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CURTAINS - VORHANG AUF FÜR MORD!

Krimi-Musical nach dem Buch von Rupert Holmes, Originalbuch und Konzept von Peter Stone, Musik von John Kander, Gesangstexte von Fred Ebb

Zusätzliche Gesangstexte von John Kander und Rupert Holmes
Deutsch von Wolfgang Adenberg
  • Boris Leisenheimer (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater
    © Oliver Berg
  • Kiara Lillian Brunken, Claudia Hübschmann, Corinna Ellwanger, Sascha Stead, Tanztheater, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Kiara Lillian Brunken, Claudia Hübschmann, Corinna Ellwanger, Sascha Stead, Tanztheater, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Christoph Rinke, Corinna Ellwanger (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater <br />© Oliver Berg
    Christoph Rinke, Corinna Ellwanger (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer, Ilja Harjes, Christoph Rinke, Kiara Lillian Brunken <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer, Ilja Harjes, Christoph Rinke, Kiara Lillian Brunken
    © Oliver Berg
  • Suzanne McLeod, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Suzanne McLeod, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Christian Bo Salle, Corinna Ellwanger, Ilja Harjes, Opernchor, Tanztheater <br />© Oliver Berg
    Christian Bo Salle, Corinna Ellwanger, Ilja Harjes, Opernchor, Tanztheater
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer (Mitte), Ensemble, Opernchor, Tanztheater
    © Oliver Berg
  • Corinna Ellwanger, Boris Leisenheimer, Ensemble, Opernchor, Tanztheater <br />© Oliver Berg
    Corinna Ellwanger, Boris Leisenheimer, Ensemble, Opernchor, Tanztheater
    © Oliver Berg
  • Julia Gámez Martin (Mitte), Tanztheater, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Julia Gámez Martin (Mitte), Tanztheater, Opernchor
    © Oliver Berg
  • Boris Leisenheimer, Corinna Ellwanger <br />© Oliver Berg
    Boris Leisenheimer, Corinna Ellwanger
    © Oliver Berg
  • Kiara Lillian Brunken, Julia Gámez Martin, Corinna Ellwanger, Sascha Stead, Tanztheater, Opernchor <br />© Oliver Berg
    Kiara Lillian Brunken, Julia Gámez Martin, Corinna Ellwanger, Sascha Stead, Tanztheater, Opernchor
    © Oliver Berg

Vorhang auf für ... Mord!

So, 02. April 2017
15.00 Uhr · Großes Haus · Preise A
Familienangebot

Weitere Termine

Weitere Termine sind in Planung und werden demnächst veröffentlicht.

Passend zur Krimi-Stadt Münster, in der immerhin drei Ermittler – Thiel, Boerne und Wilsberg – den hiesigen Verbrechern das Leben schwer machen, präsentiert das Musiktheater nun auch ein kriminelles Angebot: CURTAINS VORHANG AUF FÜR MORD! Der Vorhang im Theater öffnet sich für Illusionen und verdeckt so manches Geheimnis, wenn er sich schließt. Im Bostoner Kolonialtheater fällt zum Schluss der Premiere des wenig vielversprechenden Musicals ROBBIN’ HOOD nicht nur der Vorhang zu Boden, sondern auch die Diva Jessica Cranshaw; sie wurde Opfer eines tödlichen Verbrechens. Inspektor Frank Cioffi ordnet an, dass keiner das Theater verlassen darf, bis der Täter ermittelt ist. Cioffi beginnt seine Verhöre – doch dann geschieht das Unfassbare: Die Darsteller der Produktion wollen aufgeben. The show must go on, ermutigt der Inspektor seine Helden und gerät während der Verbrecherjagd auf kreative Abwege. Er gibt der Inszenierung neue Impulse und macht sich damit auch ein wenig selbst verdächtig. Zumal es nicht bei einem Mord bleibt … Wer wird, wenn der Vorhang fällt, den roten Samt gegen schwedische Gardinen eintauschen?

