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FAUST (MARGARETHE)

Oper von Charles Gounod

in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
  • Paul O'Neill <br />© Oliver Berg
    Paul O'Neill
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Lisa Wedekind, Filippo Bettoschi, Plamen Hidjov, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Lisa Wedekind, Filippo Bettoschi, Plamen Hidjov, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Paul O'Neill, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Paul O'Neill, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Henrike Jacob, Paul O'Neill <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Henrike Jacob, Paul O'Neill
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Filippo Bettoschi <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Filippo Bettoschi
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal; im Hintergrund: Filippo Bettoschi, Plamen Hidjov <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal; im Hintergrund: Filippo Bettoschi, Plamen Hidjov
    © Oliver Berg
  • Paul O'Neill, Henrike Jacob <br />© Oliver Berg
    Paul O'Neill, Henrike Jacob
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Henrike Jacob <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Henrike Jacob
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Paul O'Neill <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Paul O'Neill
    © Oliver Berg
  • Suzanne McLeod, Henrike Jacob, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Suzanne McLeod, Henrike Jacob, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Lisa Wedekind, Henrike Jacob, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Lisa Wedekind, Henrike Jacob, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Henrike Jacob, Paul O'Neill <br />© Oliver Berg
    Henrike Jacob, Paul O'Neill
    © Oliver Berg

Getrieben von der Gier nach Leben – eine grand opéra zwischen Liebe, Tod und Teufel.

Premiere
Sa, 10. September 2016
19.30 Uhr · Großes Haus · Preise A
Premierenabo Gr. Haus

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

In Gounods Werk wird Faust nicht von dem Drang nach Erkenntnis, was die Welt im Innersten zusammenhält, getrieben, sondern von der Sehnsucht, von der Gier nach Leben, Jugendlichkeit und Liebeserfüllung. Unter Anrufung des Teufels verflucht er seinen Glauben und die Wissenschaft. Augenblicklich erscheint der Angerufene, lässt in einer Vision das Bild von Margarete entstehen und verspricht Faust um den Preis seiner Seele die Erfüllung seiner Wünsche. Das Verhältnis mit Margarete währt jedoch nicht lange, da Faust – nunmehr Sklave seines unstillbaren Lebenshungers – sie bald wieder verlässt. Margarete, die ein Kind von ihm erwartet, wird von der Gesellschaft mit Verachtung und Hohn bestraft. In ihrer Verzweiflung tötet sie das Neugeborene. Die daraufhin zum Tode Verurteilte fleht um Errettung ihrer Seele. Faust aber, zum Mörder an Margaretes Bruder geworden, bleibt unlösbar an Mephistopheles gekettet.

Gounods (1818–1893) Absicht bestand von Anfang an darin, Goethes gewaltiges Ideen-Drama als Handlungsgerüst zu benutzen für eine Liebestragödie unter teuflischer Regie. Dank seiner dramatischen, melodisch reichen Musik sowie seinem untrüglichen Gespür für Bühnenwirksamkeit ist dabei ein Werk herausgekommen, das seit seiner Uraufführung 1859 in Paris bis heute ungebrochen zu einem der größten Erfolge in der gesamten Opernliteratur wurde.

Aufführungsdauer ca. 180 Minuten, eine Pause

 

Hinter den Kulissen von FAUST

 eine Fotodokumentation von Nils Hölscher (PDF, 2.4 MB)

Info

In Gounods Werk wird Faust nicht von dem Drang nach Erkenntnis, was die Welt im Innersten zusammenhält, getrieben, sondern von der Sehnsucht, von der Gier nach Leben, Jugendlichkeit und Liebeserfüllung. Unter Anrufung des Teufels verflucht er seinen Glauben und die Wissenschaft. Augenblicklich erscheint der Angerufene, lässt in einer Vision das Bild von Margarete entstehen und verspricht Faust um den Preis seiner Seele die Erfüllung seiner Wünsche. Das Verhältnis mit Margarete währt jedoch nicht lange, da Faust – nunmehr Sklave seines unstillbaren Lebenshungers – sie bald wieder verlässt. Margarete, die ein Kind von ihm erwartet, wird von der Gesellschaft mit Verachtung und Hohn bestraft. In ihrer Verzweiflung tötet sie das Neugeborene. Die daraufhin zum Tode Verurteilte fleht um Errettung ihrer Seele. Faust aber, zum Mörder an Margaretes Bruder geworden, bleibt unlösbar an Mephistopheles gekettet.

