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THEATERJUGEND­ORCHESTER: GLORIA

Eine Kooperation mit der Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, der Westfälischen Schule für Musik, der Musikhochschule Münster und dem Sinfonieorchester Münster
Für alle ab 12 Jahren / 7. Klasse
  •  <br />© Oliver Berg

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Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

Wer träumt als Jugendlicher nicht von Ruhm und einem erfolgreichen Leben, gar einer künstlerischen Karriere. Einmal das Gefühl auskosten, etwas Besonders zu sein und zu leisten. Für die einen hat Ruhm nur mit dem glamourösen Bekanntheitsgrad der eigenen Person zu tun, für die anderen bedeutet es ein glorioses Lebensgefühl, mit Herzklopfen im Rampenlicht zu stehen. GLORIA erzählt in einem spannenden Blick hinter die Kulissen eines Casting von diesem Lebensgefühl aus unterschiedlichen Perspektiven. Bei den Castings treffen verschiedenste Charaktere aufeinander – doch den Traum von der Bühne teilen sie alle! Einige träumen von Ruhm und tosendem Beifall, für andere ist es Spaß und die Chance, in eine andere Haut zu schlüpfen und alle verstricken sich in Diskussionen darüber, warum der Mensch Aufmerksamkeit sucht und berühmt sein will. Das Publikum wird in die Position einer Casting-Auswahljury gezwungen, die über das Schicksal von 23 Jugendlichen entscheiden muss, und die Jugendlichen müssen sich entscheiden, was sie bereit sind von sich zu zeigen, um aufgenommen zu werden in das Künstlertum.

Junge Menschen von 14 bis 26 Jahren erhalten beim TheaterJugendOrchester (TJO) in der Arbeit mit Experten aus Musik, Gesang, Tanz und Schauspiel die Möglichkeit, eine professionelle Musiktheaterproduktion auf die Bühne zu bringen.

Bis kurz vor Weihnachten entwickelten sie im Rahmen der MusikTheaterWerkstatt gemeinsam mit dem professionellen Team im Theater Münster und der Westfälischen Schule für Musik Szenenskizzen und Tanzsequenzen zum Thema Ruhm. Ab Januar 2017 begannen mit den Intensiv-Proben im Kreativ-Haus die »richtigen« Proben zum diesjährigen TJO-Stück GLORIA. Hier wurde zweimal wöchentlich im Theater Münster das erarbeitete Material zu einem Stück zusammengesetzt, einzelne Szenen und Choreografien wurden geprobt, verworfen, umgebaut und weiterentwickelt. Parallel studierten die Orchestermusiker/innen und Sänger/innen die eigens für das Projekt komponierte Musik ein. Dieser dynamische Prozess reichte bis in die Premierenwoche. In zehn Monaten gemeinsamer Arbeit zwischen dem ersten Treffen und der letzten Vorstellung zeigen die hochmotivierten Teilnehmer/innen ihr grenzenloses persönliches, soziales und künstlerisches Potential und beweisen, dass es weit mehr als der Wunsch nach Ruhm ist, der sie auf die Bühne treibt.

Spenden, Sponsorengelder und Fördermittel erhalten das TJO trotz der angespannten finanziellen Lage bisher am Leben.

 TheaterJugendOrchester-Projekt GLORIA – Ein Blick hinter die Kulissen aus Teilnehmerperspektive ...

