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MATCH POINT

Nach dem Film von Woody Allen

Uraufführung
  • Natalja Joselewitsch, Garry Fischmann <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Garry Fischmann
    © Oliver Berg
  • Ensemble <br />© Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Garry Fischmann, Sandra Bezler <br />© Oliver Berg
    Garry Fischmann, Sandra Bezler
    © Oliver Berg
  • Jonas Riemer, Andrea Spicher; im Hintergrund: Mark Oliver Bögel, Regine Andratschke, Garry Fischmann <br />© Oliver Berg
    Jonas Riemer, Andrea Spicher; im Hintergrund: Mark Oliver Bögel, Regine Andratschke, Garry Fischmann
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Garry Fischmann <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Garry Fischmann
    © Oliver Berg
  • Andrea Spicher, Jonas Riemer, Sandra Bezler, Garry Fischmann <br />© Oliver Berg
    Andrea Spicher, Jonas Riemer, Sandra Bezler, Garry Fischmann
    © Oliver Berg
  • Garry Fischmann, Natalja Joselewitsch <br />© Oliver Berg
    Garry Fischmann, Natalja Joselewitsch
    © Oliver Berg
  • Mark Oliver Bögel, Regine Andratschke, Sandra Bezler, Garry Fischmann, Jonas Riemer, Andrea Spicher <br />© Oliver Berg
    Mark Oliver Bögel, Regine Andratschke, Sandra Bezler, Garry Fischmann, Jonas Riemer, Andrea Spicher
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Garry Fischmann <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Garry Fischmann
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Garry Fischmann, Natalja Joselewitsch <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Garry Fischmann, Natalja Joselewitsch
    © Oliver Berg
  • Garry Fischmann, Bálint Tóth, Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Garry Fischmann, Bálint Tóth, Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Garry Fischmann, Sandra Bezler, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel, Andrea Spicher, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Garry Fischmann, Sandra Bezler, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel, Andrea Spicher, Jonas Riemer
    © Oliver Berg

Man lernt Schuldgefühle zu verdrängen und weiterzumachen. Sonst wird man davon überwältigt.

Fr, 24. Februar 2017
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D
Großes Schsp. Abo

Welche Rolle spielt Glück im Leben? Gibt es eine Instanz, die manchmal mit einem kleinen Schubser die Dinge in die richtige Bahn lenkt? Ein Tennisball hüpft auf der Netzkante, fällt er auf die richtige Seite?

Chris Wilton will seinem Leben selbst die richtige Richtung geben und endlich raus aus der Mittelmäßigkeit! Als Tennislehrer verschafft er sich Zutritt in die exklusiven Kreise der Londoner Gesellschaft. Er lernt Tom kennen, der sein Vertrauen gewinnt und ihn auf den Landsitz seiner Familie einlädt. Chris’ Charme ist umwerfend. Schnell hat er das Herz von Toms Schwester Cloe erobert und einen guten Job im Unternehmen der Familie in Aussicht. Sein raffiniertes Spiel gerät in Gefahr, als er Nola, Toms Freundin, kennenlernt, eine erfolglose Schauspielerin, und mit ihr eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Für Chris wird es immer schwieriger, das infame Lügengespinst aufrecht zu erhalten, doch mit erschreckender Konsequenz treibt er seinen Plan weiter ... Auf welcher Seite wird der Ball dieses Mal landen?

MATCH POINT zählt zu den filmischen Meisterwerken von Woody Allen, dem wohl berühmtesten Stadtneurotiker. Wie ein moderner Raskolnikow aus Fjodor Dostojewskis SCHULD UND SÜHNE lässt Woody Allen seine Hauptfigur Chris die Untiefen menschlichen Begehrens ausloten. MATCH POINT ist ein spannendes Gesellschaftsdrama, gespickt mit Krimielementen und großen moralischen Fragen. Ein Stoff, wie für die Bühne geschaffen. Das Schauspiel Münster konnte sich die Uraufführungsrechte für diesen Filmstoff sichern.

Aufführungsdauer ca. 110 Minuten, keine Pause

Info

Welche Rolle spielt Glück im Leben? Gibt es eine Instanz, die manchmal mit einem kleinen Schubser die Dinge in die richtige Bahn lenkt? Ein Tennisball hüpft auf der Netzkante, fällt er auf die richtige Seite?

Chris Wilton will seinem Leben selbst die richtige Richtung geben und endlich raus aus der Mittelmäßigkeit! Als Tennislehrer verschafft er sich Zutritt in die exklusiven Kreise der Londoner Gesellschaft. Er lernt Tom kennen, der sein Vertrauen gewinnt und ihn auf den Landsitz seiner Familie einlädt. Chris’ Charme ist umwerfend. Schnell hat er das Herz von Toms Schwester Cloe erobert und einen guten Job im Unternehmen der Familie in Aussicht. Sein raffiniertes Spiel gerät in Gefahr, als er Nola, Toms Freundin, kennenlernt, eine erfolglose Schauspielerin, und mit ihr eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Für Chris wird es immer schwieriger, das infame Lügengespinst aufrecht zu erhalten, doch mit erschreckender Konsequenz treibt er seinen Plan weiter ... Auf welcher Seite wird der Ball dieses Mal landen?