Gounods (1818–1893) Absicht bestand von Anfang an darin, Goethes gewaltiges Ideen-Drama als Handlungsgerüst zu benutzen für eine Liebestragödie unter teuflischer Regie. Dank seiner dramatischen, melodisch reichen Musik sowie seinem untrüglichen Gespür für Bühnenwirksamkeit ist dabei ein Werk herausgekommen, das seit seiner Uraufführung 1859 in Paris bis heute ungebrochen zu einem der größten Erfolge in der gesamten Opernliteratur wurde.

Aufführungsdauer ca. 180 Minuten, eine Pause

 

Hinter den Kulissen von FAUST

 eine Fotodokumentation von Nils Hölscher (PDF, 2.4 MB)

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Veselka

Inszenierung Aron Stiehl

Bühne & Kostüme Dietlind Konold

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Faust Paul O'Neill

Méphistophélès Gregor Dalal

Marguerite Henrike Jacob / Sara Rossi Daldoss

Valentin Filippo Bettoschi

Siébel Lisa Wedekind

Wagner Plamen Hidjov

Marthe Suzanne McLeod

Opernchor des Theaters Münster

Extrachor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Veselka

Inszenierung Aron Stiehl

Bühne & Kostüme Dietlind Konold

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Jens Ponath


Besetzung

Faust Paul O'Neill

Méphistophélès Gregor Dalal

Marguerite Henrike Jacob / Sara Rossi Daldoss

Valentin Filippo Bettoschi

Siébel Lisa Wedekind

Wagner Plamen Hidjov

Marthe Suzanne McLeod

Opernchor des Theaters Münster

Extrachor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster


Der Teufel ist ein Theaterdirektor. Im roten Glitzerfrack kommt er daher und enthüllt eine kleine Theaterbühne in Münsters Großem Haus. Schon zu den Klängen der Ouvertüre wird klar, wer die Fäden in der Hand hält: Méphistophélès.

Den bösen Charmeur, der seine Hörnchen gern unter den schicken Hüten seiner wechselnden Anzüge verbirgt, macht Regisseur Aron Stiehl zum Mittelpunkt seiner Inszenierung von Charles Gounods Oper »Faust«. Selbst in der Juwelen­Arie Gretchens, die in der französisch gesungenen Oper natürlich Marguerite heißt, mischt der dämonische Strippenzieher fröhlich mit und stattet das von Faust umschwärmte Mädchen mit Schmuck und Pelz aus.

Das Regiekonzept funktioniert – nicht nur, weil es in Goethes Faust-Dramaturgie angelegt ist. Sondern ganz konkret auch, weil Stiehl und Dirigent Stefan Veselka den passenden Darsteller zur Verfügung haben: Gregor Dalal spielt die Rolle mit Inbrunst, sängerisch scheint ihm die Partie optimal zu liegen. Er hat die Bass-Wucht für den stattlichen Teufel, aber auch die Bariton-Eleganz für dessen Verführungskraft. Sein blasphemisches Rondo vom Goldenen Kalb ist ein Höhepunkt der Aufführung.

[...] Stefan Veselka hat das auf drei Akte in drei Stunden konzentrierte Stück bestens im Griff und zaubert mit dem Sinfonieorchester gerade im ersten Teil duftige Frühlingsstimmungen. Mit dem Tenor Paul O’Neill in der Titelpartie, der die technische Raffinesse und eine fast schon zu brillante Höhe für die Anforderungen der französischen Oper besitzt, musiziert er fabelhaft zusammen. Die besonderen Farben der Partitur kommen auch Henrike Jacob als Marguerite sehr entgegen, sie kann ihr stimmliche Agilität gut damit verbinden und besitzt noch im Final-Ensemble die nötige Strahlkraft.

