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EIN MANN, ZWEI CHEFS

von Richard Bean nach Goldonis »Ein Diener zweier Herren«

Deutsch von Peter und John von Düffel
Deutschsprachige Erstaufführung
  • Dennis Laubenthal, Maximilian Scheidt, Maike Jüttendonk <br />© Oliver Berg
    Dennis Laubenthal, Maximilian Scheidt, Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens, Julia Stefanie Möller, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens, Julia Stefanie Möller, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Florian Steffens, Maike Jüttendonk <br />© Oliver Berg
    Florian Steffens, Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Mark Oliver Bögel, Florian Steffens, Maike Jüttendonk <br />© Oliver Berg
    Mark Oliver Bögel, Florian Steffens, Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Maximilian Scheidt, Maike Jüttendonk <br />© Oliver Berg
    Maximilian Scheidt, Maike Jüttendonk
    © Oliver Berg
  • Maximilian Scheidt <br />© Oliver Berg
    Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Julia Stefanie Möller, Maike Jüttendonk, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Julia Stefanie Möller, Maike Jüttendonk, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Maximilian Scheidt <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Ensemble <br />© Oliver Berg
    Ensemble
    © Oliver Berg
  • Aurel Bereuter, Ronny Miersch, Maximilian Scheidt <br />© Oliver Berg
    Aurel Bereuter, Ronny Miersch, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg
  • Maike Jüttendonk, Dennis Laubenthal <br />© Oliver Berg
    Maike Jüttendonk, Dennis Laubenthal
    © Oliver Berg
  • Mark Oliver Bögel, Julia Stefanie Möller, Ronny Miersch, Florian Steffens, Dennis Laubenthal, Maximilian Scheidt <br />© Oliver Berg
    Mark Oliver Bögel, Julia Stefanie Möller, Ronny Miersch, Florian Steffens, Dennis Laubenthal, Maximilian Scheidt
    © Oliver Berg

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Das ist der schönste Satz in englischer Sprache: Über einem Pub mit warmer Küche leuchtet ein Stern am Himmel. Charly Clench will endlich das große Geld machen. Deshalb soll seine Tochter den reichen Ganoven Roscoe Crabbe heiraten. Als dieser erschossen aufgefunden wird, muss Clench kurzfristig umdisponieren und den Möchtegernschauspieler Alan als Schwiegersohn akzeptieren. Clench wittert seine Chance, doch noch an das Geld zu kommen, als auf der Verlobungsparty dann plötzlich der tot geglaubte Roscoe auftaucht. Was er nicht weiß: Roscoe ist eigentlich Rachel, die verkleidete Zwillingsschwester des Toten, die auf der Suche nach Stanley, ihrem Lover ist. Dieser wird verdächtigt, Roscoe getötet zu haben. Eine verzwickte Situation. Gut, dass es Francis gibt, Rachels verfressenen Leibwächter. Er lässt sich aus lauter Gier von einem zweiten Chef engagieren, der zufällig der verkappte Stanley ist. Wie erholsam zu sehen, dass es in diesem Plot die kleinen menschlichen Schwächen sind, die die Welt wieder ins rechte Lot bringen!

Richard Bean verlagert seine Bearbeitung von Goldonis DIENER ZWEIER HERREN ins windige Ganovenmilieu von Brighton in den 60ern. Mit viel Charme, schnoddrigem Vorstadt-Slang und bitterbösem britischen Humor schafft er eine großartige Neubearbeitung des Komödienklassikers, von der man sicher sagen kann: Schräger als das Original! Die für das Stück eigens komponierte Skiffle-Musik wird den passenden musikalischen Hintergrund liefern.

Aufführungsdauer ca. 165 Minuten, eine Pause

 

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 0.9 MB)

 

AUS DER PRESSE:

Zwischen Satire und deftigem Klamauk, zwischen feiner Pointe und grobem Klischee ist an diesem Abend so ziemlich alles drin.

