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BÜRGERWEHR

von Alan Ayckbourn

Deutschsprachige Erstaufführung
  • Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Steffen Gräbner <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Steffen Gräbner
    © Oliver Berg
  • Frank-Peter Dettmann <br />© Oliver Berg
    Frank-Peter Dettmann
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Claudia Frost <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Claudia Frost
    © Oliver Berg
  • Frank-Peter Dettmann, Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Frank-Peter Dettmann, Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff
    © Oliver Berg
  • Julia Stefanie Möller, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Julia Stefanie Möller, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Steffen Gräbner <br />© Oliver Berg
    Steffen Gräbner
    © Oliver Berg
  • Regine Andratschke, Steffen Gräbner <br />© Oliver Berg
    Regine Andratschke, Steffen Gräbner
    © Oliver Berg
  • Carola von Seckendorff, Regine Andratschke <br />© Oliver Berg
    Carola von Seckendorff, Regine Andratschke
    © Oliver Berg
  • Ilja Harjes, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Ilja Harjes, Regine Andratschke, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg
  • Claudia Frost, Mark Oliver Bögel <br />© Oliver Berg
    Claudia Frost, Mark Oliver Bögel
    © Oliver Berg

Weitere Termine

Leider keine weiteren Termine geplant.

Was treibst du da? Geh da sofort runter! Das ist Privateigentum! Das christlichhumanistisch bewegte Geschwisterpaar Martin und Hilda hat sich einen Traum erfüllt. Sie sind mitsamt ihrem Gartenzwerg Monty in die hübsche Bluebell-Hill Wohnsiedlung gezogen. Wenn nicht der Schandfleck Sozialbausiedlung gegenüber wäre, könnte man meinen, man sei auf dem Land … Bei Tee und liebevoll zubereiteten Schnittchen lernen die Geschwister ihre neuen Nachbarn kennen – eine charmante Truppe mit klitzekleinen Schönheitsfehlern. Die heimelige Atmosphäre wird gestört, als einer der gemeingefährlichen Rabauken mit einem gewehrartigen Gegenstand in den Garten eindringt. Handlungsbedarf! Martin gründet zum Schutz der Siedlung eine Bürgerwehr, die schnell ein wenig außer Kontrolle gerät. Bald herrscht so etwas wie … Krieg!

Sir Alan Ayckbourn, »Großbritanniens populärster Gegenwartsdramatiker«, hat mit BÜRGERWEHR wieder eine brillante bitterböse Komödie geschrieben. Amoklaufende Gutmenschen und Moralapostel wollen mit ihrem Tugendterror jeden Genuss und am liebsten das Leben überhaupt verbieten. BÜRGERWEHR ist ein scharfsinniger Kommentar zu einer Mittelschicht in Krisenzeiten, die sich in Paranoia vor dem eigenen drohenden Absturz immer fanatischer abzugrenzen sucht gegen das Elend an den Rändern unserer behüteten bürgerlichen Welt.

Aufführungsdauer ca. 155 Minuten, eine Pause

 

AUS DER PRESSE:

 Hörfunkbeitrag bei WDR 3 ...

 

Alan Ayckbourn legt in seiner Bürgerwehr meisterlich den Finger in die Wunde einer nach absoluter Sicherheit strebenden Mittelschicht. Denn wehe, wenn sie losgelassen: Kaum zerstört ein Rowdie den Zwerg, gibt es kein Halten mehr. Gemeinsam mit den Nachbarn werden Komitees gegründet, Zäune gebaut, Kontrollen installiert und das nette Viertel wird zum Hochsicherheitstrakt. So dreht sich die Spirale aus Angst und Hysterie immer weiter, bis schließlich auch Gewalt legitimiert wird. Ayckbourn beschreibt ganz genüsslich und mit bösem Humor, wie ganz normale Menschen zu Hyänen werden und dabei immer auch Schwächen zeigen, die ihren hehren Moralvorstellungen widersprechen. So entdeckt Hilda ihre lesbische Seite, Martin verliebt sich ausgerechnet in Amy, die immer wieder mit Männern in der Siedlung Liebschaften hat.