Lisa Wedekind ist als Siébel eine starke Besetzung, Filippo Bettoschi als Valentin macht neugierig auf weitere Rollen.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 12. September 2016

 

Zu Beginn des ersten Aktes sieht man den alten Faust in seinem Studierzimmer, das von zahlreichen altern Büchern eingerahmt ist. Paul O'Neill, der die Partie des Faust vor zwei Spielzeiten im Theater Hagen mit großem Erfolg interpretiert hat, erweist sich auch in Münster als Glücksgriff. Schon beim ersten "Rien" und der folgenden Suche nach dem Sinn seines bisherigen Strebens begeistert O'Neill mit lyrischem Schmelz und singt die Höhen sauber und geschmeidig aus, ohne dabei zu forcieren. Méphistophélès tritt als eine Art Handlungsreisender auf, der aus seinem Koffer zunächst Ruhm, Reichtum und Macht anpreist, um Faust zum Pakt zu verführen. Doch erst das Bild der schönen Marguerite, die in keuschem Schwarz-Weiß über die Bühne wandelt, und eine Dose mit Pillen können Faust verleiten, mit dem Teufel wirklich ein Bündnis einzugehen. Im weiteren Verlauf ist es immer wieder diese Pillendose, die Méphistophélès benutzt, um den hadernden und schwächelnden Faust bei Laune zu halten. Die "Verjüngungskur" scheint also nur durch eine Art Droge suggeriert worden zu sein. Gregor Dalal [punktet] als Méphistophélès mit kräftigem Bariton und diabolischem Spiel.

Musikalisch eindrucksvoll gelingt dann Filippo Bettoschis Auftritt als Valentin. Seine berühmte Arie im zweiten Akt "Avant de quitter ces lieux", mit der er Abschied von seiner Schwester nimmt, um in den Krieg zu ziehen, avanciert zu einem musikalischen Höhepunkt des Abends, da Bettoschis Bariton neben einer soliden Mittellage auch über kräftige Höhen verfügt. Gleiches gilt für Méphistophélès' berühmtes Rondo vom goldenen Kalb, "Le veau d'or", das sich an Valentins Arie anschließt. Hier entfacht Dalal mit markanten Höhen ein regelrechtes Höllenfeuerwerk.

Henrike Jacob gestaltet die Partie der Marguerite mit mädchenhaftem Charme. Ihr Sopran verfügt über saubere Höhen [...]. Auch wenn Faust Marguerite am Ende aus dem Kerker befreien will, ist es der Teufel, zu dem Marguerite strebt. Dabei scheint sie Faust gar nicht wahrzunehmen. Auch die Szene, in der Marguerite von der Umwelt geächtet wird und bei Méphistophélès als falschem Kardinal Gnade ersucht, wird von Stiehl mit überzeugender Personenregie umgesetzt. Lisa Wedekind gefällt als Siébel mit warmem Mezzo und schwärmerischem Spiel. Suzanne McLeod verleiht der Figur der Marthe im Zusammenspiel mit Dalal die der Rolle angemessene Komik und erschüttert durch ihre Härte, mit der auch sie sich am Ende von Marguerite abwendet. Stefan Veselka rundet mit dem Sinfonieorchester Münster den Abend mit lyrischem Klang ab, so dass es am Ende großen Applaus für alle Beteiligten gibt.

Thomas Molke, onlinemusikmagazin.de, 12. September 2016

 

Der Mephisto des überragenden Gregor Dalal ist unendlich facettenreich. Selbstverliebt in seine Künste zaubert er dem alten Zausel Faust (Paul O’Neill) das Bild der wunderbar in sich ruhenden Marguerite (Henrike Jacob) vor Augen. [...]

In Aron Stiehls schlüssiger Inszenierung ist der ständig seine Kostümierung (Bühne und Kostüme: Dietlind Konold) verändernde Mephisto zwar eine starke Bühnenfigur, die Dalal bravourös mit stimmlicher Bandbreite vom abgründigem Bass bis zum verführerisch geschmeidigen Bariton ausfüllt. Aber er ist nur das Sinnbild für Sehnsucht und Gier, Schwächen und Lüste, mit denen die Menschen das Böse ganz ohne Teufel in die Welt bringen. Sexuelle Lust fesselt Faust an Mephisto, Geldgier treibt die Menge dem Bösen zu, Schmuck und der Wille zur Pracht lassen selbst Marguerites Bollwerk der Sittsamkeit einstürzen. Sie wird am Ende nur durch ihre unerschütterliche Liebe und den Glauben an einen gütigen Gott vor der Verdammnis gerettet.

