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HÄNSEL UND GRETEL

Märchenoper von Engelbert Humperdinck

  • Boris Leisenheimer <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer
    © Oliver Berg
  • Lisa Wedekind, Eva Bauchmüller <br />© Oliver Berg
    Lisa Wedekind, Eva Bauchmüller
    © Oliver Berg
  • Katarzyna Grabosz, Kinderchor des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik <br />© Oliver Berg
    Katarzyna Grabosz, Kinderchor des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik
    © Oliver Berg
  •  Katarzyna Grabosz, Eva Bauchmüller, Lisa Wedekind <br />© Oliver Berg
    Katarzyna Grabosz, Eva Bauchmüller, Lisa Wedekind
    © Oliver Berg
  • Eva Bauchmüller, Suzanne McLeod, Lisa Wedekind <br />© Oliver Berg
    Eva Bauchmüller, Suzanne McLeod, Lisa Wedekind
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Suzanne McLeod <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Suzanne McLeod
    © Oliver Berg
  • Lisa Wedekind, Eva Bauchmüller <br />© Oliver Berg
    Lisa Wedekind, Eva Bauchmüller
    © Oliver Berg
  • Lisa Wedekind, Eva Bauchmüller <br />© Oliver Berg
    Lisa Wedekind, Eva Bauchmüller
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer, Lisa Wedekind <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer, Lisa Wedekind
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer, Eva Bauchmüller, Lisa Wedekind <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer, Eva Bauchmüller, Lisa Wedekind
    © Oliver Berg
  • Eva Bauchmüller, Boris Leisenheimer <br />© Oliver Berg
    Eva Bauchmüller, Boris Leisenheimer
    © Oliver Berg
  • Lisa Wedekind, Gregor Dalal, Eva Bauchmüller, Kinderchor des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik <br />© Oliver Berg
    Lisa Wedekind, Gregor Dalal, Eva Bauchmüller, Kinderchor des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik
    © Oliver Berg

Wunsch und Wirklichkeit, Angst und Aufbruch – wie aus dem einen das andere entsteht

Ein Elternhaus, in dem Elend herrscht, gebiert in der Phantasie von Kindern oft Ungeheuer. In HÄNSEL UND GRETEL ist das Motiv der zunächst Süßigkeiten verheißenden, dann jedoch immer bedrohlicher werdenden Hexe in der Notsituation der Geschwister begründet. Denn ihr Zuhause ist mit Angst besetzt, es ist kein Wohlfühl-Ort. Sie würden so gerne fröhliche Kinder sein – das zeigt die anfängliche, ausgelassene Spielszene der beiden –, aber das Gespenst der materiellen Not greift immer wieder nach ihrer Existenz.

Die Librettistin deutete Motive der Märchen-Vorlage um. In ihrem Text gibt es keine böse Stiefmutter, sondern eine normale Hausfrau, die aus Müdigkeit und Verzweiflung in ungerechten Zorn gerät, die Kinder bestrafen will, dabei den Topf mit der kostbaren Milch zerbricht, und die Geschwister deshalb in den Wald zum Beeren sammeln schickt. Dort verirren sie sich und müssen das Hexen-Abenteuer bestehen. In der Oper werden die Kinder dabei von Schutzengeln begleitet. Aber trotz dieses Trostes bleibt es auch im Musiktheater ein Märchen, das von zwei Geschwistern erzählt, die sich gegenseitig retten, weil sie sich zusammentun (Bruno Bettelheim).

Der musikalische Reiz von Humperdincks (1854–1921) HÄNSEL UND GRETEL liegt in der Verbindung von Wagner-Stil und volksliedhafter Simplizität. Nach der überaus erfolgreichen Uraufführung 1893 in Weimar ging die Oper schon bald um die ganze Welt.