CURTAINS – VORHANG AUF FÜR MORD! (UA 2007 in New York), eine gelungene Kombination aus Kriminalgeschichte und Backstage-Musical, ist das letzte gemeinsame Werk des legendären Autorenduos John Kander und Fred Ebb (CABARET), das hier die Welt der Show-People durchleuchtet.

Aufführungsdauer ca. 190 Minuten, eine Pause

 

CURTAINS - VORHANG AUF FÜR MORD! wird präsentiert mit freundlicher Genehmigung von Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk, Berlin, in Vereinbarung mit Theatrical Rights Worldwide, 1180 Avenue of the Americas, 8th Floor, New York, NY 10036, www.theatricalrights.com.

Info

Passend zur Krimi-Stadt Münster, in der immerhin drei Ermittler – Thiel, Boerne und Wilsberg – den hiesigen Verbrechern das Leben schwer machen, präsentiert das Musiktheater nun auch ein kriminelles Angebot: CURTAINS VORHANG AUF FÜR MORD! Der Vorhang im Theater öffnet sich für Illusionen und verdeckt so manches Geheimnis, wenn er sich schließt. Im Bostoner Kolonialtheater fällt zum Schluss der Premiere des wenig vielversprechenden Musicals ROBBIN’ HOOD nicht nur der Vorhang zu Boden, sondern auch die Diva Jessica Cranshaw; sie wurde Opfer eines tödlichen Verbrechens. Inspektor Frank Cioffi ordnet an, dass keiner das Theater verlassen darf, bis der Täter ermittelt ist. Cioffi beginnt seine Verhöre – doch dann geschieht das Unfassbare: Die Darsteller der Produktion wollen aufgeben. The show must go on, ermutigt der Inspektor seine Helden und gerät während der Verbrecherjagd auf kreative Abwege. Er gibt der Inszenierung neue Impulse und macht sich damit auch ein wenig selbst verdächtig. Zumal es nicht bei einem Mord bleibt … Wer wird, wenn der Vorhang fällt, den roten Samt gegen schwedische Gardinen eintauschen?

CURTAINS – VORHANG AUF FÜR MORD! (UA 2007 in New York), eine gelungene Kombination aus Kriminalgeschichte und Backstage-Musical, ist das letzte gemeinsame Werk des legendären Autorenduos John Kander und Fred Ebb (CABARET), das hier die Welt der Show-People durchleuchtet.

Aufführungsdauer ca. 190 Minuten, eine Pause

 

CURTAINS - VORHANG AUF FÜR MORD! wird präsentiert mit freundlicher Genehmigung von Felix Bloch Erben, Verlag für Bühne, Film und Funk, Berlin, in Vereinbarung mit Theatrical Rights Worldwide, 1180 Avenue of the Americas, 8th Floor, New York, NY 10036, www.theatricalrights.com.