Stefan Veselka und sein Sinfonieorchester lassen Gounods ganzen melodischen Wohlklang aufblühen. Gefällig ist selbst Mephistos gespenstisches Rondo vom Goldenen Kalb, anrührend Marguerites Ballade vom König in Thule und ihr Liebesduett mit Faust. Wuchtig klingen die von Inna Batyuk einstudierten Chöre meist aus aufklappenden Fensterchen zu beiden Seiten von Mephistos Theater.

In dem gut besetzten Ensemble überzeugen gesanglich wie darstellerisch Henrike Jacob, der mit etwas kühlem Tenor brillierende Paul O’Neill, die einnehmend weiche Lisa Wedekind als Siébel und Filippo Bettoschi als Valentin mit kräftigem Bariton selbst im Sterben.

Mit lang anhaltendem, im Stehen dargebrachten Beifall feierte das Premierenpublikum nach drei Stunden die runde, auf drei Akte verdichtete, französisch gesungene und deutsch übertitelte Aufführung.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 13. September 2016

Presse

Der Teufel ist ein Theaterdirektor. Im roten Glitzerfrack kommt er daher und enthüllt eine kleine Theaterbühne in Münsters Großem Haus. Schon zu den Klängen der Ouvertüre wird klar, wer die Fäden in der Hand hält: Méphistophélès.

Den bösen Charmeur, der seine Hörnchen gern unter den schicken Hüten seiner wechselnden Anzüge verbirgt, macht Regisseur Aron Stiehl zum Mittelpunkt seiner Inszenierung von Charles Gounods Oper »Faust«. Selbst in der Juwelen­Arie Gretchens, die in der französisch gesungenen Oper natürlich Marguerite heißt, mischt der dämonische Strippenzieher fröhlich mit und stattet das von Faust umschwärmte Mädchen mit Schmuck und Pelz aus.

Das Regiekonzept funktioniert – nicht nur, weil es in Goethes Faust-Dramaturgie angelegt ist. Sondern ganz konkret auch, weil Stiehl und Dirigent Stefan Veselka den passenden Darsteller zur Verfügung haben: Gregor Dalal spielt die Rolle mit Inbrunst, sängerisch scheint ihm die Partie optimal zu liegen. Er hat die Bass-Wucht für den stattlichen Teufel, aber auch die Bariton-Eleganz für dessen Verführungskraft. Sein blasphemisches Rondo vom Goldenen Kalb ist ein Höhepunkt der Aufführung.

[...] Stefan Veselka hat das auf drei Akte in drei Stunden konzentrierte Stück bestens im Griff und zaubert mit dem Sinfonieorchester gerade im ersten Teil duftige Frühlingsstimmungen. Mit dem Tenor Paul O’Neill in der Titelpartie, der die technische Raffinesse und eine fast schon zu brillante Höhe für die Anforderungen der französischen Oper besitzt, musiziert er fabelhaft zusammen. Die besonderen Farben der Partitur kommen auch Henrike Jacob als Marguerite sehr entgegen, sie kann ihr stimmliche Agilität gut damit verbinden und besitzt noch im Final-Ensemble die nötige Strahlkraft.

Lisa Wedekind ist als Siébel eine starke Besetzung, Filippo Bettoschi als Valentin macht neugierig auf weitere Rollen.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 12. September 2016

 

Zu Beginn des ersten Aktes sieht man den alten Faust in seinem Studierzimmer, das von zahlreichen altern Büchern eingerahmt ist. Paul O'Neill, der die Partie des Faust vor zwei Spielzeiten im Theater Hagen mit großem Erfolg interpretiert hat, erweist sich auch in Münster als Glücksgriff. Schon beim ersten "Rien" und der folgenden Suche nach dem Sinn seines bisherigen Strebens begeistert O'Neill mit lyrischem Schmelz und singt die Höhen sauber und geschmeidig aus, ohne dabei zu forcieren. Méphistophélès tritt als eine Art Handlungsreisender auf, der aus seinem Koffer zunächst Ruhm, Reichtum und Macht anpreist, um Faust zum Pakt zu verführen. Doch erst das Bild der schönen Marguerite, die in keuschem Schwarz-Weiß über die Bühne wandelt, und eine Dose mit Pillen können Faust verleiten, mit dem Teufel wirklich ein Bündnis einzugehen. Im weiteren Verlauf ist es immer wieder diese Pillendose, die Méphistophélès benutzt, um den hadernden und schwächelnden Faust bei Laune zu halten. Die "Verjüngungskur" scheint also nur durch eine Art Droge suggeriert worden zu sein. Gregor Dalal [punktet] als Méphistophélès mit kräftigem Bariton und diabolischem Spiel.

