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ANGELS IN AMERICA

Oper in zwei Teilen von Peter Eötvös

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
  •  <br />© Oliver Berg

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»Es gibt keine Engel in Amerika.«

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Louis trennt sich aus panischer Angst von seinem erkrankten Freund Prior. Der korrupte Rechtsanwalt Roy M. Cohn lässt sich  gesellschaftskonform Leberkrebs diagnostizieren und behauptet noch am Sterbebett, weder schwul noch an Aids erkrankt zu sein. Die Ehe zwischen dem mormonischen Anwalt Joe und seiner Frau Harper zerbricht, weil er seine homosexuelle Neigung nicht länger verbergen kann. Er beginnt eine Beziehung mit Louis.

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Theaterstück ANGELS IN AMERICA von Tony Kushner ist eine bittere Abrechnung mit dem Amerika unter Ronald Reagan und die Aufarbeitung der apokalyptischen Gewalt der Aids-Epidemie: Stigmatisierung von Menschen mit HIV war und ist die unausweichliche Folge individueller und gesamtgesellschaftlicher Ängste und  Fantasien.

Auf der Suche nach der geeigneten musikalischen Umsetzung besuchte Peter Eötvös (*1944) Musicalvorstellungen am Broadway. Die musikalischen Verweise auf die Showbühne ergänzt Eötvös durch Jazz- und Rockelemente sowie Anleihen aus der jüdischen Musik. Den Gemütszuständen der Protagonisten wird mehr Raum gegeben. Schließlich waren es die in Kushners Stück allgegenwärtigen Visionen und Halluzinationen, die Eötvös an dem Stoff besonders reizten.

 

Aufführungsdauer ca. 165 Minuten, eine Pause

Info

Louis trennt sich aus panischer Angst von seinem erkrankten Freund Prior. Der korrupte Rechtsanwalt Roy M. Cohn lässt sich  gesellschaftskonform Leberkrebs diagnostizieren und behauptet noch am Sterbebett, weder schwul noch an Aids erkrankt zu sein. Die Ehe zwischen dem mormonischen Anwalt Joe und seiner Frau Harper zerbricht, weil er seine homosexuelle Neigung nicht länger verbergen kann. Er beginnt eine Beziehung mit Louis.

Das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Theaterstück ANGELS IN AMERICA von Tony Kushner ist eine bittere Abrechnung mit dem Amerika unter Ronald Reagan und die Aufarbeitung der apokalyptischen Gewalt der Aids-Epidemie: Stigmatisierung von Menschen mit HIV war und ist die unausweichliche Folge individueller und gesamtgesellschaftlicher Ängste und  Fantasien.

Auf der Suche nach der geeigneten musikalischen Umsetzung besuchte Peter Eötvös (*1944) Musicalvorstellungen am Broadway. Die musikalischen Verweise auf die Showbühne ergänzt Eötvös durch Jazz- und Rockelemente sowie Anleihen aus der jüdischen Musik. Den Gemütszuständen der Protagonisten wird mehr Raum gegeben. Schließlich waren es die in Kushners Stück allgegenwärtigen Visionen und Halluzinationen, die Eötvös an dem Stoff besonders reizten.

 

