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AUFSTIEG UND FALL DER STADT MAHAGONNY

Oper von Kurt Weill, Text von Bertolt Brecht

Koproduktion mit dem Tiroler Landestheater Innsbruck

Mit den Menschen ist es wie mit den Autos: Laster sind schwer zu bremsen. (Heinz Erhardt)

Matinée
So, 20. März 2016
11.30 · Foyer

 Mit Eröffnung der Ausstellung »WEGEN WEILL«

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Heinz Erhardts pointierte Schlussfolgerung weist auf einen bedenklichen Sachverhalt hin, der in Brecht/Weills kompromissloser, 1930 uraufgeführter Oper vorgeführt wird. Schonungslos und provozierend konfrontiert das Werk die Zuschauer mit den sinnentleerten und letztlich selbstzerstörerischen Mechanismen der kapitalistischen Warengesellschaft:

Auf der Flucht vor der Polizei gründen drei Verbrecher – die Witwe Begbick, Fatty und Dreieinigkeitsmoses – Mahagonny, die Netzestadt. Weil das Gold leichter von Männern als von Flüssen zu haben ist, will man es den ersteren mit Gin und Whisky, mit Mädchen und Knaben aus der Tasche ziehen. Zunächst floriert das Unternehmen. Doch das Untergangsszenario eines drohenden Hurrikans führt dann zu einem extrem übersteigerten Du darfst. Blanker Hedonismus und der Tod einiger Protagonisten sind die Folge.

Gezeigt wird der Niedergang einer egoistischen Genuss-Gesellschaft, in der moralische Werte keine Rolle mehr spielen. MAHAGONNY ist ein Geniestreich und bedeutet den Höhepunkt des von Brecht und Weill gemeinsam gegangenen Weges. Musikalisch griff Weill auf vielfältigste Formen und Stilelemente der Oper sowie auf Unterhaltungsmusik zurück, die er zu einem großen Gegenentwurf umformte.

Aufführungsdauer ca. 160 Minuten, eine Pause

Info

Heinz Erhardts pointierte Schlussfolgerung weist auf einen bedenklichen Sachverhalt hin, der in Brecht/Weills kompromissloser, 1930 uraufgeführter Oper vorgeführt wird. Schonungslos und provozierend konfrontiert das Werk die Zuschauer mit den sinnentleerten und letztlich selbstzerstörerischen Mechanismen der kapitalistischen Warengesellschaft:

Auf der Flucht vor der Polizei gründen drei Verbrecher – die Witwe Begbick, Fatty und Dreieinigkeitsmoses – Mahagonny, die Netzestadt. Weil das Gold leichter von Männern als von Flüssen zu haben ist, will man es den ersteren mit Gin und Whisky, mit Mädchen und Knaben aus der Tasche ziehen. Zunächst floriert das Unternehmen. Doch das Untergangsszenario eines drohenden Hurrikans führt dann zu einem extrem übersteigerten Du darfst. Blanker Hedonismus und der Tod einiger Protagonisten sind die Folge.

Gezeigt wird der Niedergang einer egoistischen Genuss-Gesellschaft, in der moralische Werte keine Rolle mehr spielen. MAHAGONNY ist ein Geniestreich und bedeutet den Höhepunkt des von Brecht und Weill gemeinsam gegangenen Weges. Musikalisch griff Weill auf vielfältigste Formen und Stilelemente der Oper sowie auf Unterhaltungsmusik zurück, die er zu einem großen Gegenentwurf umformte.

