedoch der Belcanto-Streit der Bildhauer. Tenor Adrian Xhema als Cellini fliegt lyrisch, feurig und völlig unangestrengt bis in die dünnste Höhenluft. Und Bariton Juan Fernando Gutiérrez gibt den intriganten Fieramosca mit so viel Eleganz und romanischem Flair, dass er liebestechnisch am Ende eigentlich nicht leer ausgehen dürfte.

Manuel Jennen, Münstersche Zeitung, 17. Februar 2014



Ein Hagestolz bezieht Prügel, eine Aufführung endet im Tumult, und am Ende werden die Meister gepriesen: Wagner, klar, „Die Meistersinger“. Doch schon lange vor Wagner hat ein Opernkomponist solche Szenen auf die Bühne gebracht, ebenfalls in einem von Komik durchsetzten Künstlerdrama: Hector Berlioz. Den kannte Wagner aus Paris; und bedenkt man, dass Wagners späterer Schwiegervater Franz Liszt die Berlioz-Oper „Benvenuto Cellini“ in Weimar herausbrachte, dann mag man kaum noch an zufällige Parallelen glauben.

In Münsters Großem Haus werden aber bei der gefeierten Premiere von „Benvenuto Cellini“ schnell die Unterschiede klar. Nicht nur, weil Berlioz dem Publikum lange Vorgeschichten erspart. Sondern vor allem, weil sein erster Akt reine Opera buffa ist: Tenorheld Cellini könnte auch Frisör oder verkleideter Graf sein, wenn er bei So­pran-Teresa einsteigt. Die wird – natürlich! – vom Bass-Vater bewacht und vom Bariton umgarnt: Kein Wunder, dass Regisseur Aron Stiehl daraus eine Witzparade macht. Teresa, die Frau mit den Schuhschränken und den Ballerina-Bildchen, stößt ihre Koloraturen als Reaktion auf das schmerzhafte Enthaarungspflaster hervor, und zum Terzett wird aus der Biokiste gekocht. Komik als Comic. [...]

Überhaupt, die Sänger: staunenswert, wie sie den Anforderungen der Regie gerecht werden und zudem noch brillieren. Adrian Xhema in der Titelpartie gestaltet die große Arie im dritten Akt so zwingend, als hätte er nur auf diese Rolle gewartet. Sara Daldoss Rossi bestätigt mit Teresas gleißenden Koloraturen all die Erwartungen, die man nach dem „Troubadour“ in sie setzen durfte. Juan Fernando Gutiérrez ist stimmlich jener Kavalier, den er szenisch nur parodieren darf, und Lisa Wedekind spielt als Ascanio zwar einen Mann, singt dessen Arie aber wie eine Primadonna. Der singende Papst von Lukas Schmid (ja, es gibt auch den Witz eines stummen Alt-Papstes) ist ein nobler Herr.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 17. Februar 2014

Info

Ein Spiel um die Kunst – eine Berührung mit dem Leben. Eingebettet in eine mit Neid, Eifersucht, tödlich endendem Streit wie auch vielen komödiantischen Turbulenzen angereicherte Liebesgeschichte, stellt der französische Komponist Hector Berlioz (1803–1869) in BENVENUTO CELLINI die Frage nach der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Berlioz hat das Porträt des bedeutenden italienischen Goldschmieds und Bildhauers der Renaissance, Benvenuto Cellini (1500–1571), einzelnen Episoden aus dessen Autobiografie entnommen. Reflektiert wird in seiner Oper der Zusammenhang zwischen Gesellschaft und Freiheit der künstlerischen Produktion. Deshalb geht Berlioz mit BENVENUTO CELLINI über seine früheren Gestaltungen romantischer Künstlerfiguren hinaus. Nicht der unverstandene, gesellschaftlich isolierte Künstler und seine esoterische Kunstproduktion stehen im Mittelpunkt, sondern das seiner Kraft gewisse Genie sowie der bedingungslose Einsatz für die Vollendung seines Werkes, einer Perseus-Statue, die zugleich auch das Ergebnis einer von der Gemeinschaft getragenen Arbeit ist; zur Freude und Bereicherung aller. Die Partitur der 1838 in Paris und – in einer zweiten Fassung – 1852 in Weimar uraufgeführten Oper zeigt eine höchst wirkungsvolle musiktheatralische Mixtur, in der sich Weihevolles neben Burleskem, Dramatisches neben zarten Duetten findet.