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Ulrich Peters

Choreografie Annette Taubmann

Bühne & Kostüme Bernhard Niechotz

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Ronny Scholz


Besetzung

Lieutenant Frank Cioffi Boris Leisenheimer

Niki Harris Corinna Ellwanger

Georgia Hendricks Julia Gámez Martin

Carmen Bernstein Suzanne McLeod

Aaron Fox Ilja Harjes

Sidney Bernstein Frank-Peter Dettmann

Christopher Belling Christian Bo Salle

Bambi Bernét Kiara Lillian Brunken

Daryl Grady Helge Tramsen

Johnny Harmon Christoph Rinke

Oscar Shapiro Wolfgang Scheiner

Bobby Pepper Sascha Stead

Jessica Cranshaw Claudia Hübschmann

Harv Freemont Lars Hübel

Randy Dexter Christian-Kai Sander

Detective O'Farrell Frank Göbel

Opernchor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster

Tanztheater Münster

Besetzung

Leitung

Musikalische Leitung Thorsten Schmid-Kapfenburg

Inszenierung Ulrich Peters

Choreografie Annette Taubmann

Bühne & Kostüme Bernhard Niechotz

Choreinstudierung Inna Batyuk

Dramaturgie Ronny Scholz


Besetzung

Lieutenant Frank Cioffi Boris Leisenheimer

Niki Harris Corinna Ellwanger

Georgia Hendricks Julia Gámez Martin

Carmen Bernstein Suzanne McLeod

Aaron Fox Ilja Harjes

Sidney Bernstein Frank-Peter Dettmann

Christopher Belling Christian Bo Salle

Bambi Bernét Kiara Lillian Brunken

Daryl Grady Helge Tramsen

Johnny Harmon Christoph Rinke

Oscar Shapiro Wolfgang Scheiner

Bobby Pepper Sascha Stead

Jessica Cranshaw Claudia Hübschmann

Harv Freemont Lars Hübel

Randy Dexter Christian-Kai Sander

Detective O'Farrell Frank Göbel

Opernchor des Theaters Münster

Sinfonieorchester Münster

Tanztheater Münster


Die Hauptdarstellerin ist tot. Beim Applaus bricht Schauspielerin Jessica auf der Bühne zusammen. Es war Mord. Traurig ist kaum jemand, denn Jessica war nervig, eingebildet und unfähig. Dennoch singen alle ein hinreißend verlogenes Abschiedslied, während ihre Leiche von der Bühne getragen wird. Es gibt viel schwarzen Humor im Krimi-Musical CURTAINS – VORHANG AUF FÜR MORD!

Das Duo John Kander und Fred Ebb steht für anspruchsvolle Musicals mit hintergründiger Handlung. CABARET, CHICAGO, und DER KUSS DER SPINNENFRAU stammen von den beiden Amerikanern. Fred Ebb starb, bevor das Krimi-Musical beendet war. Kander brachte CURTAINS dann zur Uraufführung – es ist ein Meisterstück voller Selbstironie und Leichtigkeit. Durch die »Theater auf dem Theater«-Situation lassen sich die Eitelkeiten und vor allem auch die Geldgier im Musical-Geschäft hervorragend aufspießen.
Aber auch das Gefühl kommt nicht zu kurz. Der Polizei-Ermittler Frank Cioffi liebt das Theater mehr als alle Beteiligte. Mit großer Bewunderung schaut er hinter die Kulissen und lässt sich manchmal von den Morden ablenken. Vor allem die blonde Darstellerin Niki hat es ihm angetan. Boris Leisenheimer und Corinna Ellwanger singen, spielen und tanzen mit ansteckender Freude und Musikalität.

Das Stück im Stück ist ebenfalls grandios. Ein Western-Musical, das Elemente von ROBIN HOOD und ZORRO vermischt und fröhlich mit Wildwest-Klischees jongliert. Allerdings herrscht gerade Katzenjammer, denn die Kritiker haben die Show verrissen. Und es passieren weitere Morde.

Auf der Bühne steht eine aufwändige Westernstadt. Überhaupt hat der Regisseur Ulrich Peters – Generalintendant in Münster – an nichts gespart. Das riesige Ensemble besteht aus Opernsängern, Schauspielern, Tänzern und Musical-Experten. Die Tanznummern machen einen Riesenspaß, jede Figur hat einen schrägen Humor und originelle Pointen, die Musik ist spritzig und mitreißend.

Am Ende schauen viele Besucher überrascht auf die Uhr. Drei Stunden hat die Aufführung gedauert, sie sind wie im Flug vergangen. CURTAINS – VORHANG AUF FÜR MORD! ist beste Musical-Unterhaltung – und auch die Krimihandlung findet eine logische Lösung.

Stefan Keim, WDR, 2. März 2017

 

Peters fährt auf, was nur auf die Bühne passt: Von Ausstatter Bernhard Niechotz hat er sich ein putzig-bewegliches Western-Städtchen bauen lassen, das die Szenerie des im Stück gespielten Stücks zeigt, und beide schwelgen abwechselnd in Wildwest-Outfits und prächtigen Kostümen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, in der CURTAINS spielt. Das riesige Ensemble besteht aus Chor und Opernsängern, Schauspielern, dem Tanztheater-Ensemble und Musical-Gästen – Regisseur Peters und Choreografin Annette Taubmann setzen das nicht eben einfache Kunststück um, sie alle unter einen Hut zu bringen und eine Musicaltruppe zu formen, die Broadway-Schmissigkeit und pralles Entertainment verkörpert. Dazu werden sie aus dem Graben brillant befeuert: Das Sinfonieorchester Münster liefert knackige Bläser- und Schlagzeug-Klänge, Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg ist der überlegene Koordinator und macht mit schönen Tempo-Varianten in den Chornummern zusätzlich Stimmung.