Aufführungsdauer ca. 165 Minuten, eine Pause

Leitung

Musikalische Leitung Golo Berg

Inszenierung Carlos Wagner

Bühne & Kostüme Christophe Ouvrard

Dramaturgie Ronny Scholz


Besetzung

The Angel Kathrin Filip

Harper Pitt Kristi Anna Isene

Hannah Pitt Suzanne McLeod

Joseph Pitt Filippo Bettoschi

Prior Walter Christian Miedl

Louis Ironson David Zimmer

Belize Yosemeh Adjei

Roy Cohn Christoph Stegemann

Sopran Melanie Spitau

Alt Barbara Bräckelmann

Bariton Frederik Schauhoff

Sinfonieorchester Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Golo Berg

Inszenierung Carlos Wagner

Bühne & Kostüme Christophe Ouvrard

Dramaturgie Ronny Scholz


Besetzung

The Angel Kathrin Filip

Harper Pitt Kristi Anna Isene

Hannah Pitt Suzanne McLeod

Joseph Pitt Filippo Bettoschi

Prior Walter Christian Miedl

Louis Ironson David Zimmer

Belize Yosemeh Adjei

Roy Cohn Christoph Stegemann

Sopran Melanie Spitau

Alt Barbara Bräckelmann

Bariton Frederik Schauhoff

Sinfonieorchester Münster


Eine Melange aus Realität und Fantasie

Faszinierend ist Peter Eötvös‘ Musik, die selten einmal laut daherkommt. Im Gegenteil: sie schöpft aus einem reichen Fundus an Farben, auch an Stimmungen, changiert zwischen Poesie und Melancholie, zwischen Derbheit und Zerbrechlichkeit. Und ist geprägt vom dem, was dann auch den Sängerdarstellern abverlangt wird: eine Melange aus Realität und Fantasie. In dieser Hinsicht leistet das achtköpfige Ensemble in Münster Überragendes. Allen voran Kathrin Filip, die ihre geradezu »mörderische« Partie als »The Angel« stimmlich überragend und mit nie versiegender Kondition absolviert. Weniger Dramatik, dafür umso mehr Resignation und Verzweiflung legt Kristi Anna Isene in die bedauernswerte Harper Pitt; Suzanne McLeod (als Hannah Pitt, Rabbi Chemelwitz, Henry und Angel Asiatica) zeigt wie gewohnt vokale und darstellerische Präsenz und Ausdrucksfähigkeit – Qualitäten, mit denen Christian Miedl als Prior Walter nicht minder punkten kann. David Zimmer ist ein strahlend schöner Tenor, der glaubwürdig das Hin- und Hergerissensein als Louis Ironson verkörpert. Ähnlich überfordert mit seinem eigenen Coming-Out: Filippo Bettoschi als Joseph Pitt, während Christoph Stegemann als skrupelloser Roy Cohn keinen Zweifel an seinem Selbstbewusstsein lässt. Yosemeh Adjei ist der Krankenpfleger Belize (und Mr. Lies, Woman und Angel Africanii) mit kultiviertem Counter.

Generalmusikdirektor Golo Berg steht am Pult des klein besetzten Sinfonieorchesters Münster mit zum Teil ungewöhnlichem Instrumentarium wie Kontrabassklarinette, akustischer und elektrischer Gitarre, Hammond-Orgel. Dass Peter Eötvös, der sich diese Münster-Premiere nicht entgehen ließ, sich am Ende auf der Bühne Golo Berg gegenüber als sehr zufrieden zeigte, sprach Bände.

Christoph Schulte im Walde, nmz.de, 26. Februar 2018

 

Absolut überzeugende Ensembleleistung

Da ist Louis, Spross einer jüdischen Familie, der mit der AIDS-Erkrankung seines Freundes Prior nicht umgehen kann und aus der Beziehung flieht in ein Leben voller Selbstvorwürfe. Da ist Roy Cohn, skrupelloser und korrupter Anwalt, der seine Diagnose in Leberkrebs umwandeln lässt, schließlich einsam unter Albträumen stirbt. Und das junge Mormonenehepaar Joseph und Harper Pitt. Joe wehrt sich gegen das Ausleben seiner Homosexualität, während Harper sich immer weiter vor der Realität in watteweiche Valium-Träume flüchtet. Ihre flüchtigen und intensiven Begegnungen setzt Regisseur Carlos Wagner in intensive Bilder um, für die ihm Christophe Ouvrard ein kongeniales Bühnenbild baut.

Eindrückliche Szene ohne jeder Überfrachtung sind zu erleben. Und diese Eindrücklichkeit findet in der musikalischen Umsetzung bruchlos ihre Fortsetzung. Das ist vor allem dem Sinfonieorchester Münster unter Generalmusikdirektor Golo Berg zu danken. Fein, ganz fein wird Eötvös’ Partitur behandelt. Fast wie ein rohes Ei, damit auch nichts zerbricht, zerschellt oder verloren geht. Das ermöglicht es dem Publikum, ganz viel nachzuvollziehen, aber auch ganz sinnlich die Musik schlicht zu spüren. Sängerisch gelingt ebenfalls ein wunderbares Zusammenspiel, eine absolut überzeugende Ensembleleistung. Yosemeh Adjej, Filippo Bettoschi, Kathrin Filip, Kristi Aanna Isene, Suzanne McLeod, Christian Miedl, Christoph Stegemann und Christian Miedl übernehmen mehrere Rollen und ergänzen sich auf das Beste.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 26. Februar 2018