Regisseur Christian Brey kann auf eine wortwitzige deutsche Version des 2011 uraufgeführten englischen Erfolgsstücks zurückgreifen: Peter und John von Düffel delektieren sich an Sätzen wie »Die Diagnose war Diarhoe, aber es war Diabetes.« Viel wichtiger jedoch sind die wunderbar klamaukigen, bisweilen improvisierten Effekte in Anette Hachmanns liebenswert-greller 60er-Jahre-Ausstattung (diese Haartollen!): So holt der quirlige Maximilian Scheidt als Francis zwei Zuschauer auf die Bühne, die beim Kofferheben helfen müssen und auch danach noch herumgereicht werden. Sabine, die junge Suppenterrine-Halterin, darf am Ende den Applaus im Ensemble mitnehmen. Und wenn sich Ronny Miersch als greiser Gehilfe Alfie (»Ich bin 86!«) an der Terrine festhält, um beim Weiterreichen die Balance zu verlieren und in die Kulisse zu purzeln, stellt man staunend fest, dass Kasperle-Theater auch im Großen Haus funktioniert, wenn es gut gemacht ist.

An anderen Stellen scheint es, als hätte sich Sesamstraßen-Ernie (der furiose Scheidt hat auch die typische Lache drauf) in die Klimbim-Familie verirrt, zur »Blondine« Julia Stefanie Möller, der schrillen Carola von Seckendorff, dem jovial zwinkernden Mark Oliver Bögel, dem lässigen Frank-Peter Dettmann und dem ulkigen Opa. Aurel Bereuter und Dennis Laubenthal servieren ihre Running Gags mit erstklassigem Timing. Hinreißend trumpft die zierliche Maike Jüttendonk in ihrer Verkleidung als breitbeiniger Kerl auf und rattert als Gipfelpunkt eines Running Gags brillant den Lexikontext über eineiige Zwillinge herunter. Dass ausgerechnet Florian Steffens einen jungen Mann mit Theater-Ambitionen mimt (»Schick­saaal!«), der mit seinem Messer von Woolworth herumfuchtelt, erweist sich als wunderbare Parodie auf den münsterschen Hamlet.

Mit Skiffle und Beat gibt eine vierköpfige Band (Leitung: Jürgen Knautz) dem Abend Zunder: Bei der Premiere vergingen die drei Stunden Aufführungszeit wie im Fluge. Es scheint, als hätte Intendant Ulrich Peters einen passenden Nachfolger für »Edwin Drood«, den Publikumsliebling der letzten Saison, gefunden.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 4. November 2013



Der zweite Volltreffer in acht Tagen: Nach dem hinreißenden Tanztheater »Der schwarze Garten« hat nun auch Münsters Schauspiel mit der Komödie »Ein Mann, zwei Chefs« einen riesigen Weihnachtszeit-Knüller gelandet. Bei der Premiere am Samstag im Großen Haus steigerte sich das Publikum vor der Pause in einen Lach-Rausch, wie ihn der ehrwürdige Saal selten erlebt hat.

Das Stück von Richard Bean ist eine moderne Fassung von Carlo Goldonis spätbarocker Komödie »Der Diener zweier Herren« aus dem Jahr 1746. Bean lässt die Handlung weitgehend unverändert im englischen Brighton des Jahres 1965 spielen. Doch er verwandelt die Commedia dell’Arte in eine so dröhnende, respektlose, obszöne und klamaukige Parodie auf das Boulevard- und Ohnsorg-Theater, dass es eine Lust ist.

[...] Schauspieler Maximilian Scheidt als Francis und Regisseur Christian Brey laufen dabei zu irrsinniger Form auf. Der Höhepunkt des Abends ist eine halbstündige Szene, in der Francis mit Hilfe des 86-jährigen Kellners Alfie (großartig: Ronny Miersch) das Essen serviert. Die Herrschaften sitzen rechts und links in zwei separaten Speiseräumen. Türen knallen, Fleischbällchen kullern und Alfie fliegt mit überdrehtem Herzschrittmacher in die Kulissen.

Regisseur Brey lässt seine Figuren so künstlich-naiv auftreten wie die Puppen der »Sesamstraße«, Maximilian Scheidt übernimmt sogar Ernies Kichern als Markenzeichen (»Krr-Krr-Krrr«). Es gibt textfreie Einlagen, in denen Scheidt vor komischem Talent geradezu platzt: Als er fünf Minuten lang versuchte, einen schweren Koffer vom Boden aufzuheben, brach im hinteren rechten Parkett Hysterie aus.