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Info

Wer träumt als Jugendlicher nicht von Ruhm und einem erfolgreichen Leben, gar einer künstlerischen Karriere. Einmal das Gefühl auskosten, etwas Besonders zu sein und zu leisten. Für die einen hat Ruhm nur mit dem glamourösen Bekanntheitsgrad der eigenen Person zu tun, für die anderen bedeutet es ein glorioses Lebensgefühl, mit Herzklopfen im Rampenlicht zu stehen. GLORIA erzählt in einem spannenden Blick hinter die Kulissen eines Casting von diesem Lebensgefühl aus unterschiedlichen Perspektiven. Bei den Castings treffen verschiedenste Charaktere aufeinander – doch den Traum von der Bühne teilen sie alle! Einige träumen von Ruhm und tosendem Beifall, für andere ist es Spaß und die Chance, in eine andere Haut zu schlüpfen und alle verstricken sich in Diskussionen darüber, warum der Mensch Aufmerksamkeit sucht und berühmt sein will. Das Publikum wird in die Position einer Casting-Auswahljury gezwungen, die über das Schicksal von 23 Jugendlichen entscheiden muss, und die Jugendlichen müssen sich entscheiden, was sie bereit sind von sich zu zeigen, um aufgenommen zu werden in das Künstlertum.

Junge Menschen von 14 bis 26 Jahren erhalten beim TheaterJugendOrchester (TJO) in der Arbeit mit Experten aus Musik, Gesang, Tanz und Schauspiel die Möglichkeit, eine professionelle Musiktheaterproduktion auf die Bühne zu bringen.

Bis kurz vor Weihnachten entwickelten sie im Rahmen der MusikTheaterWerkstatt gemeinsam mit dem professionellen Team im Theater Münster und der Westfälischen Schule für Musik Szenenskizzen und Tanzsequenzen zum Thema Ruhm. Ab Januar 2017 begannen mit den Intensiv-Proben im Kreativ-Haus die »richtigen« Proben zum diesjährigen TJO-Stück GLORIA. Hier wurde zweimal wöchentlich im Theater Münster das erarbeitete Material zu einem Stück zusammengesetzt, einzelne Szenen und Choreografien wurden geprobt, verworfen, umgebaut und weiterentwickelt. Parallel studierten die Orchestermusiker/innen und Sänger/innen die eigens für das Projekt komponierte Musik ein. Dieser dynamische Prozess reichte bis in die Premierenwoche. In zehn Monaten gemeinsamer Arbeit zwischen dem ersten Treffen und der letzten Vorstellung zeigen die hochmotivierten Teilnehmer/innen ihr grenzenloses persönliches, soziales und künstlerisches Potential und beweisen, dass es weit mehr als der Wunsch nach Ruhm ist, der sie auf die Bühne treibt.

Spenden, Sponsorengelder und Fördermittel erhalten das TJO trotz der angespannten finanziellen Lage bisher am Leben.

 TheaterJugendOrchester-Projekt GLORIA – Ein Blick hinter die Kulissen aus Teilnehmerperspektive ...

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Lea Bullerjahn / Peter Hägele / Luisa Hausmann

Choreografie Laura Delfino

Einstudierung Tanz Armin Biermann

Einstudierung Chor & Solisten Ramona Gusterer

Geräuschorchester Dominik Hahn / Jonas Nondorf

Bühne & Kostüme Anna Siegrot

Theaterpädagogik Lea Bullerjahn / Luisa Hausmann


Besetzung

TheaterJugendOrchester

Auf der Bühne mit:
Kristin Bahn, Jonas Bauhaus, Johanna Bickel, Nico Burghoff, Jörg Dufhues, Paula Franke, Raja Lücke, Anastasia Makiy, Timo Matzolleck, Tomke Malin Niehaus, Til Ormeloh, Johanne Pfeiffer, Kira-Lynn Pöppelmann, Annalena Pruhs, Hanna Pulpanek, Zakie Rezaie, Mika Rohlfing, Emily Salzig, Regine Schneider, Antonia Schumacher, Charlotte Schumacher, Konstantin Schumann, Chieh-Ling Wang, Olivia Zessin