Glücklicherweise bietet das Stück keine bloße Typenparade, sondern interessante Charaktere. So ist der schluffige Inspektor ein Theater-Enthusiast, der sich zudem in eine Darstellerin verliebt – Tenor Boris Leisenheimer spielt das herzig und gibt sogar den Stepptanz-Anfänger. Sein Schauspielkollege Ilja Harjes kämpft sich sympathisch in die hohen Gesangspassagen und hat eine intime Szene, der die Regie die nötige Ruhe gönnt: Als Songschreiber trauert er der früheren Harmonie mit Texterin Georgia nach, die zur neuen Diva aufsteigt – von Julia Gámez Martin mit echtem Musical-Feeling verkörpert. Aus vielen schönen Figurenporträts ragt »Produzentin« Suzanne McLeod heraus, die klarstellt, dass es in ihrem Laden weniger um Kunst als um Business geht: Das Geld muss wieder reinkommen.

Wenn das Ensemble mit so witzig gestalteten Szenen begeistert wie dem Chor »Sie war es« nach der Pause, dürfte das nicht nur in Boston und am Broadway, sondern auch in Münster gelingen.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 13. Februar 2017

 

Mausetot ist also die Diva. Claudia Hübschmann hat da naturgemäß nur einen winzigen, aber gelungenen Auftritt als textunsichere, falsch singende Egozentrikerin. Also kommt die Polizei ausgerechnet in Gestalt des theaterverrückten Lieutenant Cioffi. Der interniert das ganze Ensemble kurzer Hand im Theater, denn schließlich ist absolut jeder verdächtig. Während versucht wird, die gespielte Western-Revue vor dem drohenden Durchfallen zu retten, muss Cioffi das Rätsel um den Mord lösen. Das sorgt natürlich für Verwirrung. Vor allem weil sich auf und hinter der Bühne jede Menge undurchschaubare Typen herumtreiben, die scheinbar alle ein dunkles Geheimnis haben.

Frank-Peter Dettmann hat als fieser, erpresserischer Produzent alle in der Hand – einschließlich seines Geldgebers. Auch den Choreografen Bobby, den Sascha Stead gesanglich wie tänzerisch perfekt auf die Bühne bringt. Dann sind da Komponist Aron und Texterin Giorgia. Sie sind getrennt, können aber nicht von einander lassen. Ilja Harjes und Julia Gámez Martin heucheln Verachtung für einander, singen sich aber herrlich schmachtend an. Christian Bo Salle ist ein wunderbares Abziehbild des blasierten Regisseurs, dessen Welt sich allein um sich selbst dreht und der einen Prügelknaben braucht. Das ist in diesem Fall Inspizient Johnny. Christoph Rinke überzeugt – mit schwuler Attitüde – darstellerisch und gesanglich auf ganzer Linie.

Kiara Lillian Brunken (Bambi) will nur eines: erfolgreich sein am Broadway. Tanzen, Singen und akrobatische Elemente kann sie. Das reicht aber offensichtlich nicht aus. Ihre Mutter kritisiert sie gnadenlos. Und die ist immerhin die Co-Produzentin dieser Show. Suzanne McLeod gibt sie mit einem hinreißenden Song über das Geldverdienen im Show-Business. Am Ende entpuppt sie sich aber natürlich als treusorgende Mutter.

Und dann ist da Niki, die Zweitbesetzung. Sie kommt nicht zum Zuge, hat aber dennoch ein Herz voller Gold. Corinna Ellwanger kostet das Naive der Rolle zuckersüß aus. Klar, dass der hartgesottene Mordermittler sofort Feuer fängt. Boris Leisenheimer gibt den Cioffi samtweich, hart in der Sache und mit ganz wundervoller, kindlicher Liebe zum Theater. Ein ganz toll agierendes Ensemble ist da zu bewundern.