MATCH POINT zählt zu den filmischen Meisterwerken von Woody Allen, dem wohl berühmtesten Stadtneurotiker. Wie ein moderner Raskolnikow aus Fjodor Dostojewskis SCHULD UND SÜHNE lässt Woody Allen seine Hauptfigur Chris die Untiefen menschlichen Begehrens ausloten. MATCH POINT ist ein spannendes Gesellschaftsdrama, gespickt mit Krimielementen und großen moralischen Fragen. Ein Stoff, wie für die Bühne geschaffen. Das Schauspiel Münster konnte sich die Uraufführungsrechte für diesen Filmstoff sichern.

Aufführungsdauer ca. 110 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Christian Brey

Bühne & Kostüme Anette Hachmann

Sound Matthias Klein

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Chris Wilton Garry Fischmann

Cloe Hewett Wilton Sandra Bezler

Nola Rice Natalja Joselewitsch

Tom Hewett Jonas Riemer

Alec Hewett Mark Oliver Bögel

Eleanor Hewett Regine Andratschke

Detective Mike Banner Daniel Rothaug

Inspector Dowd Bálint Tóth

Mrs. Eastby Carola von Seckendorff

Heather Andrea Spicher

Besetzung

Leitung

Inszenierung Christian Brey

Bühne & Kostüme Anette Hachmann

Sound Matthias Klein

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Chris Wilton Garry Fischmann

Cloe Hewett Wilton Sandra Bezler

Nola Rice Natalja Joselewitsch

Tom Hewett Jonas Riemer

Alec Hewett Mark Oliver Bögel

Eleanor Hewett Regine Andratschke

Detective Mike Banner Daniel Rothaug

Inspector Dowd Bálint Tóth

Mrs. Eastby Carola von Seckendorff

Heather Andrea Spicher


Woody Allen legt Match Point kammerspielartig an. Das ist eine ideale Vorlage für Christian Brey, der eine deutschsprachige Bühnenfassung erarbeitet und diese im Theater Münster auch inszeniert. Die Filmdialoge sind bestens theaterkompatibel und so entsteht tatsächlich so etwas wie ein Film auf der Bühne. Das kann vor allem auch deshalb so gut gelingen, weil Anette Hachmanns Bühnenbild einen idealen Rahmen dafür gibt. Zwei Treppen führen links und rechts auf eine Reling, die von einem weiß-metallenen Geländer eingefasst ist – mal Tennisclub, mal Opernloge. Darunter dienen die Metallstäbe als Einfassung für Türen ohne Füllung oder für Spiegel. Diesen Raum nutzt Regisseur Brey, um Bewegung ins sonst eher von den Dialogen lebendem Geschehen zu bringen. Exzellent gelingen Brey die Szenenwechsel. Denn es gibt neben längeren auch sehr viele kurze und sehr kurze Sequenzen. Brey schafft ein großes, einheitliches Bild, indem er fließende Auf- und Abtritte einsetzt. So fügt sich eine Szene nahtlos in die andere.

Garry Fischmanns Chris Wilton ist so smart und so brutal egoistisch – eine Mischung aus Dostojewskis Raskolnikov und de Maupassants Bel Ami. Jonas Riemer (Tom Hewitt) ist nicht weniger egoistisch, wechselt seine Freundinnen wie es ihm gefällt. Das scheint für ihn ein ganz natürliches Vorrecht seiner Zugehörigkeit zur Oberschicht zu sein. Diese angeborene Blasiertheit verbindet ihn mit seiner Schwester Cloe, für die in erster Linie ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Sandra Bezler stattet sie mit fast naiver Harmoniesucht, aber auch mit Härte aus, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht. Beider Vorbild ist ihr Vater: Mark Oliver Bögel kommt scheinbar gar nicht in den Sinn, dass sich jemand seinem Willen wiedersetzen könnte. Regine Andratschke komplettiert diese Familie mit einem herrlichen, übermäßigem Hang zu Cocktails aber auch einem eisernen Familiensinn. Den bekommt Natalja Joselewitsch als Nola zu spüren. Diese Amerikanerin aus der Unterschicht wird gnadenlos weggebissen. Joselewitsch beglaubigt Nolas verzweifelten Kampf um ein wenig Glück anrührend.

