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DER FREISCHÜTZ

Romantische Oper von Carl Maria von Weber

  • Mirko Roschkowski, Plamen Hidjov, Chor <br />© Oliver Berg
    Mirko Roschkowski, Plamen Hidjov, Chor
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer, Chor <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer, Chor
    © Oliver Berg
  • Mirko Roschkowski, Chor <br />© Oliver Berg
    Mirko Roschkowski, Chor
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Mirko Roschkowski <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Mirko Roschkowski
    © Oliver Berg
  • Mirko Roschkowski, Gregor Dalal, Sebastian Campione <br />© Oliver Berg
    Mirko Roschkowski, Gregor Dalal, Sebastian Campione
    © Oliver Berg
  • Sara Rossi Daldoss <br />© Oliver Berg
    Sara Rossi Daldoss
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal
    © Oliver Berg
  • Gregor Dalal, Mirko Roschkowski <br />© Oliver Berg
    Gregor Dalal, Mirko Roschkowski
    © Oliver Berg
  • Sebastian Campione, Damenchor, Eva Bauchmüller, Sara Rossi Daldoss <br />© Oliver Berg
    Sebastian Campione, Damenchor, Eva Bauchmüller, Sara Rossi Daldoss
    © Oliver Berg
  • Eva Bauchmüller, Sara Rossi Daldoss <br />© Oliver Berg
    Eva Bauchmüller, Sara Rossi Daldoss
    © Oliver Berg
  • Sara Rossi Daldoss, Eva Bauchmüller, Chor <br />© Oliver Berg
    Sara Rossi Daldoss, Eva Bauchmüller, Chor
    © Oliver Berg
  • Sebastian Campione, Filippo Bettoschi, Sara Rossi Daldoss, Chor <br />© Oliver Berg
    Sebastian Campione, Filippo Bettoschi, Sara Rossi Daldoss, Chor
    © Oliver Berg

Doch mich umgarnen finstre Mächte.

Premiere
Sa, 25. März 2017
19.30 Uhr · Großes Haus · Preise A
Premierenabo Gr. Haus

Herzliche Einladung zur Premierenfeier im Anschluss an die Vorstellung!

Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

Die wichtigste Stelle für mich waren die Worte des Max: Doch mich umgarnen finstre Mächte, denn sie deuteten mir an, welcher Hauptcharakter der Oper zu geben sei. Sie werden sich überzeugen, dass die Bilder des Unheimlichen, die bei weitem vorherrschenden sind. (Aus Carl Maria von Webers Gesprächen mit dem Musiker J. C. Lobe, 1825)

Der Jägerbursche Max, der als bester Schütze gilt, wird vom Bauern Kilian bei der Jagd übertroffen. Man verspottet ihn. Und auch der Erbförster Kuno äußert sich ärgerlich über Maxens Pechsträhne, soll er doch – als sein zukünftiger Schwiegersohn – den Probeschuss vor dem Fürsten ablegen. Der Preis ist hoch: Es gilt für Max, Agathe, die Tochter Kunos, und damit die Erbförsterei zu gewinnen. Max ist verzweifelt. Diese Stimmung nutzt Kaspar, ein anderer Jägerbursche, für seine Zwecke. Er hat sich teuflischen Mächten verschrieben und muss neue Opfer suchen. Daher gibt er Max eine zaubermächtige Freikugel, mit deren Hilfe er jedes Ziel trifft. Nun ist Max den dunklen Plänen zugänglich und verspricht, um Mitternacht in die Wolfsschlucht zu kommen, um beim Gießen der Freikugeln dabei zu sein…

Weber (1786–1826) hat im FREISCHÜTZ (UA 1821, Berlin) die Definition romantischer Klang-Alchemie gegeben. Die suggestive Musik seines Bestsellers demonstriert, wie brüchig eine scheinbar heile Welt sein kann und berührt dadurch genau den Kern der Angst.

 Interview mit Regisseur Carlos Wagner zum FREISCHÜTZ ...

