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FLOH IM OHR

Komödie von Georges Feydeau

Deutsch von Elfriede Jelinek
  • Claudia Hübschmann, Christoph Rinke, Carola von Seckendorff, Jonas Riemer, Ronny Miersch; im Hintergrund: Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann, Christoph Rinke, Carola von Seckendorff, Jonas Riemer, Ronny Miersch; im Hintergrund: Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Mark Oliver Bögel, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Mark Oliver Bögel, Jonas Riemer
    © Oliver Berg
  • Ensemble <br />© Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Claudia Hübschmann <br />© Oliver Berg
    Claudia Hübschmann
    © Oliver Berg
  • Ronny Miersch, Maximilian Scheidt <br />© Oliver Berg
    Ronny Miersch, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Frank-Peter Dettmann, Ilja Harjes <br />© Oliver Berg
    Frank-Peter Dettmann, Ilja Harjes
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Jonas Riemer <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Jonas Riemer
    © Oliver Berg
  • Maximilian Scheidt, Bálint Tóth <br />© Oliver Berg
    Maximilian Scheidt, Bálint Tóth
    © Oliver Berg
  • Christoph Rinke, Natalja Joselewitsch <br />© Oliver Berg
    Christoph Rinke, Natalja Joselewitsch
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Ilja Harjes, Tomasz Zwozniak, Ronny Miersch, Jonas Riemer, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Ilja Harjes, Tomasz Zwozniak, Ronny Miersch, Jonas Riemer, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Christoph Rinke, Lilly Gropper <br />© Oliver Berg
    Christoph Rinke, Lilly Gropper
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg

Ich möchte ihn immer noch gern betrügen, aber er, dass er mich betrügt! Nein! Das geht zu weit!

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Das Eheleben der Chandebises ist ziemlich eingerostet. Da werden Victor-Emmanuel von einem äußerst fragwürdigen Etablissement mit dem Namen Zur zärtlichen Miezekatze seine vergessenen Hosenträger nachgeschickt. Raymonde Chandebise ist es jetzt klar: Ihr Mann betrügt sie! Sie beschließt, ihm eine Falle zu stellen und lockt ihn als geheimnisvolle Verehrerin mit einem Liebesbrief in eben jenes Etablissement, um ihn dort auf frischer Tat zu ertappen. Im Bordell für gelangweilte Eheleute angekommen, beginnt der Plan jedoch schnell außer Kontrolle zu geraten. Missverständnisse, Verwechslungen, eine schießwütige spanische Testosteronbombe namens Carlos Homenidès de Histangua, ein durchgeknallter Brite und nicht zuletzt ein betrunkener Hausangestellter, der verrückterweise haargenau so aussieht wie Victor-Emmanuel Chandebise … der absolute Wahnsinn!

Das von Georges Feydeau 1907 geschriebene Stück ist eine der atemberaubendsten und verrücktesten Verwechslungskomödien der Literatur. Wie aufgrund eines kleinen Flohs im Ohr die ganze brave bürgerliche Gesellschaft in einem Bordell landet und von ihren Begierden und persönlicher Paranoia gejagt, ihrer Scham völlig beraubt übereinander herfällt, ist einfach zeitlos komisch und entlarvend – in der scharfzüngigen Übersetzung von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek umso mehr.

Aufführungsdauer ca. 165 Minuten, eine Pause

Info

Das Eheleben der Chandebises ist ziemlich eingerostet. Da werden Victor-Emmanuel von einem äußerst fragwürdigen Etablissement mit dem Namen Zur zärtlichen Miezekatze seine vergessenen Hosenträger nachgeschickt. Raymonde Chandebise ist es jetzt klar: Ihr Mann betrügt sie! Sie beschließt, ihm eine Falle zu stellen und lockt ihn als geheimnisvolle Verehrerin mit einem Liebesbrief in eben jenes Etablissement, um ihn dort auf frischer Tat zu ertappen. Im Bordell für gelangweilte Eheleute angekommen, beginnt der Plan jedoch schnell außer Kontrolle zu geraten. Missverständnisse, Verwechslungen, eine schießwütige spanische Testosteronbombe namens Carlos Homenidès de Histangua, ein durchgeknallter Brite und nicht zuletzt ein betrunkener Hausangestellter, der verrückterweise haargenau so aussieht wie Victor-Emmanuel Chandebise … der absolute Wahnsinn!

