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September 2015

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DIE BLECHTROMMEL

Bühnenfassung nach dem Roman von Günter Grass

  • Daniel Rothaug, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Daniel Rothaug, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes, Daniel Rothaug, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug, Christoph Rinke <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Christoph Rinke
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch, Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch, Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug; im Hintergrund: Natalja Joselewitsch, Christoph Rinke, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug; im Hintergrund: Natalja Joselewitsch, Christoph Rinke, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Natalja Joselewitsch <br />© Oliver Berg
    Natalja Joselewitsch
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug, Natalja Joselewitsch; im Hintergrund: Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Natalja Joselewitsch; im Hintergrund: Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Daniel Rothaug, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Daniel Rothaug, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Mark Oliver Bögel, Daniel Rothaug <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes, Mark Oliver Bögel, Daniel Rothaug
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Daniel Rothaug, Ilja Harjes, Natalja Joselewitsch; vorne: Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Daniel Rothaug, Ilja Harjes, Natalja Joselewitsch; vorne: Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg

Mein weißlackiertes metallenes Anstaltsbett ist also ein Maßstab. Ich möchte das Bettgitter erhöhen lassen, damit mir niemand mehr zu nahe tritt.

Premiere
Fr, 18. September 2015
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D
Premierenabo Kl. Haus

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Oskar Matzerath, eigenwilliger Insasse einer Psychiatrie, erzählt die Geschichte seines Lebens, die zugleich die Geschichte Deutschlands von den Zwischenkriegsjahren bis in die Adenauerzeit ist. Es entsteht ein kaleidoskopartiges Panorama der politischen Wirrnisse des von Deutschland verantworteten Weltenbrands und der darauf folgenden Restauration. Oskars Familie besteht aus Kleinbürgern, Mitläufern und Feiglingen, die sich selbst zu Opfern erklären. Oskar, der Außenseiter, der Glas zersingen kann, schaut mit gnadenlosem Blick auf sie. Er legt den Finger in die Wunden des 20. Jahrhunderts und ertrommelt die Wahrheit hinter der deutschen Nachkriegsfassade. Das merkwürdige Kind, das sich weigert, zu wachsen und mitzuspielen, ist auch ein radikaler Widerständler. Es protestiert nicht nur gegen die Haltungslosigkeit der Erwachsenenwelt, sondern gegen die Verlogenheit einer deutschen Gesellschaft, die sich ihrer Schuld nie wirklich stellte und bis heute den braunen Sumpf nicht ganz trocken gelegt hat.

Günter Grass’ stilistisch raffinierter Bildungsroman erschien 1959 als Teil seiner Danziger Trilogie und wurde zum prägenden Text der deutschen Nachkriegsliteratur. Er löste beim Erscheinen große Kontroversen aus.

Aufführungsdauer ca. 110 Minuten, keine Pause

Info

Oskar Matzerath, eigenwilliger Insasse einer Psychiatrie, erzählt die Geschichte seines Lebens, die zugleich die Geschichte Deutschlands von den Zwischenkriegsjahren bis in die Adenauerzeit ist. Es entsteht ein kaleidoskopartiges Panorama der politischen Wirrnisse des von Deutschland verantworteten Weltenbrands und der darauf folgenden Restauration. Oskars Familie besteht aus Kleinbürgern, Mitläufern und Feiglingen, die sich selbst zu Opfern erklären. Oskar, der Außenseiter, der Glas zersingen kann, schaut mit gnadenlosem Blick auf sie. Er legt den Finger in die Wunden des 20. Jahrhunderts und ertrommelt die Wahrheit hinter der deutschen Nachkriegsfassade. Das merkwürdige Kind, das sich weigert, zu wachsen und mitzuspielen, ist auch ein radikaler Widerständler. Es protestiert nicht nur gegen die Haltungslosigkeit der Erwachsenenwelt, sondern gegen die Verlogenheit einer deutschen Gesellschaft, die sich ihrer Schuld nie wirklich stellte und bis heute den braunen Sumpf nicht ganz trocken gelegt hat.

Günter Grass’ stilistisch raffinierter Bildungsroman erschien 1959 als Teil seiner Danziger Trilogie und wurde zum prägenden Text der deutschen Nachkriegsliteratur. Er löste beim Erscheinen große Kontroversen aus.