Aufführungsdauer ca. 130 Minuten, eine Pause

Info

Ein Elternhaus, in dem Elend herrscht, gebiert in der Phantasie von Kindern oft Ungeheuer. In HÄNSEL UND GRETEL ist das Motiv der zunächst Süßigkeiten verheißenden, dann jedoch immer bedrohlicher werdenden Hexe in der Notsituation der Geschwister begründet. Denn ihr Zuhause ist mit Angst besetzt, es ist kein Wohlfühl-Ort. Sie würden so gerne fröhliche Kinder sein – das zeigt die anfängliche, ausgelassene Spielszene der beiden –, aber das Gespenst der materiellen Not greift immer wieder nach ihrer Existenz.

Die Librettistin deutete Motive der Märchen-Vorlage um. In ihrem Text gibt es keine böse Stiefmutter, sondern eine normale Hausfrau, die aus Müdigkeit und Verzweiflung in ungerechten Zorn gerät, die Kinder bestrafen will, dabei den Topf mit der kostbaren Milch zerbricht, und die Geschwister deshalb in den Wald zum Beeren sammeln schickt. Dort verirren sie sich und müssen das Hexen-Abenteuer bestehen. In der Oper werden die Kinder dabei von Schutzengeln begleitet. Aber trotz dieses Trostes bleibt es auch im Musiktheater ein Märchen, das von zwei Geschwistern erzählt, die sich gegenseitig retten, weil sie sich zusammentun (Bruno Bettelheim).

Der musikalische Reiz von Humperdincks (1854–1921) HÄNSEL UND GRETEL liegt in der Verbindung von Wagner-Stil und volksliedhafter Simplizität. Nach der überaus erfolgreichen Uraufführung 1893 in Weimar ging die Oper schon bald um die ganze Welt.

Aufführungsdauer ca. 130 Minuten, eine Pause

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Veselka

Inszenierung Andreas Beuermann

Choreografie Erik Constantin

Bühne & Kostüme Christian Floeren

Videodesign Daniël Veder

Choreinstudierung Inna Batyuk

Kinderchoreinstudierung Rita Stork-Herbst / Jörg von Wensierski

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Gretel Eva Bauchmüller

Hänsel Lisa Wedekind

Gertrud Suzanne McLeod

Peter Gregor Dalal

Knusperhexe Boris Leisenheimer

Sandmännchen / Taumännchen Katarzyna Grabosz

Damenchor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster

Kinderchor des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Veselka

Inszenierung Andreas Beuermann

Choreografie Erik Constantin

Bühne & Kostüme Christian Floeren

Videodesign Daniël Veder

Choreinstudierung Inna Batyuk

Kinderchoreinstudierung Rita Stork-Herbst / Jörg von Wensierski

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Gretel Eva Bauchmüller

Hänsel Lisa Wedekind

Gertrud Suzanne McLeod

Peter Gregor Dalal

Knusperhexe Boris Leisenheimer

Sandmännchen / Taumännchen Katarzyna Grabosz

Damenchor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster


Kinderchor des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik

Da kommt die Knusperhexe als Zwillingsschwester von Olivia Jones auf die Bühne und lockt Hänsel und Gretel mit ausladendem Hüftschwung in die Falle. Das bleibt aber dann auch der einzige schrille und außergewöhnliche Moment in Andreas Beuermanns Inszenierung, die ansonsten wie ein gemütlich-unaufgeregtes Märchen daher kommt. Und das ist keineswegs abwertend gemeint: Man schaut gern zu, wie die Geschichte sich entfaltet, die Handlung sich entwickelt. Das ist wie eine Begegnung mit alten Bekannten – die hat man sicher immer wieder gern. Christian Floeren baut eine ganz realistische Bühne: ein ärmliches Wohnzimmer und einen bemoosten Waldboden, auf dem die Kinder gut einschlafen können. Für Abwechslung sorgen hübsche kleine Videoeinspielungen – der freundlich lächelnde Mond behütet die Geschwister sanft.

