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ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL

Komödie von Theresia Walser

  • Ulrike Knobloch, Regine Andratschke, Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Ulrike Knobloch, Regine Andratschke, Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann, Jonas Riemer, Regine Andratschke, Ulrike Knobloch <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Jonas Riemer, Regine Andratschke, Ulrike Knobloch
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Jonas Riemer
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Ulrike Knobloch, Regine Andratschke, Claudia Hübschmann, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Ulrike Knobloch, Regine Andratschke, Claudia Hübschmann, Jonas Riemer
    © Oliver Berg
  • Jonas Riemer, Regine Andratschke, Ulrike Knobloch, Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Jonas Riemer, Regine Andratschke, Ulrike Knobloch, Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Ulrike Knobloch, Claudia Hübschmann, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Ulrike Knobloch, Claudia Hübschmann, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Ulrike Knobloch, Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Ulrike Knobloch, Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Ulrike Knobloch, Regine Andratschke, Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Ulrike Knobloch, Regine Andratschke, Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Jonas Riemer, Ulrike Knobloch <br />© Oliver Berg
    Jonas Riemer, Ulrike Knobloch
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann, Ulrike Knobloch, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Ulrike Knobloch, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Jonas Riemer
    © Oliver Berg

»Wahrheit kann man doch nicht übersetzen. Wahrheit ist unübersetzbar …«

Sa, 18. November 2017
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D
Samstagabo Kleines Haus

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Doch schon 2012 hat Theresia Walser es zum Dreh- und Angelpunkt eines monströs-komischen Stückes über drei First Ladys gemacht. Wie diese Diktatorengattinnen über Geschichte und ihr Verhältnis zum Volk denken oder was sie von Wahrheit halten, ist im Zeitalter neuer Autokraten wieder erschreckend aktuell.

Frau Margot, Frau Leila und Frau Imelda – Ähnlichkeiten mit realen Personen der Geschichte sind durchaus beabsichtigt – treffen sich zu einer Pressekonferenz. Ihr Leben soll verfilmt werden. Doch unter verzweifelter Mitwirkung eines Simultanübersetzers, der ein kulturdiplomatisches Desaster verhindern will, kommt es Backstage vor dem offiziellen Auftritt zu einem sich atemberaubend steigernden Schlagabtausch. Im Small-Talk über schusssichere BHs und die Handküsse von Mao verstricken sich die Ladys immer mehr in den Widersprüchen, die ein Leben als fotogene Frau an der Seite eines mörderischen Politikergatten nun mal so mit sich bringt ...

Theresia Walser ist die jüngste Tochter von Martin Walser und eine der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautorinnen. ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL wurde 2012 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

Info

Postfaktisch ist das Wort des Jahres 2016. Doch schon 2012 hat Theresia Walser es zum Dreh- und Angelpunkt eines monströs-komischen Stückes über drei First Ladys gemacht. Wie diese Diktatorengattinnen über Geschichte und ihr Verhältnis zum Volk denken oder was sie von Wahrheit halten, ist im Zeitalter neuer Autokraten wieder erschreckend aktuell.

Frau Margot, Frau Leila und Frau Imelda – Ähnlichkeiten mit realen Personen der Geschichte sind durchaus beabsichtigt – treffen sich zu einer Pressekonferenz. Ihr Leben soll verfilmt werden. Doch unter verzweifelter Mitwirkung eines Simultanübersetzers, der ein kulturdiplomatisches Desaster verhindern will, kommt es Backstage vor dem offiziellen Auftritt zu einem sich atemberaubend steigernden Schlagabtausch. Im Small-Talk über schusssichere BHs und die Handküsse von Mao verstricken sich die Ladys immer mehr in den Widersprüchen, die ein Leben als fotogene Frau an der Seite eines mörderischen Politikergatten nun mal so mit sich bringt ...

Theresia Walser ist die jüngste Tochter von Martin Walser und eine der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautorinnen. ICH BIN WIE IHR, ICH LIEBE ÄPFEL wurde 2012 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne & Kostüme Melanie Walter

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Gottfried Jonas Riemer

Frau Imelda Regine Andratschke

Frau Margot Claudia Hübschmann

Frau Leila Ulrike Knobloch

Besetzung

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne & Kostüme Melanie Walter

Dramaturgie Michael Letmathe


Besetzung

Gottfried Jonas Riemer

Frau Imelda Regine Andratschke

Frau Margot Claudia Hübschmann

Frau Leila Ulrike Knobloch


Bravouröse Gratwanderung zwischen Grauen und Grinsen

Wenn »Frau Imelda Marcos« schwebenden Trippelschrittes auf die Bühne gleitet, hat sie gleich ein paar Lacher im Schlepptau. Die Lizenz zum Lachen wird im Kleinen Haus sofort erteilt – und das Publikum nutzt sie, wenn das weibliche Trio infernal mächtig auf den Putz haut: Drei »pensionierte« Diktatoren-Gattinnen hetzt Autorin Theresia Walser aufeinander und folgt dabei dem bewährten Motto der Karikatur: Die Wirklichkeit verzerren, damit sie sichtbar wird.