[...] Der zweite Mega-Komiker neben Scheidt ist Florian Steffens als Schauspieler Alan mit lächerlicher Beat-Frisur. Auch das übrige Ensemble ist eine Wucht: Maike Jüttendonk als drahtige Rachel in Männerklamotten, Dennis Laubenthal als ölig-haariger Stanley, Julia Stefanie Möller als blondes Klischee-Dummchen Pauline. Sie alle sprechen vorzüglich und bezwingen die Akustik des Großen Hauses.

Und schließlich gibt es sogar Musik! David Rebel und seine Band liefern den Live-Soundtrack der swingenden Sixties und geben den Schauspielern immer wieder Gelegenheit, sich mit abstrusen Soli zu beteiligen. Florian Steffens‹ Trommel-Einlage auf seinem nackten Sixpack-Bauch wird Weihnachtsmarkt-Besuchern die Völlerei verleiden.

Aber mit 190 (!) Minuten Intensiv-Lachen verbrennt man auch viele Kalorien. Schnell los, gute Karten werden bald Mangelware sein.

Manuel Jennen, Münstersche Zeitung, 4. November 2013

 

Christian Brey, der auch seit Jahren für den TV-Humoristen Harald Schmidt arbeitet, inszeniert die Verwechslungskomödie als große Show, wenn er etwa eine Live-Band aus dem Bühnenboden hochfahren lässt und von Slapstick über Running Gags bis zu schwarzem Humor alle Register zieht, die diese temporeiche Komödie zu bieten hat.

Ein Plus sind die großartigen Schauspieler: Florian Steffens amüsiert in der Rolle von Möchtegern-Schauspieler Alan als eitler Kinski-Verschnitt, Maike Jüttendonk changiert in der Doppelrolle Roscoe – Rachel geschickt zwischen Macho und Mädchen, Maximilian Scheidt ist als Francis der Entertainer schlechthin, wenn er Zuschauer zu Komplizen macht oder zirkusreife Clownsnummern improvisiert. Nicht zu vergessen Ronny Miersch, der als tattriger, schwerhöriger Kellner Alfie Szenen à la »Dinner for one« auf die Bühne bringt.

Isabell Steinböck, Die deutsche Bühne, 4. November 2013

 

Richard Bean transferiert Goldonis Diener zweier Herren ins Großbritannien der 1960er Jahre. Und bei ihm ist der Plot absolute Nebensache. Er entwickelt aus der Ausgangssituation einfach immer wieder neue, urkomische Szenen. Und so muss Ein Mann, zwei Chefs einfach ein Renner werden. Zumal dann, wenn mit Regisseur Christian Brey sich jemand dieses Stückes annimmt, der sich voll auf den Stoff einlässt. Wie das gesamte Ensemble sprüht auch das Regieteam vor Spaß am Spaß – manchmal sinn- und schmerzfrei. Und so toben sie alle durch Anette Hachmanns wunderbare schwarz-weiße Bühne, die mit Treppen durchsetzt ist, über die man so wundervoll stolzieren, balancieren, rennen kann - und natürlich stolpern, fallen und wieder aufstehen. Die Bühne ist übersät mit Quadraten, Kreisen und Wellenlinien als Symbole für die immer wirrer werdenden Gedankengänge des Personals. Und ein ganz großes Plus des Stücks ist der wunderbare deutsche Text Peter und John von Düffels, der mit der Sprache ganz toll spielt und ebenso toll umgesetzt wird. Und es rattert und qualmt im Gehirn ganz enorm, wenn es in die Pause geht: Diese Mischung aus Sprachwitz, Akrobatik, derber Komik, britischem Witz und Running Gags lässt niemanden kalt. [...]

Maike Jüttendonk als Schwester, die ihren Bruder mimt, kann mit Klischees vom Rollenverhalten spielen und tut dies als Mann und Frau mit einer so sanften, manchmal traurigen Verlorenheit, die gleichzeitig rührt und zum brüllenden Lachen animiert.

Im Mittelpunkt Maximilian Scheidt: ewig hungrig, faul und zum Verstellen getrieben ist er der unnachahmliche Motor dieses Stücks. Atemlos und fremdbestimmt hetzt er sich ab. Sein irisches Alter Ego Paddy ist einfach der Bringer – und man gönnt es ihm so, dass er am Ende satt ist und die Frau für’s Leben gefunden hat! Seine Szene mit dem schweren Koffer schauen Sie sich bitte selbst an!

