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LEONCE UND LENA

Lustspiel von Georg Büchner

  • Bálinth Tóth, Natalja Joselewitsch <br />© Oliver Berg
    Bálinth Tóth, Natalja Joselewitsch
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Bálinth Tóth <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Bálinth Tóth
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Bálinth Tóth <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Bálinth Tóth
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Ilja Harjes <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Ilja Harjes
    © Oliver Berg
  • Andrea Spicher, Frank-Peter Dettmann, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Andrea Spicher, Frank-Peter Dettmann, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Bálinth Tóth <br />© Oliver Berg
    Bálinth Tóth
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Bálinth Tóth, Andrea Spicher <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Bálinth Tóth, Andrea Spicher
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Bálinth Tóth, Frank-Peter Dettmann, Ilja Harjes <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Bálinth Tóth, Frank-Peter Dettmann, Ilja Harjes
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Andrea Spicher <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Andrea Spicher
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Frank-Peter Dettmann, Bálinth Tóth <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Frank-Peter Dettmann, Bálinth Tóth
    © Oliver Berg

Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.

zum letzten Mal
Di, 07. März 2017
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D
Kl. VoBü Dienstag Abo

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Die Welt ist schön und weit, und doch fühlen sich die Königskinder Leonce und Lena in ihren Reichen Pipi und Popo wie Gefangene. Dabei fehlt es an nichts – Reichtum, Macht und nun auch noch eine angemessene Hochzeit sind in Aussicht gestellt. Aber die Banalität und Kleingeistigkeit der Umgebung legt sich schwer auf die Seele. Leonce fühlt sich unendlich müde in seinem jungen Leben, in dem es nur Langeweile und Wortgefechte mit seinem zynischen Freund Valerio gibt. Könnte man doch Ideale entwickeln und die Welt verändern! Stattdessen soll man heiraten und König werden. Prinzessin Lena sehnt sich nach einer großen, schönen Liebe und nach Selbstbestimmung. Eher in Todeslust sieht sie ihrer arrangierten Ehe entgegen. Und so fliehen beide in Richtung Italien. In einem Gasthof begegnen sich die einander Unbekannten – und finden in einem surrealen traumverlorenen Nachtmoment die große Liebe. Zurück im Königreich Popo, wo der zerstreute König Peter Hochzeit und Regierungsübergabe vorbereitet, ist man begeistert: Die beiden füreinander Bestimmten haben sich von selbst gefunden! Und die Vermählten? Fühlen sich um die Utopie des großen Ausbruchs betrogen …

Georg Büchner, der große Skeptiker und Sezierer der menschlichen Seele, nennt LEONCE UND LENA, die Persiflage auf die Oberflächlichkeit politischer Systeme, ein Lustspiel. Doch sein Stück über die unglücklichen wohlstandsverwahrlosten Kinder ist stark geprägt von poetischer Melancholie und existentieller Sehnsucht nach dem verlorenen Idealismus.

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Info

Die Welt ist schön und weit, und doch fühlen sich die Königskinder Leonce und Lena in ihren Reichen Pipi und Popo wie Gefangene. Dabei fehlt es an nichts – Reichtum, Macht und nun auch noch eine angemessene Hochzeit sind in Aussicht gestellt. Aber die Banalität und Kleingeistigkeit der Umgebung legt sich schwer auf die Seele. Leonce fühlt sich unendlich müde in seinem jungen Leben, in dem es nur Langeweile und Wortgefechte mit seinem zynischen Freund Valerio gibt. Könnte man doch Ideale entwickeln und die Welt verändern! Stattdessen soll man heiraten und König werden. Prinzessin Lena sehnt sich nach einer großen, schönen Liebe und nach Selbstbestimmung. Eher in Todeslust sieht sie ihrer arrangierten Ehe entgegen. Und so fliehen beide in Richtung Italien. In einem Gasthof begegnen sich die einander Unbekannten – und finden in einem surrealen traumverlorenen Nachtmoment die große Liebe. Zurück im Königreich Popo, wo der zerstreute König Peter Hochzeit und Regierungsübergabe vorbereitet, ist man begeistert: Die beiden füreinander Bestimmten haben sich von selbst gefunden! Und die Vermählten? Fühlen sich um die Utopie des großen Ausbruchs betrogen …

Georg Büchner, der große Skeptiker und Sezierer der menschlichen Seele, nennt LEONCE UND LENA, die Persiflage auf die Oberflächlichkeit politischer Systeme, ein Lustspiel. Doch sein Stück über die unglücklichen wohlstandsverwahrlosten Kinder ist stark geprägt von poetischer Melancholie und existentieller Sehnsucht nach dem verlorenen Idealismus.