[...] Höchst erfreulich die musikalische Umsetzung. Die Kinderchöre von Rita Stork-Herbst und Jörg von Wensierski singen glockenhell und unschuldig. Katarzyna Grabosz wacht als Sand- und Taumännchen sorgsam über die Kinder. Gregor Dalal ist ein stimmmächtiger, freundlicher Vater und Suzanne McLeod eine erst hörbar genervte (fast knusperhexenhafte), dann besorgte Mutter. Ein wahrer Ohrenschmaus: die lupenreine Gretel Eva Bauchmüllers und der goldene Mezzo Lisa Wedekinds als Hänsel.

Das Sinfonieorchester Münster unter Stefan Veselka wechselt farbenreich und gekonnt von Wagner-Tönen zu Volksweisen.

Am Ende durchströmt ein warmes, wonniges Gefühl den Körper: Weihnachten kann kommen! Riesenapplaus im Großen Haus.

, theaterpur.net, 20. Oktober 2015

 

Regisseur Andreas Beuermann setzt bis zur Knusperhausszene des dritten Bildes von HÄNSEL UND GRETEL vorwiegend auf perfekt funktionierende Putzigkeit. Während die Figuren der Märchenoper, allen voran die Titelhelden, im „Es war einmal“-Modus über die Bühne geführt werden, entfacht das Regieteam mit Videodesigner Daniël Veder ein berückendes Zaubertheater. Allein die Verwandlung vom stilisierten Elternhaus der Kinder zur Waldszenerie des zweiten Bildes ist hinreißend; Licht und Video lassen Bilder brennen und Falter fliegen, der Mond ist ein ulkiger Charakterkopf, der augenzwinkernd auf die Idyllik der Musik reagiert: toll.

Solch liebevolle Ironie, wie sie auch in der unbeholfenen Niedlichkeit der Pantomime durchscheint, wünscht man sich in Verbindung mit einer kräftigen Dosis Hexen-Zimt, damit das Zuckerbäckerwerk nicht allzu süß auf die Sinne wirkt. Dirigent Stefan Veselka und das Sinfonieorchester Münster leisten ihren Beitrag dazu, indem sie den spätromantischen Klangschwall Engelbert Humperdincks möglichst transparent aus dem Graben steigen lassen. Der romantische Hörner-Wald oder das Knuspern der Bläserstimmen sind bei ihnen ebenso gut aufgehoben wie das Moosbett der Streicher vor dem Abendsegen, das sich zum Lohengrin-Mondschimmer lichtet.

Dass der Abendsegen nicht zum Kitsch gerinnt, liegt ebenso an den Sängerinnen [...]. Eva Bauchmüller ist nicht nur ein Bild von einer Gretel, sondern singt auch so schön und rein, dass man sie sogleich vor der drohenden Gefahr beschützen möchte. Lisa Wedekinds Hänsel ist der perfekte Bruder: Optisch scheinbar einen Kopf größer, gesanglich aber so zurückhaltend, dass sich die Stimmen gut mischen. Drumherum gibt es den liebenswerten Vater von Gregor Dalal und eine Suzanne McLeod als Mutter, die in den Streitereien mit ihm auszudrücken scheint: Lasst mich die Hexe auch singen! Das allerdings darf im Großen Haus der Tenor Boris Leisenheimer, und er macht es mit Leichtigkeit und Wonne.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 19. Oktober 2015

 

Man muss zweimal hinsehen: keine Hakennase, kein Kopftuch, dafür Glitzerkleid und irre gestylte Haare. Die Hexe sieht aus wie Olivia Jones. Und wie bei der Hamburger Travestie-Figur steckt auch bei HÄNSEL UND GRETEL ein Mann hinter dem Ganzen: Tenor Boris Leisenheimer fegt so verrückt und mit so passendem Timbre über die Bühne, dass es schade ist, dass er so fix im Ofen landet.