Im Orchester mit:
VIOLINE: Leonie Groener, Anna Luna Hannen, Michelle Herzel, Katharina Isaak, Johanne Jansen, Annika Klompmaker, Birte Koling, Saskia Kowollik, Damian Levkau, Samira Mittring, Isabella Nolting, Olivia Normann, Lotte Oestmann, Sophia Raabe, Alexia Saliverou, Marie Christine Seiters, Ben Unterschütz, Timo Veenhuijzen, Joana Voß
VIOLA: Birte Beckert, Friedrich Burba, Stefan Erdmann
VIOLONCELLO: Jannis Mittring, Catrin Kaeßler Rinderknecht, Xanthe Veenhuijzen, Katharina Voß
KONTRABASS: Massimo Battarino, Heide Kraft, Sylvia Zywietz (Solo)
FLÖTE:
Lena Althoff, Tabitha Hakenes, Klara Lechtenberg, Anika Sprakel
KLARINETTE: Jonas Bünning, Tristan Heitger, Pia Herborn, Moriah Prochotta
OBOE: Theresia Bode, Johanna Söntgerath
HORN: Rebekka Gerlach, Jonah Ottjes, Antonia Söntgerath
POSAUNE: Anna Schmitt, Constantin Woywod
TROMPETE: Laurids Paeth, Jonathan Wesseler, Markus Westermeier, Benedikt Woywod, Dario Zara
PIANO/CELESTA: Damian Levkau
SCHLAGWERK: Claas Homann, Fabian Kraus, Maximilian Kuehnel, Sion Prochotta, Jonathan Rohlmann, Nils Rumeister

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Lea Bullerjahn / Peter Hägele / Luisa Hausmann

Choreografie Laura Delfino

Einstudierung Tanz Armin Biermann

Einstudierung Chor & Solisten Ramona Gusterer

Geräuschorchester Dominik Hahn / Jonas Nondorf

Bühne & Kostüme Anna Siegrot

Theaterpädagogik Lea Bullerjahn / Luisa Hausmann


Besetzung

TheaterJugendOrchester


Auf der Bühne mit:
Kristin Bahn, Jonas Bauhaus, Johanna Bickel, Nico Burghoff, Jörg Dufhues, Paula Franke, Raja Lücke, Anastasia Makiy, Timo Matzolleck, Tomke Malin Niehaus, Til Ormeloh, Johanne Pfeiffer, Kira-Lynn Pöppelmann, Annalena Pruhs, Hanna Pulpanek, Zakie Rezaie, Mika Rohlfing, Emily Salzig, Regine Schneider, Antonia Schumacher, Charlotte Schumacher, Konstantin Schumann, Chieh-Ling Wang, Olivia Zessin

Im Orchester mit:
VIOLINE: Leonie Groener, Anna Luna Hannen, Michelle Herzel, Katharina Isaak, Johanne Jansen, Annika Klompmaker, Birte Koling, Saskia Kowollik, Damian Levkau, Samira Mittring, Isabella Nolting, Olivia Normann, Lotte Oestmann, Sophia Raabe, Alexia Saliverou, Marie Christine Seiters, Ben Unterschütz, Timo Veenhuijzen, Joana Voß
VIOLA: Birte Beckert, Friedrich Burba, Stefan Erdmann
VIOLONCELLO: Jannis Mittring, Catrin Kaeßler Rinderknecht, Xanthe Veenhuijzen, Katharina Voß
KONTRABASS: Massimo Battarino, Heide Kraft, Sylvia Zywietz (Solo)
FLÖTE:
Lena Althoff, Tabitha Hakenes, Klara Lechtenberg, Anika Sprakel
KLARINETTE: Jonas Bünning, Tristan Heitger, Pia Herborn, Moriah Prochotta
OBOE: Theresia Bode, Johanna Söntgerath
HORN: Rebekka Gerlach, Jonah Ottjes, Antonia Söntgerath
POSAUNE: Anna Schmitt, Constantin Woywod
TROMPETE: Laurids Paeth, Jonathan Wesseler, Markus Westermeier, Benedikt Woywod, Dario Zara
PIANO/CELESTA: Damian Levkau
SCHLAGWERK: Claas Homann, Fabian Kraus, Maximilian Kuehnel, Sion Prochotta, Jonathan Rohlmann, Nils Rumeister

Was das Theater-Jugendorchester (TJO) mit der Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule da binnen eines halben Jahres fabriziert hatte, war eine mitreißende Collage aus Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel. Manchmal ernst, manchmal flapsig, immer sympathisch. Orchesterstücke, Gesang, Tanz- und Spielszenen wechselten locker, und Thorsten Schmid-Kapfenburg hielt das als Dirigent und Spiritus rector zusammen.