Aufführungsdauer ca. 110 Minuten, keine Pause

Leitung

Inszenierung Alexander Frank

Bühne & Kostüme Daniel Wollenzin

Komposition, Sound & Musikalische Einstudierung Stefan Paul Goetsch

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Oskar Matzerath Daniel Rothaug

Mit: Natalja Joselewitsch

Mark Oliver Bögel

Ilja Harjes

Christoph Rinke

Regine Andratschke / Carola von Seckendorff

Besetzung

Leitung

Inszenierung Alexander Frank

Bühne & Kostüme Daniel Wollenzin

Komposition, Sound & Musikalische Einstudierung Stefan Paul Goetsch

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Oskar Matzerath Daniel Rothaug

Mit: Natalja Joselewitsch

Mark Oliver Bögel

Ilja Harjes

Christoph Rinke

Regine Andratschke / Carola von Seckendorff


„Die Blechtrommel“ auf der Bühne: Das ist, seit Günter Grass vor einigen Jahren seine Zustimmung gab, eine beliebte Herausforderung geworden. In Münster hat sich Regisseur und Bearbeiter Alexander Frank der Herkulesarbeit gestellt, aus mehr als 500 Seiten prallen Romanstoffs einen knapp zweistündigen Abend zu destillieren und sich dabei möglichst über die Bilder der Schlöndorff-Verfilmung hinwegzusetzen.

[...] Der Theaterregisseur [hat] einen großartigen Protagonisten: Daniel Rothaug setzt als eher kleinerer Mann auf helle Stimmfärbung und lässt seine Erzählungen, in die er sich als Handelnder einfügt, mit bezwingender Energie auf die Zuhörer einwirken: imposant. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass Oskar, der als Dreijähriger das Wachsen einstellte, kein Kind mehr ist, also nicht naiv, sondern planvoll agiert. Zu Beginn, wenn er von Ärzten in Uniformhosen (Ausstattung: Daniel Wollenzin) geschoren und vermessen wird, wirkt er wie ein Nachfahre des armen Woyzeck.

Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel als rheinischer Biedermann, Ilja Harjes und Natalja Joselewitsch verkörpern beherzt das große Figurenarsenal. In Szenen wie den Auseinandersetzungen Oskars mit Bruno, den Christoph Rinke perfekt zwischen vermeintlichem Kumpel und brutalem Aufseher changieren lässt, ist das Theater ganz bei sich. Auch das Aufheben der zunächst streng getrennten Sphären von Gegenwart und Vergangenheit wirkt dramaturgisch klug. In Episoden wie dem Aalfischen, dem Brausepulverspiel oder den Bebra-Auftritten bescheidet sich die Inszenierung aber damit, die Macht der Kinobilder nur anzutippen.

[...] Die Inszenierung verrät nicht, warum Oskar eigentlich in der Anstalt sitzt. Bearbeiter Alexander Frank schafft daraus allerdings clever eine Variante, indem er Oskar zur Zwiebelkeller-Episode des dritten Romanteils (an den sich Schlöndorff nicht herantraute) aus seinem Anstaltszimmer ins Publikum holt.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 21. September 2015

 

Daniel Rothaug in brauner Anstaltskluft ist überzeugend der kleinwüchsige Psychiatrie-Patient Oskar Matzerath. Beharrlich hält er an seinem Selbstbild als Held fest, auch wenn er deutlich das Opfer ist: In der eindringlich stummen Anfangsszene wird dem Wehrlosen von gestiefelten Wärtern, die unter dem weißen Kittel Uniform tragen, das Haar geschoren, und er wird Untersuchungen unterzogen, die zwischen hygienisch, medizinisch und sadistisch schwanken

Oskar, der sich als Dreijähriger entschloss, nicht mehr zu wachsen, erzählt seinem blassen Wärter Bruno (Christoph Rinke) seine Lebens- und Heldengeschichte entlang der Fotos in seinem Familienalbum. Die Szenen laufen spektakulär auf die Todesfälle zu, die er herbeiführt: den seiner sinnlichen Mutter Anna (Regine Andratschke), ihres etwas läppischen polnischen Liebhabers Jan Bronski (Ilja Harjes) und schließlich des jovialen Rheinländers Alfred Matzerath (Mark Oliver Bögel), der sich für Oskars Vater hielt. Der kleine Killer, der in beeindruckendem Stroboskopgewitter Glas in Scherben zersingen und virtuos seine Kindertrommel schlagen kann, zeigt sich da als erstaunlich fundamentaler, konservativer Kritiker unsittlicher Verhältnisse.