Aufführungsdauer ca. 100 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Robert Teufel

Bühnenbild Sabine Mäder

Kostüme Janina Baldhuber

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Prinz Leonce Bálint Tóth

Prinzessin Lena Natalja Joselewitsch

Valerio Ilja Harjes

Rosetta Andrea Spicher

König Peter Frank-Peter Dettmann

Hofstaat Andrea Spicher / Carola von Seckendorff

Besetzung

Leitung

Inszenierung Robert Teufel

Bühnenbild Sabine Mäder

Kostüme Janina Baldhuber

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Prinz Leonce Bálint Tóth

Prinzessin Lena Natalja Joselewitsch

Valerio Ilja Harjes

Rosetta Andrea Spicher

König Peter Frank-Peter Dettmann

Hofstaat Andrea Spicher / Carola von Seckendorff


Georg Büchners »Leonce und Lena« soll ein Lustspiel sein – aber im Reiche Popo ist bestenfalls dessen debiler König Peter lustig, während Sohn Leonce es in seiner Verzweiflung auch mit Prinz Hamlet aufnehmen könnte. Zum Lachen gibt es hier wenig, sagt Regisseur Robert Teufel und lässt mit seinen Ausstatterinnen Sabine Mäder und Janina Baldhuber das Stück als nachtschwarzes Drama daherkommen. Selbst die Pointen, etwa wenn Kumpel Valerio den Selbstmord des Prinzen verhindert, lassen Traurigkeit durchklingen.

Eigentlich könnte die Liebesbegegnung des zweiten Akts das Blatt wenden: Ohne sich zu kennen, begegnen die versprochenen Königskinder Leonce und Lena einander auf dem Weg nach Italien und verlieben sich. Tatsächlich zelebriert Regisseur Teufel hier die schönen Töne der nächtlichen Romantik, und die Schauspieler Bálinth Tóth und Natalja Joselewitsch feiern Büchners Poesie im Pianissimo ihrer Stimmen. Dennoch wird ihre erzwungene Heirat unter wächsernen Masken nicht zum Freudenfest, so dass Lena am Ende ratlos zurückbleibt, während Leonce und Valerio ihr Heil in neuem Hedonismus suchen und davonstürmen. Ein Happy End sieht anders aus.

Zwischendurch aber wird die gut eineinhalbstündige Aufführung im Kleinen Haus dem »Lustspiel«-Titel auf fast drastische Weise gerecht. [...] Carola von Seckendorff [sorgt] als Präsident (mit Andrea Spicher als Hofstaat) für ein kabarettistisches Highlight: Lustvoll serviert und seziert sie ästhetische Gemeinplätze Peter Sloterdijks und springt dabei behände aus ihrer Rolle – und wieder hinein.

[...] Ein Trauerstück mit Kabarett-Einlage also? Nicht ganz, denn da ist ja noch »Valerio« Ilja Harjes. Der sorgt als freundlicher Mephisto der Faulheit für jene Heiterkeit, die der dunkle Prinz Leonce ebenso braucht wie das Publikum. Dessen Applaus nach der Premiere war herzlich.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 12. September 2016

 

Leonce und sein Minister Valerio haben sich lachend in ihr Spaß-Reich davongemacht. Nur Lena steht allein auf der Bühne, zieht sich den Ring vom Finger und wünscht sich, eine ganz andere sein zu können. Am Kleinen Haus des Theaters Münster endet Georg Büchners Lustspiel »Leonce und Lena« traurig als gescheiterte bürgerliche Utopie. [...] In Büchners Schauspiel, das nur wegen seines hochgradigen Wortwitzes als Lustspiel durchgeht, passiert nicht viel. Das ist dann auch die Aussage, auf die Robert Teufels anregende Regie hinausläuft: Obwohl die Monarchie abgeschafft ist, hat sich nicht viel geändert. Teufel verdeutlicht dies mit der hinreißenden Carola von Seckendorff in einem kabarettistischen Extempore, in dem das Publikum erlebt, wie Politik immer noch funktioniert: es darf mitwirken und wird dabei so fremdbestimmt wie zu allen Zeiten.

Das Ensemble haucht der textlastigen Geschichte viel Leben ein. Ilja Harjes ist als Valerio ein erfrischend undogmatischer Aussteiger, Natalja Joselewitsch wandelt sich als Lena gefällig vom barbiemäßigen Idol im Taftrock (Kostüme: Janina Baldhuber) zur lockeren Trebegängerin und zurück. Frank-Peter Dettmann karikiert überzeugend eine vertrottelte Aristokratie, der man die Abdankung mit den marionettenhaften Hofschranzen Carola von Seckendorff und Andrea Spicher gönnt. Andrea Spicher berührt auch in der einzigen schmerzhaft realistischen Rolle als die von Leonce brutal ausgemusterte Geliebte Rosetta.