Aufführungsdauer ca. 150 Minuten, eine Pause

Info

Die wichtigste Stelle für mich waren die Worte des Max: Doch mich umgarnen finstre Mächte, denn sie deuteten mir an, welcher Hauptcharakter der Oper zu geben sei. Sie werden sich überzeugen, dass die Bilder des Unheimlichen, die bei weitem vorherrschenden sind. (Aus Carl Maria von Webers Gesprächen mit dem Musiker J. C. Lobe, 1825)

Der Jägerbursche Max, der als bester Schütze gilt, wird vom Bauern Kilian bei der Jagd übertroffen. Man verspottet ihn. Und auch der Erbförster Kuno äußert sich ärgerlich über Maxens Pechsträhne, soll er doch – als sein zukünftiger Schwiegersohn – den Probeschuss vor dem Fürsten ablegen. Der Preis ist hoch: Es gilt für Max, Agathe, die Tochter Kunos, und damit die Erbförsterei zu gewinnen. Max ist verzweifelt. Diese Stimmung nutzt Kaspar, ein anderer Jägerbursche, für seine Zwecke. Er hat sich teuflischen Mächten verschrieben und muss neue Opfer suchen. Daher gibt er Max eine zaubermächtige Freikugel, mit deren Hilfe er jedes Ziel trifft. Nun ist Max den dunklen Plänen zugänglich und verspricht, um Mitternacht in die Wolfsschlucht zu kommen, um beim Gießen der Freikugeln dabei zu sein…

Weber (1786–1826) hat im FREISCHÜTZ (UA 1821, Berlin) die Definition romantischer Klang-Alchemie gegeben. Die suggestive Musik seines Bestsellers demonstriert, wie brüchig eine scheinbar heile Welt sein kann und berührt dadurch genau den Kern der Angst.

 Interview mit Regisseur Carlos Wagner zum FREISCHÜTZ ...

Aufführungsdauer ca. 150 Minuten, eine Pause

Besetzung

Regisseur Carlos Wagner und Ausstatter Christophe Ouvrard nehmen die zentrale Wolfsschlucht-Szene zum Anlass, Webers FREISCHÜTZ als dunkle Mär mit ironischen Spitzen zu gestalten. Das beginnt beim schauerlich-schönen Bühnenbild: Auf der Drehscheibe liegt ein mächtiger entwurzelter Baum, bei dessen Sturz eine ganze Hauswand eingerissen wurde. In der Ruine lebt Agathe, die eigentlich auf die Hochzeit mit dem Jägerburschen Max hofft, hier aber wie eine mondsüchtige Gouvernante daherkommt, deren inniger Gesang direkt in eine Wahnsinns-Arie münden könnte. Von der biedermeierlichen Welt dieser Szenen bleibt nicht viel, sie wird später geradezu auf den Kopf gestellt. Gleichwohl sind die Sopran-Sehnsuchtstöne, die Sara Rossi Daldoss in ihrer Rolle verströmt, herzerweichend, und mit Eva Bauchmüller als Ännchen hat sie ein wunderbares Pendant, dessen heller, aber gerundeter Stimmklang zum Rollenporträt passt: Das gewitzte Mädchen veranstaltet lustige Schießübungen mit Bierdosen und ist die einzige sympathische Figur der ganzen Oper. [...] der Dämon Samiel, der den Max-Verführer Kaspar beherrscht, ist omnipräsent und erscheint am Ende gar als Rat gebender Eremit (von Sebastian Campione mit Wucht gesungen): Das Schauermärchen ist zugleich Psycho-Thriller. Unheimlich auch die finale Verbrennung des Kaspar.

Die heimeligen Seiten der Romantik finden vor allem im Orchester statt, es bietet sonore Klänge für die Wald-Atmosphäre und gießt klingendes Mondlicht über Agathes Arien. Aber sie können auch anders: Wenn Max sich in einer schaurigen Prozedur die Freikugeln aus dem Leib würgt, steigert Dirigent Stefan Veselka die Dramatik auf packende Weise. Überhaupt erweist sich Münsters Erster Kapellmeister erneut als wunderbarer Operndirigent, der nicht nur die Szenen mit den starken Chören perfekt zusammenhält (Inna Batyuk hat sie glänzend vorbereitet, der Regisseur gönnt ihnen manch effektvolle Oratorien-Aufstellung), sondern die Tempi auch so flexibel gestaltet, wie es die Sänger benötigen.

Neben Ännchen und Agathe sind es natürlich Max und Kaspar, die aus dem Ensemble herausstechen. Mirko Roschkowski gibt dem unheldischen Tenorhelden ideale stimmliche Durchschlagskraft und vorbildliche Diktion mit: eine zwingende vokale Gestaltung. Gregor Dalal fügt der Sammlung seiner Bariton-Bösewichter einen weiteren Charakter mit stimmlicher und darstellerischer Klasse hinzu.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 27. März 2017

 

Standhaftigkeit, Treue, Beständigkeit: Tugenden eines erwachenden Nationalbewusstseins, die sich manifestieren in einem Baum – der deutschen Eiche. Und dann das: da knallt der Jungfer Agathe ein ebensolches Exemplar frecherweise aufs Dach und zerstört das behütete Heim. Soviel zum Thema Standhaftigkeit!