Ein Todesfall geht nicht auf Oskars Konto. Sein Intermezzo in der Liliputaner-Truppe des Musikclowns Bebra (Natalja Joselewitsch) und seine Liebe zu der somnambulen Liliputanerin Roswitha, der Regine Andratschke anrührend Gestalt gibt, beendet krachend eine Fliegerbombe.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 21. September 2015

Presse

„Die Blechtrommel“ auf der Bühne: Das ist, seit Günter Grass vor einigen Jahren seine Zustimmung gab, eine beliebte Herausforderung geworden. In Münster hat sich Regisseur und Bearbeiter Alexander Frank der Herkulesarbeit gestellt, aus mehr als 500 Seiten prallen Romanstoffs einen knapp zweistündigen Abend zu destillieren und sich dabei möglichst über die Bilder der Schlöndorff-Verfilmung hinwegzusetzen.

[...] Der Theaterregisseur [hat] einen großartigen Protagonisten: Daniel Rothaug setzt als eher kleinerer Mann auf helle Stimmfärbung und lässt seine Erzählungen, in die er sich als Handelnder einfügt, mit bezwingender Energie auf die Zuhörer einwirken: imposant. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass Oskar, der als Dreijähriger das Wachsen einstellte, kein Kind mehr ist, also nicht naiv, sondern planvoll agiert. Zu Beginn, wenn er von Ärzten in Uniformhosen (Ausstattung: Daniel Wollenzin) geschoren und vermessen wird, wirkt er wie ein Nachfahre des armen Woyzeck.

Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel als rheinischer Biedermann, Ilja Harjes und Natalja Joselewitsch verkörpern beherzt das große Figurenarsenal. In Szenen wie den Auseinandersetzungen Oskars mit Bruno, den Christoph Rinke perfekt zwischen vermeintlichem Kumpel und brutalem Aufseher changieren lässt, ist das Theater ganz bei sich. Auch das Aufheben der zunächst streng getrennten Sphären von Gegenwart und Vergangenheit wirkt dramaturgisch klug. In Episoden wie dem Aalfischen, dem Brausepulverspiel oder den Bebra-Auftritten bescheidet sich die Inszenierung aber damit, die Macht der Kinobilder nur anzutippen.

[...] Die Inszenierung verrät nicht, warum Oskar eigentlich in der Anstalt sitzt. Bearbeiter Alexander Frank schafft daraus allerdings clever eine Variante, indem er Oskar zur Zwiebelkeller-Episode des dritten Romanteils (an den sich Schlöndorff nicht herantraute) aus seinem Anstaltszimmer ins Publikum holt.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 21. September 2015

 

Daniel Rothaug in brauner Anstaltskluft ist überzeugend der kleinwüchsige Psychiatrie-Patient Oskar Matzerath. Beharrlich hält er an seinem Selbstbild als Held fest, auch wenn er deutlich das Opfer ist: In der eindringlich stummen Anfangsszene wird dem Wehrlosen von gestiefelten Wärtern, die unter dem weißen Kittel Uniform tragen, das Haar geschoren, und er wird Untersuchungen unterzogen, die zwischen hygienisch, medizinisch und sadistisch schwanken

Oskar, der sich als Dreijähriger entschloss, nicht mehr zu wachsen, erzählt seinem blassen Wärter Bruno (Christoph Rinke) seine Lebens- und Heldengeschichte entlang der Fotos in seinem Familienalbum. Die Szenen laufen spektakulär auf die Todesfälle zu, die er herbeiführt: den seiner sinnlichen Mutter Anna (Regine Andratschke), ihres etwas läppischen polnischen Liebhabers Jan Bronski (Ilja Harjes) und schließlich des jovialen Rheinländers Alfred Matzerath (Mark Oliver Bögel), der sich für Oskars Vater hielt. Der kleine Killer, der in beeindruckendem Stroboskopgewitter Glas in Scherben zersingen und virtuos seine Kindertrommel schlagen kann, zeigt sich da als erstaunlich fundamentaler, konservativer Kritiker unsittlicher Verhältnisse.

Ein Todesfall geht nicht auf Oskars Konto. Sein Intermezzo in der Liliputaner-Truppe des Musikclowns Bebra (Natalja Joselewitsch) und seine Liebe zu der somnambulen Liliputanerin Roswitha, der Regine Andratschke anrührend Gestalt gibt, beendet krachend eine Fliegerbombe.

Hanns Butterhof, Recklinghäuser Zeitung, 21. September 2015


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Fr, 18. September 2015
19.30 Uhr · Kleines Haus · Preise D
Premierenabo Kl. Haus

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