Es ist überhaupt eine verrückte Gesellschaft, die Ayckbourn um die Geschwister herum gruppiert. Rod, ein ehemaliger Wachmann, ist der Gewalt von Beginn an nicht abgeneigt. Steffen Gräbner überzeugt mit großer Klappe und noch größerem Appetit. Regine Andratschke ist Dorothy – vormals Journalistin, jetzt eine klatschsüchtige Rentnerin, stets mit Flachmann in der Tasche, während in der scheinbar verhuschten Musiklehrerin Magda ein Vulkan schlummert, den Claudia Frost wunderbar ausbrechen lässt. Ilja Harjes als deren Mann Luther und Julia Stefanie Möller als Amy sind die Außenseiter, verfolgt von der Mehrheitsmeinung. Völlig schräg Frank-Peter Dettmann, der als schüchterner Gareth eine seltsame Vorliebe für mittelalterliche Folterinstrumente entwickelt.

Inmitten dieser skurrilen Versammlung also Martin und Hilda. Mark Oliver Bögel gebärdet sich einerseits wie ein kleiner Feldherr und ist gleichzeitig in Liebesdingen nur ein großer Junge. Carola von Seckendorff bringt Hildas Charakter voll zur Geltung – völlig überdreht einerseits, fast kindlich gläubig und doch voll eisernem Willen und unbändiger Entschlusskraft.

In Stefan Brandtmayrs bürgerlichem Wohntraum mit Echtholzboden und Blumentapete inszeniert Thomas Ladwig den gemeinschaftlichen Weg in die Paranoia. Er tut das in vielen kleinen witzigen Situationen und bricht die großen moralischen Fragen, die sein Persomal diskutiert, immer wieder auf die Banalität des Alltags herunter. Der Kampf mit Sitzsäcken spricht da Bände und das Balancieren von Teetassen auch.

So geht alles temporeich der ultimativen Klimax entgegen, die Martin das Leben kosten wird. Aber keine Angst, seine Bürgerwehr bleibt in der Welt.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 3. März 2014

 

Es grünt so grün im Leben der Geschwister Martin und Hilda Massie. Gerade eben haben sie ihr neues Domizil bezogen. Ausgelassen schäkert Schauspielerin Carola von Seckendorff schon auf den ersten Metern des Stückes mit Kollege Mark Oliver Bögel um die Wette. Als ein Jugendlicher unbefugt das Grundstück der Massies überquert, verliert Martin jedoch schnell die Fassung. Gewaltsam verteidigt er sein Revier und stellt den vermeintlich gestörten Frieden wieder her.

Da schellt es auch schon an der Tür. Nach und nach betreten die lieben Nachbarn das Wohnzimmer. Da wäre der Frührentner Rod Trusser (Steffen Gräbner), allzeit bereit mit Goldkettchen und militärisch-aggressivem Gebaren. Regine Andratschke gibt die pinkfarbene Dorothy Dogget, die ihm an den Lippen hängt. Der arbeitslose Ingenieur Gareth Janner (Frank-Peter Dettmann) strauchelt humoresk als betrogener Tollpatsch-Ehemann durch die Handlung. Seine Frau Amy, herrlich lasziv gespielt von Julia Stefanie Möller, macht nicht nur Luther Bradley (Ilja Harjes) schöne Augen. Fix ist ihr auch Martin verfallen, was Hilda fast in den Wahnsinn treibt. Ganz Typ scheues Reh und Opfer häuslicher Gewalt sucht Magda Bradley (Claudia Frost) Anschluss bei den neuen Nachbarn. [...]

Dass das Publikum bei dieser Inszenierung glänzend unterhalten wird, ist vor allem einer fantastischen und temporeichen Ensembleleistung zu verdanken. Knallige Farben, eine schablonenhaft überspitzte Spielweise und pointiert gesetzte Dialoge ziehen den Zuschauer auf Anhieb in das Spiel hinein. Hier passt eines perfekt zum anderen: die farbenfrohen Typisierungen (Kostüme: Cornelia Kraske), die gutbürgerliche Fassade mit Pfiff (Bühne: Stefan Brandmayr) und die detailfreudige komödiantische Inszenierung von Thomas Ladwig. Da sind Lacher garantiert.