Das von Georges Feydeau 1907 geschriebene Stück ist eine der atemberaubendsten und verrücktesten Verwechslungskomödien der Literatur. Wie aufgrund eines kleinen Flohs im Ohr die ganze brave bürgerliche Gesellschaft in einem Bordell landet und von ihren Begierden und persönlicher Paranoia gejagt, ihrer Scham völlig beraubt übereinander herfällt, ist einfach zeitlos komisch und entlarvend – in der scharfzüngigen Übersetzung von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek umso mehr.

Aufführungsdauer ca. 165 Minuten, eine Pause

Leitung

Inszenierung Christian Brey

Bühne & Kostüme Anette Hachmann

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Victor-Emmanuel Chandebise/ Poche Mark Oliver Bögel

Camille Chandebise Maximilian Scheidt

Romain Tournel Jonas Riemer

Dr. Finache Ronny Miersch / Christian Bo Salle

Carlos Homenides de Histangua Daniel Rothaug

Augustin Ferraillon Ilja Harjes

Etienne Christoph Rinke

Rugby Bálint Tóth

Baptistin Frank-Peter Dettmann

Raymonde Chandebise Carola von Seckendorff

Lucienne Homenides de Histangua Claudia Hübschmann

Antoinette Lilly Gropper

Eugenie Natalja Joselewitsch

Besetzung

Leitung

Inszenierung Christian Brey

Bühne & Kostüme Anette Hachmann

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Victor-Emmanuel Chandebise/ Poche Mark Oliver Bögel

Camille Chandebise Maximilian Scheidt

Romain Tournel Jonas Riemer

Dr. Finache Ronny Miersch / Christian Bo Salle

Carlos Homenides de Histangua Daniel Rothaug

Augustin Ferraillon Ilja Harjes

Etienne Christoph Rinke

Rugby Bálint Tóth

Baptistin Frank-Peter Dettmann

Raymonde Chandebise Carola von Seckendorff

Lucienne Homenides de Histangua Claudia Hübschmann

Antoinette Lilly Gropper

Eugenie Natalja Joselewitsch


Regisseur Christian Brey [...] gibt dem Genre alles, was es braucht – und ein großes bisschen mehr, um es auf die Schippe zu nehmen. Tür auf, Tür zu: So laufen diese Stücke ab, und deshalb hat Bühnenbildnerin Anette Hachmann eine ganze Phalanx von Türen ins Große Haus gebaut – wer als Theaterfigur das Pech hat, vor der einzigen Tür ohne Klinke zu stehen, der bekommt sie prompt vor den Kopf geknallt.

Die Frauen sind so blond wie überkandidelt, die Männer eine Ansammlung alberner Pfauen, und auf der Flokati-Spielfläche werden Schnauzer-Sessel platziert, über die man herrlich fallen kann: Das ist grell und macht großen Spaß. Zudem wartet Christian Brey mit famosen Gags auf: Wenn es in Elfriede Jelineks Übersetzung heißt „Jetzt haltet euch fest!“ oder „Mir zittern noch die Knie“, tun die Figuren genau das, und sobald der Titel „Floh im Ohr“ anklingt, wenden sie sich mit „Holzauge!“-Geste ans Publikum. Jede Pointe wird rasant übersteigert, dann wieder tritt der Regisseur voll auf die Bremse und lässt etwa den tobenden Spanier Carlos Homenides de Histangua (der quirlige Daniel Rothaug) minutenlang daran scheitern, eine Pistole zu ziehen.

Wer einen Sinn für Albernheit und deftigen Klamauk hat, amüsiert sich vielfach prächtig, und die Verwandlung der Szene zum „Hotel zur zärtlichen Katze“ kriegt Extraapplaus.

[...] Die Schauspieler, etwa Carola von Seckendorff und Claudia Hübschmann als grimassierende Blondinen, oder Jonas Riemer, Ronny Miersch und Christoph Rinke als dauer-überfordertes Herren-Terzett, spielen und sprechen, als hätten sie die Lizenz erhalten, mal die Sau rauszulassen – was in Wirklichkeit höchste Komödianten-Präzisionsarbeit ist. Zum Publikumsliebling wird Maximilian Scheidt, der den sprachgestörten Camille nahezu ohne Konsonanten, dafür aber mit großen Gesten gibt. Der Abend ist ein großes, grelles Schauspielerfest.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 9. November 2015

 

Ein Feuerwerk des hochdosierten Boulevard-Theaters und quicklebendigen Schauspiels konnte das Premieren-Publikum am Samstagabend im Großen Haus des Theaters Münster genießen, als ein französischer Klassiker der Verwechslungskomödie präsentiert wurde.