Der Bezugsrahmen: Eben jene Castings, die über Sein oder Nichtsein eines angehenden Künstlers entscheiden. Zwei Dutzend junge Frauen und Männer marschieren auf zum Defilee der Träume. Mit den üblichen Verdächtigen: Da ist der Casting-erprobte Ex-Kinderstar, das kesse Biest, der coole Macho-Prahlhans, die fromme Moralistin. Und auch jene, die eigentlich auf der Bühne nichts verloren haben: die stille Sensible und der neurotische Streber im Banne seiner Ängste.

Gemeint waren wohl alle Castings, konkret aber ging es hier um die Schauspielerei; und so wurde wacker Shakespeare gespielt, ROMEO UND JULIA im Original. Und wenn ein Jungmime dann auf Französisch rezitiert und mit einem »Üps« seinen Zettel fallen lässt, lacht der ganze Saal. Überhaupt mangelt es nicht an Witzen, die den ernsten Lebensfragen aber nie in die Quere kommen. Das Reflexions-Niveau ist hoch, zum Beispiel bei der Gretchenfrage: Geht es wirklich um die Kunst oder am Ende doch nur um Gefallsucht?

Über die »eigens für das Projekt komponierte« Musik (das Orchester saß mitten im Saal) hätte man gern mehr gewusst. Teils folkig und sehr farbig. Und Platz für einen Rap (Zakie Rezaie) und eine Perkussionsnummer mit Mülltonnen-Deckeln war auch noch. So selbstverständlich der Jubel der Verwandtschaft im Saal sein mochte, so verdient war er auch.

Arndt Zinkant, Westfälische Nachrichten, 24. April 2017

 

Gloria nennt sich die Performance, die mal in rasantem Tempo, mal mit nachdenklicher Ruhe die Facetten eines komplexen Themas durchleuchtet. Denn was steht dahinter, wenn Nico oder Johanne, Kristin oder Til ihren Rucksack packen und – wieder mal - zum nächsten Casting-Termin anrauschen? Sind es sie selbst, aus denen heraus sich der Wunsch gebiert, zum Pop-Star zu werden? Oder die Eltern? Ist es die erhoffte, aber womöglich aussichtslose Befreiung aus prekären Verhältnissen? Oder ein völlig übersteigertes Ego? Die Motive sind Legion. Und kommen hier, in Gloria zur Sprache. In Form einer rund 100-minütigen Collage aus Ensemblegesang und Tanz, gesprochenen Szenen [...] und wortlosen Aktionen in Slow Motion. Die Palette der Ausdrucksformen ist vielfältig. Und sie wurden von den Akteuren in wochen-, wenn nicht monatelanger Arbeit selbst entwickelt und ausgearbeitet. Das TJO also in diesem Jahr als Schmiede, in der ganz unterschiedliche Ideen zusammen geschweißt wurden, mit durchaus interkulturellem Anspruch – so wie die Orchestermusik, die weitgehend von Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg »erfunden« wurde und die er in schillernde Farben getaucht hat: mal saftig romantisch, mal wie ein frommer Choral oder mit Bach-Zitat, mal grüblerisch wie ein langsamer Satz von Gustav Mahler – und ganz oft mit orientalischem Einschlag. Das ist kurzweilig und interessant, zudem auch noch recht anspruchsvoll, was die klangliche Umsetzung angeht. Und da kann Schmid-Kapfenburg aus dem Vollen schöpfen.