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 9. November 2013

Info

Das ist der schönste Satz in englischer Sprache: Über einem Pub mit warmer Küche leuchtet ein Stern am Himmel. Charly Clench will endlich das große Geld machen. Deshalb soll seine Tochter den reichen Ganoven Roscoe Crabbe heiraten. Als dieser erschossen aufgefunden wird, muss Clench kurzfristig umdisponieren und den Möchtegernschauspieler Alan als Schwiegersohn akzeptieren. Clench wittert seine Chance, doch noch an das Geld zu kommen, als auf der Verlobungsparty dann plötzlich der tot geglaubte Roscoe auftaucht. Was er nicht weiß: Roscoe ist eigentlich Rachel, die verkleidete Zwillingsschwester des Toten, die auf der Suche nach Stanley, ihrem Lover ist. Dieser wird verdächtigt, Roscoe getötet zu haben. Eine verzwickte Situation. Gut, dass es Francis gibt, Rachels verfressenen Leibwächter. Er lässt sich aus lauter Gier von einem zweiten Chef engagieren, der zufällig der verkappte Stanley ist. Wie erholsam zu sehen, dass es in diesem Plot die kleinen menschlichen Schwächen sind, die die Welt wieder ins rechte Lot bringen!

Richard Bean verlagert seine Bearbeitung von Goldonis DIENER ZWEIER HERREN ins windige Ganovenmilieu von Brighton in den 60ern. Mit viel Charme, schnoddrigem Vorstadt-Slang und bitterbösem britischen Humor schafft er eine großartige Neubearbeitung des Komödienklassikers, von der man sicher sagen kann: Schräger als das Original! Die für das Stück eigens komponierte Skiffle-Musik wird den passenden musikalischen Hintergrund liefern.

Aufführungsdauer ca. 165 Minuten, eine Pause

 

 theaterpädagogische Materialmappe (PDF, 0.9 MB)

 

AUS DER PRESSE:

Zwischen Satire und deftigem Klamauk, zwischen feiner Pointe und grobem Klischee ist an diesem Abend so ziemlich alles drin.

Regisseur Christian Brey kann auf eine wortwitzige deutsche Version des 2011 uraufgeführten englischen Erfolgsstücks zurückgreifen: Peter und John von Düffel delektieren sich an Sätzen wie »Die Diagnose war Diarhoe, aber es war Diabetes.« Viel wichtiger jedoch sind die wunderbar klamaukigen, bisweilen improvisierten Effekte in Anette Hachmanns liebenswert-greller 60er-Jahre-Ausstattung (diese Haartollen!): So holt der quirlige Maximilian Scheidt als Francis zwei Zuschauer auf die Bühne, die beim Kofferheben helfen müssen und auch danach noch herumgereicht werden. Sabine, die junge Suppenterrine-Halterin, darf am Ende den Applaus im Ensemble mitnehmen. Und wenn sich Ronny Miersch als greiser Gehilfe Alfie (»Ich bin 86!«) an der Terrine festhält, um beim Weiterreichen die Balance zu verlieren und in die Kulisse zu purzeln, stellt man staunend fest, dass Kasperle-Theater auch im Großen Haus funktioniert, wenn es gut gemacht ist.

An anderen Stellen scheint es, als hätte sich Sesamstraßen-Ernie (der furiose Scheidt hat auch die typische Lache drauf) in die Klimbim-Familie verirrt, zur »Blondine« Julia Stefanie Möller, der schrillen Carola von Seckendorff, dem jovial zwinkernden Mark Oliver Bögel, dem lässigen Frank-Peter Dettmann und dem ulkigen Opa. Aurel Bereuter und Dennis Laubenthal servieren ihre Running Gags mit erstklassigem Timing. Hinreißend trumpft die zierliche Maike Jüttendonk in ihrer Verkleidung als breitbeiniger Kerl auf und rattert als Gipfelpunkt eines Running Gags brillant den Lexikontext über eineiige Zwillinge herunter. Dass ausgerechnet Florian Steffens einen jungen Mann mit Theater-Ambitionen mimt (»Schick­saaal!«), der mit seinem Messer von Woolworth herumfuchtelt, erweist sich als wunderbare Parodie auf den münsterschen Hamlet.