Aufführungsdauer ca. 160 Minuten, eine Pause

 

Regisseur Aron Stiehl spricht im Theatertalk auf Antenne Münster über seine Inszenierung der Oper BENVENUTO CELLINI von Hector Berlioz:

 

AUS DER PRESSE:

Als Opéra comique hat Berlioz seine Oper über den Renaissance-Künstler Benvenuto Cellini deklariert, die man in Deutschland kaum im Theater erleben kann – auch weil die stimmlichen und szenischen Anforderungen an ein Haus wie das Theater Münster nicht gerade gering sind. Aber wurde in der Ära Humburg erfolgreich Wagners Ring gestemmt, dann muss für die Intendanz Peters auch ein ähnliches Erfolgserlebnis her. Da kommt die Münstersche Erstaufführung von Benvenuto Cellini gerade recht, und den Ring bringen Dirigent Stefan Veselka und Regisseur Aron Stiehl noch als Zitat mit rein. [...]

Von der fast dreistündigen Spieldauer merkt man bei der Premiere so gut wie nichts. Es ist extrem kurzweilig, was Aron Stiehl und Simon Holdsworth auf die Bühne stellen. Vor allem fährt Holdsworth in Sachen Bühne und Kostüme einige optische Geschütze auf. So groß ausgestattet hat man in Münster schon lange keine Oper mehr erlebt. [...] Der neue Erste Kapellmeister Stefan Veselka hat es da eine Spur leichter, denn Berlioz hat in seiner Partitur ja auch dunkle Ecken hineinkomponiert. Veselka schöpft aus dem Farbenreichtum der Musik und geht auch rasante Risiken ein. Das Sinfonieorchester zieht mit üppigem Klang mit, darf einerseits in voller Fahrt die Glissandi hochziehen und im nächsten Augenblick auch abgedunkelt grummeln. Da hört man den Schwung, mit dem Luftschlangen durch den Raum geworden werden, aber auch den Typus Mensch/Schlange, der diese Luftschlangen wirft. [...]

Erfreulich auch, wie locker und frisch das umfangreiche Solistenensemble die keinesfalls leichte Musik interpretiert, als sei das neben dem schauspielerischen Einsatz das Einfachste auf der Welt. Christian-Kai Sander und Frank Göbel führen mit Elan die kleinen Comprimari an. Lukas Schmid vollbringt einen tollen Rollenwechsel vom Schläger Pompeo zur kalkulierenden Heiligkeit. Seine Stimme hat aber großen Wiedererkennungswert. Plamen Hidjov kann als Schatzmeister Balducci einen achtbaren Erfolg verbuchen. Körperlich und stimmlich sehr agil, zudem auch mit einer köstlichen Mimik ausgestattet, gibt Bariton Juan Fernando Gutiérrez einen hervorragenden Fieramosca. Sara Daldoss Rossi vollbringt als Teresa wohl ihre beste Leistung am Theater Münster. Ihr Sopran kann manche Schärfe zwar nicht vermeiden, doch liegt ihr die Partie in jeder Hinsicht sehr gut. Ebenfalls voll angekommen im Theater Münster ist Lisa Wedekind. Ihre lebendige Interpretation der Hosenrolle des Ascanio ist ausgestattet mit burschikosen Zügen und einer attraktiven Stimme. Der Star der Aufführung ist natürlich Adrian Xhema. Der Tenor hat dem Theater schon einige Sternstunden beschert: Als Cavaradossi, als Herodes, als Manrico. Und auch für den Benvenuto Cellini hat er ein schönes Legato parat, das nötige Stilgefühl und auch die zupackende Höhe. Zudem ist sein selbstbewusster Cellini wohl auch darstellerisch seine bisher beste Partie am Theater.

Die Premiere wird zum Erfolg. Hier wird nicht nur erfolgreich die Lanze für ein recht unbekanntes Werk gebrochen, sondern das Publikum auch sehr gut unterhalten. Natürlich wird in der Pause schon diskutiert, ob es nicht ein bisschen zu albern auf der Bühne zugeht. Doch am Ende werden Aron Stiehl und Simon Holdsworth mit in den freudigen Applaus einbezogen. Die Musiker werden freilich fast mit Ovationen überschüttet, jeder Künstler hat seine Fürsprecher im Publikum. Bei Adrian Xhema trifft sich die größte Schnittmenge. Täuscht der Eindruck oder wirkt das Publikum im Theater jünger als sonst? Auf jeden Fall hat sich diese Saison in Münsters Musiktheater einiges getan. Die Zauberflöte und Benvenuto Cellini zeigen, dass sich das Theater auf einem frischen Weg befindet.

Christoph Boermann, opernnetz.de, 18. Februar 2014

 

Die musikalische Seite gelingt spektakulär. Der neue erste Kapellmeister Stefan Veselka hat die Massen im Graben und auf der Bühne sicher im Griff, holt satte Bläser- und seidige Streicherfarben aus dem Orchester und deckt die Sänger nie zu. Die von Inna Batyuk einstudierten Chöre spielen und singen mitreißend.