[...] Die Zuschauer erleben eine heitere Reise in einen Käfig voller irrlichternder Narren - und zurück. Die mitunter unwiderstehliche Wirkung des verwinkelt konstruierten, handlungsintensiven Boulevard-Stücks verdankt sich der Spielfreude des Ensembles und seiner Gäste, die allesamt richtig aufdrehen und prächtig posieren. Neben dem entzweiten Ehepaar ragen insbesondere Ronny Miersch als umtriebiger, geschmeidiger Hausarzt Dr. Finache und Maximilian Scheidt als Cousin Chandebise hervor, dessen Rolle beträchtliche Sprachartistik erfordert: Camille hat einen Mundhöhlen-Schaden und kann nur Vokale aussprechen, so dass Maximilian Scheidt seinen Text konsonantenfrei vorträgt und das Publikum vergnügt rätseln und rekonstruieren lässt, was er gerade gesagt hat.

Zudem wird das schwankhafte Treiben in der Frisuren-Mode und im Kostüm-Look der 1970er-Jahre stimmig und fein abgestuft dargeboten (Bühne und Kostüme: Anette Hachmann) - Erinnerungen an die Blütezeit federleichter Kino-Komödien aus diesem Jahrzehnt stellen sich unwillkürlich ein. Im Ergebnis haben Regisseur Christian Brey und seine Akteure charmant bewiesen, dass auch heutzutage eine mehr als 100 Jahre alte Farce über die Ehe attraktiv gestaltet werden kann.

Alexander Reuter, Die Glocke, 9. November 2015

 

FLOH IM OHR ist wunderbar überfrachtet. In wahnwitzigem Tempo feuern die DarstellerInnen Dialogsalven ab, bei Carlos fallen sogar echte Schüsse in die Decke. Die Darsteller werfen sich dramatisch auf den Boden und in unterschiedliche Kostüme. Zu der Farbpalette aus lila Cordanzügen und lachsfarbenen Trainingsjacken werden sich in den nächsten Tagen noch einige blaue Flecken gesellen.

Trotz der durchweg beeindruckenden Schauspielleistung ist der Star des Abends das Bühnenbild, gestaltet von Anette Hachmann. Gerade das "Hotel zur zärtlichen Miezekatze" sticht heraus: Vor einem funkelnden Lamettahintergrund thront eine riesige, sich putzende Glitzerkatze, die von Kopf bis Schwanzspitze vom Ensemble bespielt wird.

[...] Feine Ironie und überzeugende Mimik gehen einher mit sprachlichen Kunststücken. Deutlich wird dies vor allem bei Camille: wegen eines Sprachfehlers kann er keine Konsonanten aussprechen.

Das Stück ist federleicht und laut, ohne moralischen Zeige- oder Mittelfinger. Die Pointen sitzen, die Miezekatze schnurrt. [...] FLOH IM OHR liefert einen bissigen, kurzweiligen und knallbunten Abend.

Susanne Romanowski, Westfälischer Anzeiger, 13. November 2015

Presse

Regisseur Christian Brey [...] gibt dem Genre alles, was es braucht – und ein großes bisschen mehr, um es auf die Schippe zu nehmen. Tür auf, Tür zu: So laufen diese Stücke ab, und deshalb hat Bühnenbildnerin Anette Hachmann eine ganze Phalanx von Türen ins Große Haus gebaut – wer als Theaterfigur das Pech hat, vor der einzigen Tür ohne Klinke zu stehen, der bekommt sie prompt vor den Kopf geknallt.

Die Frauen sind so blond wie überkandidelt, die Männer eine Ansammlung alberner Pfauen, und auf der Flokati-Spielfläche werden Schnauzer-Sessel platziert, über die man herrlich fallen kann: Das ist grell und macht großen Spaß. Zudem wartet Christian Brey mit famosen Gags auf: Wenn es in Elfriede Jelineks Übersetzung heißt „Jetzt haltet euch fest!“ oder „Mir zittern noch die Knie“, tun die Figuren genau das, und sobald der Titel „Floh im Ohr“ anklingt, wenden sie sich mit „Holzauge!“-Geste ans Publikum. Jede Pointe wird rasant übersteigert, dann wieder tritt der Regisseur voll auf die Bremse und lässt etwa den tobenden Spanier Carlos Homenides de Histangua (der quirlige Daniel Rothaug) minutenlang daran scheitern, eine Pistole zu ziehen.