Regisseur Carlos Wagner und sein Ausstatter Christophe Ouvrad machen diese Entwurzelung gleich zu Beginn auf der Bühne sichtbar. Damit ist das Konzept ihres FREISCHÜTZ auch schon skizziert. Weniger geht es um eine sich entwickelnde Deutung oder um psychologische Aspekte. Wagner und Ouvrad knüpfen einen wunderbaren Ideenflickenteppich, spielen lustvoll mit Klischees und Vorurteilen. Augenzwinkern und Ironie sind angesagt und nicht tiefschürfende Grübeleien und Gedankenschwere. Und der Abend funktioniert auf das Beste. »Es geht auch anders, aber so geht es auch«.

[...] Aber dennoch ist Carlos Wagners Freischütz keiner, der Webers Oper etwa persifliert. Hier wird schon genau hineingehört. Vor allem die Ängste von Max und Agathe, ob des drohenden Scheiterns ihrer Liebe (hatte sie jemals eine realistische Chance?), arbeitet das Regieteam heraus und hört tief hinein in die Figuren. Und Sara Rossi Daldoss und Mirko Roschkowski machen es ihnen da sehr leicht. Denn beide geben alles. Roschkowski gestaltet »Durch die Wälder, durch die Auen« mit strahlkräftigen Tenor voller Selbstzweifel und Rossi Daldoss glänzt mit angstdurchtränkten lichten Höhen in »Wie nahte mir der Schlummer«. Für diese, das Publikum elektrisierende, Emotionen bedarf es keiner großen Bilder. Auch Gregor Dalal als Kaspar punktet mit tiefer Schwärze.

Bei soviel Ernst kommt Eva Bauchmüller als Ännchen als Lichtstrahl daher. Koloratursicher sowieso, aber endlich mal nicht als plapperndes Dummchen, sondern als selbstbewusste Frau, die mit dem Jagdgewehr mindestens genauso gut umgehen kann wie die Männer!

Punkten kann diese Inszenierung nicht nur mit den Solisten, sondern vor allem mit der Rolle des Sinfonieorchesters Münster! Stefan Veselka, Erster Kapellmeister am Haus, steht am Pult. Und formt Carl Maria von Webers Musik zu einem lebendigen, spannungsvollen Klangkosmos, der den je unterschiedlichen Atmosphären instinkthaft genau schon während der Ouvertüre nachspürt. Gruselige Düsternis und schenkelklopfend Folkloristisches, introvertiert Fragendes und überschäumend Jubelndes – Veselka findet stets den richtigen Ton und kann sich auf sein Orchester verlassen.

[...] Der Freischütz erweist sich als absolut erfreulicher Abend für das Musiktheater Münster.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 27. März 2017

Presse

Regisseur Carlos Wagner und Ausstatter Christophe Ouvrard nehmen die zentrale Wolfsschlucht-Szene zum Anlass, Webers FREISCHÜTZ als dunkle Mär mit ironischen Spitzen zu gestalten. Das beginnt beim schauerlich-schönen Bühnenbild: Auf der Drehscheibe liegt ein mächtiger entwurzelter Baum, bei dessen Sturz eine ganze Hauswand eingerissen wurde. In der Ruine lebt Agathe, die eigentlich auf die Hochzeit mit dem Jägerburschen Max hofft, hier aber wie eine mondsüchtige Gouvernante daherkommt, deren inniger Gesang direkt in eine Wahnsinns-Arie münden könnte. Von der biedermeierlichen Welt dieser Szenen bleibt nicht viel, sie wird später geradezu auf den Kopf gestellt. Gleichwohl sind die Sopran-Sehnsuchtstöne, die Sara Rossi Daldoss in ihrer Rolle verströmt, herzerweichend, und mit Eva Bauchmüller als Ännchen hat sie ein wunderbares Pendant, dessen heller, aber gerundeter Stimmklang zum Rollenporträt passt: Das gewitzte Mädchen veranstaltet lustige Schießübungen mit Bierdosen und ist die einzige sympathische Figur der ganzen Oper. [...] der Dämon Samiel, der den Max-Verführer Kaspar beherrscht, ist omnipräsent und erscheint am Ende gar als Rat gebender Eremit (von Sebastian Campione mit Wucht gesungen): Das Schauermärchen ist zugleich Psycho-Thriller. Unheimlich auch die finale Verbrennung des Kaspar.