Mit Skiffle und Beat gibt eine vierköpfige Band (Leitung: Jürgen Knautz) dem Abend Zunder: Bei der Premiere vergingen die drei Stunden Aufführungszeit wie im Fluge. Es scheint, als hätte Intendant Ulrich Peters einen passenden Nachfolger für »Edwin Drood«, den Publikumsliebling der letzten Saison, gefunden.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 4. November 2013



Der zweite Volltreffer in acht Tagen: Nach dem hinreißenden Tanztheater »Der schwarze Garten« hat nun auch Münsters Schauspiel mit der Komödie »Ein Mann, zwei Chefs« einen riesigen Weihnachtszeit-Knüller gelandet. Bei der Premiere am Samstag im Großen Haus steigerte sich das Publikum vor der Pause in einen Lach-Rausch, wie ihn der ehrwürdige Saal selten erlebt hat.

Das Stück von Richard Bean ist eine moderne Fassung von Carlo Goldonis spätbarocker Komödie »Der Diener zweier Herren« aus dem Jahr 1746. Bean lässt die Handlung weitgehend unverändert im englischen Brighton des Jahres 1965 spielen. Doch er verwandelt die Commedia dell’Arte in eine so dröhnende, respektlose, obszöne und klamaukige Parodie auf das Boulevard- und Ohnsorg-Theater, dass es eine Lust ist.

[...] Schauspieler Maximilian Scheidt als Francis und Regisseur Christian Brey laufen dabei zu irrsinniger Form auf. Der Höhepunkt des Abends ist eine halbstündige Szene, in der Francis mit Hilfe des 86-jährigen Kellners Alfie (großartig: Ronny Miersch) das Essen serviert. Die Herrschaften sitzen rechts und links in zwei separaten Speiseräumen. Türen knallen, Fleischbällchen kullern und Alfie fliegt mit überdrehtem Herzschrittmacher in die Kulissen.

Regisseur Brey lässt seine Figuren so künstlich-naiv auftreten wie die Puppen der »Sesamstraße«, Maximilian Scheidt übernimmt sogar Ernies Kichern als Markenzeichen (»Krr-Krr-Krrr«). Es gibt textfreie Einlagen, in denen Scheidt vor komischem Talent geradezu platzt: Als er fünf Minuten lang versuchte, einen schweren Koffer vom Boden aufzuheben, brach im hinteren rechten Parkett Hysterie aus.

[...] Der zweite Mega-Komiker neben Scheidt ist Florian Steffens als Schauspieler Alan mit lächerlicher Beat-Frisur. Auch das übrige Ensemble ist eine Wucht: Maike Jüttendonk als drahtige Rachel in Männerklamotten, Dennis Laubenthal als ölig-haariger Stanley, Julia Stefanie Möller als blondes Klischee-Dummchen Pauline. Sie alle sprechen vorzüglich und bezwingen die Akustik des Großen Hauses.

Und schließlich gibt es sogar Musik! David Rebel und seine Band liefern den Live-Soundtrack der swingenden Sixties und geben den Schauspielern immer wieder Gelegenheit, sich mit abstrusen Soli zu beteiligen. Florian Steffens‹ Trommel-Einlage auf seinem nackten Sixpack-Bauch wird Weihnachtsmarkt-Besuchern die Völlerei verleiden.

Aber mit 190 (!) Minuten Intensiv-Lachen verbrennt man auch viele Kalorien. Schnell los, gute Karten werden bald Mangelware sein.

Manuel Jennen, Münstersche Zeitung, 4. November 2013

 

Christian Brey, der auch seit Jahren für den TV-Humoristen Harald Schmidt arbeitet, inszeniert die Verwechslungskomödie als große Show, wenn er etwa eine Live-Band aus dem Bühnenboden hochfahren lässt und von Slapstick über Running Gags bis zu schwarzem Humor alle Register zieht, die diese temporeiche Komödie zu bieten hat.

Ein Plus sind die großartigen Schauspieler: Florian Steffens amüsiert in der Rolle von Möchtegern-Schauspieler Alan als eitler Kinski-Verschnitt, Maike Jüttendonk changiert in der Doppelrolle Roscoe – Rachel geschickt zwischen Macho und Mädchen, Maximilian Scheidt ist als Francis der Entertainer schlechthin, wenn er Zuschauer zu Komplizen macht oder zirkusreife Clownsnummern improvisiert. Nicht zu vergessen Ronny Miersch, der als tattriger, schwerhöriger Kellner Alfie Szenen à la »Dinner for one« auf die Bühne bringt.