MATCH POINT wird mit viel Beifall honoriert – eine gelungene Bühnenadaption, die die Redensart »über Leichen gehen« spannend und facettenreich ausleuchtet.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 20. Februar 2017

 

Anette Hachmann hat eine zweigeschossige, ganz in Weiß gehaltene Bühne gebaut, die den Schauspielern diverse Aktionsräume bietet. Diese markieren den Tennisplatz, auf dem Chris den wohlhabenden Tom kennenlernt, die Opernloge, in der sich dessen Schwester Cloe in ihn verliebt, die Firma, in der ihr Vater ihm einen Job verschafft, und den Park, in dem er eine Affaire mit Toms Freundin, der erfolglosen Schauspielerin Nola, beginnt.

Die Szenen folgen dem Rhythmus des Films und fließen geschickt ineinander über, sodass die Übergänge wie am Schnürchen klappen. Brey hat einzelne Passagen sinnvoll gekürzt und lässt sie zum Teil etwas emotionaler spielen, um die fehlende Möglichkeit von Großaufnahmen zu kompensieren. Auch das funktioniert bestens, zumal er dabei auf ein motiviertes Ensemble setzen kann. Garry Fischmann verleiht Chris den Charme und die Geschmeidigkeit, die die Rolle erfordert, während Sandra Bezler als seine Frau Cloe mit wohldosierter Komik Akzente setzt. Jonas Riemer ist als Schwager Tom hauptsächlich nett und nur ein bisschen verwöhnt. Mark Oliver Bögel gibt sich als Schwiegervater jovial, Regine Andratschke als seine Frau zuweilen ein wenig bissig. Natalja Joselewitsch bringt für ihre Nola die nötige sinnliche Ausstrahlung mit und kann später auch überzeugend nerven, wenn sie von Chris verlangt, er solle seine Frau verlassen und damit seinen neu gewonnenen Reichtum aufs Spiel setzen.

[...] Brey ist eine stringente und sehenswerte Adaption des Films gelungen.

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten, 20. Februar 2017

 

Christian Brey hat Allens Film in seiner Bearbeitung zwar etwas gestrafft, bleibt aber nahe an seiner Vorlage dran. Auf Anette Hachmanns zweistöckiger Bühne, die Platz für eine Opern-Loge wie für einen Tennisplatz, für eine herrschaftliche Villa wie für ein kleines Appartement, bietet, fließen die einzelnen Szenen regelrecht ineinander. Aber anders als Allen unterläuft Brey jeden Realismus. Seine MATCH POINT-Adaption ist tatsächlich ein augenzwinkerndes Spiel, bei dem der Ball immer nach vorne, also ins Feld des Gegners, fällt.

Aus einem philosophisch aufgeladenen Arthouse-Thriller wird eine erstaunlich leichte Meditation über die Sinnlosigkeit des Lebens. Garry Fischmanns Wilton ähnelt dabei eher dem »talentierten Mr. Ripley« als Dostojewskis Gottesnarren und -Suchern. Er ist ein Mann ohne Eigenschaften, der zu seinem Glück auch nicht von einem Gewissen geplagt wird. Also der perfekte soziale Aufsteiger, und damit die ideale Gegenfigur zu Sandra Bezlers Cloe. Während Fischmanns attraktives Äußeres in Verbindung mit Chris’ innerer Leere zugleich Abscheu und Bewunderung hervorrufen, gibt Sandra Bezler der Inszenierung ein Herz. Ihre Cloe ist die einzige Figur der Adaption, der es nicht um Sieg oder Niederlage geht.

kulturkenner.de, 28. Februar 2017

Presse

Woody Allen legt Match Point kammerspielartig an. Das ist eine ideale Vorlage für Christian Brey, der eine deutschsprachige Bühnenfassung erarbeitet und diese im Theater Münster auch inszeniert. Die Filmdialoge sind bestens theaterkompatibel und so entsteht tatsächlich so etwas wie ein Film auf der Bühne. Das kann vor allem auch deshalb so gut gelingen, weil Anette Hachmanns Bühnenbild einen idealen Rahmen dafür gibt. Zwei Treppen führen links und rechts auf eine Reling, die von einem weiß-metallenen Geländer eingefasst ist – mal Tennisclub, mal Opernloge. Darunter dienen die Metallstäbe als Einfassung für Türen ohne Füllung oder für Spiegel. Diesen Raum nutzt Regisseur Brey, um Bewegung ins sonst eher von den Dialogen lebendem Geschehen zu bringen. Exzellent gelingen Brey die Szenenwechsel. Denn es gibt neben längeren auch sehr viele kurze und sehr kurze Sequenzen. Brey schafft ein großes, einheitliches Bild, indem er fließende Auf- und Abtritte einsetzt. So fügt sich eine Szene nahtlos in die andere.