Bis zum mehrfachen Happy-End für glückliche Paare gibt es noch ein paar Leichen und einige Verwicklungen. Und der Mörder wird natürlich auch enttarnt.

Ulrich Peters und sein Team zaubern mit großem Aufwand alles auf die Bühne, was das Zuschauerherz begehrt: große Ensembles mit viel Action, kleine Szenen mit Liebesschwüren, Running Gags und Situationskomik – darunter eine »schwindelerregende« Szene auf dem Schnürboden. Bernhard Niechotz simuliert durch seine Bauten Hinterbühnensituationen genau perfekt, wie er für die Show in der Show veritable Wildwest-Dekorationen entwirft. Annette Taubmann lässt das TanzTheater bewegungsreich über die Bühne wirbeln und Inna Batyuks Chormitglieder geben als Bühnentechniker und Theaterschneiderinnen ihr Bestes. Auch Thorsten Schmid-Kapfenburg und das Sinfonieorchester Münster fügen sich in ein sehr positives Gesamtbild ein. Das ist im besten Sinne routinierte, ganz toll abgestimmte Musicalunterhaltung.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 13. Februar 2017

 

Mit leichter Hand und viel Gefühl für Timing bringt das Regieteam dieses 2011 in Coburg zum ersten Mal in Deutschland gezeigte Stück auf die Bühne, die Dialoge haben hohes Tempo, die Pointen werden präzise gesetzt und erreichen große Teile der Zuschauer (und dies ohne anbiedernde Anspielungen an lokale oder weltpolitische Ereignisse des Jahres 2017, was einem anderswo mitunter den letzten Nerv raubt), die Figuren sind im Rahmen der durchs Stück vorgegebenen Möglichkeiten vielschichtig und genau gezeichnet, Annette Taubmanns Choreografie ist nicht spektakulär, aber gleichermaßen einfallsreich wie machbar auch für die nichtprofessionellen Tänzer, die Spielfreude des großen Ensembles (Solisten aus dem Schauspiel-, dem Musiktheater- und dem Tanztheaterensemble stehen gemeinsam mit dem Chor und einigen Gästen auf der Bühne, und es gibt keinen einzigen wirklichen Ausfall unter ihnen!) wirkt nicht aufgesetzt, die positive Stimmung überträgt sich auf das Premierenpublikum, das am Ende gar nicht mehr aufhören möchte zu klatschen – und das nach mehr als drei Stunden Spielzeit.

Diese Produktion ist – anders als manch andere Musical- und Operettenproduktion an kleineren, beinahe zu Tode gesparten Stadttheatern – auch optisch wirklich ein Genuss, da blinken die Lichter um die Bühne, da glitzern die Kostüme, da stammen die Perücken nicht aus der Karnevalsabteilung des nächstgelegenen Kaufhauses (Ausstattung: Bernhard Niechotz), und auch die zahllosen Szenenwechsel zwischen Western-Kulisse und Backstage werden geschickt gelöst. Im Theater Münster funktioniert auch die Tontechnik, die anderswo manchen Abend ruiniert, hier scheppert und quiekt nichts, hier ist das Verhältnis zwischen Bühne und Graben ein ausgeglichenes, die Stimmen dringen sehr natürlich ans Ohr der Zuschauer. Selbst die deutschen Songtexte, die einen Musicalabend nachhaltig negativ beeinflussen können, fand ich gelungen, zumal beinahe jedes Wort zu verstehen war, auch dies alles andere als eine Selbstverständlichkeit in Musicalproduktionen in Deutschland. Und auch im Graben stimmte alles, das Sinfonieorchester Münster klang ebenso flott wie die mittlerweile kaum mehr ein Dutzend Personen umfassenden Bands in den Gräben der Musicaltheater in London und New York, Thorsten Schmid-Kapfenburg hat ein exzellentes Händchen für ins Bein und ans Herz gehende Musicalatmosphäre, ist immer nah dran am Bühnengeschehen und unterstützt das Ensemble nach Kräften.