Die heimeligen Seiten der Romantik finden vor allem im Orchester statt, es bietet sonore Klänge für die Wald-Atmosphäre und gießt klingendes Mondlicht über Agathes Arien. Aber sie können auch anders: Wenn Max sich in einer schaurigen Prozedur die Freikugeln aus dem Leib würgt, steigert Dirigent Stefan Veselka die Dramatik auf packende Weise. Überhaupt erweist sich Münsters Erster Kapellmeister erneut als wunderbarer Operndirigent, der nicht nur die Szenen mit den starken Chören perfekt zusammenhält (Inna Batyuk hat sie glänzend vorbereitet, der Regisseur gönnt ihnen manch effektvolle Oratorien-Aufstellung), sondern die Tempi auch so flexibel gestaltet, wie es die Sänger benötigen.

Neben Ännchen und Agathe sind es natürlich Max und Kaspar, die aus dem Ensemble herausstechen. Mirko Roschkowski gibt dem unheldischen Tenorhelden ideale stimmliche Durchschlagskraft und vorbildliche Diktion mit: eine zwingende vokale Gestaltung. Gregor Dalal fügt der Sammlung seiner Bariton-Bösewichter einen weiteren Charakter mit stimmlicher und darstellerischer Klasse hinzu.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 27. März 2017

 

Standhaftigkeit, Treue, Beständigkeit: Tugenden eines erwachenden Nationalbewusstseins, die sich manifestieren in einem Baum – der deutschen Eiche. Und dann das: da knallt der Jungfer Agathe ein ebensolches Exemplar frecherweise aufs Dach und zerstört das behütete Heim. Soviel zum Thema Standhaftigkeit!

Regisseur Carlos Wagner und sein Ausstatter Christophe Ouvrad machen diese Entwurzelung gleich zu Beginn auf der Bühne sichtbar. Damit ist das Konzept ihres FREISCHÜTZ auch schon skizziert. Weniger geht es um eine sich entwickelnde Deutung oder um psychologische Aspekte. Wagner und Ouvrad knüpfen einen wunderbaren Ideenflickenteppich, spielen lustvoll mit Klischees und Vorurteilen. Augenzwinkern und Ironie sind angesagt und nicht tiefschürfende Grübeleien und Gedankenschwere. Und der Abend funktioniert auf das Beste. »Es geht auch anders, aber so geht es auch«.

[...] Aber dennoch ist Carlos Wagners Freischütz keiner, der Webers Oper etwa persifliert. Hier wird schon genau hineingehört. Vor allem die Ängste von Max und Agathe, ob des drohenden Scheiterns ihrer Liebe (hatte sie jemals eine realistische Chance?), arbeitet das Regieteam heraus und hört tief hinein in die Figuren. Und Sara Rossi Daldoss und Mirko Roschkowski machen es ihnen da sehr leicht. Denn beide geben alles. Roschkowski gestaltet »Durch die Wälder, durch die Auen« mit strahlkräftigen Tenor voller Selbstzweifel und Rossi Daldoss glänzt mit angstdurchtränkten lichten Höhen in »Wie nahte mir der Schlummer«. Für diese, das Publikum elektrisierende, Emotionen bedarf es keiner großen Bilder. Auch Gregor Dalal als Kaspar punktet mit tiefer Schwärze.

Bei soviel Ernst kommt Eva Bauchmüller als Ännchen als Lichtstrahl daher. Koloratursicher sowieso, aber endlich mal nicht als plapperndes Dummchen, sondern als selbstbewusste Frau, die mit dem Jagdgewehr mindestens genauso gut umgehen kann wie die Männer!

Punkten kann diese Inszenierung nicht nur mit den Solisten, sondern vor allem mit der Rolle des Sinfonieorchesters Münster! Stefan Veselka, Erster Kapellmeister am Haus, steht am Pult. Und formt Carl Maria von Webers Musik zu einem lebendigen, spannungsvollen Klangkosmos, der den je unterschiedlichen Atmosphären instinkthaft genau schon während der Ouvertüre nachspürt. Gruselige Düsternis und schenkelklopfend Folkloristisches, introvertiert Fragendes und überschäumend Jubelndes – Veselka findet stets den richtigen Ton und kann sich auf sein Orchester verlassen.

[...] Der Freischütz erweist sich als absolut erfreulicher Abend für das Musiktheater Münster.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 27. März 2017

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Premiere
Sa, 25. März 2017
19.30 Uhr · Großes Haus · Preise A
Premierenabo Gr. Haus

Herzliche Einladung zur Premierenfeier im Anschluss an die Vorstellung!

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

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