Aufführungsdauer ca. 160 Minuten, eine Pause

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Ulrich Peters

Bühnenbild Thomas Dörfler

Kostüme Michael D. Zimmermann

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Susanne Bieler


Besetzung

Leokadja Begbick Suzanne McLeod

Fatty, der Prokurist Boris Leisenheimer

Dreieinigkeitsmoses Gregor Dalal

Jenny Hill Henrike Jacob

Jim Mahoney Wolfgang Schwaninger

Jack O'Brien Youn-Seong Shim

Bill, genannt Sparbüchsenbill Birger Radde

Joe, genannt Alaskawolfjoe Plamen Hidjov

Tobby Higgins Jaean Koo

Sprecher Oliver Bode

Opernchor des Theaters Münster

Extrachor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Ulrich Peters

Bühnenbild Thomas Dörfler

Kostüme Michael D. Zimmermann

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Susanne Bieler


Besetzung

Leokadja Begbick Suzanne McLeod

Fatty, der Prokurist Boris Leisenheimer

Dreieinigkeitsmoses Gregor Dalal

Jenny Hill Henrike Jacob

Jim Mahoney Wolfgang Schwaninger

Jack O'Brien Youn-Seong Shim

Bill, genannt Sparbüchsenbill Birger Radde

Joe, genannt Alaskawolfjoe Plamen Hidjov

Tobby Higgins Jaean Koo

Sprecher Oliver Bode

Opernchor des Theaters Münster

Extrachor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster


Regisseur Ulrich Peters greift im zweiten Teil von »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« einerseits zum Mittel des Grotesken, um die morallose Genusssucht in der Goldstadt zu illustrieren: Essen und Sex, Boxen und Saufen sind Lebensinhalt geworden, nachdem die Stadt vom Hurrikan verschont wurde. Das zeigen Peters und seine Ausstatter Thomas Dörfler und Michael D. Zimmermann lieber in effektvoll bunten Bildern, als jene Schrifttafeln zu bemühen, die der Autor Bert Brecht im Sinn hatte. Wozu übrigens auch gehört, dass ein befrackter Zeitungsleser, der die Szenenanweisungen spricht, sich unters Volk mischt – und am Ende erschüttert abgeht.

Andererseits nimmt Peters die biblischen Anspielungen, die sowohl in der Handlung als auch in den Choralzitaten der Musik Kurt Weills mit Händen zu greifen sind, beim Wort. Jim Mahoney, der das Gebot übertreten hat, kein Geld mehr zu besitzen, wird nach seiner Gethsemane-Nacht mit imaginären Geißelschlägen zum Tod verurteilt, regelrecht gekreuzigt und dann seiner Jenny für ein Pietà-Bild in den Arm gelegt. Dass daraus aber keine Erlösung entsteht, sondern Brecht die Bibel buchstäblich auf links dreht, setzt Peters für seine Verhältnisse geradezu drastisch ins Bild: Das Ledermantel-Zitat, ein Diktator-Schattenbild und ein gruseliger Exodus-Chor machen deutlich, wohin die gezeigte Unmoral führt.

Clou und eigentlicher Star der Inszenierung, die Münsters Intendant mit dem Tiroler Landestheater Innsbruck koproduziert hat, ist das Orchester. Es thront hinter einem transparenten Vorhang auf der Bühne, ist durch Projektionen schemenhaft zu erkennen und sieht nicht nur so aus, sondern swingt auch so wie eine sinfonische Big Band. Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg hat einen sicheren Griff für Weills Ohrwürmer wie »Oh Moon of Alabama« oder »Denn wie man sich bettet, so liegt man«, lässt aber auch den kompositorischen Handwerkskünstler zu seinem Recht kommen, etwa in der faszinierenden Hurrikan-Musik. Die von Inna Batyuk einstudierten Chöre dazu sind eine Wucht: So erschütternd das Opernfinale eigentlich ist, so deftig klingt es andererseits. Die ganze Produktion macht deutlich, dass neben Brechts Zeigefinger-Haltung sein Hang zu Sinnlichkeit und Kulinarik nicht zu kurz kommen soll.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 11. April 2016

 

Das Sinfonieorchester Münster bewegt sich unter Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg präzise durch Weills Partitur, fächert Klangfarben zwischen Klassik, Jazz, Chanson auf. Henrike Jacob als Jenny kann weite, opernhafte Bögen spannen, aber auch rau und jazzig klingen und erkundet in ihrer ersten Szene mit Jim mädchenhaft-verträumte Töne. Gregor Dalal vereint als Dreieinigkeitsmoses Bosheit mit Belustigung. Auch die restlichen Rollen sind gut bis solide besetzt. Der Chor bringt in seiner Szenen große Wucht und Überzeugungskraft, besonders im Finale.

Edda Breski, Westfälischer Anzeiger, 12. April 2016

 

Stimmschön ist Henrike Jacob eine rundum verführerische Hure Jenny, die mit Wolfgang Schwaninger rührend sentimentale Duette singt. Die eingängigen Songs wie »Oh, moon of Alabama« gefallen wie auch die parodistischen Zitate etwa des Jungfernchores aus Webers »Freischütz« auf einem völlig verstimmten Kneipenklavier. Auch die übrigen Stimmen und der von Inna Batyuk einstudierte Chor können sich hören lassen, während das hinter einem Gazevorhang auf der Hinterbühne sichtbare Sinfonieorchester mit Thorsten Schmid-Kapfenburg am Pult die Handlung mit betont gleichmäßigem Rhythmus spannend grundiert.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 14. April 2016