Das Schönste ist jedoch der Belcanto-Streit der Bildhauer. Tenor Adrian Xhema als Cellini fliegt lyrisch, feurig und völlig unangestrengt bis in die dünnste Höhenluft. Und Bariton Juan Fernando Gutiérrez gibt den intriganten Fieramosca mit so viel Eleganz und romanischem Flair, dass er liebestechnisch am Ende eigentlich nicht leer ausgehen dürfte.

Manuel Jennen, Münstersche Zeitung, 17. Februar 2014



Ein Hagestolz bezieht Prügel, eine Aufführung endet im Tumult, und am Ende werden die Meister gepriesen: Wagner, klar, „Die Meistersinger“. Doch schon lange vor Wagner hat ein Opernkomponist solche Szenen auf die Bühne gebracht, ebenfalls in einem von Komik durchsetzten Künstlerdrama: Hector Berlioz. Den kannte Wagner aus Paris; und bedenkt man, dass Wagners späterer Schwiegervater Franz Liszt die Berlioz-Oper „Benvenuto Cellini“ in Weimar herausbrachte, dann mag man kaum noch an zufällige Parallelen glauben.

In Münsters Großem Haus werden aber bei der gefeierten Premiere von „Benvenuto Cellini“ schnell die Unterschiede klar. Nicht nur, weil Berlioz dem Publikum lange Vorgeschichten erspart. Sondern vor allem, weil sein erster Akt reine Opera buffa ist: Tenorheld Cellini könnte auch Frisör oder verkleideter Graf sein, wenn er bei So­pran-Teresa einsteigt. Die wird – natürlich! – vom Bass-Vater bewacht und vom Bariton umgarnt: Kein Wunder, dass Regisseur Aron Stiehl daraus eine Witzparade macht. Teresa, die Frau mit den Schuhschränken und den Ballerina-Bildchen, stößt ihre Koloraturen als Reaktion auf das schmerzhafte Enthaarungspflaster hervor, und zum Terzett wird aus der Biokiste gekocht. Komik als Comic. [...]

Überhaupt, die Sänger: staunenswert, wie sie den Anforderungen der Regie gerecht werden und zudem noch brillieren. Adrian Xhema in der Titelpartie gestaltet die große Arie im dritten Akt so zwingend, als hätte er nur auf diese Rolle gewartet. Sara Daldoss Rossi bestätigt mit Teresas gleißenden Koloraturen all die Erwartungen, die man nach dem „Troubadour“ in sie setzen durfte. Juan Fernando Gutiérrez ist stimmlich jener Kavalier, den er szenisch nur parodieren darf, und Lisa Wedekind spielt als Ascanio zwar einen Mann, singt dessen Arie aber wie eine Primadonna. Der singende Papst von Lukas Schmid (ja, es gibt auch den Witz eines stummen Alt-Papstes) ist ein nobler Herr.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 17. Februar 2014

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Veselka

Inszenierung Aron Stiehl

Bühne und Kostüme Simon Holdsworth

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Benvenuto Cellini, Goldschmied Adrian Xhema

Giacomo Balducci, Päpstlicher Schatzmeister Plamen Hidjov

Fieramosca, Bildhauer im Dienst des Papstes Juan Fernando Gutiérrez

Francesco, Handwerker im Atelier von Cellini Christian-Kai Sander

Pompeo, Mörder/ Der Papst Lukas Schmid

Bernardino, Handwerker im Atelier von Cellini Frank Göbel

Cabaretier (Schankwirt) Kiyotaka Mizuno

Teresa, Tochter von Balducci Sara Rossi Daldoss

Ascanio, Lehrling bei Cellini Lisa Wedekind

Ein Offizier Hee-Sung Yoon

Opernchor des Theater Münster

Extrachor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Veselka

Inszenierung Aron Stiehl

Bühne und Kostüme Simon Holdsworth

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Benvenuto Cellini, Goldschmied Adrian Xhema

Giacomo Balducci, Päpstlicher Schatzmeister Plamen Hidjov

Fieramosca, Bildhauer im Dienst des Papstes Juan Fernando Gutiérrez

Francesco, Handwerker im Atelier von Cellini Christian-Kai Sander

Pompeo, Mörder/ Der Papst Lukas Schmid

Bernardino, Handwerker im Atelier von Cellini Frank Göbel

Cabaretier (Schankwirt) Kiyotaka Mizuno

Teresa, Tochter von Balducci Sara Rossi Daldoss

Ascanio, Lehrling bei Cellini Lisa Wedekind

Ein Offizier Hee-Sung Yoon

Opernchor des Theater Münster

Extrachor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster



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