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DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH

Schauspiel von Tennessee Williams

  • Christian Bo Salle, Sandra Bezler <br />© Marion Bührle
    Christian Bo Salle, Sandra Bezler
    © Marion Bührle
  • Joachim Foerster <br />© Marion Bührle
    Joachim Foerster
    © Marion Bührle
  • Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer  <br />© Marion Bührle
    Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer
    © Marion Bührle
  • Sandra Bezler, Joachim Foerster <br />© Marion Bührle
    Sandra Bezler, Joachim Foerster
    © Marion Bührle
  • Joachim Foerster, Wilhelm Schlotterer  <br />© Marion Bührle
    Joachim Foerster, Wilhelm Schlotterer
    © Marion Bührle
  • Joachim Foerster, Sandra Bezler <br />© Marion Bührle
    Joachim Foerster, Sandra Bezler
    © Marion Bührle
  • Sandra Bezler, Joachim Foerster <br />© Marion Bührle
    Sandra Bezler, Joachim Foerster
    © Marion Bührle
  • Frank-Peter Dettmann, Joachim Foerster, Christian Bo Salle <br />© Marion Bührle
    Frank-Peter Dettmann, Joachim Foerster, Christian Bo Salle
    © Marion Bührle
  • Sandra Bezler, Frank-Peter Dettmann, Joachim Foerster, Ulrike Knobloch, Gerhard Mohr, Christian Bo Salle, Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer und Statisten <br />© Marion Bührle
    Sandra Bezler, Frank-Peter Dettmann, Joachim Foerster, Ulrike Knobloch, Gerhard Mohr, Christian Bo Salle, Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer und Statisten
    © Marion Bührle
  • Frank-Peter Dettmann, Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer, Christian Bo Salle, Ulrike Knobloch, Gerhard Mohr, Kinderstatisterie <br />© Marion Bührle
    Frank-Peter Dettmann, Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer, Christian Bo Salle, Ulrike Knobloch, Gerhard Mohr, Kinderstatisterie
    © Marion Bührle
  • Wilhelm Schlotterer, Ensemble, Kinderstatisterie, Joachim Foerster <br />© Marion Bührle
    Wilhelm Schlotterer, Ensemble, Kinderstatisterie, Joachim Foerster
    © Marion Bührle
  • Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer, Sandra Bezler <br />© Marion Bührle
    Carola von Seckendorff, Wilhelm Schlotterer, Sandra Bezler
    © Marion Bührle

»Wahrheit, Wahrheit! Was ist daran so schrecklich?«

Di, 03. Oktober 2017
19.00 Uhr · Großes Haus · Preise B
Dienstag 2 Abo Gr. Haus

18.00 Einführung im Foyer Gr. Haus

Die Geschichte könnte nicht amerikanischer sein: Big Daddy hat sich vom besitzlosen Tramp zum millionenschweren Plantagenbesitzer hochgearbeitet. Jetzt feiert er seinen 65sten Geburtstag und seine ganze Familie ist eingeladen. In der Schwüle des Südstaatensommers kommen mit Gewalt die verdrängten Wahrheiten an die Oberfläche: Die Angst des jüngsten Sohnes Brick, für homosexuell gehalten zu werden, die unerfüllte Sehnsucht seiner Frau Maggie, der Katze, die bis zuletzt ihren Kampf um seine Liebe nicht aufgibt, die Unverhohlenheit, mit der der ältere Sohn Gooper und seine Frau Mae um das Erbe von Big Daddy feilschen, und schließlich auch die Wahrheit über Big Daddy, in dessen Körper sich unheilbar der Krebs ausbreitet.

Tennessee Williams durchmisst in seinen Texten schmerzhaft die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit. Familienglück, Liebe und Leidenschaft münden in bitterer Desillusion. Seine Entzauberung ist heute mehr denn je auch eine politische Chiffre für die Brüchigkeit des American Way of Life.

In den vergangenen Spielzeiten hat das Schauspiel Münster drei unbekannte Stücke von Williams erstaufgeführt. Kaum zu glauben, dass dieses Meisterwerk aus dem Jahr 1955 noch nie am Theater Münster gezeigt wurde!