FAZIT: Diese liebevoll und kompetent umgesetzte, gut einstudierte Musicalproduktion ohne Stadttheatermief macht einfach Spaß. Auf nach Münster!

Thomas Tillmann, onlinemusikmagazin, 14. Februar 2017

Presse

Die Hauptdarstellerin ist tot. Beim Applaus bricht Schauspielerin Jessica auf der Bühne zusammen. Es war Mord. Traurig ist kaum jemand, denn Jessica war nervig, eingebildet und unfähig. Dennoch singen alle ein hinreißend verlogenes Abschiedslied, während ihre Leiche von der Bühne getragen wird. Es gibt viel schwarzen Humor im Krimi-Musical CURTAINS – VORHANG AUF FÜR MORD!

Das Duo John Kander und Fred Ebb steht für anspruchsvolle Musicals mit hintergründiger Handlung. CABARET, CHICAGO, und DER KUSS DER SPINNENFRAU stammen von den beiden Amerikanern. Fred Ebb starb, bevor das Krimi-Musical beendet war. Kander brachte CURTAINS dann zur Uraufführung – es ist ein Meisterstück voller Selbstironie und Leichtigkeit. Durch die »Theater auf dem Theater«-Situation lassen sich die Eitelkeiten und vor allem auch die Geldgier im Musical-Geschäft hervorragend aufspießen.
Aber auch das Gefühl kommt nicht zu kurz. Der Polizei-Ermittler Frank Cioffi liebt das Theater mehr als alle Beteiligte. Mit großer Bewunderung schaut er hinter die Kulissen und lässt sich manchmal von den Morden ablenken. Vor allem die blonde Darstellerin Niki hat es ihm angetan. Boris Leisenheimer und Corinna Ellwanger singen, spielen und tanzen mit ansteckender Freude und Musikalität.

Das Stück im Stück ist ebenfalls grandios. Ein Western-Musical, das Elemente von ROBIN HOOD und ZORRO vermischt und fröhlich mit Wildwest-Klischees jongliert. Allerdings herrscht gerade Katzenjammer, denn die Kritiker haben die Show verrissen. Und es passieren weitere Morde.

Auf der Bühne steht eine aufwändige Westernstadt. Überhaupt hat der Regisseur Ulrich Peters – Generalintendant in Münster – an nichts gespart. Das riesige Ensemble besteht aus Opernsängern, Schauspielern, Tänzern und Musical-Experten. Die Tanznummern machen einen Riesenspaß, jede Figur hat einen schrägen Humor und originelle Pointen, die Musik ist spritzig und mitreißend.

Am Ende schauen viele Besucher überrascht auf die Uhr. Drei Stunden hat die Aufführung gedauert, sie sind wie im Flug vergangen. CURTAINS – VORHANG AUF FÜR MORD! ist beste Musical-Unterhaltung – und auch die Krimihandlung findet eine logische Lösung.

Stefan Keim, WDR, 2. März 2017

 

Peters fährt auf, was nur auf die Bühne passt: Von Ausstatter Bernhard Niechotz hat er sich ein putzig-bewegliches Western-Städtchen bauen lassen, das die Szenerie des im Stück gespielten Stücks zeigt, und beide schwelgen abwechselnd in Wildwest-Outfits und prächtigen Kostümen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, in der CURTAINS spielt. Das riesige Ensemble besteht aus Chor und Opernsängern, Schauspielern, dem Tanztheater-Ensemble und Musical-Gästen – Regisseur Peters und Choreografin Annette Taubmann setzen das nicht eben einfache Kunststück um, sie alle unter einen Hut zu bringen und eine Musicaltruppe zu formen, die Broadway-Schmissigkeit und pralles Entertainment verkörpert. Dazu werden sie aus dem Graben brillant befeuert: Das Sinfonieorchester Münster liefert knackige Bläser- und Schlagzeug-Klänge, Dirigent Thorsten Schmid-Kapfenburg ist der überlegene Koordinator und macht mit schönen Tempo-Varianten in den Chornummern zusätzlich Stimmung.