Edda Klepp. Münstersche Zeitung, 3. März 2014

Info

Was treibst du da? Geh da sofort runter! Das ist Privateigentum! Das christlichhumanistisch bewegte Geschwisterpaar Martin und Hilda hat sich einen Traum erfüllt. Sie sind mitsamt ihrem Gartenzwerg Monty in die hübsche Bluebell-Hill Wohnsiedlung gezogen. Wenn nicht der Schandfleck Sozialbausiedlung gegenüber wäre, könnte man meinen, man sei auf dem Land … Bei Tee und liebevoll zubereiteten Schnittchen lernen die Geschwister ihre neuen Nachbarn kennen – eine charmante Truppe mit klitzekleinen Schönheitsfehlern. Die heimelige Atmosphäre wird gestört, als einer der gemeingefährlichen Rabauken mit einem gewehrartigen Gegenstand in den Garten eindringt. Handlungsbedarf! Martin gründet zum Schutz der Siedlung eine Bürgerwehr, die schnell ein wenig außer Kontrolle gerät. Bald herrscht so etwas wie … Krieg!

Sir Alan Ayckbourn, »Großbritanniens populärster Gegenwartsdramatiker«, hat mit BÜRGERWEHR wieder eine brillante bitterböse Komödie geschrieben. Amoklaufende Gutmenschen und Moralapostel wollen mit ihrem Tugendterror jeden Genuss und am liebsten das Leben überhaupt verbieten. BÜRGERWEHR ist ein scharfsinniger Kommentar zu einer Mittelschicht in Krisenzeiten, die sich in Paranoia vor dem eigenen drohenden Absturz immer fanatischer abzugrenzen sucht gegen das Elend an den Rändern unserer behüteten bürgerlichen Welt.

Aufführungsdauer ca. 155 Minuten, eine Pause

 

AUS DER PRESSE:

 Hörfunkbeitrag bei WDR 3 ...

 

Alan Ayckbourn legt in seiner Bürgerwehr meisterlich den Finger in die Wunde einer nach absoluter Sicherheit strebenden Mittelschicht. Denn wehe, wenn sie losgelassen: Kaum zerstört ein Rowdie den Zwerg, gibt es kein Halten mehr. Gemeinsam mit den Nachbarn werden Komitees gegründet, Zäune gebaut, Kontrollen installiert und das nette Viertel wird zum Hochsicherheitstrakt. So dreht sich die Spirale aus Angst und Hysterie immer weiter, bis schließlich auch Gewalt legitimiert wird. Ayckbourn beschreibt ganz genüsslich und mit bösem Humor, wie ganz normale Menschen zu Hyänen werden und dabei immer auch Schwächen zeigen, die ihren hehren Moralvorstellungen widersprechen. So entdeckt Hilda ihre lesbische Seite, Martin verliebt sich ausgerechnet in Amy, die immer wieder mit Männern in der Siedlung Liebschaften hat.

Es ist überhaupt eine verrückte Gesellschaft, die Ayckbourn um die Geschwister herum gruppiert. Rod, ein ehemaliger Wachmann, ist der Gewalt von Beginn an nicht abgeneigt. Steffen Gräbner überzeugt mit großer Klappe und noch größerem Appetit. Regine Andratschke ist Dorothy – vormals Journalistin, jetzt eine klatschsüchtige Rentnerin, stets mit Flachmann in der Tasche, während in der scheinbar verhuschten Musiklehrerin Magda ein Vulkan schlummert, den Claudia Frost wunderbar ausbrechen lässt. Ilja Harjes als deren Mann Luther und Julia Stefanie Möller als Amy sind die Außenseiter, verfolgt von der Mehrheitsmeinung. Völlig schräg Frank-Peter Dettmann, der als schüchterner Gareth eine seltsame Vorliebe für mittelalterliche Folterinstrumente entwickelt.

Inmitten dieser skurrilen Versammlung also Martin und Hilda. Mark Oliver Bögel gebärdet sich einerseits wie ein kleiner Feldherr und ist gleichzeitig in Liebesdingen nur ein großer Junge. Carola von Seckendorff bringt Hildas Charakter voll zur Geltung – völlig überdreht einerseits, fast kindlich gläubig und doch voll eisernem Willen und unbändiger Entschlusskraft.