Wer einen Sinn für Albernheit und deftigen Klamauk hat, amüsiert sich vielfach prächtig, und die Verwandlung der Szene zum „Hotel zur zärtlichen Katze“ kriegt Extraapplaus.

[...] Die Schauspieler, etwa Carola von Seckendorff und Claudia Hübschmann als grimassierende Blondinen, oder Jonas Riemer, Ronny Miersch und Christoph Rinke als dauer-überfordertes Herren-Terzett, spielen und sprechen, als hätten sie die Lizenz erhalten, mal die Sau rauszulassen – was in Wirklichkeit höchste Komödianten-Präzisionsarbeit ist. Zum Publikumsliebling wird Maximilian Scheidt, der den sprachgestörten Camille nahezu ohne Konsonanten, dafür aber mit großen Gesten gibt. Der Abend ist ein großes, grelles Schauspielerfest.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 9. November 2015

 

Ein Feuerwerk des hochdosierten Boulevard-Theaters und quicklebendigen Schauspiels konnte das Premieren-Publikum am Samstagabend im Großen Haus des Theaters Münster genießen, als ein französischer Klassiker der Verwechslungskomödie präsentiert wurde.

[...] Die Zuschauer erleben eine heitere Reise in einen Käfig voller irrlichternder Narren - und zurück. Die mitunter unwiderstehliche Wirkung des verwinkelt konstruierten, handlungsintensiven Boulevard-Stücks verdankt sich der Spielfreude des Ensembles und seiner Gäste, die allesamt richtig aufdrehen und prächtig posieren. Neben dem entzweiten Ehepaar ragen insbesondere Ronny Miersch als umtriebiger, geschmeidiger Hausarzt Dr. Finache und Maximilian Scheidt als Cousin Chandebise hervor, dessen Rolle beträchtliche Sprachartistik erfordert: Camille hat einen Mundhöhlen-Schaden und kann nur Vokale aussprechen, so dass Maximilian Scheidt seinen Text konsonantenfrei vorträgt und das Publikum vergnügt rätseln und rekonstruieren lässt, was er gerade gesagt hat.

Zudem wird das schwankhafte Treiben in der Frisuren-Mode und im Kostüm-Look der 1970er-Jahre stimmig und fein abgestuft dargeboten (Bühne und Kostüme: Anette Hachmann) - Erinnerungen an die Blütezeit federleichter Kino-Komödien aus diesem Jahrzehnt stellen sich unwillkürlich ein. Im Ergebnis haben Regisseur Christian Brey und seine Akteure charmant bewiesen, dass auch heutzutage eine mehr als 100 Jahre alte Farce über die Ehe attraktiv gestaltet werden kann.

Alexander Reuter, Die Glocke, 9. November 2015

 

FLOH IM OHR ist wunderbar überfrachtet. In wahnwitzigem Tempo feuern die DarstellerInnen Dialogsalven ab, bei Carlos fallen sogar echte Schüsse in die Decke. Die Darsteller werfen sich dramatisch auf den Boden und in unterschiedliche Kostüme. Zu der Farbpalette aus lila Cordanzügen und lachsfarbenen Trainingsjacken werden sich in den nächsten Tagen noch einige blaue Flecken gesellen.

Trotz der durchweg beeindruckenden Schauspielleistung ist der Star des Abends das Bühnenbild, gestaltet von Anette Hachmann. Gerade das "Hotel zur zärtlichen Miezekatze" sticht heraus: Vor einem funkelnden Lamettahintergrund thront eine riesige, sich putzende Glitzerkatze, die von Kopf bis Schwanzspitze vom Ensemble bespielt wird.

[...] Feine Ironie und überzeugende Mimik gehen einher mit sprachlichen Kunststücken. Deutlich wird dies vor allem bei Camille: wegen eines Sprachfehlers kann er keine Konsonanten aussprechen.

Das Stück ist federleicht und laut, ohne moralischen Zeige- oder Mittelfinger. Die Pointen sitzen, die Miezekatze schnurrt. [...] FLOH IM OHR liefert einen bissigen, kurzweiligen und knallbunten Abend.

Susanne Romanowski, Westfälischer Anzeiger, 13. November 2015


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