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GASTSPIEL: CUARTETO ROTTERDAM - HOMMAGE À ASTOR PIAZZOLLA

Tango Nuevo – Zwischen Rebellion und Melancholie

  • Cuarteto Rotterdam <br />© Dominik Butzmann
    Cuarteto Rotterdam
    © Dominik Butzmann
Sa, 15. April 2017
20.00 Uhr · Großes Haus · Preise A

Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

Es gab Jahre, in denen konnte sich Astor Piazzolla (1921–1992) in Buenos Aires nicht auf die Straße trauen. Er musste tätliche Angriffe befürchten – seine Familie war in Gefahr und man trachtete ihm nach dem Leben. Diese Aggression ging von orthodoxen Tango-Musikern und -Liebhabern aus. Piazzolla kam in deren Augen einem Hochverräter gleich.

Der Grund dafür war die Tatsache, dass Piazzolla den traditionellen Tango veränderte. Die Tangokompositionen Piazzollas sind nicht tanzbar, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Sie fordern vielmehr zum konzentrierten Hören auf. Piazzolla entwickelte den Tango weiter und assimilierte für diesen Zweck höchst unterschiedliche Einflüsse. So hört man in den Stücken von Piazzolla sowohl Elemente der Klassik als auch der argentinischen Folklore, der Neuen Musik und Ingredienzen des Jazz. Selbst Pop und Rock klingen zuweilen diskret durch. Immer war Piazzolla am Puls seiner Zeit und offen für Neues. Dennoch verlor Piazzollas Tango Nuevo nie das Romantische und die Leidenschaft, Dramatik, und Erotik des Tangos an sich, so dass dieser stets in all seinen Kompositionen spürbar bleibt.

Obwohl – oder gerade weil – Piazzollas Musik in keine stilistische Schublade passt, hat sie nichts an ihrer magischen Anziehungskraft verloren und besitzt auch mehr als 20 Jahre nach seinem Tod einen festen Platz im Repertoire zahlreicher Tango-, Jazz- und Klassik-Ensembles.

Piazzolla hat eine ganz eigene Handschrift entwickelt, einen unverkennbaren Sound, sodass man als Tangoliebhaber seine Kompositionen bis heute aus der Vielzahl an Musik des 20. Jahrhunderts heraushören kann. Er ist eine musikalische Persönlichkeit geworden. Seine größte Stärke war jedoch sein integratives Potential als Komponist. Gerade diese Souveränität der Assimilierung, dieses Aufgreifen verschiedenster Strömungen macht den Klassiker aus. Dies war bei Mozart oder Bach nicht anders. Piazzolla – dieser Name steht heute für eine spannend-traurige Musik, die dennoch voller Energie, Sinnlichkeit und Lebenslust ist.

Mit HOMMAGE À ASTOR PIAZZOLLA möchte sich das Cuarteto Rotterdam auf die Spuren der Musik des »Erneuerers des Tango Argentino« begeben. Neben Klassikern wie »Adiós Nonino« und »Oblivion« interpretiert das Quartett auch unbekanntere Kompositionen wie »Lo Que Vendrá« oder »Marrón Y Azul«.

Info

Es gab Jahre, in denen konnte sich Astor Piazzolla (1921–1992) in Buenos Aires nicht auf die Straße trauen. Er musste tätliche Angriffe befürchten – seine Familie war in Gefahr und man trachtete ihm nach dem Leben. Diese Aggression ging von orthodoxen Tango-Musikern und -Liebhabern aus. Piazzolla kam in deren Augen einem Hochverräter gleich.

Der Grund dafür war die Tatsache, dass Piazzolla den traditionellen Tango veränderte. Die Tangokompositionen Piazzollas sind nicht tanzbar, zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Sie fordern vielmehr zum konzentrierten Hören auf. Piazzolla entwickelte den Tango weiter und assimilierte für diesen Zweck höchst unterschiedliche Einflüsse. So hört man in den Stücken von Piazzolla sowohl Elemente der Klassik als auch der argentinischen Folklore, der Neuen Musik und Ingredienzen des Jazz. Selbst Pop und Rock klingen zuweilen diskret durch. Immer war Piazzolla am Puls seiner Zeit und offen für Neues. Dennoch verlor Piazzollas Tango Nuevo nie das Romantische und die Leidenschaft, Dramatik, und Erotik des Tangos an sich, so dass dieser stets in all seinen Kompositionen spürbar bleibt.

Obwohl – oder gerade weil – Piazzollas Musik in keine stilistische Schublade passt, hat sie nichts an ihrer magischen Anziehungskraft verloren und besitzt auch mehr als 20 Jahre nach seinem Tod einen festen Platz im Repertoire zahlreicher Tango-, Jazz- und Klassik-Ensembles.

Piazzolla hat eine ganz eigene Handschrift entwickelt, einen unverkennbaren Sound, sodass man als Tangoliebhaber seine Kompositionen bis heute aus der Vielzahl an Musik des 20. Jahrhunderts heraushören kann. Er ist eine musikalische Persönlichkeit geworden. Seine größte Stärke war jedoch sein integratives Potential als Komponist. Gerade diese Souveränität der Assimilierung, dieses Aufgreifen verschiedenster Strömungen macht den Klassiker aus. Dies war bei Mozart oder Bach nicht anders. Piazzolla – dieser Name steht heute für eine spannend-traurige Musik, die dennoch voller Energie, Sinnlichkeit und Lebenslust ist.

Mit HOMMAGE À ASTOR PIAZZOLLA möchte sich das Cuarteto Rotterdam auf die Spuren der Musik des »Erneuerers des Tango Argentino« begeben. Neben Klassikern wie »Adiós Nonino« und »Oblivion« interpretiert das Quartett auch unbekanntere Kompositionen wie »Lo Que Vendrá« oder »Marrón Y Azul«.

CUARTETO ROTTERDAM:

Michael Dolak (Deutschland) – Bandoneón
Susanne Cordula Welsch (Deutschland) – Violine
Judy Ruks (Niederlande) – Piano
Anna-Maria Huhn (Deutschland) – Kontrabass

Besetzung


CUARTETO ROTTERDAM:

Michael Dolak (Deutschland) – Bandoneón
Susanne Cordula Welsch (Deutschland) – Violine
Judy Ruks (Niederlande) – Piano
Anna-Maria Huhn (Deutschland) – Kontrabass

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Sa, 15. April 2017
20.00 Uhr · Großes Haus · Preise A

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

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