Presse

Regisseur Ulrich Peters greift im zweiten Teil von »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« einerseits zum Mittel des Grotesken, um die morallose Genusssucht in der Goldstadt zu illustrieren: Essen und Sex, Boxen und Saufen sind Lebensinhalt geworden, nachdem die Stadt vom Hurrikan verschont wurde. Das zeigen Peters und seine Ausstatter Thomas Dörfler und Michael D. Zimmermann lieber in effektvoll bunten Bildern, als jene Schrifttafeln zu bemühen, die der Autor Bert Brecht im Sinn hatte. Wozu übrigens auch gehört, dass ein befrackter Zeitungsleser, der die Szenenanweisungen spricht, sich unters Volk mischt – und am Ende erschüttert abgeht.

Andererseits nimmt Peters die biblischen Anspielungen, die sowohl in der Handlung als auch in den Choralzitaten der Musik Kurt Weills mit Händen zu greifen sind, beim Wort. Jim Mahoney, der das Gebot übertreten hat, kein Geld mehr zu besitzen, wird nach seiner Gethsemane-Nacht mit imaginären Geißelschlägen zum Tod verurteilt, regelrecht gekreuzigt und dann seiner Jenny für ein Pietà-Bild in den Arm gelegt. Dass daraus aber keine Erlösung entsteht, sondern Brecht die Bibel buchstäblich auf links dreht, setzt Peters für seine Verhältnisse geradezu drastisch ins Bild: Das Ledermantel-Zitat, ein Diktator-Schattenbild und ein gruseliger Exodus-Chor machen deutlich, wohin die gezeigte Unmoral führt.

Clou und eigentlicher Star der Inszenierung, die Münsters Intendant mit dem Tiroler Landestheater Innsbruck koproduziert hat, ist das Orchester. Es thront hinter einem transparenten Vorhang auf der Bühne, ist durch Projektionen schemenhaft zu erkennen und sieht nicht nur so aus, sondern swingt auch so wie eine sinfonische Big Band. Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg hat einen sicheren Griff für Weills Ohrwürmer wie »Oh Moon of Alabama« oder »Denn wie man sich bettet, so liegt man«, lässt aber auch den kompositorischen Handwerkskünstler zu seinem Recht kommen, etwa in der faszinierenden Hurrikan-Musik. Die von Inna Batyuk einstudierten Chöre dazu sind eine Wucht: So erschütternd das Opernfinale eigentlich ist, so deftig klingt es andererseits. Die ganze Produktion macht deutlich, dass neben Brechts Zeigefinger-Haltung sein Hang zu Sinnlichkeit und Kulinarik nicht zu kurz kommen soll.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 11. April 2016

 

Das Sinfonieorchester Münster bewegt sich unter Leitung von Thorsten Schmid-Kapfenburg präzise durch Weills Partitur, fächert Klangfarben zwischen Klassik, Jazz, Chanson auf. Henrike Jacob als Jenny kann weite, opernhafte Bögen spannen, aber auch rau und jazzig klingen und erkundet in ihrer ersten Szene mit Jim mädchenhaft-verträumte Töne. Gregor Dalal vereint als Dreieinigkeitsmoses Bosheit mit Belustigung. Auch die restlichen Rollen sind gut bis solide besetzt. Der Chor bringt in seiner Szenen große Wucht und Überzeugungskraft, besonders im Finale.

Edda Breski, Westfälischer Anzeiger, 12. April 2016

 

Stimmschön ist Henrike Jacob eine rundum verführerische Hure Jenny, die mit Wolfgang Schwaninger rührend sentimentale Duette singt. Die eingängigen Songs wie »Oh, moon of Alabama« gefallen wie auch die parodistischen Zitate etwa des Jungfernchores aus Webers »Freischütz« auf einem völlig verstimmten Kneipenklavier. Auch die übrigen Stimmen und der von Inna Batyuk einstudierte Chor können sich hören lassen, während das hinter einem Gazevorhang auf der Hinterbühne sichtbare Sinfonieorchester mit Thorsten Schmid-Kapfenburg am Pult die Handlung mit betont gleichmäßigem Rhythmus spannend grundiert.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 14. April 2016


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So, 20. März 2016
11.30 Uhr · Foyer

 Mit Eröffnung der Ausstellung »WEGEN WEILL«

Leider keine weiteren Termine geplant.

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