In Stefan Brandtmayrs bürgerlichem Wohntraum mit Echtholzboden und Blumentapete inszeniert Thomas Ladwig den gemeinschaftlichen Weg in die Paranoia. Er tut das in vielen kleinen witzigen Situationen und bricht die großen moralischen Fragen, die sein Persomal diskutiert, immer wieder auf die Banalität des Alltags herunter. Der Kampf mit Sitzsäcken spricht da Bände und das Balancieren von Teetassen auch.

So geht alles temporeich der ultimativen Klimax entgegen, die Martin das Leben kosten wird. Aber keine Angst, seine Bürgerwehr bleibt in der Welt.

Thomas Hilgemeier, theaterpur.net, 3. März 2014

 

Es grünt so grün im Leben der Geschwister Martin und Hilda Massie. Gerade eben haben sie ihr neues Domizil bezogen. Ausgelassen schäkert Schauspielerin Carola von Seckendorff schon auf den ersten Metern des Stückes mit Kollege Mark Oliver Bögel um die Wette. Als ein Jugendlicher unbefugt das Grundstück der Massies überquert, verliert Martin jedoch schnell die Fassung. Gewaltsam verteidigt er sein Revier und stellt den vermeintlich gestörten Frieden wieder her.

Da schellt es auch schon an der Tür. Nach und nach betreten die lieben Nachbarn das Wohnzimmer. Da wäre der Frührentner Rod Trusser (Steffen Gräbner), allzeit bereit mit Goldkettchen und militärisch-aggressivem Gebaren. Regine Andratschke gibt die pinkfarbene Dorothy Dogget, die ihm an den Lippen hängt. Der arbeitslose Ingenieur Gareth Janner (Frank-Peter Dettmann) strauchelt humoresk als betrogener Tollpatsch-Ehemann durch die Handlung. Seine Frau Amy, herrlich lasziv gespielt von Julia Stefanie Möller, macht nicht nur Luther Bradley (Ilja Harjes) schöne Augen. Fix ist ihr auch Martin verfallen, was Hilda fast in den Wahnsinn treibt. Ganz Typ scheues Reh und Opfer häuslicher Gewalt sucht Magda Bradley (Claudia Frost) Anschluss bei den neuen Nachbarn. [...]

Dass das Publikum bei dieser Inszenierung glänzend unterhalten wird, ist vor allem einer fantastischen und temporeichen Ensembleleistung zu verdanken. Knallige Farben, eine schablonenhaft überspitzte Spielweise und pointiert gesetzte Dialoge ziehen den Zuschauer auf Anhieb in das Spiel hinein. Hier passt eines perfekt zum anderen: die farbenfrohen Typisierungen (Kostüme: Cornelia Kraske), die gutbürgerliche Fassade mit Pfiff (Bühne: Stefan Brandmayr) und die detailfreudige komödiantische Inszenierung von Thomas Ladwig. Da sind Lacher garantiert.

Edda Klepp. Münstersche Zeitung, 3. März 2014

Leitung

Inszenierung Thomas Ladwig

Bühnenbild Stefan Brandtmayr

Kostüme Cornelia Kraske

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Martin Massie Mark Oliver Bögel

Hilda Massie Carola von Seckendorff

Luther Bradley Ilja Harjes

Magda Bradley Claudia Frost

Gareth Janner Frank-Peter Dettmann

Amy Janner Julia Stefanie Möller

Rod Trusser Steffen Gräbner

Dorothy Dogget Regine Andratschke

Besetzung

Leitung

Inszenierung Thomas Ladwig

Bühnenbild Stefan Brandtmayr

Kostüme Cornelia Kraske

Dramaturgie Kathrin Mädler


Besetzung

Martin Massie Mark Oliver Bögel

Hilda Massie Carola von Seckendorff

Luther Bradley Ilja Harjes

Magda Bradley Claudia Frost

Gareth Janner Frank-Peter Dettmann

Amy Janner Julia Stefanie Möller

Rod Trusser Steffen Gräbner

Dorothy Dogget Regine Andratschke



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