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LICHT UNTER TAGE

Schauspiel von Tennessee Williams

Deutsch von Renate und Wolfgang Wiens
Europäische Erstaufführung
  • Mark Oliver Bögel, Arbeiter-Chor <br />© Oliver Berg
    Mark Oliver Bögel, Arbeiter-Chor
    © Oliver Berg
  • Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Maximilian Scheidt <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Mark Oliver Bögel, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Mark Oliver Bögel, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Maike Jüttendonk, Arbeiter-Chor <br />© Oliver Berg
    Maike Jüttendonk, Arbeiter-Chor
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Maximilian Scheidt, Florian Steffens <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Maximilian Scheidt, Florian Steffens
    © Oliver Berg
  • Maximilian Scheidt, Maike Jüttendonk <br />© Oliver Berg
    Maximilian Scheidt, Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug, Arbeiter-Chor <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Arbeiter-Chor
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann, Regine Andratschke, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Regine Andratschke, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens
    © Oliver Berg

Vielleicht ändert sich was, wenn du und ich ein paar tausend Jahre tot sind.

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Eine Arbeitersiedlung in Alabama: Bram hat sein Leben lang im Bergbau geschuftet und sich dabei Gesundheit und Existenz ruiniert. Obwohl die Perspektivlosigkeit seines Gewerbes offensichtlich ist und die Familie sich kaum über Wasser hält, kann er sich für seine Kinder keine andere Existenz vorstellen. Gefangen in einem ewigen Kreislauf arbeiten Söhne und Enkel ebenfalls unter Tage. Allein die Mütter kämpfen darum, ihren Kindern neue, individuelle Lebensperspektiven zu ermöglichen. Doch dann kommt es zu Streiks unter den Bergarbeitern, es formiert sich zaghafter Widerstand gegen die organisierte Existenzvernichtung. Und jeder Einzelne muss entscheiden, ob er sich nur für sein persönliches Glück einsetzt oder für eine größere politische Sache und damit für die Zukunft Vieler …

LICHT UNTER TAGE setzt die Auseinandersetzung des Schauspiels Münster mit Tennessee Williams fort. In seinem ersten abendfüllenden Stück, 1937 geschrieben, zeigt er sich als kämpferischer und sehr politischer Autor, der sich mit der Menschheitsfrage nach den Kosten des Fortschritts kritisch auseinandersetzt. Dennoch fehlen nicht die fein gezeichneten Figuren, die atmosphärische Dichte und der poetisch-melancholische Blick auf das Leben, der Williams’ Stücke ausmacht.

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Info

Eine Arbeitersiedlung in Alabama: Bram hat sein Leben lang im Bergbau geschuftet und sich dabei Gesundheit und Existenz ruiniert. Obwohl die Perspektivlosigkeit seines Gewerbes offensichtlich ist und die Familie sich kaum über Wasser hält, kann er sich für seine Kinder keine andere Existenz vorstellen. Gefangen in einem ewigen Kreislauf arbeiten Söhne und Enkel ebenfalls unter Tage. Allein die Mütter kämpfen darum, ihren Kindern neue, individuelle Lebensperspektiven zu ermöglichen. Doch dann kommt es zu Streiks unter den Bergarbeitern, es formiert sich zaghafter Widerstand gegen die organisierte Existenzvernichtung. Und jeder Einzelne muss entscheiden, ob er sich nur für sein persönliches Glück einsetzt oder für eine größere politische Sache und damit für die Zukunft Vieler …

LICHT UNTER TAGE setzt die Auseinandersetzung des Schauspiels Münster mit Tennessee Williams fort. In seinem ersten abendfüllenden Stück, 1937 geschrieben, zeigt er sich als kämpferischer und sehr politischer Autor, der sich mit der Menschheitsfrage nach den Kosten des Fortschritts kritisch auseinandersetzt. Dennoch fehlen nicht die fein gezeichneten Figuren, die atmosphärische Dichte und der poetisch-melancholische Blick auf das Leben, der Williams’ Stücke ausmacht.

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne und Kostüme David Hohmann

Musik Malte Preuß

Dramaturgie Friederike Engel


Besetzung

Bram Pilcher Mark Oliver Bögel

Hester Regine Andratschke

Joel Daniel Rothaug

Star Maike Jüttendonk

Fern Carola von Seckendorff

Luke Maximilian Scheidt

Birmingham Red Florian Steffens

Mrs. Abbey Claudia Hübschmann

Sean O' Connor Ilja Harjes

Besetzung

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne und Kostüme David Hohmann

Musik Malte Preuß

Dramaturgie Friederike Engel


Besetzung

Bram Pilcher Mark Oliver Bögel

Hester Regine Andratschke

Joel Daniel Rothaug

Star Maike Jüttendonk

Fern Carola von Seckendorff

Luke Maximilian Scheidt

Birmingham Red Florian Steffens

Mrs. Abbey Claudia Hübschmann

Sean O' Connor Ilja Harjes


Licht unter Tage ist ein robustes Bergarbeitermelodram. Frank Behnke übersetzt Williams' schnelle Dialoge, seine Licht-Metaphorik und die sozial-romantische Gratwanderung im Plot in eine Serie von Bildern, die er elegant just zwischen den realistischen Ton (Text) und die abstrahierende Konstellation (Bühne) zwängt. Und die so reichlich Platz lassen für das je eigene gedankliche Andocken an die Frage, was Grubenunglück, Lebensmittelmarken und Bildung vielleicht mit diesem großen Ganzen zu tun haben könnten, das wir Gegenwart nennen.