 

Ein ganz starkes Stück

Komponist Peter Eötvös hat […] weniger die Situation der Homosexuellen oder die politische Dimension im Sinn gehabt als vielmehr das musikdramatische Potential des Stoffes insbesondere in den skurrilen Auftritten der Engel. [...] Der wichtigste der Engel aber, koloratur- und klangprächtig gesungen von Kathrin Filip, zitiert die gute Hexe aus dem Zauberer von Oz, verspielt und ein wenig trottelig, und überhaupt ist das himmlische Personal eben diesem Musical-Film von 1939 entnommen, Vogelscheuche und Blechmann und feiger Löwe. Der Himmel ist die schöne Glitzerwelt des Showbusiness, die noch einen Propheten sucht: Den AIDS-Kranken Prior zieht es da allerdings doch zurück in die triste Realität. Der Musicalhimmel kann warten.

Filippo Bettoschi (u.a.) als Joe, Christian Miedl als leidender Prior, Christoph Stegemann als Roy und David Zimmer als Louis zeichnen die Rollen der vier homosexuellen Hauptfiguren darstellerisch wie sängerisch äußert nuanciert und sind durchweg gut bei Stimme. Hinzu kommen Kristi Anna Isene als Joes liebesbedürftige Frau Harper und Suzanne McLeod mit schrägen Charakterzeichnungen als Rabbi und als Joes Mutter, außerdem der klangschöne Countertenor Yosemeh Adjei in Nebenrollen. Ein sehr sauber singendes und klanglich gut austariertes Vokaltrio aus dem Off (Melanie Spitau, Barbara Bräckelmann, Frederick Schauhoff) rundet das sehr gute Ensemble ab. Das Premierenpublikum honorierte die ausgezeichnete Aufführung mit starkem Applaus.

[...] Angels in America in dieser musikalisch durchweg überzeugenden Produktion ein ganz starkes Stück

Stefan Schmöe, omm.de, 25. Februar 2018

 

Eindringliches Werk mit starkem Ensemble

Tony Kushners Theaterstück über das Reagan-Amerika, Schwule und Aids war vor langer Zeit in Münster zu sehen, jetzt hat sich das Musiktheater an die Opernversion von Peter Eötvös gewagt. […] Gleichwohl zeigt sich, welchen Sinn das Übertragen des siebenstündigen Schauspiels in eine zweieinhalbstündige Oper hat. Denn hier liegt der Schwerpunkt weniger auf der politischen Situation, die Cohn repräsentiert, als auf den Gefühlen zweier Paare, deren Schicksale verflochten sind. Der aidskranke Prior wird von seinem verzweifelten Freund verlassen, und die frustrierte Ehefrau Harper gibt ihrem homosexuellen Mann den Laufpass – was Regisseur Carlos Wagner für eine schöne Parallele in der Personenführung nutzt.

In den vokalen Linien, die der Bariton Christian Miedl (als Prior) oder Sopranistin Kristi Anna Isene (Harper) verströmen, zeigt sich auch exemplarisch, welch starkes Ensemble in dieser Produktion zum Einsatz kommt. Generalmusikdirektor Golo Berg lotst mit ruhiger Hand die immens geforderten Sänger und Instrumentalisten durchs Geschehen: Der Applaus des anwesenden Komponisten am Premierenabend war ihnen gewiss.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 26. Februar 2018

 

Eindrückliche Produktion

In drei lose miteinander verbundenen Handlungssträngen geht es um Homosexuelle, Aids und die Bigotterie in der Reagan-Ära im New York der 1980er Jahre. Am Theater Münster inszeniert Carlos Wagner das zweieinhalbstündige Werk. Und unter GMD Golo Berg, der eine interessante solistische Besetzung dirigiert (darunter vier Streicher, ein paar Bläser, zwei Gitarren, zwei Keyboards sowie ein Vokaltrio), gelingt auch musikalisch eine sehr eindrückliche Produktion.

Wagner entfernt die 17 Szenen behutsam von ihrem historischen Kontext und konzentriert sich auf die Einsamkeiten der Figuren. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil Homosexualität längst nicht mehr im gleichen Maße verdrängt und ausgegrenzt wird.