[…] Die geschminkte Macht-Fratze, die bei der bejubelten Premiere zum Vorschein kam, ließ immer mehr Lacher im Halse stecken bleiben. Und als am Ende der Staub des »real existierenden« Sozialismus ganz real mit dem Kehrblech aufgewischt wurde, war die Gratwanderung zwischen Grauen und Grinsen bravourös gemeistert.

Die Szene spielt kurz vor einer Pressekonferenz, denn aller drei Leben soll verfilmt werden. Sofort zeigt sich ein Spalt zwischen den Diven der Macht: Frau Margot lässt sich bitten. Mit den Luxus-Ladies will die emanzipierte Gerechtigkeits-Gouvernante nichts zu schaffen haben. Was sie nicht hindert, immerzu nach einer Cola zu schreien, dem Symbol weltumspannender Ami-Herrschaft schlechthin. Claudia Hübschmann spielt diesen toupierten Sozialismus-Feldwebel mit katzenhafter Verschlagenheit.[...]

Die legendäre Herrscherin der 3000 Paar Schuhe indes träumt von einer Oper über ihr Leben. Die schlanke Regine Andratschke bringt zwar nicht die gallig verspotteten Marcos-Pfunde auf die Waage, lässt aber mit wahnhaften Tiraden über schussfeste BHs das Blut gefrieren. Dass die Figur der Frau Leila etwas blasser ist, macht Ulrike Knobloch mit Wucht und Wonne wett. Regisseur Frank Behnke tat gut daran, der prallen Spiellust seines Ensembles ebenso zu vertrauen wie der präzisen Mechanik des Textes.

Zwischen den Fronten agiert der Übersetzer Gottfried (den Jonas Riemer wie einen genervten Sozialpädagogen spielt). Will er zunächst nur die Beleidigungen glätten, um einen Eklat zu vermeiden, so wird er zusehends zu einem Puppenspieler mit sinistrer Freude an der eigenen Macht.

Arndt Zinkant, Westfälische Nachrichten, 12. November 2017

 

Wortgewaltiger Schlagabtausch

Twitternde Präsidenten, populistische Parteien und aus dem Ruder laufende Gipfeltreffen haben dies in jüngster Vergangenheit bewiesen. Theresia Walser setzt mit ihrem Stück »Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel« noch einen drauf. Frank Behnke inszeniert am Theater Münster einen wortgewaltigen Schlagabtausch zwischen Ehefrauen dreier Diktatoren, deren Leben an der Seite eines Staatschefs verfilmt werden soll. Ganz grün sind sich die Frauen nicht, jedoch kommt vor der Pressekonferenz vor allem einer ganz schön ins Schwitzen: Dolmetscher Gottfried (Jonas Riemke).

Susanne Romanowski, Westfälischer Anzeiger, 14. November 2017

 

Herrliche Inszenierung

Regisseur Frank Behnke, der die Komödie – fast möchte man Farce sagen – locker entfaltet, hat ein spielfreudiges Quartett zur Stelle. Regine Andratschke als faszinierende Möchtegern-Operndiva Imelda in High Heels, Ulrike Knobloch in der Rolle der eitlen Hollywood-Träumerin und Claudia Hübschmann in tristem Outfit als fantastisch stalinistische Frau Margot sowie Jonas Riemer als Dolmetscher, sozusagen das Salz in der Suppe, zünden hintergründig ein irrwitziges Feuerwerk […]

Hans Rochol, Die Glocke, 13. November 2017

 

Schauerliches Warming-Up

Es ist an der Regie zu verhindern, dass Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel […] abgleitet ins Boulevardeske. […Behnke] verzichtet  auf viel Bewegung und große Aktionen auf der Bühne – abgesehen von waghalsigen »Yoga-Übungen« auf dem Rednerpult. Stattdessen ist er so klug, sich auf seine Darsteller zu verlassen, lässt ihnen genug Freiraum, ihre Charaktere zu entfalten. Und Theresia Walser hat ihnen genug Material an die Hand gegeben, um sich wirklich »austoben« zu können. […] Gefeiert wird die Premiere zu Recht.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 12. November 2017

Presse

Bravouröse Gratwanderung zwischen Grauen und Grinsen

Wenn »Frau Imelda Marcos« schwebenden Trippelschrittes auf die Bühne gleitet, hat sie gleich ein paar Lacher im Schlepptau. Die Lizenz zum Lachen wird im Kleinen Haus sofort erteilt – und das Publikum nutzt sie, wenn das weibliche Trio infernal mächtig auf den Putz haut: Drei »pensionierte« Diktatoren-Gattinnen hetzt Autorin Theresia Walser aufeinander und folgt dabei dem bewährten Motto der Karikatur: Die Wirklichkeit verzerren, damit sie sichtbar wird.