Tim Schomacker, www.nachtkritik.de, 17. Januar 2015

 

Regisseur Frank Behnke findet in der deutschsprachigen Erstaufführung eine Balance zwischen Naturalismus und geradezu poetischen Bildern. Die Bühne steht im Kleinen Haus mitten in den Zuschauerblöcken. Der schwarze Torf steht für die Kohle, die in der Bergarbeiterstadt allgegenwärtig das Leben regiert.

Mit Statisten choreografiert Behnke wuchtige Tableaus zum Beispiel in der Begräbnisszene. So gelingt es ihm, die gelegentlich arge Schwarz-Weiß-Zeichnung bei Williams mit Grautönen anzureichern, das Pathos auszunüchtern. Florian Steffens muss als Red nicht der makellose Gutmensch sein, sondern darf einige Brechungen darstellen. Maike Jüttendonk verleiht der rebellischen Tochter Star eine erfrischend heutige Präsenz. Mark Oliver Bögel zeigt in Bram die Spannung des knorrig-bornierten Malochers, der im Job alles schluckt, daheim aber Frau und Kinder kommandiert. Sehr präsent verkörpern auch Regine Andratschke als Hester und Carola von Seckendorff als Fern zwei Generationen von Frauen, die gegen den männliche Fatalismus rebellieren, indem sie für ihre Söhne eine andere Zukunft planen. Und Maximilian Scheidt spielt als Luke schön die Abhärtung des naiven Bücherwurms durch die Umstände.

Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger, 19. Januar 2015

 

Regisseur Frank Behnke nutzt den fabelhaften Bühnenraum, um die Figuren rasant durch die Zeitverläufe zu führen. Der Chor, der etwa die Gruppe der streikenden Arbeiter verkörpert, trifft die Zuschauer mit ebenso unmittelbarer Wucht wie Daniel Rothaug und Maximilian Scheidt, die mit großer Dynamik als Sohn und Enkel dem Patriarchen Bram folgen. Den Frauen hingegen gönnt Behnke Zeit für ihre Melancholie. Da ist neben der Mutter die zunächst abgelehnte Schwiegertochter Fern: Carola von Seckendorff lässt die Frustration einer Mutter Gestalt werden, deren Ersparnisse für die Zukunft des Sohnes jetzt den Streikenden zugute kommen sollen. Und Star muss erkennen, dass sich ihre Sehnsucht nach einem schönen Leben mit Birmingham Red nicht erfüllt.

Behnke zeichnet diese menschlichen Tragödien sehr liebevoll nach und geht damit den umgekehrten Weg der amerikanischen Uraufführung, bei der das Sozialdrama betont wurde, was den Autor Tennessee Williams traurig stimmte. In Münster gibt Ilja Harjes einen Aufwiegler, den man mit Skepsis betrachten muss. Nur Claudia Hübschmann als zickige Unternehmers-Gattin im Kostümchen darf ein bisschen karikieren.

Und weil diese menschlichen Schicksale so berühren, ist die beherzte, wie ein packender Spielfilm abrollende Erstaufführung ein guter Griff.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 19. Januar 2015

 

Keine antiquiert „historischen“ Schicksale, sondern Menschen in Überlebens-Not von damals wie heute.

Alle Qualitäten des passionierten Südstaatlers Thomas Lanier „Tennessee“ Williams zeigen sich bereits in diesem seinem ersten abendfüllenden Drama, das 1937 von einer semiprofessionellen Truppe in St. Louis uraufgeführt wurde, [...] Münsters Schauspielchef Frank Behnke inszenierte sie nun erstmals auf einem europäischen Theater. [...]

Das Ensemble beeindruckt mit unpathetischer Darstellung. [...] Münsters Schauspiel wird auch mit dieser dritten Williams-Wiederentdeckung immer mutiger, kreativer und erfolgreicher. Das Premierenpublikum spendete allen Mitwirkenden minutenlangen Applaus.

Marieluise Jeitschko, Theater pur, 19. Januar 2015

 

Es ist einfach eine Wucht, was Regisseur Frank Behnke und seine Schauspieler aus Tennessee Williams’ erstem abendfüllenden Schauspiel „Licht unter Tage“ machen. Alle nach rigorosen Streichungen übrig gebliebenen Figuren gewinnen pralles Leben. Und aus dem zwischen zaghaft optimistischem Sozialdrama und pessimistischem Melodram schwankenden Stück wird ein packendes Kammerspiel um die Frage, wie man leben soll.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 24. Januar 2015

Presse

Licht unter Tage ist ein robustes Bergarbeitermelodram. Frank Behnke übersetzt Williams' schnelle Dialoge, seine Licht-Metaphorik und die sozial-romantische Gratwanderung im Plot in eine Serie von Bildern, die er elegant just zwischen den realistischen Ton (Text) und die abstrahierende Konstellation (Bühne) zwängt. Und die so reichlich Platz lassen für das je eigene gedankliche Andocken an die Frage, was Grubenunglück, Lebensmittelmarken und Bildung vielleicht mit diesem großen Ganzen zu tun haben könnten, das wir Gegenwart nennen.