Isabell Steinböck, Die deutsche Bühne, 4. November 2013

 

Richard Bean transferiert Goldonis Diener zweier Herren ins Großbritannien der 1960er Jahre. Und bei ihm ist der Plot absolute Nebensache. Er entwickelt aus der Ausgangssituation einfach immer wieder neue, urkomische Szenen. Und so muss Ein Mann, zwei Chefs einfach ein Renner werden. Zumal dann, wenn mit Regisseur Christian Brey sich jemand dieses Stückes annimmt, der sich voll auf den Stoff einlässt. Wie das gesamte Ensemble sprüht auch das Regieteam vor Spaß am Spaß – manchmal sinn- und schmerzfrei. Und so toben sie alle durch Anette Hachmanns wunderbare schwarz-weiße Bühne, die mit Treppen durchsetzt ist, über die man so wundervoll stolzieren, balancieren, rennen kann - und natürlich stolpern, fallen und wieder aufstehen. Die Bühne ist übersät mit Quadraten, Kreisen und Wellenlinien als Symbole für die immer wirrer werdenden Gedankengänge des Personals. Und ein ganz großes Plus des Stücks ist der wunderbare deutsche Text Peter und John von Düffels, der mit der Sprache ganz toll spielt und ebenso toll umgesetzt wird. Und es rattert und qualmt im Gehirn ganz enorm, wenn es in die Pause geht: Diese Mischung aus Sprachwitz, Akrobatik, derber Komik, britischem Witz und Running Gags lässt niemanden kalt. [...]

Maike Jüttendonk als Schwester, die ihren Bruder mimt, kann mit Klischees vom Rollenverhalten spielen und tut dies als Mann und Frau mit einer so sanften, manchmal traurigen Verlorenheit, die gleichzeitig rührt und zum brüllenden Lachen animiert.

Im Mittelpunkt Maximilian Scheidt: ewig hungrig, faul und zum Verstellen getrieben ist er der unnachahmliche Motor dieses Stücks. Atemlos und fremdbestimmt hetzt er sich ab. Sein irisches Alter Ego Paddy ist einfach der Bringer – und man gönnt es ihm so, dass er am Ende satt ist und die Frau für’s Leben gefunden hat! Seine Szene mit dem schweren Koffer schauen Sie sich bitte selbst an!

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 9. November 2013

Leitung

Inszenierung Christian Brey

Bühne und Kostüme Anette Hachmann

Dramaturgie Friederike Engel

Musikalische Leitung Jürgen Knautz

Mitarbeit Choreographie Ronny Miersch


Besetzung

Charlie Clench Mark Oliver Bögel

Pauline Clench Julia Stefanie Möller

Harry Dangle Frank-Peter Dettmann

Alan Dangle Florian Steffens

Dolly Carola von Seckendorff

Lloyd/ Gareth Aurel Bereuter

Francis Maximilian Scheidt

Rachel Crabbe Maike Jüttendonk

Stanley Stubbers Dennis Laubenthal

Alfie Ronny Miersch

Lead Gesang, Gitarre David Rebel

Gitarre, Posaune, Banjo, Gesang Matthias Fleige

Schlagzeug, Percussion, Waschbrett Rudi Marhold

Kontrabass, E-Bass, Gesang Jürgen Knautz

Besetzung

Leitung

Inszenierung Christian Brey

Bühne und Kostüme Anette Hachmann

Dramaturgie Friederike Engel

Musikalische Leitung Jürgen Knautz

Mitarbeit Choreographie Ronny Miersch


Besetzung

Charlie Clench Mark Oliver Bögel

Pauline Clench Julia Stefanie Möller

Harry Dangle Frank-Peter Dettmann

Alan Dangle Florian Steffens

Dolly Carola von Seckendorff

Lloyd/ Gareth Aurel Bereuter

Francis Maximilian Scheidt

Rachel Crabbe Maike Jüttendonk

Stanley Stubbers Dennis Laubenthal

Alfie Ronny Miersch

Lead Gesang, Gitarre David Rebel

Gitarre, Posaune, Banjo, Gesang Matthias Fleige

Schlagzeug, Percussion, Waschbrett Rudi Marhold

Kontrabass, E-Bass, Gesang Jürgen Knautz


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