Elisabeth Elling, Westfälischer Anzeiger, 26. Februar 2018

Presse

Eine Melange aus Realität und Fantasie

Faszinierend ist Peter Eötvös‘ Musik, die selten einmal laut daherkommt. Im Gegenteil: sie schöpft aus einem reichen Fundus an Farben, auch an Stimmungen, changiert zwischen Poesie und Melancholie, zwischen Derbheit und Zerbrechlichkeit. Und ist geprägt vom dem, was dann auch den Sängerdarstellern abverlangt wird: eine Melange aus Realität und Fantasie. In dieser Hinsicht leistet das achtköpfige Ensemble in Münster Überragendes. Allen voran Kathrin Filip, die ihre geradezu »mörderische« Partie als »The Angel« stimmlich überragend und mit nie versiegender Kondition absolviert. Weniger Dramatik, dafür umso mehr Resignation und Verzweiflung legt Kristi Anna Isene in die bedauernswerte Harper Pitt; Suzanne McLeod (als Hannah Pitt, Rabbi Chemelwitz, Henry und Angel Asiatica) zeigt wie gewohnt vokale und darstellerische Präsenz und Ausdrucksfähigkeit – Qualitäten, mit denen Christian Miedl als Prior Walter nicht minder punkten kann. David Zimmer ist ein strahlend schöner Tenor, der glaubwürdig das Hin- und Hergerissensein als Louis Ironson verkörpert. Ähnlich überfordert mit seinem eigenen Coming-Out: Filippo Bettoschi als Joseph Pitt, während Christoph Stegemann als skrupelloser Roy Cohn keinen Zweifel an seinem Selbstbewusstsein lässt. Yosemeh Adjei ist der Krankenpfleger Belize (und Mr. Lies, Woman und Angel Africanii) mit kultiviertem Counter.

Generalmusikdirektor Golo Berg steht am Pult des klein besetzten Sinfonieorchesters Münster mit zum Teil ungewöhnlichem Instrumentarium wie Kontrabassklarinette, akustischer und elektrischer Gitarre, Hammond-Orgel. Dass Peter Eötvös, der sich diese Münster-Premiere nicht entgehen ließ, sich am Ende auf der Bühne Golo Berg gegenüber als sehr zufrieden zeigte, sprach Bände.

Christoph Schulte im Walde, nmz.de, 26. Februar 2018

 

Absolut überzeugende Ensembleleistung

Da ist Louis, Spross einer jüdischen Familie, der mit der AIDS-Erkrankung seines Freundes Prior nicht umgehen kann und aus der Beziehung flieht in ein Leben voller Selbstvorwürfe. Da ist Roy Cohn, skrupelloser und korrupter Anwalt, der seine Diagnose in Leberkrebs umwandeln lässt, schließlich einsam unter Albträumen stirbt. Und das junge Mormonenehepaar Joseph und Harper Pitt. Joe wehrt sich gegen das Ausleben seiner Homosexualität, während Harper sich immer weiter vor der Realität in watteweiche Valium-Träume flüchtet. Ihre flüchtigen und intensiven Begegnungen setzt Regisseur Carlos Wagner in intensive Bilder um, für die ihm Christophe Ouvrard ein kongeniales Bühnenbild baut.

Eindrückliche Szene ohne jeder Überfrachtung sind zu erleben. Und diese Eindrücklichkeit findet in der musikalischen Umsetzung bruchlos ihre Fortsetzung. Das ist vor allem dem Sinfonieorchester Münster unter Generalmusikdirektor Golo Berg zu danken. Fein, ganz fein wird Eötvös’ Partitur behandelt. Fast wie ein rohes Ei, damit auch nichts zerbricht, zerschellt oder verloren geht. Das ermöglicht es dem Publikum, ganz viel nachzuvollziehen, aber auch ganz sinnlich die Musik schlicht zu spüren. Sängerisch gelingt ebenfalls ein wunderbares Zusammenspiel, eine absolut überzeugende Ensembleleistung. Yosemeh Adjej, Filippo Bettoschi, Kathrin Filip, Kristi Aanna Isene, Suzanne McLeod, Christian Miedl, Christoph Stegemann und Christian Miedl übernehmen mehrere Rollen und ergänzen sich auf das Beste.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 26. Februar 2018

 