[...] Das Grimmsche Märchen, von Librettistin Adelheid Wette leicht umgeschrieben, ist prädestiniert für tolle Bilder: So gruselt es nur ansatzweise im Großen Haus, dafür strotzt es vor liebevollen Motiven. Ein riesengroßer, zwinkernder Mond geht auf, der Wald, in dem sich Hänsel und Gretel verirren, ist in Unmengen von Grüntönen getaucht, ein kleines Reh hüpft aus einem Gemälde. Das alles mit Hilfe von Video-Einspielungen, die die farbenfrohe Kulisse perfekt machen.

[...] Musikalisch setzt das Sinfonieorchester wagnerischen und volksliedhaften Stil sehr schön nebeneinander. Auch Mezzosopranistin Lisa Wedekind als Hänsel und Eva Bauchmüller als Gretel harmonieren - ob bei "Brüderchen, komm tanz mit mir" oder beim romantischen "Abendsegen". Auf die 14 Engel, die bei den Grimms die Kinder beim Ruhen im Wald schützen, wird verzichtet. An ihrer Stelle schleichen neben dem Sand- und Taumännchen (Katarzyna Grabosz) Blüten, die sich nachts öffnen, Sträucher und Fliegenpilze mit wizigen Hüten um das Geschwisterpaar herum - Schüler des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik, die später zu tollem Chor-Gesang anheben.

Andrea Kutzendörfer, Die Glocke, 20. Oktober 2015

Presse

Da kommt die Knusperhexe als Zwillingsschwester von Olivia Jones auf die Bühne und lockt Hänsel und Gretel mit ausladendem Hüftschwung in die Falle. Das bleibt aber dann auch der einzige schrille und außergewöhnliche Moment in Andreas Beuermanns Inszenierung, die ansonsten wie ein gemütlich-unaufgeregtes Märchen daher kommt. Und das ist keineswegs abwertend gemeint: Man schaut gern zu, wie die Geschichte sich entfaltet, die Handlung sich entwickelt. Das ist wie eine Begegnung mit alten Bekannten – die hat man sicher immer wieder gern. Christian Floeren baut eine ganz realistische Bühne: ein ärmliches Wohnzimmer und einen bemoosten Waldboden, auf dem die Kinder gut einschlafen können. Für Abwechslung sorgen hübsche kleine Videoeinspielungen – der freundlich lächelnde Mond behütet die Geschwister sanft.

[...] Höchst erfreulich die musikalische Umsetzung. Die Kinderchöre von Rita Stork-Herbst und Jörg von Wensierski singen glockenhell und unschuldig. Katarzyna Grabosz wacht als Sand- und Taumännchen sorgsam über die Kinder. Gregor Dalal ist ein stimmmächtiger, freundlicher Vater und Suzanne McLeod eine erst hörbar genervte (fast knusperhexenhafte), dann besorgte Mutter. Ein wahrer Ohrenschmaus: die lupenreine Gretel Eva Bauchmüllers und der goldene Mezzo Lisa Wedekinds als Hänsel.

Das Sinfonieorchester Münster unter Stefan Veselka wechselt farbenreich und gekonnt von Wagner-Tönen zu Volksweisen.

Am Ende durchströmt ein warmes, wonniges Gefühl den Körper: Weihnachten kann kommen! Riesenapplaus im Großen Haus.

, theaterpur.net, 20. Oktober 2015

 

Regisseur Andreas Beuermann setzt bis zur Knusperhausszene des dritten Bildes von HÄNSEL UND GRETEL vorwiegend auf perfekt funktionierende Putzigkeit. Während die Figuren der Märchenoper, allen voran die Titelhelden, im „Es war einmal“-Modus über die Bühne geführt werden, entfacht das Regieteam mit Videodesigner Daniël Veder ein berückendes Zaubertheater. Allein die Verwandlung vom stilisierten Elternhaus der Kinder zur Waldszenerie des zweiten Bildes ist hinreißend; Licht und Video lassen Bilder brennen und Falter fliegen, der Mond ist ein ulkiger Charakterkopf, der augenzwinkernd auf die Idyllik der Musik reagiert: toll.