Garry Fischmanns Chris Wilton ist so smart und so brutal egoistisch – eine Mischung aus Dostojewskis Raskolnikov und de Maupassants Bel Ami. Jonas Riemer (Tom Hewitt) ist nicht weniger egoistisch, wechselt seine Freundinnen wie es ihm gefällt. Das scheint für ihn ein ganz natürliches Vorrecht seiner Zugehörigkeit zur Oberschicht zu sein. Diese angeborene Blasiertheit verbindet ihn mit seiner Schwester Cloe, für die in erster Linie ihre Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Sandra Bezler stattet sie mit fast naiver Harmoniesucht, aber auch mit Härte aus, wenn etwas nicht nach ihrem Willen geht. Beider Vorbild ist ihr Vater: Mark Oliver Bögel kommt scheinbar gar nicht in den Sinn, dass sich jemand seinem Willen wiedersetzen könnte. Regine Andratschke komplettiert diese Familie mit einem herrlichen, übermäßigem Hang zu Cocktails aber auch einem eisernen Familiensinn. Den bekommt Natalja Joselewitsch als Nola zu spüren. Diese Amerikanerin aus der Unterschicht wird gnadenlos weggebissen. Joselewitsch beglaubigt Nolas verzweifelten Kampf um ein wenig Glück anrührend.

MATCH POINT wird mit viel Beifall honoriert – eine gelungene Bühnenadaption, die die Redensart »über Leichen gehen« spannend und facettenreich ausleuchtet.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 20. Februar 2017

 

Anette Hachmann hat eine zweigeschossige, ganz in Weiß gehaltene Bühne gebaut, die den Schauspielern diverse Aktionsräume bietet. Diese markieren den Tennisplatz, auf dem Chris den wohlhabenden Tom kennenlernt, die Opernloge, in der sich dessen Schwester Cloe in ihn verliebt, die Firma, in der ihr Vater ihm einen Job verschafft, und den Park, in dem er eine Affaire mit Toms Freundin, der erfolglosen Schauspielerin Nola, beginnt.

Die Szenen folgen dem Rhythmus des Films und fließen geschickt ineinander über, sodass die Übergänge wie am Schnürchen klappen. Brey hat einzelne Passagen sinnvoll gekürzt und lässt sie zum Teil etwas emotionaler spielen, um die fehlende Möglichkeit von Großaufnahmen zu kompensieren. Auch das funktioniert bestens, zumal er dabei auf ein motiviertes Ensemble setzen kann. Garry Fischmann verleiht Chris den Charme und die Geschmeidigkeit, die die Rolle erfordert, während Sandra Bezler als seine Frau Cloe mit wohldosierter Komik Akzente setzt. Jonas Riemer ist als Schwager Tom hauptsächlich nett und nur ein bisschen verwöhnt. Mark Oliver Bögel gibt sich als Schwiegervater jovial, Regine Andratschke als seine Frau zuweilen ein wenig bissig. Natalja Joselewitsch bringt für ihre Nola die nötige sinnliche Ausstrahlung mit und kann später auch überzeugend nerven, wenn sie von Chris verlangt, er solle seine Frau verlassen und damit seinen neu gewonnenen Reichtum aufs Spiel setzen.

[...] Brey ist eine stringente und sehenswerte Adaption des Films gelungen.

Helmut Jasny, Westfälische Nachrichten, 20. Februar 2017

 

Christian Brey hat Allens Film in seiner Bearbeitung zwar etwas gestrafft, bleibt aber nahe an seiner Vorlage dran. Auf Anette Hachmanns zweistöckiger Bühne, die Platz für eine Opern-Loge wie für einen Tennisplatz, für eine herrschaftliche Villa wie für ein kleines Appartement, bietet, fließen die einzelnen Szenen regelrecht ineinander. Aber anders als Allen unterläuft Brey jeden Realismus. Seine MATCH POINT-Adaption ist tatsächlich ein augenzwinkerndes Spiel, bei dem der Ball immer nach vorne, also ins Feld des Gegners, fällt.

Aus einem philosophisch aufgeladenen Arthouse-Thriller wird eine erstaunlich leichte Meditation über die Sinnlosigkeit des Lebens. Garry Fischmanns Wilton ähnelt dabei eher dem »talentierten Mr. Ripley« als Dostojewskis Gottesnarren und -Suchern. Er ist ein Mann ohne Eigenschaften, der zu seinem Glück auch nicht von einem Gewissen geplagt wird. Also der perfekte soziale Aufsteiger, und damit die ideale Gegenfigur zu Sandra Bezlers Cloe. Während Fischmanns attraktives Äußeres in Verbindung mit Chris’ innerer Leere zugleich Abscheu und Bewunderung hervorrufen, gibt Sandra Bezler der Inszenierung ein Herz. Ihre Cloe ist die einzige Figur der Adaption, der es nicht um Sieg oder Niederlage geht.

kulturkenner.de, 28. Februar 2017

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