[…] Die geschminkte Macht-Fratze, die bei der bejubelten Premiere zum Vorschein kam, ließ immer mehr Lacher im Halse stecken bleiben. Und als am Ende der Staub des »real existierenden« Sozialismus ganz real mit dem Kehrblech aufgewischt wurde, war die Gratwanderung zwischen Grauen und Grinsen bravourös gemeistert.

Die Szene spielt kurz vor einer Pressekonferenz, denn aller drei Leben soll verfilmt werden. Sofort zeigt sich ein Spalt zwischen den Diven der Macht: Frau Margot lässt sich bitten. Mit den Luxus-Ladies will die emanzipierte Gerechtigkeits-Gouvernante nichts zu schaffen haben. Was sie nicht hindert, immerzu nach einer Cola zu schreien, dem Symbol weltumspannender Ami-Herrschaft schlechthin. Claudia Hübschmann spielt diesen toupierten Sozialismus-Feldwebel mit katzenhafter Verschlagenheit.[...]

Die legendäre Herrscherin der 3000 Paar Schuhe indes träumt von einer Oper über ihr Leben. Die schlanke Regine Andratschke bringt zwar nicht die gallig verspotteten Marcos-Pfunde auf die Waage, lässt aber mit wahnhaften Tiraden über schussfeste BHs das Blut gefrieren. Dass die Figur der Frau Leila etwas blasser ist, macht Ulrike Knobloch mit Wucht und Wonne wett. Regisseur Frank Behnke tat gut daran, der prallen Spiellust seines Ensembles ebenso zu vertrauen wie der präzisen Mechanik des Textes.

Zwischen den Fronten agiert der Übersetzer Gottfried (den Jonas Riemer wie einen genervten Sozialpädagogen spielt). Will er zunächst nur die Beleidigungen glätten, um einen Eklat zu vermeiden, so wird er zusehends zu einem Puppenspieler mit sinistrer Freude an der eigenen Macht.

Arndt Zinkant, Westfälische Nachrichten, 12. November 2017

 

Wortgewaltiger Schlagabtausch

Twitternde Präsidenten, populistische Parteien und aus dem Ruder laufende Gipfeltreffen haben dies in jüngster Vergangenheit bewiesen. Theresia Walser setzt mit ihrem Stück »Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel« noch einen drauf. Frank Behnke inszeniert am Theater Münster einen wortgewaltigen Schlagabtausch zwischen Ehefrauen dreier Diktatoren, deren Leben an der Seite eines Staatschefs verfilmt werden soll. Ganz grün sind sich die Frauen nicht, jedoch kommt vor der Pressekonferenz vor allem einer ganz schön ins Schwitzen: Dolmetscher Gottfried (Jonas Riemke).

Susanne Romanowski, Westfälischer Anzeiger, 14. November 2017

 

Herrliche Inszenierung

Regisseur Frank Behnke, der die Komödie – fast möchte man Farce sagen – locker entfaltet, hat ein spielfreudiges Quartett zur Stelle. Regine Andratschke als faszinierende Möchtegern-Operndiva Imelda in High Heels, Ulrike Knobloch in der Rolle der eitlen Hollywood-Träumerin und Claudia Hübschmann in tristem Outfit als fantastisch stalinistische Frau Margot sowie Jonas Riemer als Dolmetscher, sozusagen das Salz in der Suppe, zünden hintergründig ein irrwitziges Feuerwerk […]

Hans Rochol, Die Glocke, 13. November 2017

 

Schauerliches Warming-Up

Es ist an der Regie zu verhindern, dass Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel […] abgleitet ins Boulevardeske. […Behnke] verzichtet  auf viel Bewegung und große Aktionen auf der Bühne – abgesehen von waghalsigen »Yoga-Übungen« auf dem Rednerpult. Stattdessen ist er so klug, sich auf seine Darsteller zu verlassen, lässt ihnen genug Freiraum, ihre Charaktere zu entfalten. Und Theresia Walser hat ihnen genug Material an die Hand gegeben, um sich wirklich »austoben« zu können. […] Gefeiert wird die Premiere zu Recht.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 12. November 2017

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