Glücklicherweise bietet das Stück keine bloße Typenparade, sondern interessante Charaktere. So ist der schluffige Inspektor ein Theater-Enthusiast, der sich zudem in eine Darstellerin verliebt – Tenor Boris Leisenheimer spielt das herzig und gibt sogar den Stepptanz-Anfänger. Sein Schauspielkollege Ilja Harjes kämpft sich sympathisch in die hohen Gesangspassagen und hat eine intime Szene, der die Regie die nötige Ruhe gönnt: Als Songschreiber trauert er der früheren Harmonie mit Texterin Georgia nach, die zur neuen Diva aufsteigt – von Julia Gámez Martin mit echtem Musical-Feeling verkörpert. Aus vielen schönen Figurenporträts ragt »Produzentin« Suzanne McLeod heraus, die klarstellt, dass es in ihrem Laden weniger um Kunst als um Business geht: Das Geld muss wieder reinkommen.

Wenn das Ensemble mit so witzig gestalteten Szenen begeistert wie dem Chor »Sie war es« nach der Pause, dürfte das nicht nur in Boston und am Broadway, sondern auch in Münster gelingen.

Harald Suerland, Westfälische Nachrichten, 13. Februar 2017

 

Mausetot ist also die Diva. Claudia Hübschmann hat da naturgemäß nur einen winzigen, aber gelungenen Auftritt als textunsichere, falsch singende Egozentrikerin. Also kommt die Polizei ausgerechnet in Gestalt des theaterverrückten Lieutenant Cioffi. Der interniert das ganze Ensemble kurzer Hand im Theater, denn schließlich ist absolut jeder verdächtig. Während versucht wird, die gespielte Western-Revue vor dem drohenden Durchfallen zu retten, muss Cioffi das Rätsel um den Mord lösen. Das sorgt natürlich für Verwirrung. Vor allem weil sich auf und hinter der Bühne jede Menge undurchschaubare Typen herumtreiben, die scheinbar alle ein dunkles Geheimnis haben.

Frank-Peter Dettmann hat als fieser, erpresserischer Produzent alle in der Hand – einschließlich seines Geldgebers. Auch den Choreografen Bobby, den Sascha Stead gesanglich wie tänzerisch perfekt auf die Bühne bringt. Dann sind da Komponist Aron und Texterin Giorgia. Sie sind getrennt, können aber nicht von einander lassen. Ilja Harjes und Julia Gámez Martin heucheln Verachtung für einander, singen sich aber herrlich schmachtend an. Christian Bo Salle ist ein wunderbares Abziehbild des blasierten Regisseurs, dessen Welt sich allein um sich selbst dreht und der einen Prügelknaben braucht. Das ist in diesem Fall Inspizient Johnny. Christoph Rinke überzeugt – mit schwuler Attitüde – darstellerisch und gesanglich auf ganzer Linie.

Kiara Lillian Brunken (Bambi) will nur eines: erfolgreich sein am Broadway. Tanzen, Singen und akrobatische Elemente kann sie. Das reicht aber offensichtlich nicht aus. Ihre Mutter kritisiert sie gnadenlos. Und die ist immerhin die Co-Produzentin dieser Show. Suzanne McLeod gibt sie mit einem hinreißenden Song über das Geldverdienen im Show-Business. Am Ende entpuppt sie sich aber natürlich als treusorgende Mutter.

Und dann ist da Niki, die Zweitbesetzung. Sie kommt nicht zum Zuge, hat aber dennoch ein Herz voller Gold. Corinna Ellwanger kostet das Naive der Rolle zuckersüß aus. Klar, dass der hartgesottene Mordermittler sofort Feuer fängt. Boris Leisenheimer gibt den Cioffi samtweich, hart in der Sache und mit ganz wundervoller, kindlicher Liebe zum Theater. Ein ganz toll agierendes Ensemble ist da zu bewundern.

Bis zum mehrfachen Happy-End für glückliche Paare gibt es noch ein paar Leichen und einige Verwicklungen. Und der Mörder wird natürlich auch enttarnt.