Ein ganz starkes Stück

Komponist Peter Eötvös hat […] weniger die Situation der Homosexuellen oder die politische Dimension im Sinn gehabt als vielmehr das musikdramatische Potential des Stoffes insbesondere in den skurrilen Auftritten der Engel. [...] Der wichtigste der Engel aber, koloratur- und klangprächtig gesungen von Kathrin Filip, zitiert die gute Hexe aus dem Zauberer von Oz, verspielt und ein wenig trottelig, und überhaupt ist das himmlische Personal eben diesem Musical-Film von 1939 entnommen, Vogelscheuche und Blechmann und feiger Löwe. Der Himmel ist die schöne Glitzerwelt des Showbusiness, die noch einen Propheten sucht: Den AIDS-Kranken Prior zieht es da allerdings doch zurück in die triste Realität. Der Musicalhimmel kann warten.

Filippo Bettoschi (u.a.) als Joe, Christian Miedl als leidender Prior, Christoph Stegemann als Roy und David Zimmer als Louis zeichnen die Rollen der vier homosexuellen Hauptfiguren darstellerisch wie sängerisch äußert nuanciert und sind durchweg gut bei Stimme. Hinzu kommen Kristi Anna Isene als Joes liebesbedürftige Frau Harper und Suzanne McLeod mit schrägen Charakterzeichnungen als Rabbi und als Joes Mutter, außerdem der klangschöne Countertenor Yosemeh Adjei in Nebenrollen. Ein sehr sauber singendes und klanglich gut austariertes Vokaltrio aus dem Off (Melanie Spitau, Barbara Bräckelmann, Frederick Schauhoff) rundet das sehr gute Ensemble ab. Das Premierenpublikum honorierte die ausgezeichnete Aufführung mit starkem Applaus.

[...] Angels in America in dieser musikalisch durchweg überzeugenden Produktion ein ganz starkes Stück

Stefan Schmöe, omm.de, 25. Februar 2018

 

Eindringliches Werk mit starkem Ensemble

Tony Kushners Theaterstück über das Reagan-Amerika, Schwule und Aids war vor langer Zeit in Münster zu sehen, jetzt hat sich das Musiktheater an die Opernversion von Peter Eötvös gewagt. […] Gleichwohl zeigt sich, welchen Sinn das Übertragen des siebenstündigen Schauspiels in eine zweieinhalbstündige Oper hat. Denn hier liegt der Schwerpunkt weniger auf der politischen Situation, die Cohn repräsentiert, als auf den Gefühlen zweier Paare, deren Schicksale verflochten sind. Der aidskranke Prior wird von seinem verzweifelten Freund verlassen, und die frustrierte Ehefrau Harper gibt ihrem homosexuellen Mann den Laufpass – was Regisseur Carlos Wagner für eine schöne Parallele in der Personenführung nutzt.

In den vokalen Linien, die der Bariton Christian Miedl (als Prior) oder Sopranistin Kristi Anna Isene (Harper) verströmen, zeigt sich auch exemplarisch, welch starkes Ensemble in dieser Produktion zum Einsatz kommt. Generalmusikdirektor Golo Berg lotst mit ruhiger Hand die immens geforderten Sänger und Instrumentalisten durchs Geschehen: Der Applaus des anwesenden Komponisten am Premierenabend war ihnen gewiss.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 26. Februar 2018

 

Eindrückliche Produktion

In drei lose miteinander verbundenen Handlungssträngen geht es um Homosexuelle, Aids und die Bigotterie in der Reagan-Ära im New York der 1980er Jahre. Am Theater Münster inszeniert Carlos Wagner das zweieinhalbstündige Werk. Und unter GMD Golo Berg, der eine interessante solistische Besetzung dirigiert (darunter vier Streicher, ein paar Bläser, zwei Gitarren, zwei Keyboards sowie ein Vokaltrio), gelingt auch musikalisch eine sehr eindrückliche Produktion.

Wagner entfernt die 17 Szenen behutsam von ihrem historischen Kontext und konzentriert sich auf die Einsamkeiten der Figuren. Das ist auch deshalb sinnvoll, weil Homosexualität längst nicht mehr im gleichen Maße verdrängt und ausgegrenzt wird.

Elisabeth Elling, Westfälischer Anzeiger, 26. Februar 2018



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