Musikalisch eindrucksvoll gelingt dann Filippo Bettoschis Auftritt als Valentin. Seine berühmte Arie im zweiten Akt "Avant de quitter ces lieux", mit der er Abschied von seiner Schwester nimmt, um in den Krieg zu ziehen, avanciert zu einem musikalischen Höhepunkt des Abends, da Bettoschis Bariton neben einer soliden Mittellage auch über kräftige Höhen verfügt. Gleiches gilt für Méphistophélès' berühmtes Rondo vom goldenen Kalb, "Le veau d'or", das sich an Valentins Arie anschließt. Hier entfacht Dalal mit markanten Höhen ein regelrechtes Höllenfeuerwerk.

Henrike Jacob gestaltet die Partie der Marguerite mit mädchenhaftem Charme. Ihr Sopran verfügt über saubere Höhen [...]. Auch wenn Faust Marguerite am Ende aus dem Kerker befreien will, ist es der Teufel, zu dem Marguerite strebt. Dabei scheint sie Faust gar nicht wahrzunehmen. Auch die Szene, in der Marguerite von der Umwelt geächtet wird und bei Méphistophélès als falschem Kardinal Gnade ersucht, wird von Stiehl mit überzeugender Personenregie umgesetzt. Lisa Wedekind gefällt als Siébel mit warmem Mezzo und schwärmerischem Spiel. Suzanne McLeod verleiht der Figur der Marthe im Zusammenspiel mit Dalal die der Rolle angemessene Komik und erschüttert durch ihre Härte, mit der auch sie sich am Ende von Marguerite abwendet. Stefan Veselka rundet mit dem Sinfonieorchester Münster den Abend mit lyrischem Klang ab, so dass es am Ende großen Applaus für alle Beteiligten gibt.

Thomas Molke, onlinemusikmagazin.de, 12. September 2016

 

Der Mephisto des überragenden Gregor Dalal ist unendlich facettenreich. Selbstverliebt in seine Künste zaubert er dem alten Zausel Faust (Paul O’Neill) das Bild der wunderbar in sich ruhenden Marguerite (Henrike Jacob) vor Augen. [...]

In Aron Stiehls schlüssiger Inszenierung ist der ständig seine Kostümierung (Bühne und Kostüme: Dietlind Konold) verändernde Mephisto zwar eine starke Bühnenfigur, die Dalal bravourös mit stimmlicher Bandbreite vom abgründigem Bass bis zum verführerisch geschmeidigen Bariton ausfüllt. Aber er ist nur das Sinnbild für Sehnsucht und Gier, Schwächen und Lüste, mit denen die Menschen das Böse ganz ohne Teufel in die Welt bringen. Sexuelle Lust fesselt Faust an Mephisto, Geldgier treibt die Menge dem Bösen zu, Schmuck und der Wille zur Pracht lassen selbst Marguerites Bollwerk der Sittsamkeit einstürzen. Sie wird am Ende nur durch ihre unerschütterliche Liebe und den Glauben an einen gütigen Gott vor der Verdammnis gerettet.

Stefan Veselka und sein Sinfonieorchester lassen Gounods ganzen melodischen Wohlklang aufblühen. Gefällig ist selbst Mephistos gespenstisches Rondo vom Goldenen Kalb, anrührend Marguerites Ballade vom König in Thule und ihr Liebesduett mit Faust. Wuchtig klingen die von Inna Batyuk einstudierten Chöre meist aus aufklappenden Fensterchen zu beiden Seiten von Mephistos Theater.

In dem gut besetzten Ensemble überzeugen gesanglich wie darstellerisch Henrike Jacob, der mit etwas kühlem Tenor brillierende Paul O’Neill, die einnehmend weiche Lisa Wedekind als Siébel und Filippo Bettoschi als Valentin mit kräftigem Bariton selbst im Sterben.

Mit lang anhaltendem, im Stehen dargebrachten Beifall feierte das Premierenpublikum nach drei Stunden die runde, auf drei Akte verdichtete, französisch gesungene und deutsch übertitelte Aufführung.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 13. September 2016


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