[...] Der fabelhafte orchestrale Eindruck korrespondiert mit jenem, den die 23 Akteure auf der Bühne hinterlassen: schlicht unglaublich, mit welcher Professionalität da gearbeitet wird! In jeder Hinsicht - sängerisch und schauspielerisch, solistisch und in unterschiedlich groß besetzten Ensembles. Mitunter bekommt man den Eindruck, einzelne Darsteller hätten nie etwas anderes gemacht als auf der Bühne zu stehen und zu spielen, so selbstbewusst und souverän wird an das Ganze herangegangen! Und tanzen können sie alle, die potenziellen Super-Stars von GLORIA - ganz egal ob der arrogante Schnösel aus reichem Haus, das schüchterne Mauerblümchen, der neunmalkluge Typ in Trainingshose, die selbstbewusste Zicke, der Junge, der sich selbst als »Vorzeige-Proll« tituliert oder der Möchtegern-Fraueneroberer. Sie alle spielen mit in diesem großen Casting, bauen sich fortlaufend nummeriert vor der imaginären Jury auf. Das Podium: eine in der Mitte teilbare Showtreppe und zwei luftige, den Raum gliedernde verschiebbare Konstruktionen aus Metallprofilen. Das reicht, um Gefühle und Gedanken, Ängste und Träume in Szene zu setzen.

Ein witziges, ein nachdenkliches Stück, über das zu diskutieren sich lohnt. Und das vor allem von der wahnsinnig tollen Spielfreude aller Beteiligten profitiert!

Christoph Schulte im Walde, theaterpur.net, 24. April 2017

 

Nicht verpassen: Viel Musik, Schauspiel, Tanz – alles an einem Abend. Nicht nur etwas für Hardcore-Theaterfans, sondern auch für Leute, die gerne einen coolen, entspannten Abend verbringen wollen.

 zum kompletten Radiobeitrag ...

Radio Q, 10. Mai 2017

Presse

Was das Theater-Jugendorchester (TJO) mit der Jugendkunstschule im Kreativ-Haus, der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule da binnen eines halben Jahres fabriziert hatte, war eine mitreißende Collage aus Musik, Tanz, Gesang und Schauspiel. Manchmal ernst, manchmal flapsig, immer sympathisch. Orchesterstücke, Gesang, Tanz- und Spielszenen wechselten locker, und Thorsten Schmid-Kapfenburg hielt das als Dirigent und Spiritus rector zusammen.

Der Bezugsrahmen: Eben jene Castings, die über Sein oder Nichtsein eines angehenden Künstlers entscheiden. Zwei Dutzend junge Frauen und Männer marschieren auf zum Defilee der Träume. Mit den üblichen Verdächtigen: Da ist der Casting-erprobte Ex-Kinderstar, das kesse Biest, der coole Macho-Prahlhans, die fromme Moralistin. Und auch jene, die eigentlich auf der Bühne nichts verloren haben: die stille Sensible und der neurotische Streber im Banne seiner Ängste.

Gemeint waren wohl alle Castings, konkret aber ging es hier um die Schauspielerei; und so wurde wacker Shakespeare gespielt, ROMEO UND JULIA im Original. Und wenn ein Jungmime dann auf Französisch rezitiert und mit einem »Üps« seinen Zettel fallen lässt, lacht der ganze Saal. Überhaupt mangelt es nicht an Witzen, die den ernsten Lebensfragen aber nie in die Quere kommen. Das Reflexions-Niveau ist hoch, zum Beispiel bei der Gretchenfrage: Geht es wirklich um die Kunst oder am Ende doch nur um Gefallsucht?

Über die »eigens für das Projekt komponierte« Musik (das Orchester saß mitten im Saal) hätte man gern mehr gewusst. Teils folkig und sehr farbig. Und Platz für einen Rap (Zakie Rezaie) und eine Perkussionsnummer mit Mülltonnen-Deckeln war auch noch. So selbstverständlich der Jubel der Verwandtschaft im Saal sein mochte, so verdient war er auch.