Solch liebevolle Ironie, wie sie auch in der unbeholfenen Niedlichkeit der Pantomime durchscheint, wünscht man sich in Verbindung mit einer kräftigen Dosis Hexen-Zimt, damit das Zuckerbäckerwerk nicht allzu süß auf die Sinne wirkt. Dirigent Stefan Veselka und das Sinfonieorchester Münster leisten ihren Beitrag dazu, indem sie den spätromantischen Klangschwall Engelbert Humperdincks möglichst transparent aus dem Graben steigen lassen. Der romantische Hörner-Wald oder das Knuspern der Bläserstimmen sind bei ihnen ebenso gut aufgehoben wie das Moosbett der Streicher vor dem Abendsegen, das sich zum Lohengrin-Mondschimmer lichtet.

Dass der Abendsegen nicht zum Kitsch gerinnt, liegt ebenso an den Sängerinnen [...]. Eva Bauchmüller ist nicht nur ein Bild von einer Gretel, sondern singt auch so schön und rein, dass man sie sogleich vor der drohenden Gefahr beschützen möchte. Lisa Wedekinds Hänsel ist der perfekte Bruder: Optisch scheinbar einen Kopf größer, gesanglich aber so zurückhaltend, dass sich die Stimmen gut mischen. Drumherum gibt es den liebenswerten Vater von Gregor Dalal und eine Suzanne McLeod als Mutter, die in den Streitereien mit ihm auszudrücken scheint: Lasst mich die Hexe auch singen! Das allerdings darf im Großen Haus der Tenor Boris Leisenheimer, und er macht es mit Leichtigkeit und Wonne.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 19. Oktober 2015

 

Man muss zweimal hinsehen: keine Hakennase, kein Kopftuch, dafür Glitzerkleid und irre gestylte Haare. Die Hexe sieht aus wie Olivia Jones. Und wie bei der Hamburger Travestie-Figur steckt auch bei HÄNSEL UND GRETEL ein Mann hinter dem Ganzen: Tenor Boris Leisenheimer fegt so verrückt und mit so passendem Timbre über die Bühne, dass es schade ist, dass er so fix im Ofen landet.

[...] Das Grimmsche Märchen, von Librettistin Adelheid Wette leicht umgeschrieben, ist prädestiniert für tolle Bilder: So gruselt es nur ansatzweise im Großen Haus, dafür strotzt es vor liebevollen Motiven. Ein riesengroßer, zwinkernder Mond geht auf, der Wald, in dem sich Hänsel und Gretel verirren, ist in Unmengen von Grüntönen getaucht, ein kleines Reh hüpft aus einem Gemälde. Das alles mit Hilfe von Video-Einspielungen, die die farbenfrohe Kulisse perfekt machen.

[...] Musikalisch setzt das Sinfonieorchester wagnerischen und volksliedhaften Stil sehr schön nebeneinander. Auch Mezzosopranistin Lisa Wedekind als Hänsel und Eva Bauchmüller als Gretel harmonieren - ob bei "Brüderchen, komm tanz mit mir" oder beim romantischen "Abendsegen". Auf die 14 Engel, die bei den Grimms die Kinder beim Ruhen im Wald schützen, wird verzichtet. An ihrer Stelle schleichen neben dem Sand- und Taumännchen (Katarzyna Grabosz) Blüten, die sich nachts öffnen, Sträucher und Fliegenpilze mit wizigen Hüten um das Geschwisterpaar herum - Schüler des Gymnasiums Paulinum und der Westfälischen Schule für Musik, die später zu tollem Chor-Gesang anheben.

Andrea Kutzendörfer, Die Glocke, 20. Oktober 2015

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