 

Aufführungsdauer ca. 120 Minuten, keine Pause

Info

Die Geschichte könnte nicht amerikanischer sein: Big Daddy hat sich vom besitzlosen Tramp zum millionenschweren Plantagenbesitzer hochgearbeitet. Jetzt feiert er seinen 65sten Geburtstag und seine ganze Familie ist eingeladen. In der Schwüle des Südstaatensommers kommen mit Gewalt die verdrängten Wahrheiten an die Oberfläche: Die Angst des jüngsten Sohnes Brick, für homosexuell gehalten zu werden, die unerfüllte Sehnsucht seiner Frau Maggie, der Katze, die bis zuletzt ihren Kampf um seine Liebe nicht aufgibt, die Unverhohlenheit, mit der der ältere Sohn Gooper und seine Frau Mae um das Erbe von Big Daddy feilschen, und schließlich auch die Wahrheit über Big Daddy, in dessen Körper sich unheilbar der Krebs ausbreitet.

Tennessee Williams durchmisst in seinen Texten schmerzhaft die Kluft zwischen Ideal und Wirklichkeit. Familienglück, Liebe und Leidenschaft münden in bitterer Desillusion. Seine Entzauberung ist heute mehr denn je auch eine politische Chiffre für die Brüchigkeit des American Way of Life.

In den vergangenen Spielzeiten hat das Schauspiel Münster drei unbekannte Stücke von Williams erstaufgeführt. Kaum zu glauben, dass dieses Meisterwerk aus dem Jahr 1955 noch nie am Theater Münster gezeigt wurde!

 

Aufführungsdauer ca. 120 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne & Kostüme Martin Miotk

Sound Bastian Wegner

Dramaturgie Barbara Bily


Besetzung

Margaret Sandra Bezler

Brick Joachim Foerster

Mae Ulrike Knobloch

Big Mama Carola von Seckendorff

Big Daddy Wilhelm Schlotterer

Reverend Tooker Frank-Peter Dettmann

Gooper Christian Bo Salle

Doktor Baugh Gerhard Mohr

Besetzung

Leitung

Inszenierung Frank Behnke

Bühne & Kostüme Martin Miotk

Sound Bastian Wegner

Dramaturgie Barbara Bily


Besetzung

Margaret Sandra Bezler

Brick Joachim Foerster

Mae Ulrike Knobloch

Big Mama Carola von Seckendorff

Big Daddy Wilhelm Schlotterer

Reverend Tooker Frank-Peter Dettmann

Gooper Christian Bo Salle

Doktor Baugh Gerhard Mohr


Mit emotionaler Wucht … Großer Applaus

Regisseur Frank Behnke und sein Ausstatter Martin Miotk haben im Großen Haus ein gewaltiges amerikanisches Farm-Idyll platziert … schöne Effekte wie das Feuerwerk runden die Sache ab. Allerdings ist das große Areal zugleich auch Arena für familiäre Schlachten. Zunächst kämpft Brick, der sich beim nächtlichen Erinnerungsritual an Sportsfreund Skipper den Knöchel gebrochen hat, mit seiner ungeliebten Maggie nah an der Rampe, wo die Batterie der Whiskeyflaschen von seiner Sucht kündet. Später sind die Verbalduelle zwischen Vater und Sohn im Zentrum der zweistündigen Aufführung konzentriert. Regisseur Frank Behnke, der dramatische Szenen ohnehin gern mit Ausrufezeichen inszeniert, hetzt sie wie wilde Tiere aufeinander. Da bleibt in Wilhelm Schlotterers Darstellung des Big Daddy nicht viel von der Film-Gemütlichkeit des Jubilars übrig, hier agiert ein in die Jahre gekommener Macho gegen seinen jugendlichen Lieblingssohn […]

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten 18.September 2017

 

Große Intensität

Wenn sich Big Daddy (Wilhelm Schlotterer) und Brick (Joachim Foerster) in »Die Katze auf dem heißen Blechdach« treffen, dann knallt es. Joachim Foerster spielt Brick, an dem sich Heuchelei und Ignoranz so richtig festgekrallt haben, mit großer Intensität. Auch mit seiner Stirnlocke erinnert er an den rebellischen James Dean.

Andrea Kutzendörfer, Die Glocke, 19. September 2017

 