Arndt Zinkant, Westfälische Nachrichten, 24. April 2017

 

Gloria nennt sich die Performance, die mal in rasantem Tempo, mal mit nachdenklicher Ruhe die Facetten eines komplexen Themas durchleuchtet. Denn was steht dahinter, wenn Nico oder Johanne, Kristin oder Til ihren Rucksack packen und – wieder mal - zum nächsten Casting-Termin anrauschen? Sind es sie selbst, aus denen heraus sich der Wunsch gebiert, zum Pop-Star zu werden? Oder die Eltern? Ist es die erhoffte, aber womöglich aussichtslose Befreiung aus prekären Verhältnissen? Oder ein völlig übersteigertes Ego? Die Motive sind Legion. Und kommen hier, in Gloria zur Sprache. In Form einer rund 100-minütigen Collage aus Ensemblegesang und Tanz, gesprochenen Szenen [...] und wortlosen Aktionen in Slow Motion. Die Palette der Ausdrucksformen ist vielfältig. Und sie wurden von den Akteuren in wochen-, wenn nicht monatelanger Arbeit selbst entwickelt und ausgearbeitet. Das TJO also in diesem Jahr als Schmiede, in der ganz unterschiedliche Ideen zusammen geschweißt wurden, mit durchaus interkulturellem Anspruch – so wie die Orchestermusik, die weitgehend von Kapellmeister Thorsten Schmid-Kapfenburg »erfunden« wurde und die er in schillernde Farben getaucht hat: mal saftig romantisch, mal wie ein frommer Choral oder mit Bach-Zitat, mal grüblerisch wie ein langsamer Satz von Gustav Mahler – und ganz oft mit orientalischem Einschlag. Das ist kurzweilig und interessant, zudem auch noch recht anspruchsvoll, was die klangliche Umsetzung angeht. Und da kann Schmid-Kapfenburg aus dem Vollen schöpfen.

[...] Der fabelhafte orchestrale Eindruck korrespondiert mit jenem, den die 23 Akteure auf der Bühne hinterlassen: schlicht unglaublich, mit welcher Professionalität da gearbeitet wird! In jeder Hinsicht - sängerisch und schauspielerisch, solistisch und in unterschiedlich groß besetzten Ensembles. Mitunter bekommt man den Eindruck, einzelne Darsteller hätten nie etwas anderes gemacht als auf der Bühne zu stehen und zu spielen, so selbstbewusst und souverän wird an das Ganze herangegangen! Und tanzen können sie alle, die potenziellen Super-Stars von GLORIA - ganz egal ob der arrogante Schnösel aus reichem Haus, das schüchterne Mauerblümchen, der neunmalkluge Typ in Trainingshose, die selbstbewusste Zicke, der Junge, der sich selbst als »Vorzeige-Proll« tituliert oder der Möchtegern-Fraueneroberer. Sie alle spielen mit in diesem großen Casting, bauen sich fortlaufend nummeriert vor der imaginären Jury auf. Das Podium: eine in der Mitte teilbare Showtreppe und zwei luftige, den Raum gliedernde verschiebbare Konstruktionen aus Metallprofilen. Das reicht, um Gefühle und Gedanken, Ängste und Träume in Szene zu setzen.

Ein witziges, ein nachdenkliches Stück, über das zu diskutieren sich lohnt. Und das vor allem von der wahnsinnig tollen Spielfreude aller Beteiligten profitiert!

Christoph Schulte im Walde, theaterpur.net, 24. April 2017

 

Nicht verpassen: Viel Musik, Schauspiel, Tanz – alles an einem Abend. Nicht nur etwas für Hardcore-Theaterfans, sondern auch für Leute, die gerne einen coolen, entspannten Abend verbringen wollen.

 zum kompletten Radiobeitrag ...

Radio Q, 10. Mai 2017


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