Ulrich Peters und sein Team zaubern mit großem Aufwand alles auf die Bühne, was das Zuschauerherz begehrt: große Ensembles mit viel Action, kleine Szenen mit Liebesschwüren, Running Gags und Situationskomik – darunter eine »schwindelerregende« Szene auf dem Schnürboden. Bernhard Niechotz simuliert durch seine Bauten Hinterbühnensituationen genau perfekt, wie er für die Show in der Show veritable Wildwest-Dekorationen entwirft. Annette Taubmann lässt das TanzTheater bewegungsreich über die Bühne wirbeln und Inna Batyuks Chormitglieder geben als Bühnentechniker und Theaterschneiderinnen ihr Bestes. Auch Thorsten Schmid-Kapfenburg und das Sinfonieorchester Münster fügen sich in ein sehr positives Gesamtbild ein. Das ist im besten Sinne routinierte, ganz toll abgestimmte Musicalunterhaltung.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 13. Februar 2017

 

Mit leichter Hand und viel Gefühl für Timing bringt das Regieteam dieses 2011 in Coburg zum ersten Mal in Deutschland gezeigte Stück auf die Bühne, die Dialoge haben hohes Tempo, die Pointen werden präzise gesetzt und erreichen große Teile der Zuschauer (und dies ohne anbiedernde Anspielungen an lokale oder weltpolitische Ereignisse des Jahres 2017, was einem anderswo mitunter den letzten Nerv raubt), die Figuren sind im Rahmen der durchs Stück vorgegebenen Möglichkeiten vielschichtig und genau gezeichnet, Annette Taubmanns Choreografie ist nicht spektakulär, aber gleichermaßen einfallsreich wie machbar auch für die nichtprofessionellen Tänzer, die Spielfreude des großen Ensembles (Solisten aus dem Schauspiel-, dem Musiktheater- und dem Tanztheaterensemble stehen gemeinsam mit dem Chor und einigen Gästen auf der Bühne, und es gibt keinen einzigen wirklichen Ausfall unter ihnen!) wirkt nicht aufgesetzt, die positive Stimmung überträgt sich auf das Premierenpublikum, das am Ende gar nicht mehr aufhören möchte zu klatschen – und das nach mehr als drei Stunden Spielzeit.

Diese Produktion ist – anders als manch andere Musical- und Operettenproduktion an kleineren, beinahe zu Tode gesparten Stadttheatern – auch optisch wirklich ein Genuss, da blinken die Lichter um die Bühne, da glitzern die Kostüme, da stammen die Perücken nicht aus der Karnevalsabteilung des nächstgelegenen Kaufhauses (Ausstattung: Bernhard Niechotz), und auch die zahllosen Szenenwechsel zwischen Western-Kulisse und Backstage werden geschickt gelöst. Im Theater Münster funktioniert auch die Tontechnik, die anderswo manchen Abend ruiniert, hier scheppert und quiekt nichts, hier ist das Verhältnis zwischen Bühne und Graben ein ausgeglichenes, die Stimmen dringen sehr natürlich ans Ohr der Zuschauer. Selbst die deutschen Songtexte, die einen Musicalabend nachhaltig negativ beeinflussen können, fand ich gelungen, zumal beinahe jedes Wort zu verstehen war, auch dies alles andere als eine Selbstverständlichkeit in Musicalproduktionen in Deutschland. Und auch im Graben stimmte alles, das Sinfonieorchester Münster klang ebenso flott wie die mittlerweile kaum mehr ein Dutzend Personen umfassenden Bands in den Gräben der Musicaltheater in London und New York, Thorsten Schmid-Kapfenburg hat ein exzellentes Händchen für ins Bein und ans Herz gehende Musicalatmosphäre, ist immer nah dran am Bühnengeschehen und unterstützt das Ensemble nach Kräften.

FAZIT: Diese liebevoll und kompetent umgesetzte, gut einstudierte Musicalproduktion ohne Stadttheatermief macht einfach Spaß. Auf nach Münster!

Thomas Tillmann, onlinemusikmagazin, 14. Februar 2017


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