Mitreißendes Theatererlebnis

[…] Während im Hintergrund der blaue, von wenigen Wölkchen durchzogene Himmel die Größe der Plantage und die unendlichen Möglichkeiten des von Big Daddy (Wilhelm Schlotterer) verkörperten american dream erahnen lässt, ist die Bühne selbst von weißen Palisadenzäunen eingefasst, die den Ort der Handlung begrenzen und diese horizontlose Freiheit so als Illusion entlarven. Im Zentrum erhebt sich eine Art Rodeo-Tribüne, die der Aussicht über die Ländereien und Inszenierung der Feierlichkeiten dient: Ob es die schrillen, glitzernden Kleider sind, die wie eine Mischung aus Mode der 50er-Jahre, der Atmosphäre amerikanischer Schönheitswettbewerbe und einer Prise Cowboy-Ästhetik wirken, oder darauf ein fulminantes Feuerwerk zu Ehren Big Daddys veranstaltet wird; das Bühnenbild und die Kostüme von Martin Miotk machen den Bruch zwischen gesellschaftlicher Fassade und menschlichen Abgründen sichtbar. Vor allem die fünf Enkelkinder Big Daddys (Kinderstatisterie) erinnern fast schmerzhaft an die Mini-Miss-Wahlen, bei denen Eltern in den USA ihren Nachwuchs in Plastikpuppen verwandeln. Die Vorbühne verschärft diese Widersprüche, sie ist mit (halb-)leeren Whiskeyflaschen übersät und rückt so die Alkoholsucht des jüngeren Sohnes Brick (Joachim Foerster) in den Fokus. […]

Aber das ist erst der Anfang des Lügengeflechts, Frank Behnke inszeniert das Kammerspiel um die Familie Pollitt und ihre habgierigen Intrigen lautstark und gewaltig, vor allem Wilhelm Schlotterer tobt über die Bühne, sein Big Daddy kotzt seiner Frau nahezu die Verachtung, die er seit 40 Jahren für sie empfindet, vor die Füße. Überzeugend ringt Carola von Seckendorff als Big Mama um Fassung, findet sie in ihrer Rolle als treusorgende Ehefrau und in der geplanten Party-Choreografie aber immer wieder. Schön, wie sie die Kerzen auf der Geburtstagstorte entrüstet mit einer Fernbedienung ausknipst.

Joachim Foerster windet sich als das pure Häufchen Elend durch die Szenerie: In Unterwäsche, mit einem im Suff verletzten Fuß zelebriert dieser Brick seinen Selbstekel greif- und fühlbar, bis es im Kopf »Klick« macht und der Alkoholpegel die Gedanken ausschaltet, ganz wie seine Mutter die Kerzen. In der leidenschaftlich-wütenden Konfrontation zwischen Vater und Sohn, im Ringen um Lüge und Wahrheit, Krankheit und Tod, besticht Foerster in dem verzweifelten Versuch, den cholerischen Patriarchen abzuwehren, der den einzigen Menschen, dem er liebevoll zugetan ist, in Grund und Boden brüllt.

Leiser, und dadurch offener für Zwischentöne, agiert er mit Sandra Bezler, deren »Katze« Maggie wahrlich katzengleich durch die Handlung gleitet. Sie bebt vor nervöser Anspannung, ist verführerisch und anschmiegsam, wenn es ihrem Ziel dient und fährt, vor allem ihrer Schwägerin gegenüber, ziemlich scharfe Krallen aus. Bezler spielt die junge Frau, die von Liebe und Habgier angetrieben bis zuletzt ihrer verlogenen Strategie folgt, so glaubwürdig, dass man ihr für einen Moment fast eine Schwangerschaft wünscht. […]

Die Lautstärke und Knalleffekte konnten nicht immer über gewisse Längen in den Dialogen hinwegtäuschen, trugen aber zu einem mitreißenden Theatererlebnis bei, dass das Premierenpublikum mit anhaltendem Applaus honorierte, der zwar verzögert, aber letztendlich auch in Standing Ovations mündete.

Antonia Müller-Laackman, theaterpur.net, 21. September 2017

Presse

Mit emotionaler Wucht … Großer Applaus

Regisseur Frank Behnke und sein Ausstatter Martin Miotk haben im Großen Haus ein gewaltiges amerikanisches Farm-Idyll platziert … schöne Effekte wie das Feuerwerk runden die Sache ab. Allerdings ist das große Areal zugleich auch Arena für familiäre Schlachten. Zunächst kämpft Brick, der sich beim nächtlichen Erinnerungsritual an Sportsfreund Skipper den Knöchel gebrochen hat, mit seiner ungeliebten Maggie nah an der Rampe, wo die Batterie der Whiskeyflaschen von seiner Sucht kündet. Später sind die Verbalduelle zwischen Vater und Sohn im Zentrum der zweistündigen Aufführung konzentriert. Regisseur Frank Behnke, der dramatische Szenen ohnehin gern mit Ausrufezeichen inszeniert, hetzt sie wie wilde Tiere aufeinander. Da bleibt in Wilhelm Schlotterers Darstellung des Big Daddy nicht viel von der Film-Gemütlichkeit des Jubilars übrig, hier agiert ein in die Jahre gekommener Macho gegen seinen jugendlichen Lieblingssohn […]

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten 18.September 2017

 

Große Intensität

Wenn sich Big Daddy (Wilhelm Schlotterer) und Brick (Joachim Foerster) in »Die Katze auf dem heißen Blechdach« treffen, dann knallt es. Joachim Foerster spielt Brick, an dem sich Heuchelei und Ignoranz so richtig festgekrallt haben, mit großer Intensität. Auch mit seiner Stirnlocke erinnert er an den rebellischen James Dean.