[...] Nach eindreiviertel Stunden ohne Pause gab es viel Beifall für das intensive Spiel des Ensembles und die anregende, mutig aktualisierende Regie Robert Teufels.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 12. September 2016

Presse

Georg Büchners »Leonce und Lena« soll ein Lustspiel sein – aber im Reiche Popo ist bestenfalls dessen debiler König Peter lustig, während Sohn Leonce es in seiner Verzweiflung auch mit Prinz Hamlet aufnehmen könnte. Zum Lachen gibt es hier wenig, sagt Regisseur Robert Teufel und lässt mit seinen Ausstatterinnen Sabine Mäder und Janina Baldhuber das Stück als nachtschwarzes Drama daherkommen. Selbst die Pointen, etwa wenn Kumpel Valerio den Selbstmord des Prinzen verhindert, lassen Traurigkeit durchklingen.

Eigentlich könnte die Liebesbegegnung des zweiten Akts das Blatt wenden: Ohne sich zu kennen, begegnen die versprochenen Königskinder Leonce und Lena einander auf dem Weg nach Italien und verlieben sich. Tatsächlich zelebriert Regisseur Teufel hier die schönen Töne der nächtlichen Romantik, und die Schauspieler Bálinth Tóth und Natalja Joselewitsch feiern Büchners Poesie im Pianissimo ihrer Stimmen. Dennoch wird ihre erzwungene Heirat unter wächsernen Masken nicht zum Freudenfest, so dass Lena am Ende ratlos zurückbleibt, während Leonce und Valerio ihr Heil in neuem Hedonismus suchen und davonstürmen. Ein Happy End sieht anders aus.

Zwischendurch aber wird die gut eineinhalbstündige Aufführung im Kleinen Haus dem »Lustspiel«-Titel auf fast drastische Weise gerecht. [...] Carola von Seckendorff [sorgt] als Präsident (mit Andrea Spicher als Hofstaat) für ein kabarettistisches Highlight: Lustvoll serviert und seziert sie ästhetische Gemeinplätze Peter Sloterdijks und springt dabei behände aus ihrer Rolle – und wieder hinein.

[...] Ein Trauerstück mit Kabarett-Einlage also? Nicht ganz, denn da ist ja noch »Valerio« Ilja Harjes. Der sorgt als freundlicher Mephisto der Faulheit für jene Heiterkeit, die der dunkle Prinz Leonce ebenso braucht wie das Publikum. Dessen Applaus nach der Premiere war herzlich.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 12. September 2016

 

Leonce und sein Minister Valerio haben sich lachend in ihr Spaß-Reich davongemacht. Nur Lena steht allein auf der Bühne, zieht sich den Ring vom Finger und wünscht sich, eine ganz andere sein zu können. Am Kleinen Haus des Theaters Münster endet Georg Büchners Lustspiel »Leonce und Lena« traurig als gescheiterte bürgerliche Utopie. [...] In Büchners Schauspiel, das nur wegen seines hochgradigen Wortwitzes als Lustspiel durchgeht, passiert nicht viel. Das ist dann auch die Aussage, auf die Robert Teufels anregende Regie hinausläuft: Obwohl die Monarchie abgeschafft ist, hat sich nicht viel geändert. Teufel verdeutlicht dies mit der hinreißenden Carola von Seckendorff in einem kabarettistischen Extempore, in dem das Publikum erlebt, wie Politik immer noch funktioniert: es darf mitwirken und wird dabei so fremdbestimmt wie zu allen Zeiten.

Das Ensemble haucht der textlastigen Geschichte viel Leben ein. Ilja Harjes ist als Valerio ein erfrischend undogmatischer Aussteiger, Natalja Joselewitsch wandelt sich als Lena gefällig vom barbiemäßigen Idol im Taftrock (Kostüme: Janina Baldhuber) zur lockeren Trebegängerin und zurück. Frank-Peter Dettmann karikiert überzeugend eine vertrottelte Aristokratie, der man die Abdankung mit den marionettenhaften Hofschranzen Carola von Seckendorff und Andrea Spicher gönnt. Andrea Spicher berührt auch in der einzigen schmerzhaft realistischen Rolle als die von Leonce brutal ausgemusterte Geliebte Rosetta.

[...] Nach eindreiviertel Stunden ohne Pause gab es viel Beifall für das intensive Spiel des Ensembles und die anregende, mutig aktualisierende Regie Robert Teufels.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 12. September 2016


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Di, 07. März 2017
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D
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Leider keine weiteren Termine geplant.

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