Tim Schomacker, www.nachtkritik.de, 17. Januar 2015

 

Regisseur Frank Behnke findet in der deutschsprachigen Erstaufführung eine Balance zwischen Naturalismus und geradezu poetischen Bildern. Die Bühne steht im Kleinen Haus mitten in den Zuschauerblöcken. Der schwarze Torf steht für die Kohle, die in der Bergarbeiterstadt allgegenwärtig das Leben regiert.

Mit Statisten choreografiert Behnke wuchtige Tableaus zum Beispiel in der Begräbnisszene. So gelingt es ihm, die gelegentlich arge Schwarz-Weiß-Zeichnung bei Williams mit Grautönen anzureichern, das Pathos auszunüchtern. Florian Steffens muss als Red nicht der makellose Gutmensch sein, sondern darf einige Brechungen darstellen. Maike Jüttendonk verleiht der rebellischen Tochter Star eine erfrischend heutige Präsenz. Mark Oliver Bögel zeigt in Bram die Spannung des knorrig-bornierten Malochers, der im Job alles schluckt, daheim aber Frau und Kinder kommandiert. Sehr präsent verkörpern auch Regine Andratschke als Hester und Carola von Seckendorff als Fern zwei Generationen von Frauen, die gegen den männliche Fatalismus rebellieren, indem sie für ihre Söhne eine andere Zukunft planen. Und Maximilian Scheidt spielt als Luke schön die Abhärtung des naiven Bücherwurms durch die Umstände.

Ralf Stiftel, Westfälischer Anzeiger, 19. Januar 2015

 

Regisseur Frank Behnke nutzt den fabelhaften Bühnenraum, um die Figuren rasant durch die Zeitverläufe zu führen. Der Chor, der etwa die Gruppe der streikenden Arbeiter verkörpert, trifft die Zuschauer mit ebenso unmittelbarer Wucht wie Daniel Rothaug und Maximilian Scheidt, die mit großer Dynamik als Sohn und Enkel dem Patriarchen Bram folgen. Den Frauen hingegen gönnt Behnke Zeit für ihre Melancholie. Da ist neben der Mutter die zunächst abgelehnte Schwiegertochter Fern: Carola von Seckendorff lässt die Frustration einer Mutter Gestalt werden, deren Ersparnisse für die Zukunft des Sohnes jetzt den Streikenden zugute kommen sollen. Und Star muss erkennen, dass sich ihre Sehnsucht nach einem schönen Leben mit Birmingham Red nicht erfüllt.

Behnke zeichnet diese menschlichen Tragödien sehr liebevoll nach und geht damit den umgekehrten Weg der amerikanischen Uraufführung, bei der das Sozialdrama betont wurde, was den Autor Tennessee Williams traurig stimmte. In Münster gibt Ilja Harjes einen Aufwiegler, den man mit Skepsis betrachten muss. Nur Claudia Hübschmann als zickige Unternehmers-Gattin im Kostümchen darf ein bisschen karikieren.

Und weil diese menschlichen Schicksale so berühren, ist die beherzte, wie ein packender Spielfilm abrollende Erstaufführung ein guter Griff.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 19. Januar 2015

 

Keine antiquiert „historischen“ Schicksale, sondern Menschen in Überlebens-Not von damals wie heute.

Alle Qualitäten des passionierten Südstaatlers Thomas Lanier „Tennessee“ Williams zeigen sich bereits in diesem seinem ersten abendfüllenden Drama, das 1937 von einer semiprofessionellen Truppe in St. Louis uraufgeführt wurde, [...] Münsters Schauspielchef Frank Behnke inszenierte sie nun erstmals auf einem europäischen Theater. [...]

Das Ensemble beeindruckt mit unpathetischer Darstellung. [...] Münsters Schauspiel wird auch mit dieser dritten Williams-Wiederentdeckung immer mutiger, kreativer und erfolgreicher. Das Premierenpublikum spendete allen Mitwirkenden minutenlangen Applaus.

Marieluise Jeitschko, Theater pur, 19. Januar 2015

 

Es ist einfach eine Wucht, was Regisseur Frank Behnke und seine Schauspieler aus Tennessee Williams’ erstem abendfüllenden Schauspiel „Licht unter Tage“ machen. Alle nach rigorosen Streichungen übrig gebliebenen Figuren gewinnen pralles Leben. Und aus dem zwischen zaghaft optimistischem Sozialdrama und pessimistischem Melodram schwankenden Stück wird ein packendes Kammerspiel um die Frage, wie man leben soll.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 24. Januar 2015


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