Andrea Kutzendörfer, Die Glocke, 19. September 2017

 

Mitreißendes Theatererlebnis

[…] Während im Hintergrund der blaue, von wenigen Wölkchen durchzogene Himmel die Größe der Plantage und die unendlichen Möglichkeiten des von Big Daddy (Wilhelm Schlotterer) verkörperten american dream erahnen lässt, ist die Bühne selbst von weißen Palisadenzäunen eingefasst, die den Ort der Handlung begrenzen und diese horizontlose Freiheit so als Illusion entlarven. Im Zentrum erhebt sich eine Art Rodeo-Tribüne, die der Aussicht über die Ländereien und Inszenierung der Feierlichkeiten dient: Ob es die schrillen, glitzernden Kleider sind, die wie eine Mischung aus Mode der 50er-Jahre, der Atmosphäre amerikanischer Schönheitswettbewerbe und einer Prise Cowboy-Ästhetik wirken, oder darauf ein fulminantes Feuerwerk zu Ehren Big Daddys veranstaltet wird; das Bühnenbild und die Kostüme von Martin Miotk machen den Bruch zwischen gesellschaftlicher Fassade und menschlichen Abgründen sichtbar. Vor allem die fünf Enkelkinder Big Daddys (Kinderstatisterie) erinnern fast schmerzhaft an die Mini-Miss-Wahlen, bei denen Eltern in den USA ihren Nachwuchs in Plastikpuppen verwandeln. Die Vorbühne verschärft diese Widersprüche, sie ist mit (halb-)leeren Whiskeyflaschen übersät und rückt so die Alkoholsucht des jüngeren Sohnes Brick (Joachim Foerster) in den Fokus. […]

Aber das ist erst der Anfang des Lügengeflechts, Frank Behnke inszeniert das Kammerspiel um die Familie Pollitt und ihre habgierigen Intrigen lautstark und gewaltig, vor allem Wilhelm Schlotterer tobt über die Bühne, sein Big Daddy kotzt seiner Frau nahezu die Verachtung, die er seit 40 Jahren für sie empfindet, vor die Füße. Überzeugend ringt Carola von Seckendorff als Big Mama um Fassung, findet sie in ihrer Rolle als treusorgende Ehefrau und in der geplanten Party-Choreografie aber immer wieder. Schön, wie sie die Kerzen auf der Geburtstagstorte entrüstet mit einer Fernbedienung ausknipst.

Joachim Foerster windet sich als das pure Häufchen Elend durch die Szenerie: In Unterwäsche, mit einem im Suff verletzten Fuß zelebriert dieser Brick seinen Selbstekel greif- und fühlbar, bis es im Kopf »Klick« macht und der Alkoholpegel die Gedanken ausschaltet, ganz wie seine Mutter die Kerzen. In der leidenschaftlich-wütenden Konfrontation zwischen Vater und Sohn, im Ringen um Lüge und Wahrheit, Krankheit und Tod, besticht Foerster in dem verzweifelten Versuch, den cholerischen Patriarchen abzuwehren, der den einzigen Menschen, dem er liebevoll zugetan ist, in Grund und Boden brüllt.

Leiser, und dadurch offener für Zwischentöne, agiert er mit Sandra Bezler, deren »Katze« Maggie wahrlich katzengleich durch die Handlung gleitet. Sie bebt vor nervöser Anspannung, ist verführerisch und anschmiegsam, wenn es ihrem Ziel dient und fährt, vor allem ihrer Schwägerin gegenüber, ziemlich scharfe Krallen aus. Bezler spielt die junge Frau, die von Liebe und Habgier angetrieben bis zuletzt ihrer verlogenen Strategie folgt, so glaubwürdig, dass man ihr für einen Moment fast eine Schwangerschaft wünscht. […]

Die Lautstärke und Knalleffekte konnten nicht immer über gewisse Längen in den Dialogen hinwegtäuschen, trugen aber zu einem mitreißenden Theatererlebnis bei, dass das Premierenpublikum mit anhaltendem Applaus honorierte, der zwar verzögert, aber letztendlich auch in Standing Ovations mündete.

Antonia Müller-Laackman, theaterpur.net, 21. September 2017

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